• 18.03.2010

Studie über Welt-Ressourcen

Konsum jenseits der Kapazitäten

Böll-Stiftung und Germanwatch legen einen Bericht "Zur Lage der Welt 2010" vor. Tenor: Würden alle so leben wie wir, müssten zwei Drittel der Menschheit weg.von Nick Reimer

  • 20.03.2010 23:02 Uhr

    von Gerhard Roth:

    Über machen Kommentare zu der interessanten Studie muss man sich schon wundern.

    "a++ kühlschränke und bio-essen" werden sicher nicht reichen, ebensowenig aber wie die allzu einfache Abschiebung der Ursachen auf die "kapitalistische Produktionsweise" und die "unendliche Gewinnmaximierung". Alles richtig.

    Aber notwendig ist am Ende die Aufbrechung des „Glaubenssatzes der Wirtschaftsgesellschaft, dass das Wohlergehen der Menschen an der Anzahl der Güter und Dienstleistungen hängt, die zu erwerben sie in der Lage sind" (so fasst es "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt"). Das muss Konsequenzen auf allen Ebenen haben, vor Politik, Wirtschaft, Gesellschaft bis zu Lebensstil aller im Norden. Das wäre dann die notwendige "Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster"

    Die tut freilich weh (auch wenn sie uns am Ende glücklicher machen könnte) und ist derzeit nicht in Sicht. Deshalb muss daran immer wieder erinnert werden. Also ich werde die Studie lesen.

  • 20.03.2010 16:06 Uhr

    von Norbert:

    Sie schreiben selbst schon ganz richtig: "Nichts Neues also seit 38 Jahren". Seit 38 Jahren wird der Untergang der Menschheit prophezeit. Die konkreten Termine müssen allerdings immer wieder verschoben werden. Was sehen wir also:
    Wie sehen die stolze und expandierende internationale Öko-Alarm-Industrie in Aktion. Das Muster ist immer das selbe:
    Irgend ein Institut prophezeit die Katastrophe, Journalisten jazzen die Sache hoch, die Politik 'muß handeln'

    Das Handeln der Politik besteht aus 2 Schritten: Erstmal werden ein paar teure Studien bestellt, unter anderem bei dem alarmschlagenden Institut, danach wird irgend etwas verboten. Für die Institute und Journalisten ist das ein prima Geschäft, bezahlen muss der Steuerzahler direkt und indirekt. Die Alarmschläger können das Verhalten vieler Mensschen beeinflussen, ohne vernünftige Argumente zu haben, die Staatsmacht hilft aus.

    Nach einigen Jahren passiert etwas interessantes : Über das Thema wird einfach nicht mehr gesprochen. Klassisches Beispiel ist das Waldsterben. Theoretisch dürfte es schon keinen Wald mehr geben, gibt es aber. Was ist passiert ? hat die Umweltpolitik Erfolg gehabt ? Wenn ja, warum erzählt man das nicht rum "Hey, wir haben Umweltpolitik gemacht und haben was verbessert, Wir sollten das öfters machen" Das wäre doch normal gewesen. Oder waren die Prognosen falsch, die Studien renommierter Insttutute hoch bezahlter Schrott? Das wäre doch die Stunde der Journalisten gewesen. das hätte man öffentliche Verschwendung geißeln können, die Regierung peinigen ... Warum geschieht das nicht ?

    Ich denke, hier sehen wir ein klares Indiz dafür, dass es die Panik-Industrie gibt, wer dazu gehört und wie sie funktioniert.

    Vor diesem Hintergrund braucht man das Geschwätz irgendwelcher Institute erst einmal nicht weiter ernst zu nehmen. Aber greifen wir noch ein paar Stilblüten des Artikels heraus. Was kann es z.B. heißen, wenn der 'biologische Fußabdruck' die Kapazität der Erde übersteigt. Wieso besteht die Menschheit dann in dem real existieren Umfang weiter, ja vermehrt sich noch ? Entweder hat da jemand die Kapazität der Welt falsch berechnet (ich wüsste such gar nicht wie man die berechnen sollte) oder Kapazität bedeutet nicht das, was man normalerweise darunter versteht. Bullshit-Alarm!

