Die Zahl der Organspender geht zurück. Deshalb nutzt die Stiftung Organtransplantation umstrittene Verkaufsstrategien, um Angehörige von Hirntoten zur Spende zu überreden.von Heike Haarhoff
"Die Finanzierung der Arbeit erfolgt durch ein Budget, welches die DSO mit den Krankenkassen prospektiv für ein Jahr verhandelt. Es richtet sich nach der zu erwartenden Anzahl der transplantierten Organe."
Was schreibt hier die DSO-Vertreterin: "Seminare [für Klinikpersonal und DSO-Miarbeiter] zur Entscheidungsbegleitung für Angehörige", die "inhaltlich zu keinem Zeitpunkt auf die Gespräche mit Angehörigen" abzielten? Dann begleitet man die Entscheidungsfindung der Angehörigen also nur durch Mimik und Gestik? Oder ist die Aussage so sinnfrei wie NLP?
02.02.2012 09:01 Uhr
von Agnes Hoßfeld:
Als aktive Koordinatoren der DSO-Region Baden-Württemberg finden wir es sehr bedauerlich, dass für die Recherchen der taz offensichtlich in keinster Weise unsere tatsächliche Praxis von Interesse war. So basiert der vorliegende Artikel leider auf faktisch unrichtigen Informationen. Die Kommunikationsseminare nach der NLP-Methode unter der Leitung von Frau Professor Schott zielten inhaltlich zu keinem Zeitpunkt auf die Gespräche mit Angehörigen ab. Die den DSO-Mitarbeitern sowie dem Klinikpersonal angebotenen Seminare zur Entscheidungsbegleitung für Angehörige (EfA-Seminare)werden von einer Psychologin geleitet und vermitteln eine ergebnisoffene Gesprächsführung, die eine stabile Entscheidung anstrebt. Dabei ist es selbstverständlich, dass den Betroffenen ein angemessener zeitlicher Rahmen zur Verfügung steht und die getroffene Entscheidung in jedem Fall wertfrei akzeptiert wird. Den Vorwurf, dass wir "manipulative Methoden der Gesprächsführung" anwenden und moralischen Druck aufbauen, um Angehörige zu einer Organspende "zu überreden", weisen wir auf das schärfste zurück. (Agnes Hoßfeld und Uwe Hadlich für die Koordinatoren der Region Baden-Württemberg)
01.02.2012 07:23 Uhr
von Hans:
Utopia,
als "Betroffene" solltest du eigentlich den Unterschied zwischen einer Lebendspende (Niere, Leber) und der Organspende, um die es in diesem Artikel geht, kennen...
31.01.2012 21:56 Uhr
von Steffi:
ich wiederhole hier nochmal wortgleich meinen Kommentar zum Artikel http://www.taz.de/Debatte-Organspende/!85343/:
Die Debatte um Organspende wird in Deutschland von zwei riesigen Missverständnissen geprägt:
1) Wenn man einen Organspendeausweis hat, wäre man automatisch Organspender. 2) Wenn man keinen Organspendeausweis hat, wäre man automatisch kein Organspender.
Beides könnte falscher nicht sein.
Auf einem Organspende ausweis kann man auch ganz (für alle Organe) oder teilweise (für bestimmte Organe) "nein" ankreuzen und wenn man keinen Organspendeausweis ausgefüllt hat, dann ist das keineswegs gleichbedeutend mit "nein". Wenn man keinen ausgefüllt hat, dann entscheiden die nächsten Hinterbliebenen, die die eigene Meinung dazu ja keineswegs teilen müssen; die die eigene Meinung dazu womöglich noch nicht einmal kennen, wenn man es geschafft hat, das Thema mehrere Jahrzehnte lang zu ignorieren.
Hier könnte man durch massive Aufklärung in beiden Richtungen die Zahl der zur Verfügung stehenden Spenderorgane vermutlich erhöhen; sodass sich die Frage, wer das Organ bekommt schon mal seltener stellen würde, weil Angebot und Nachfrage besser zusammenpassen würden.
