Helmut Reitze, Intendant des hr, predigt "Innovationen" - und setzt auf Volksmusik und Folklore. Gleich zwei Nachrichtensendungen werden gestrichen.von Klaus-Peter Klingelschmitt
8 Milliarden kassiert der öffentlich-rechtliche Rundfunk jedes Jahr an Zwangsgebühren. Dafür veranstalten sie z.B. 70 Hörfunkprogramme. So etwas gibt es in keinem anderen Land der Welt. Und dann jammern sie trotzdem noch und erzählen etwas vom "Sparzwang". Das ist für mich das entscheidende Thema. Zu den beiden hier angesprochenen Facetten: 1. Schlager- und Volksmusik: Viele Millionen Bürger mögen das und werden vom Privatfernsehen konsequent ignoriert. Da diese vielen Millionen Menschen Milliarden an Gebühren zahlen, finde ich es nicht mehr wie Recht, wenn ihnen dafür hin und wieder auch etwas nach ihrem Geschmack geboten wird. 2. "Hässlicher Rotfunk": Ich höre täglich hr info und finde, dass der hr nach wie vor eher links ist. Das kommt natürlich auf den Standpunkt an. Mir als überzeugtem FAZ Leser ist der hr zu links, den meisten taz Lesern ist er zu rechts, so ganz daneben scheinen sie also nicht zu liegen. Aus meiner Sicht ist hr und "rechts" ein Witz. Ich erinnere an die Ypsilanti-Propaganda und viele viele kleine Kommentare im laufenden Programm. Aber für die taz ist das natürlich noch lange nicht links genug. Aber trotzdem schön, dass es die taz gibt! "Bild ist nicht für jeden, das ist o.k." :-)
04.05.2009 12:39 Uhr
von Franklin Conversation:
@Michael Krohn - 9:00 Uhr
Ha ha ha, da spricht der Macher, nicht wahr?
Der Trick ist offenbar mehr als simpel: Man installiere eine möglichst hohe Zahl an öffentlich-rechtlichen Popwellen, zum Beispiel hr3, und verhindere so die Vergabe von Frequenzen an unabhängige Radioprojekte, welche Reflexion und Breitenbildung zum Ziel haben. Die GEZ finanziert es ja.
Somit wäre dem Rechtskonservatismus und der Nationalduselei der deutschen Herzöge und Landesfürsten praktisch ein Dienst erwiesen. Ha ha ha...
Schaun wir mal, was nach dem Schunkeln passiert... Ob die besoffenen alten Schützen nach mehr Munition rufen oder ob ihre Söhne und Töchter auf dem Pfad der Erkenntnis wandeln...?
04.05.2009 12:23 Uhr
von Tante Ottine:
Da sträuben sich mir ja sämtliche Brusthaare, wenn ich sehe, welche Fantasienamen einige Leute den HR-Programmen geben.
HR-Kultur oder HR 3-TV gibt es nicht, die Sender heißen HR2 und hessen fernsehen, und das seit etlichen Jahren. hessen 3? Schon lang' vorbei! Vielleicht sollte man mal besser recherchieren, bevor man seine Meinung im Internet kundtut.
Zurück zum Thema: Der arme HR muss also sparen. Die Jammerlappen-Nummer hat man sich schön beim RBB abgekuckt. Glückwunsch für soviel Einfallsreichtum. Wer heult als nächstes? WDR oder SWR?
Und soll vielleicht der ausgebeutete Gebührenzahler noch fleißig Spenden in der Nachbarschaft sammeln gehen, um „seinen” HR zu retten? Fast 18 Euro jeden Monat für ein Fernsehprogramm das mich nicht interessiert und für Radiosender die nur die aktuellen Charts hoch- und runterdudeln reichen den nimmersatten Herren im Rundfunkrat in Zeiten der Wirtschaftskrise wohl nicht?
Vielleicht hätte der HR vor einigen Jahren die richtigen Entscheidungen treffen sollen, dann würde es heute nicht so klamm aussehen in Onkel Ottos Haushaltskasse.