    Vollkommen unklar ist auch der Begriff der Ressource und ihrer Verknappung. Eine Ressource ist etwas, was man zu irgendeinem Zweck gebrauchen kann (hausgemachte Definition, scheint mir evident). Das Ressource-Sein hängt aber unmittelbar von den technischen Fähigkeiten der Nutzer ab. Uran z.B. ist keine Ressource, wenn man keine Atomtechnik in irgendeiner Form betreibt. Wenn man also eine Aussage über die Begrenztheit einer Ressource macht, unterstellt man implizit ein bestimmtes technischen Niveau, vermutlich das von heute. Die technischen Fähigkeiten ändern sich aber laufend, wie alle wissen, die im Internet etwas schreiben. Aus der Begrenztheit einer Ressource aus heutiger Sicht folgert also keineswegs ihre Begrenztheit auch in Zukunft. Sie kann sogar unwichtig werden. Es ist vorstellbar, dass man mobile Antriebe unabhängig vom Erdöl entwickelt und dass sie sich durchsetzten. Erdöl wäre dann im praktischen Sinn keine Ressource mehr.

    Die Antwort auf Ressourcenknappheit ist also die menschliche Kreativität und der menschliche Wille zum guten Leben. Alles andere führt in Terror und Barbarei.

  • 19.03.2010 11:51 Uhr

    von gewaltfee:

    Meine Fresse: da hat wohl jemand den Kommentar von Herrn Reimer in der heutigen Ausgabe nicht gelesen. Da wird das Kind auch beim Namen genannt ;)

  • 19.03.2010 10:20 Uhr

    von meine fresse:

    und ich dachte bisher ernsthaft die taz sei irgendwie links. aber dann les ich einen artikel über den zusammenbruch der zivilisation und es wird noch nicht einmal die ursache beim namen genannt.

    "Wenn wir den Zusammenbruch der Zivilisation verhindern wollen, brauchen wir nichts Geringeres als eine Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster."
    ein glück, dass es nicht die kapitalistische produktionsweise ist, die ungebremmst ressourcen vernichtet um eine - angenommene - unendliche gewinnmaximierung zu erzeugen. nein, die "kulturellen muster" sind schuld.

    wie lang mag dieses elend noch wietergehen...

  • 19.03.2010 09:41 Uhr

    von Erich Paus:

    Eine Zivilisation, die auf Basis nicht-regenerierbarer Ressourcen wirtschaftet und mit ihrer Bevölkerung die Anzahl überschritten hat, die ihr ein Leben im Gleichgewicht mit der Natur erlauben würde, kann Wirtschaftswachstum nicht mehr vermeiden, ohne daß ihre Mitglieder verarmen oder, schlimmer, abtreten, oder, noch schlimmer, sterben müßten. Das liegt an der Ressourcennutzung selbst. Denn die Ressourcen bestehen aus genau zwei Teilen, erstens Ressourcen, die zur Gewinnung der Ressourcen selbst notwendig sind, ihrem Selbstzweckanteil, zweitens Ressourcen, die für die eigentlichen Verwendungszwecke der Ressourcen benötigt werden, ihrem Nutz- oder Fremdzweckanteil. Die Beendigung des Wirtschaftswachstums bedeutet das Ende des Wachstums der Ressourcengewinnung. Da aber der Selbstzweckanteil dabei trotzdem unaufhaltsam zunimmt, nimmt der Nutzzweckanteil in gleichem Umfang ab. Der Nutzzweckanteil ist aber der Anteil, der den Wohlstand ausmacht, und der überhaupt die hohen Bevölkerungsdichten über der Gleichgewichtsdichte erlaubt. Ohne die Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen, also im Gleichgewicht mit der Natur, könnten z. B. auf deutschem Boden dauerhaft höchstens 10 Mio. Menschen leben. Das Leben aller weiteren 80 Mio. wird erst durch den Nutzzweckanteil der gewonnenen nicht-regenerierbaren Ressourcen ermöglicht.
    Der vollständige Zusammenhang befindet sich hier http://www.pauserich.de/Definitionen/Inhalt.htm#I_A_Dilemma-der-Menscheit

  • 19.03.2010 08:26 Uhr

    von gewaltfee:

    Furioser Artikel. Vielleicht journalistisch nicht ganz sauber und mehr als nur ein wenig meinungsbehaftet, aber vielleicht fehlt das überall:
    Journalismus, dem man die Empörung anmerkt, die Wut und die Trauer.

    Klar soll möglichst neutral, nicht tendentiös recherchiert werden, aber wenn die Fakten einmal raus sind, warum dann noch weiter leisetreten?

  • 19.03.2010 08:05 Uhr

    von Sebastian:

    Europa macht's halt richtig, kaum Bevölkerungswachstum, so kann man sich den hohen Lebensstandard erhalten.