31.01.2012 11:42 Uhr
von Irene:
Organe zu spenden oder die Organe von Angehörigen zur Transplantation freizugeben ist eine großartige und immer noch freiwillige Geste, die meinen ganzen Respekt hat. Wenn nun aber so getan wird, als sei die Bereitschaft zur Organspende der Normalfall und die Verweigerung abweichendes Verhalten oder gar unmoralisch, dann werde ich bockig. Erst recht, wenn "ergebnisorientierte" Gespräche geführt werden oder, wie geplant, "mehrfach nachdrücklich" nachgefragt werden soll. Ich frage mich dann, warum gerade der Organspende eine solche Bedeutung beigemessen wird. Ums Retten von Leben allein kann es ja eher nicht gehen, denn wieviele Patienten sterben an Infektionen mit vermeidbaren Krankenhauskeimen, ohne dass es eine Schlagzeile wert ist oder die Politik interessiert. Auch wird niemand bedrängt, Knochenmark- oder Blutspender zu werden und es wird auch keine Moralkeule gezückt. Vielleicht weiss jemand, wie viele Kranke sterben, weil es kein geeignetes Knochenmark gibt? Oder wieviele Menschen sterben oder leiden, weil ihnen teure Therapien aus Kostengründen verweigert werden. Warum also diese fast schon wahnhafte Fokussierung auf die Organspende?
31.01.2012 11:25 Uhr
von Peter Krause:
Ich arbeite zur Zeit an einem Buch zur Organspende, in dem auch ein eigenes Kapitel der DSO gewidmet ist. Aus meinen Recherche-Erfahrungen kann ich sagen, dass durch die DSO so korrekt wie möglich gearbeitet wird (auch in den Gesprächen mit Angehörigen). Trotzdem kann es, wie in jeder anderen Organisation dieser Größe, zu Ungereimtheiten kommen, die es zügig aufzuklären gilt. Dank an die taz für die kritische Berichterstattung. Der DSO die herzliche Empfehlung, mit größtmöglicher Transparenz aufzuklären, was aufzuklären ist!
31.01.2012 11:17 Uhr
von Sttn:
Was ist das für ein Menschenbild? NLP - also das Umprogrammieren von Menschen - anzuwenden alleine ist schon abartig und das im Zusammenhang mit Angehörigen von Opfern. Einzig gute daran ist das NLP nicht funktioniert und die eigentlich dummen Opfer mit NLP sind diejengien sind die sich teure Kurse aufschwätzen lassen um "endlich auch mal erfolgreich zu sein".
30.01.2012 23:41 Uhr
von Utopia:
Als "Betroffene" in einer Familie, in der einige Personen von Organspenden abhängig sind, sind die Kommentare von Otto und Ma Dalton erschreckend. Hier sieht man, wie schlecht die Bürger über die Organspende und die Prozesse aufgeklärt werden, um sich ein realistisches Urteil bilden zu können. Niemand muss wochenlang warm gehalten werden, weil es tausende Organempfänger auf der Warteliste gibt. Die Transplantationen finden innerhalb von Stunden statt und nur der geeignetste Empfänger bekommt ein Organ. Die Organisation Eurotransplant (www.eurotransplant.org) verwaltet die Empfängerdaten und entscheidet, wer am besten für das Organ geeignet ist. Vetternwirtschaft und Gewinnsteigerung sind dabei gar kein Thema. Die Transplantation erfolgt ja nicht auf privater Ebene, sondern durch die Krankenkassen. Meiner Mutter wurde vor 10 Jahren mit einer Fremdniere ein neues Leben geschenkt, nicht auszudenken, man verliert einen Angehörigen (oft schon in jungen Jahren), weil sich dieser "zu Tode" wartet. Bitte haltet eure Entscheidung in einem Ausweis fest!
30.01.2012 21:06 Uhr
von Don Derfel:
Nach Theorie und Praxis habe ich ein verschärft gespanntes Verhältnis zu diese, Thema (...) NLP anzuwenden mag schon mehr als grenzwertig sein. Nun aber zu lesen, ein "positiv - Ergebnisorientiertes" Angehörigengespräch sei überhaupt Thema lässt meine Zweifel wieder ganz Grundsätzlich wachsen.
30.01.2012 14:54 Uhr
von Neo:
In einer Demokratie ist es erlaubt ein hochkomplexes Thema kritisch zu hinterfragen!!!
Neo, die Unbestechlichen
30.01.2012 13:54 Uhr
von Grass:
Das Ganze ist vor allem ein einziges Riesenargument, das Ausfüllen eines Organspendeausweises zur Pflicht zu machen. Was der Verstorbene zu Lebzeiten entschieden hat, brauchen die Hinterbliebenen nicht zu entscheiden.