Mit Wehmut denke ich an die goldenen Zeiten von hr XXL zurück als dieses noch Inhalte für Jugendliche zu vermitteln hatte und nicht mit einer grammatikalisch falschen Frühstücksshow daherkam, an die Clubnights, an hr1, als es noch ein tagesaktuelles Informationsradio war, was diesen Namen verdiente - mit Spezialsendungen à la SchwarzWeiß und Der Tag die von professionellen Journalisten wie Peter Zudeick und Klaus Walter moderiert wurden, an hr3 mit den großen Herren Bombach, Rudolph und Rebell, an hr skyline das durch seinen Sitz im Maintower immer dicht am Börsengeschehen war, an ein hessen3 mit unterhaltsamen und spannenden Filmen,…
1998 wurden vier digitale Plus-Programme ins Leben gerufen, von denen gibt es heute noch die Hälfte. Alles was sein Vorgänger geleistet und aufgebaut hat, wollte Herr Reitze nach seinem Amtsantritt umkrempeln, anders machen, besser machen. Wenn ich seine Bilanz so lese, entdecke ich nur negative Fakten und alarmierende Zahlen.
Vieles hat er über den Haufen geworfen, unter seiner Leitung entstanden das desaströse hr3-Programm der Neuzeit, ein seelenloses Hausfrauendudelradio hr1 - Das "Radiomagazin", ein Sender für pubertierende Möchtegernrapper aus Rödelheim (=you FM), ein „Kulturradio” das die Abstellkammer für auf den anderen Wellen ausrangierte und „formatunverträgliche” Sendungen ist (HR2) und eine langweilige Abspielstation für O-Ton-Häppchen im Viertelstundentakt (HR-Info.
Selbst mein Busfahrer informiert mich schneller über Geschehnisse in Gießen als der HR mit seinen sechs Radiowellen.
Jahrelang wurde das Geld säckeweise zum Fenster rausgeschüttet und in sinnlose Werbekampagnien sowie in Umstrukturierungen (sogenannte „Relaunches”) investiert, die die jeweiligen Radiosender jedesmal noch langweiliger glattgebügelter machten als sie vorher waren. Sendungen wie „Der Ball ist rund” oder SchwarzWeiß werden ersatzlos eingestellt - Sendungen mit Substanz. Stattdessen hält der Mainstream Einzug in den weiten Hallen des HR.
Nein, im Bertramshof muss sich wahrlich niemand wundern…
04.05.2009 11:38 Uhr
von Klingelschmitt:
Sehr geehrter Herr Krohn. Was meinen Sie - eigentlich? Ist hr 3 fernsehen Gegenstand meiner Berichterstattung, steht da HR 3 TV. Geschuldet ist das dem taz-Satzschema, das keine (scheinbar sinnlos) aneinander gereihten Kleinbuchstaben akzeptiert; noch nicht einmal bei meinem Kürzel kpk (da steht dann KPK). Von HR 3 Radio (Popwelle) ist nirgendwo im Artikel die Rede!? Da Ihnen nicht mehr an mutmaßlich Kritikwürdigem ein- und aufgefallen ist, kann ich ja (eigentlich) sehr zufrieden sein. Beste Grüße ins Funkhaus. Der Autor.
04.05.2009 09:00 Uhr
von Michael Krohn:
Jaja, apropos Journalismus: Wenn man die Hörfunk Popwelle des HR (hr3) noch nicht mal von der TV Sparte des HR (hr-fernsehen) unterscheiden kann, möchte ich das große Wort Journalismus nicht unbedingt bei diesem Artikel anwenden, das wäre eine Beleidigung an echte Kollegen, die recherchieren können. Es ist immer wieder amüsant, wie dann Leser des gleichen Niveaus auf sowas reinfallen. Aber Sachverhalte von alles Seiten richtig zu beleuchten ist eh gerade total out und huch! - da sind wir ja schon wieder beim schlimmen Meinungsmache-Boulevard-Artikel.
03.05.2009 16:42 Uhr
von Carl der alte Brigadier:
Das ganze Proporzsystem des staatlichen Fernsehens und Hörfunks in der BRD ist, denke ich, ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges, als es darum ging, eine "eiserne Front" gegen den Ostblock aufzubauen.
ARD, ZDF sowie Landesrundfunkanstalten sind aufgrund dessen mittlerweile zum Schauplatz für Einflußnahmen aus der Parteienlandschaft mutiert, wie es meines Erachtens in keinem zweiten Land in Westeuropa der Fall ist.
