• 20.07.2009

Streik Academy

Die Kollegen sind ängstlich

In Bremen tagte am Wochenende die "Streik Academy". Es galt herauszufinden, wie in den neuen Arbeitsverhältnissen ein Ausstand machbar ist: "Was ist ein Streik?"von Christiane Müller-Lobeck

  • 21.07.2009 13:30 Uhr

    von F. Schmidt-Hullmann:

    Im Artikel heißt es: "Klassischer Streik? Ging nicht, weil ihr Betrieb nicht tarifgebunden ist und es keinen Arbeitgeberverband gibt." Darauf kommt es aber nicht an, denn diese Aussage ist falsch. Ein "klassischer Streik" wäre hier legal möglich gewesen.
    Der richtige - und übliche - Weg wäre gewesen:
    1. die Beschäftigten organisieren sich in einer Gewerkschaft ihrer Branche, hier wohl Ver.di
    2. diese Gewerkschaft fordert den Arbeitgeber zu Verhandlungen über einen Firmentarifvertrag auf. Das ist die übliche Vorgehensweise bei bisher nicht tarifgebundenen und keinem Arbeitgeberverband angeschlossenen Firmen.
    3. Diese Verhandlungen werden abgelehnt oder scheitern: Dann kann die Gewerkschaft die Beschäftigten zum Streik für den Abschluss eines Firmentarifvertrags aufrufen und die Beschäftigten können legal streiken, bis ein Tarifabschluss erzielt wird.
    Warum man nicht einfach diesen in aller Regel erfolgreichen Weg - wenn die Belegschaft halbwegs zusammenhält - beschritten hat, bleibt mir unklar.
    Wollte die Belegschaft nichts mit Gewerkschaften zu tun haben? Dann hätte frau/man sich hier in den eigenen Finger geschnitten.
    Oder haben sich Externe die Aktion einfach über die Köpfe der Betroffenen hinweg ausgedacht? Dann stellt sich die Frage, was diese Aktion eigentlich für ein Ziel hatte. Denn was nicht in einem Tarif verankert wird, kann vom Arbeitgeber jederzeit wieder einkassiert werden.
    Auch wenn es Einige der TeilnehmerInnen der Streik Academy vielleicht nicht gerne hören wollen:
    Gewerkschaften haben durchaus ihren Sinn - in diesem Fall liegt er direkt auf der Hand.

  • 20.07.2009 14:06 Uhr

    von Johannes W.:

    Es tut mir leid, aber das geht leider an den Realitäten der Leute vorbei, was hier getrieben und problematisiert wurde. Nicht dass ich es nicht gut finde, dass ihr euch für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzt, bin schliesslich selber Metaller, aber Streiken sollte nicht der Standart sein. Der Streik ist eines der letzten Mittel, die man Anwenden kann. Wer etwas für die Rechte von Arbeitnehmern machen will, der kann erstmal privat bei sich anfangen. Eben nicht ständig beim verrufenen Discounter kaufen und nicht jeden Dreck konsumieren, den man billig und modisch aufbereitet vorgesetzt bekommt.
    Ich will ein Beispiel nennen: Ein Freund von mir, der finanziert sich sein Studium in einem Café und der muss sein Trinkgeld abgeben sonst fliegt er. Das ist mir bekannt, und so gebe ich dort grundsätzlich kein Trinkgeld sondern drücke ihm augenzwinkernd lieber ab und zu wenn man sich sieht 5 Euro in die Hand und sag ich hab dein Trinkgeld letztens vergessen. Gegen den Arbeitgeber kann er selber nicht vorgehen, weil er einfach keine Lebenszeit für so ein Scheiss verschwenden will, wo dann eh nix bei rauskommt.
    Es sind kleine Möglichkeiten die man selber anwenden kann und die einem nicht wehtun, die aber weiterhelfen. Natürlich muss man im Ort auch bekanntmachen, dass dieser und jene Wirt das Trinkgeld des Personals kassiert, das sehe ich auch als kleine Maßnahe.
    Und beim Abkassieren bitte immer das Personal fragen bevor man Trinkgeld gibt, ob es abgegeben werden muss.

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