• 24.11.2009

Schavan will private Bildungsvorsorge

Kampfansage an die Studis

Private Bildungsvorsorge per "Zukunftskonto"? Der Vorschlag von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) stößt auf scharfe Ablehnung bei Opposition und Studierenden.von Martin Kaul

  • 24.11.2009 08:54 Uhr

    von Volker Rockel:

    Wenn die globale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft in Abhängigkeit zum Bildungsniveau einer Zivilgesellschaft steht, dann gilt es einen barrierefreien Zugang zu den Bildungseinrichtungen zu schaffen!

    Mehr noch, es sollte Verpflichtung des Staates sein - jedem der die Fähigkeiten zu einem Hochschulstudium mitbringt, unabhängig von seiner sozialen Herkunft - alle Möglichkeiten zu schaffen diese Bildungsoption tatsächlich einlösen zu können!

    Und heute sind es nicht nur Studiengebühren, die für viele bereits eine Hürde für das Studium bedeuten. In vielen Fällen scheitert das Studium an solchen Banalitäten, wie ein unzureichendes Wohnangebot an den Universitätsstandorten oder an derart überteuerte Wohnmöglichkeiten, dass für viele ein Studium in bestimmten Studiengängen überhaupt nicht möglich ist!- Von den anderen Unzugänglichkeiten des Studiums selbst, mal ganz abgesehen!


    Das ganze Bildungskonzept ist in Deutschland weder durchdacht, noch läßt es den Schluss zu, dass über das Bildungsniveau zukünftig eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft möglich sein sollte!?

    Hier zeigt sich auch prägnant die Wechselwirkung zwischen der Politik und der Zukunftsfähigkeit einer Zivilgesellschaft: Mittelmäßige Politiker können auch nur mittelmäßige Politik!

    Und wenn man das Thema Bildung als Maßstab für die Leistungsfähigkeit unserer Politik(er) nimmt, dann reicht es offensichtlich noch nicht einmal mehr für politisches Mittelmaß!

  • 24.11.2009 02:04 Uhr

    von Moses:

    Hört sich super an, dann kann man endlich die wahre Elite herausbilden und muss das blöde Fußvolk nicht weiter ertragen...
    Es ist einfach unglaublich was in den Köpfen derer abgeht, die nichts mit Studenten oder Schülern zu tun haben. Wenn Heut zu Tage schon die "einfachen Mitarbeiter" z.B. aus Gastronomie und Friseur Handwerk nicht genug Geld verdienen um privat für die Rente vorzu sorgen, was automatisch zur Altersarmut führen wird (angenommen, es wird weiter betrieben wie bisher, denn keiner fragt wieviel die Leute am Ende raus bekommen,...), dann wir erst recht ein "Bildungssparen" sozialer sein und die Splatung in zwei Klassen aufhalten... entschuldigt wenn das sehr polemisch wirkt... aber die Forderungen bzw. Äußerungen von Frau Schavan, scheinen genau dieses Level erreicht zu haben.
    Wieviele Menschen werden später eigentlich Riester beziehen?
    Wie hoch wird die Rente sein bei der privaten Rente... aus eigener Erfahrung weiß ich, dass wenn ich Heute monatlich 99,- Euro monatl. in die Private Altersvorsorge investiere bekomme ich 160,- Euro raus... lasst mich mal überlegen, eine günstige Studentenbude ab 9 m² in HH kostet 190,- €.... noch Fragen?

  • 23.11.2009 23:52 Uhr

    von name:

    Ui!: 150 Euro. Na wenn das in 20 Jahren... also mit Zinseszinsen und so... nicht ganze ... naja, vielleicht... 1000 Euro werden...
    Das reicht ja für 2 Semester!

    Und dieses Wort: "Bildungsvorsorge"... Lieber vorsorgen als nachsorgen... hihihi. Also im Falle eines Falles sollte man schon vorgesorgt haben... Aber der Ernstfall wird ja hoffentlich nie eintreten... Und dann sind 150 Euro + Zinseszinsen immer noch besser als gar nichts...

    Da wurde wieder einmal im Sinne der kleinen Leute mitgedacht, die sich Bildung sowieso nicht leisten können und wollen...

    >>>>:-< !

  • 23.11.2009 23:18 Uhr

    von Lazertis:

    Sparen bis der Arzt kommt.

    Irgendwie ist unser ganzes System doch schon ziemlich kaputt. Die Antoinette war dann irgendwann recht kopflos. Die Schavan scheint das bereits jetzt zu sein. Abgesehen davon, dass das alles Unsinn ist, ist es die Aufgabe der Bildungsministerin über so etwas nachzudenken?