Redaktionelle Unabhängigkeit, Fehlanzeige!Kritischer, investigativer Journalismus, Fehlanzeige! Intellektuelle Diskurse, Fehlanzeige!Spiegelung der Realitäten, Fehlanzeige! Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Reportagen, Fehlanzeige! Es wird zum Beispiel über Diskrimnierung gesprochen, aber die Diskriminierten selber kommen kaum zu Wort. Ein Minimum an Hörerbeteiligung und Prominenten-Talkshow dienen allenfalls als Feigenblatt für nur rudimentär vorhandene Partizipation.
Der korrupte Hessische Rundfunk mit seinen zahlreichen Volksverdummungsprogrammen sollte bis auf HR-Info und HR-Kultur besser zusammengestrichen werden. Alles andere sind rausgeschmissene Steuermillionen an Seichtheiten, die man ebensogut Kommerzsendern überlassen kann.
Das Positive hieran: Wenn der Staat sich aus der allgemeinen Verblödung zurückziehen würde, würden möglicherweise auch wieder mehr journalistisch interessante Zeitungen rezipiert werden.
Vielleicht ist die Zeit für die Landesrundfunkanstalten ja wirklich abgelaufen? Wer sich selber den Ast absägt, auf dem er sitzt...
Vorschlag deshalb an die Rosa-Luxemburg-Stiftung und den Deutschen Gewerkschaftsbund:
Die Gründung eines ROSA-LUXEMBURG-RADIOS, RLR, mit bundesweiten Frequenzen sowie eines DGB-Radios, um den Musikantenstadeln dieser Republik medial die Stirn zu bieten!
03.05.2009 14:25 Uhr
von Elke:
Wunderbar. Da wird die Krise wieder zum Vorwand genommen um ungeliebte Umstände, in diesem Fall Sendungen und ihre Moderatoren, Autoren und Kommentatoren, zu beseitigen. Kultur und Meinungsvielfalt, wer braucht schon so einen Mist. Da wird das Programm lieber zum boulevardesken Grashalm umgestaltet, der sich bei jedem Windhauch aus Wiesbaden in die gewünschte Richtung neigt.
Ihre Gebühren, ihr Programm? Da weiß man nicht, ob man histerisch lachen oder bedauernswert aufheulen sollte.
Leserkommentare
10.05.2009 07:44 Uhr
von Mainzer:
8 Milliarden kassiert der öffentlich-rechtliche Rundfunk jedes Jahr an Zwangsgebühren. Dafür veranstalten sie z.B. 70 Hörfunkprogramme. So etwas gibt es in keinem anderen Land der Welt. Und dann jammern sie trotzdem noch und erzählen etwas vom "Sparzwang". Das ist für mich das entscheidende Thema. Zu den beiden hier angesprochenen Facetten:
1. Schlager- und Volksmusik: Viele Millionen Bürger mögen das und werden vom Privatfernsehen konsequent ignoriert. Da diese vielen Millionen Menschen Milliarden an Gebühren zahlen, finde ich es nicht mehr wie Recht, wenn ihnen dafür hin und wieder auch etwas nach ihrem Geschmack geboten wird.
2. "Hässlicher Rotfunk": Ich höre täglich hr info und finde, dass der hr nach wie vor eher links ist. Das kommt natürlich auf den Standpunkt an. Mir als überzeugtem FAZ Leser ist der hr zu links, den meisten taz Lesern ist er zu rechts, so ganz daneben scheinen sie also nicht zu liegen. Aus meiner Sicht ist hr und "rechts" ein Witz. Ich erinnere an die Ypsilanti-Propaganda und viele viele kleine Kommentare im laufenden Programm. Aber für die taz ist das natürlich noch lange nicht links genug. Aber trotzdem schön, dass es die taz gibt! "Bild ist nicht für jeden, das ist o.k." :-)
04.05.2009 12:39 Uhr
von Franklin Conversation:
@Michael Krohn - 9:00 Uhr
Ha ha ha, da spricht der Macher, nicht wahr?
Der Trick ist offenbar mehr als simpel: Man installiere eine möglichst hohe Zahl an öffentlich-rechtlichen Popwellen, zum Beispiel hr3, und verhindere so die Vergabe von Frequenzen an unabhängige Radioprojekte, welche Reflexion und Breitenbildung zum Ziel haben. Die GEZ finanziert es ja.