  • 19.03.2010 06:57 Uhr

    von InNominePatris:

    Da die Boell-Stiftung eh nur ideologisch verfaerbte Studien raushaut, kann man derlei Studien gleich weiter in den Muell durchleiten.

    Weder ist Fair-Trade fair noch "Oeko" irgendwie natuerlicher. Das eine schadet einfach anderen Menschen und ist schon aufgrund der Doppelstruktur ineffizient, das letzte ist ein voellig wert- und sinnloses Label fuer Naturreligioese, die nicht kapiert haben, dass es keine Oeoko-Natur gibt, nur ganz einfach eine Natur, naemlich die Realitaet ...

  • 19.03.2010 02:02 Uhr

    von vic:

    Blödsinn in Pastikfolie.
    Lesen sie/ihr besser gleich Jean Ziegler.
    Eines ist aber klar. Niemand müsste wegen Hunger und Armut sterben. Wir sind der Grund, dass dies trotzdem alle paar Sekunden geschieht. Auch ich selbst.

  • 18.03.2010 21:11 Uhr

    von Überbevölkerung:

    Na also, das Problem, dass es zuviele Menschen gibt, wurde erkannt, aber von einer weltweiten Geburtenkontrolle mit Elternprüfung für potentielle Eltern will mal wieder keiner was sagen, das hören die Leute nämlich nicht gerne. Nichtsdestotrotz ist es die einzige nachhaltige Lösung, um dem Problem Überbevölkerung Herr zu werden. Alles andere ist nur Symptombekämpfung und hohles Gerede.

  • 18.03.2010 20:52 Uhr

    von ensu:

    Wir müssen den Kapitalismus endlich über Bord kippen, bevor der Kahn endgültig sinkt. Wettbewerb und grenzenloses Wachstum sind die Wurzel allen modernen Übels.

    ciao...

  • 18.03.2010 20:44 Uhr

    von Dr. rer. Nat. Harald Wenk:

    Der Doppelschritt: Ökologische Produktion in den hochindustralisierten Ländern und ökologiscghe Entwicklung in den stark unterentwickelten Länden wird in der Tat von den wirtschaftlich-politischen Eliten mit vielen gößeren und kleineren Argumenten und hausgemachten Zwängen fast hintertrieben.
    Allerdings reichen die "Innovationen" durch die "light"
    Technolgie Elektrik, mit viel Solar dabei, aber auch die sonstigen, schon fast alle serienreif oder leicht dahin zu bringen.
    Da das Geldvolumen in den ärmeren Ländern extrem niedrig gehalten wird, ist das "billig" Argument für Geräte eine "real Blockade" von vielinterssierter Seite. Wenn man seit fast 40 Jahren immer gegen die Wand: Betriebswirtschaftlich dominierte Ökonomie weltweit läuft, kann schon mal der theoretische Geduldsfaden reissen und zu mancher "Technik an sich Unfähigkeit"
    und "Gürtel enger schnallen" Irrrichtung führen.
    "The economy - stupid".
    "Dummheit" als real gestaltende Gewalt in Anwesenheit vieler viel intelligenterer Köpfe, heute sogar systematsich institutionalsiert mit Wissenschaft, kennt die Menschheit aus den langen langen kriegsdominierten Machtjahrtausenden schon länger. Geld als ebenso "dumme" Macht" auch.
    Beide haben immer noch den Daumen auf soziale und auch ökologische humane Entwicklung. Stupid, stupid, stupid.


  • 18.03.2010 20:13 Uhr

    von Alex:

    Eine mögliche Antwort auf die Konsumfrage gibt Dr. Braungart mit seinem Cradle to Cradle-Prinzip. Eine andere Frage drängt sich mir beim Lesen nicht nur dieses Artikels auf: Wer bezahlt eigentlich Herrn Billen?

  • 18.03.2010 18:05 Uhr

    von jano:

    "Wenn wir den Zusammenbruch der Zivilisation verhindern wollen, brauchen wir nichts Geringeres als eine Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster"

    als der satz anfing dachte ich schon fast er würde mit herrschenden ökonomischen grundordnung enden. schade, die rettung der welt soll mal wieder über a++ kühlschränke und bio-essen geschehen und nicht über ein soziales, demokratisches und nachhaltiges wirtschaften für die menschen und nicht für den profit. kulturelle muster... was für ein unglaublich dummes fazit, und dessen müssen sich die autoren mit verlaub selbst bewusst sein, wenn sie sowas schreiben.

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