Völlig angebracht ist die Moralkeule übrigens bei dem Hinweis, wie komplett verantwortungs- und rücksichtslos es von Lebenden ist, diese Entscheidung auf ihre zukünftigen Hinterbliebenen abzuwälzen.
30.01.2012 08:04 Uhr
von Roland Mösl:
Und was soll daran schlecht sein, die Organe hirntoter Menschen zu verwenden um anderen Menschen zu helfen, anstatt diese verfaluen zu lassen?
Ich finde dieses Posting höchst assozial.
30.01.2012 07:30 Uhr
von Otto:
Ich werde keinen Organspendeausweis mitführen.Ich habe Angst falls kein geeigneter Empfänger bereitsteht wird man ggf. wochenlang 'warmgehalten'
30.01.2012 05:38 Uhr
von Neo:
Filmtipp Mediathek ARD: Konfliktfall Organspende gesendet am 19.01.2012
Neo, die Unbestechlichen
30.01.2012 03:32 Uhr
von vic:
Auch deshalb bin ich unbedingt dafür, dass sich jeder volljährige Bndesbürger zu Lebzeiten für oder gegen die Organspende entscheidet. Das muss jederzeit kostenlos zu ändern sein. Wer das nicht tut, hat sich entschieden und so wird`s dann gemacht. So trifft jeder diese- für Angehörige schwierige- Entscheidung selbst, und derartige Agenturen verlieren ihre Geschäftsgrundlage.
30.01.2012 00:34 Uhr
von FMH:
Da haben sich die Damen und Herren von der Stiftung aber wirklich einen Bäre aufbinden lassen. NLP-coaching ist wahrscheinlich die sinnloseste Verschwendung von Stiftungsgeldern, die sie sich da ausdenken konnte. Schließlich ist das ganze NLP-Konzept pseudowissenschaftlicher Schwachsinn ohne Daten- und zum großen Teil auf Theoriegrundlage. Als nächstes versuchen sie noch die Angehörigen zu hypnotisieren oder zu verhexen.
30.01.2012 00:21 Uhr
von Felix:
Es wird endlich Zeit, dass die in anderen Ländern übliche Regelung in Deutschland eingeführt wird: Jeder ist automatisch Organspender, es sei denn, jemand widerspricht ausdrücklich dagegen.
29.01.2012 23:29 Uhr
von Ma Dalton:
Genau deswegen, und nur deswegen, habe ich keinen Organspendeausweis. Weil ich den Leuten, die dann über meine Organe verfügen würden, keinen Meter über den Weg trauen kann. Diese ganze Unehrlichkeit, kombiniert mit einem Hang zur Vetternwirtschaft, läßt mich sehr daran zweifeln, ob meine Organe wirklich im Sinne der Heilung und Lebensrettung verwendet würden. Oder vielleicht eher im Sinne von erfolgsorientierter Wirtschaftlichkeit. Solche Leute und Methoden will ich nicht unterstützen. Nicht mit Geld und auch nicht mit meinem Körper.
29.01.2012 23:05 Uhr
von Stefan:
Vielleicht hätte die TAZ lieber berichten sollen über die Gleichgültigkeit der Bundesbürger (uach ihrer Leserschaft) und die Feigheit der Politiker, die nicht in der Lage sind ein Gesetz zu verabschieden, dass die Organspende zum Grundsatz erklärt, wovon man aber mit einer Negativerklärung zurücktreten kann. DAS wäre mal was berichtenswertes.
29.01.2012 22:45 Uhr
von Matt:
Was ist denn das für ein Unsinn? Wieso soll es bitteschön verwerflich sein, den Angehörigen nahezulegen, sich für die Spende zu entscheiden? Es ist ja wohl nicht so, dass die DSO daraus Profit schlägt. Im übrigen sollte meiner Meinung nach die Organspendefrage so geregelt werden, dass man per default Spender ist, solange in der Patientenverfügung kein expliziter Widerspruch zu finden ist. Damit hätte sich das Problem fehlender Spenderorgane genauso geregelt wie die Frage, wie mit den Angehörigen zu sprechen sei.
29.01.2012 21:05 Uhr
von Bine:
Niemand kann exakt sagen, wieviele Menschen einen Organspendeausweis bei sich tragen. Ich beispielsweise habe seit vielen Jahren diesen "Ausweis" in meiner Brieftasche, mich hat noch Niemand diesbezüglich befragt und ich rede auch nicht darüber. Daher meine Frage: Woher stammen die Zahlen?!