Somit wäre dem Rechtskonservatismus und der Nationalduselei der deutschen Herzöge und Landesfürsten praktisch ein Dienst erwiesen. Ha ha ha...
Schaun wir mal, was nach dem Schunkeln passiert...
Ob die besoffenen alten Schützen nach mehr Munition rufen oder ob ihre Söhne und Töchter auf dem Pfad der Erkenntnis wandeln...?
04.05.2009 12:23 Uhr
von Tante Ottine:
Da sträuben sich mir ja sämtliche Brusthaare, wenn ich sehe, welche Fantasienamen einige Leute den HR-Programmen geben.
HR-Kultur oder HR 3-TV gibt es nicht, die Sender heißen HR2 und hessen fernsehen, und das seit etlichen Jahren. hessen 3? Schon lang' vorbei! Vielleicht sollte man mal besser recherchieren, bevor man seine Meinung im Internet kundtut.
Zurück zum Thema: Der arme HR muss also sparen.
Die Jammerlappen-Nummer hat man sich schön beim RBB abgekuckt. Glückwunsch für soviel Einfallsreichtum. Wer heult als nächstes? WDR oder SWR?
Und soll vielleicht der ausgebeutete Gebührenzahler noch fleißig Spenden in der Nachbarschaft sammeln gehen, um „seinen” HR zu retten? Fast 18 Euro jeden Monat für ein Fernsehprogramm das mich nicht interessiert und für Radiosender die nur die aktuellen Charts hoch- und runterdudeln reichen den nimmersatten Herren im Rundfunkrat in Zeiten der Wirtschaftskrise wohl nicht?
Vielleicht hätte der HR vor einigen Jahren die richtigen Entscheidungen treffen sollen, dann würde es heute nicht so klamm aussehen in Onkel Ottos Haushaltskasse.
Mit Wehmut denke ich an die goldenen Zeiten von hr XXL zurück als dieses noch Inhalte für Jugendliche zu vermitteln hatte und nicht mit einer grammatikalisch falschen Frühstücksshow daherkam, an die Clubnights, an hr1, als es noch ein tagesaktuelles Informationsradio war, was diesen Namen verdiente - mit Spezialsendungen à la SchwarzWeiß und Der Tag die von professionellen Journalisten wie Peter Zudeick und Klaus Walter moderiert wurden, an hr3 mit den großen Herren Bombach, Rudolph und Rebell, an hr skyline das durch seinen Sitz im Maintower immer dicht am Börsengeschehen war, an ein hessen3 mit unterhaltsamen und spannenden Filmen,…
1998 wurden vier digitale Plus-Programme ins Leben gerufen, von denen gibt es heute noch die Hälfte. Alles was sein Vorgänger geleistet und aufgebaut hat, wollte Herr Reitze nach seinem Amtsantritt umkrempeln, anders machen, besser machen. Wenn ich seine Bilanz so lese, entdecke ich nur negative Fakten und alarmierende Zahlen.
Vieles hat er über den Haufen geworfen, unter seiner Leitung entstanden das desaströse hr3-Programm der Neuzeit, ein seelenloses Hausfrauendudelradio hr1 - Das "Radiomagazin", ein Sender für pubertierende Möchtegernrapper aus Rödelheim (=you FM), ein „Kulturradio” das die Abstellkammer für auf den anderen Wellen ausrangierte und „formatunverträgliche” Sendungen ist (HR2) und eine langweilige Abspielstation für O-Ton-Häppchen im Viertelstundentakt (HR-Info.
Selbst mein Busfahrer informiert mich schneller über Geschehnisse in Gießen als der HR mit seinen sechs Radiowellen.
Jahrelang wurde das Geld säckeweise zum Fenster rausgeschüttet und in sinnlose Werbekampagnien sowie in Umstrukturierungen (sogenannte „Relaunches”) investiert, die die jeweiligen Radiosender jedesmal noch langweiliger glattgebügelter machten als sie vorher waren. Sendungen wie „Der Ball ist rund” oder SchwarzWeiß werden ersatzlos eingestellt - Sendungen mit Substanz. Stattdessen hält der Mainstream Einzug in den weiten Hallen des HR.