  • 23.11.2009 23:08 Uhr

    von Jan:

    Schavanistisches Bildungsverständnis lässt sich demnach nur in barem Geld aufrechnen, so dass der homos christus oeconomicus fachidiotisch wie sie selber nach sechs Bezahlsemestern die Inhalte stereotypisch vermittelter Lerneinheiten in den Unis nach deren Buchstaben gemäß auswendig gelernt hätte, wie sie selber:

    http://video.google.com/videoplay?docid=5132924373219365319&ei=KDDNSob2Jp_E2wKHsb2XAQ&q=Studiengeb%C3%BChren+Frankfurt#


    Dass lassen wir uns nicht länger bieten!

  • 23.11.2009 21:45 Uhr

    von TurboThobbsy:

    Streik-Song der Uni Wuppertal:
    http://www.youtube.com/watch?v=r0R5lBOdgr0

  • 23.11.2009 21:34 Uhr

    von Melanie Kundrot:

    Einst Dichter und Denker, planen nun die Ingenieure dieses Landes die klein(kariert)en Boxen, die den Denk-Raum der zukünftigen Generationen auf den unserer verehrten Bildungsministerin eingrenzen sollen.

    Ein morsches System einfach in ein frisches Kleidchen stecken, aus der Riester-Rente das Schavan-Stipendium machen, tja und schon hat man "das Anliegen dieser jungen Menschen ernst genommen." Und später kann man dann ganz bequem wie schon mit den Studiengebühren Haushaltslöcher stopfen.
    Wer spart noch mal in die Riester ein? Ach ja, richtig, Hartz VI Empfänger. Die sparen dann auch noch für die Bildung ihrer Kinder.
    Mit Verlaub Frau Ministerin, Sie haben die Forderung nach den reichen Eltern wohl schlicht und ergreifend einfach nicht verstanden.

    Wer unfähig ist, sich mit komplexen Problemen auseinander zu setzten, sollte sich nicht darum kümmern,wie das anderen Leuten beigebracht werden sollte.
    Denn würde diese Dame das wirklich tun, wäre sie wohl richtig gefordert. Doch ein Glück reicht es auch an der falschen Stelle zu fördern.

    Willkommen im Land der Armen und Begrenzten!

  • 23.11.2009 17:51 Uhr

    von Zion:

    @andrea: Ich bezweifle arg, dass in diesen deutschen Landen jemals nur nahezu ähnliche revolutionäre Verhältnisse möglich sind wie zu Marie Antoinettes Zeiten. Leider.

  • 23.11.2009 16:59 Uhr

    von Lulu:

    Interessant. Bei der Betreuungsgelddebatte wird von allen Seiten (auch innerhalb der CDU) darauf hingewiesen, dass etliche Eltern nicht verantwortungbewusst mit diesem Geld umgehen können/wollen und wenig oder keinen Zugang zu Bildung vermitteln. Und nun sollen eben diese Eltern privat in Bildung investieren und das soll klappen...
    mal abgesehen davon, dass die wenigsten Familien(besonders mit mehreren Kindern) sparen können...
    Ich hoffe die Studis kämpfen weiter!

  • 23.11.2009 16:52 Uhr

    von end.the.occupation:

    Wofür Steuern zahlen?

    Für die soziale Hängematte deutscher Banker und deren Aktionäre selbstverständlich.

    Harz 4^10 - weil - das sind die Leistungsträger!

  • 23.11.2009 16:49 Uhr

    von mg95:

    Und dann jedem Neugeborenen neben der lebenslangen Steuernummer einen Chip einpflanzen, damit der Lebenslauf auch akkurat kontrolliert werden kann.

    So ein Schwachsinn wie die gegenwärtige "Bildungs"politik kann eigentlich gar nicht wahr sein!

  • 23.11.2009 16:46 Uhr

    von Andrea:

    Unsere abgehobene Ministerin Schavan kann sich in ihrer geistigen Begrenztheit offenbar nicht vorstellen, dass mittlerweile weite Teile der Mittelschicht von der Hand in den Mund leben und gar nicht in der Lage sind zu sparen und zwar mangels Masse - nicht mangels Sparwillen !

    Marie Antoinette musste für die Art von Abgehobenheit teuer bezahlen... Ich wünsche Frau Schavan, dass die Politik noch rechtzeitig die Kurve bekommt, bevor hier irgendwann der Sturm losbricht, der übrigens auch bei der Französischen Revolution vom ausgepressten Bürgerum ausging !

  • 23.11.2009 16:26 Uhr

    von fabian:

    wofür zahlen eltern eigentlich steuern, wenn nicht für die bildung ihrer kinder?

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder