Studentenproteste in Österreich
Einführung in den Audimaxismus
Wien kommt nicht zur Ruhe. Seit Mitte Oktober halten Studenten aus Ärger über die geplante Studienreform einen Hörsaal besetzt. Jetzt haben sich auch Künstler solidarisch erklärt.von S.-A. Brugner
Leserkommentare
20.11.2009 13:28 Uhr
von labbeyroad:
@asd:
Zensur ist das eine. Was legal ist, aber - aus meiner persönlichen Sicht - journalistisch illegitim, das ist fehlende bzw. indifferenzierte Ehrlichkeit und Gründlichkeit.
"Natürlich" gibt es spezielle Darstellungsformen im Journalismus. "Natürlich" ist der Autor einer Spannung zwischen eigenem Anspruch, journalistischen Strukturen und Erwartung des Publikums ausgesetzt.
Aber der Autor muss sich nicht im Text auflösen und seinen Standpunkt verlieren. Er muss nicht Bilder, Stimmungen und Stimmen etc. (aus der Wirklichkeit)für sich sprechen lassen; sie so in Szene setzen, dass dem Leser eine spannende "Story" suggeriert wird.
Wer jene anspruchsvollen Darstellungsformen (noch) nicht beherrscht - dem muss es kritisch gesagt werden.
Das größte Problem bei Nichtbeherrschen ist doch nämlich die Wirkung auf das Publikum, indem kollektive Bilder, Vorstellungen, Klischees, Vorurteile etc. unreflektiert in einer Melange vermengt werden. Es hat also "weltanschauliche" Folgen, inhaltlich und strukturell.
Und bei der enormen Bedeutung der Bildungsproblematik muss der Wille zur Aufklärung und kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik bestehen.
Die Verantwortung des Autors, der in einem Medium wie der taz publiziert, ist daher in jeglicher Hinsicht enorm groß.
05.11.2009 21:28 Uhr
von chees:
Macht Bologna den Prozess!!!!!
05.11.2009 02:05 Uhr
von asd:
wie schön das es in deutschland keine zensur gibt!!
04.11.2009 23:39 Uhr
von Tim Schuller:
Ein kurzes Update zu Münster zur Verbesserung der Informationslage:
Aufgrund des für morgen bevorstehenden Hochschultages hat die Hochschuldirektorin Prof. Dr. Nelles für Do. 6 Uhr angekündigt von ihrem Hausrecht gebrauch zu machen, Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch zu erstatten und das Audimax räumen zu lassen. Vorschläge den Hochschultag und die Veranstaltung des Bildungsstreiks in einem gemeinsamen Programm zu vereinbaren und der Universität so die Chance zu geben, sich als offene, kooperative und studentennahe Einrichtung zu präsentieren wurden pauschal abgelehnt.
Hier der Verweis auf den Livestream aus dem Audimax (Die Kamera läuft mit Sicherheit auch morgen um 6): http://www.ustream.tv/channel/muensterbrennt
04.11.2009 20:27 Uhr
von Felix aus Wien:
leider ist dieser artikel nicht ausreichend recherchiert!
allein in wien sind mehrere hörsäle/unis besetzt. an der uni wien neben dem so oft zitierten audimax auch der zweitgrößte hörsal c1 am campus.
solidarität gibt es desweiteren vor allem auch von seiten verschiedenster gewerkschaften und lehrenden organisationen.
spannender wäre vor allem der hinweis darauf, dass in ganz österreich mittlerweile über bildungspolitik gesprochen wird. was ohne diese proteste (und die form eben dieser) nicht möglich gewesen wäre!
in deutschland wurde inzwischen auch münster und potsdam besetzt.
wir hoffen, das wir endlich einen europaweiten diskurs über die problematik der ökonomisierung der bildung und deren gesamtgesellschaftliche auswirkungen erleben können, auf den nicht nur studentInnen gewartet haben!
viele grüße aus wien
04.11.2009 18:26 Uhr
von Alviond:
Auch Potsdam ist ab sofort dabei:
Besetzung des Audimax
http://www.asta.uni-potsdam.de/sonst/ausgabe.php3?textfile=3862
04.11.2009 16:13 Uhr
von labbeyroad:
Da der/die Autor/in dieses Artikels keine Quellen bzw. Infos zur Nachprüfbarkeit und Selbst-Bildung bereitstellt, hier ein paar (ausgewählte!) Links:
http://unsereuni.at/
http://twitter.com/unibrennt
http://www.bildungsstreik.net/
http://twitter.com/UnsereUni_de
04.11.2009 16:02 Uhr
von kilian:
@haltet ihr euch bei den unterstützenden künstlern (dem vergleichsweise uninteressantestem thema) ...
solidarisierung von künstler_innen ist aber kein unwesentlicher sondern äusserst wichtiger aspekt !
zumal die offiziell ausgesprochene solidarisierungen von künstlerinnen in/ aus ö noch eher schwach ausfallen.
und mit gustav & japanik hat man zumindest protagonistinnen die man auch in D kennt ...
04.11.2009 15:45 Uhr
von Laura:
Ich wundere mich schon länger, dass sich die Medien dieses Themas nicht vernünftig annehmen. Wer sich auf den Internetplatformen der österreichischen Unis umsieht oder sich in den besetzten Hörsälen umhört findet wirklich spannende Diskurse über zentrale bildungspolitische und auch gesamtgesellschaftliche Themen auf hohem Niveau, das mich als Studentin anfangs wirklich überrascht hat, aber leider wird das medial überhaupt nicht weitertransportiert.
Naja, jetzt schreibt die taz wenigstens mal überhaupt irgendwas. Wird auch echt mal fällig, bei besetzten Hörsäälen in Münster und Heidelberg.
04.11.2009 14:59 Uhr
von blumenau:
freitag, das ist unerwartet schwach. statt euch um die anliegen, den verlauf, die struktur oder die mediale schlauheit des protests zu kümmern (vier potentielle themengebiete) haltet ihr euch bei den unterstützenden künstlern (dem vergleichsweise uninteressantestem thema) auf.
das ist stern-würdig, nicht mehr.
04.11.2009 14:11 Uhr
von Max:
Es geht auch in Deutschland los, zumindest in Münster wurde jetzt das AudiMax besetzt:
http://www.bildungsstreik-muenster.de/aktuelles/allgemein/audimax-in-muenster-besetzt/
04.11.2009 13:49 Uhr
von labbeyroad:
"Neben Medienvertretern, Professoren und Graswurzel-Organisationen sind es vor allem Künstler, die sich mit den streikenden Studenten solidarisch erklärt haben."
Dies ist nicht wahr. Gehen Sie auf die Seite http://unsereuni.at/ und überzeugen Sie sich selbst. Es gibt dort zahlreiche Solidaritätsbekundungen verschiedenster Personen, Institutionen und Gruppen etc.
In diesem Artikel ist mir zu wenig Analyse. Wie wäre es mit einer Berichtserstattung statt spannender "Story". Das Thema ist dafür eindeutig zu wichtig.