Nein, im Bertramshof muss sich wahrlich niemand wundern…
04.05.2009 11:38 Uhr
von Klingelschmitt:
Sehr geehrter Herr Krohn. Was meinen Sie - eigentlich? Ist hr 3 fernsehen Gegenstand meiner Berichterstattung, steht da HR 3 TV. Geschuldet ist das dem taz-Satzschema, das keine (scheinbar sinnlos) aneinander gereihten Kleinbuchstaben akzeptiert; noch nicht einmal bei meinem Kürzel kpk (da steht dann KPK). Von HR 3 Radio (Popwelle) ist nirgendwo im Artikel die Rede!? Da Ihnen nicht mehr an mutmaßlich Kritikwürdigem ein- und aufgefallen ist, kann ich ja (eigentlich) sehr zufrieden sein. Beste Grüße ins Funkhaus. Der Autor.
04.05.2009 09:00 Uhr
von Michael Krohn:
Jaja, apropos Journalismus: Wenn man die Hörfunk Popwelle des HR (hr3) noch nicht mal von der TV Sparte des HR (hr-fernsehen) unterscheiden kann, möchte ich das große Wort Journalismus nicht unbedingt bei diesem Artikel anwenden, das wäre eine Beleidigung an echte Kollegen, die recherchieren können. Es ist immer wieder amüsant, wie dann Leser des gleichen Niveaus auf sowas reinfallen. Aber Sachverhalte von alles Seiten richtig zu beleuchten ist eh gerade total out und huch! - da sind wir ja schon wieder beim schlimmen Meinungsmache-Boulevard-Artikel.
03.05.2009 16:42 Uhr
von Carl der alte Brigadier:
Das ganze Proporzsystem des staatlichen Fernsehens und Hörfunks in der BRD ist, denke ich, ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges, als es darum ging, eine "eiserne Front" gegen den Ostblock aufzubauen.
ARD, ZDF sowie Landesrundfunkanstalten sind aufgrund dessen mittlerweile zum Schauplatz für Einflußnahmen aus der Parteienlandschaft mutiert, wie es meines Erachtens in keinem zweiten Land in Westeuropa der Fall ist.
Redaktionelle Unabhängigkeit, Fehlanzeige!Kritischer, investigativer Journalismus, Fehlanzeige! Intellektuelle Diskurse, Fehlanzeige!Spiegelung der Realitäten, Fehlanzeige! Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Reportagen, Fehlanzeige! Es wird zum Beispiel über Diskrimnierung gesprochen, aber die Diskriminierten selber kommen kaum zu Wort.
Ein Minimum an Hörerbeteiligung und Prominenten-Talkshow dienen allenfalls als Feigenblatt für nur rudimentär vorhandene Partizipation.
Der korrupte Hessische Rundfunk mit seinen zahlreichen Volksverdummungsprogrammen sollte bis auf HR-Info und HR-Kultur besser zusammengestrichen werden. Alles andere sind rausgeschmissene Steuermillionen an Seichtheiten, die man ebensogut Kommerzsendern überlassen kann.
Das Positive hieran: Wenn der Staat sich aus der allgemeinen Verblödung zurückziehen würde, würden möglicherweise auch wieder mehr journalistisch interessante Zeitungen rezipiert werden.
Vielleicht ist die Zeit für die Landesrundfunkanstalten ja wirklich abgelaufen? Wer sich selber den Ast absägt, auf dem er sitzt...
Vorschlag deshalb an die Rosa-Luxemburg-Stiftung und den Deutschen Gewerkschaftsbund:
Die Gründung eines ROSA-LUXEMBURG-RADIOS, RLR, mit bundesweiten Frequenzen sowie eines DGB-Radios, um den Musikantenstadeln dieser Republik medial die Stirn zu bieten!
03.05.2009 14:25 Uhr
von Elke:
Wunderbar. Da wird die Krise wieder zum Vorwand genommen um ungeliebte Umstände, in diesem Fall Sendungen und ihre Moderatoren, Autoren und Kommentatoren, zu beseitigen. Kultur und Meinungsvielfalt, wer braucht schon so einen Mist. Da wird das Programm lieber zum boulevardesken Grashalm umgestaltet, der sich bei jedem Windhauch aus Wiesbaden in die gewünschte Richtung neigt.
Ihre Gebühren, ihr Programm? Da weiß man nicht, ob man histerisch lachen oder bedauernswert aufheulen sollte.