29.01.2012 20:40 Uhr
von Jürgen Tomas:
Ihren Kommentar hier eingeben
Das Thema Organspende wird immer wieder - auch Dank ihrer Zeitung von allen Seiten beleuchtet. Das moralische Dilemma von Ärzten und Angehörigen, kurzfristig schwierigste Entscheidungen treffen zu müssen ist offensichtlich und führt geradewegs in die Überforderung. Das diese nun fragwürdige Situationen und Handlungsweisen heraufbeschwören (siehe ihren Artikel), sollte unbedingt erörtert werden. Als Betroffener, der in der glücklichen Lage war ein lebenrettendes Organ zu erhalten, möchte ich fragen, warum es zu dieser unseeligen Situation am Sterbebett eines Menschen kommen muß?
Ich wünschte mir eine Berichterstattung in den Medien, die das Thema diskutiert und am Ende darauf hinweist, wie wichtig und sinnvoll es ist, sein soziales Umfeld wissen zu lassen, ob man ein Organ spenden würde oder nicht. So könnten Angehörige lediglich den Wunsch des Verstorbenen an die Ärzte weiterleiten, so dieser keinen Spenderpass bei sich trägt.
Leserkommentare
23.03.2012 10:50 Uhr
von Sander:
"Die Finanzierung der Arbeit erfolgt durch ein Budget, welches die DSO mit den Krankenkassen prospektiv für ein Jahr verhandelt. Es richtet sich nach der zu erwartenden Anzahl der transplantierten Organe."
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Stiftung_Organtransplantation
23.03.2012 10:45 Uhr
von Jengre:
Was schreibt hier die DSO-Vertreterin: "Seminare [für Klinikpersonal und DSO-Miarbeiter] zur Entscheidungsbegleitung für Angehörige", die "inhaltlich zu keinem Zeitpunkt auf die Gespräche mit Angehörigen" abzielten? Dann begleitet man die Entscheidungsfindung der Angehörigen also nur durch Mimik und Gestik? Oder ist die Aussage so sinnfrei wie NLP?
02.02.2012 09:01 Uhr
von Agnes Hoßfeld:
Als aktive Koordinatoren der DSO-Region Baden-Württemberg finden wir es sehr bedauerlich, dass für die Recherchen der taz offensichtlich in keinster Weise unsere tatsächliche Praxis von Interesse war. So basiert der vorliegende Artikel leider auf faktisch unrichtigen Informationen.
Die Kommunikationsseminare nach der NLP-Methode unter der Leitung von Frau Professor Schott zielten inhaltlich zu keinem Zeitpunkt auf die Gespräche mit Angehörigen ab.
Die den DSO-Mitarbeitern sowie dem Klinikpersonal angebotenen Seminare zur Entscheidungsbegleitung für Angehörige (EfA-Seminare)werden von einer Psychologin geleitet und vermitteln eine ergebnisoffene Gesprächsführung, die eine stabile Entscheidung anstrebt.
Dabei ist es selbstverständlich, dass den Betroffenen ein angemessener zeitlicher Rahmen zur Verfügung steht und die getroffene Entscheidung in jedem Fall wertfrei akzeptiert wird.
Den Vorwurf, dass wir "manipulative Methoden der Gesprächsführung" anwenden und moralischen Druck aufbauen, um Angehörige zu einer Organspende "zu überreden", weisen wir auf das schärfste zurück.
(Agnes Hoßfeld und Uwe Hadlich für die Koordinatoren der Region Baden-Württemberg)
01.02.2012 07:23 Uhr
von Hans:
Utopia,
als "Betroffene" solltest du eigentlich den Unterschied zwischen einer Lebendspende (Niere, Leber) und der Organspende, um die es in diesem Artikel geht, kennen...
31.01.2012 21:56 Uhr
von Steffi:
ich wiederhole hier nochmal wortgleich meinen Kommentar zum Artikel
http://www.taz.de/Debatte-Organspende/!85343/:
Die Debatte um Organspende wird in Deutschland von zwei riesigen Missverständnissen geprägt:
1) Wenn man einen Organspendeausweis hat, wäre man automatisch Organspender.
2) Wenn man keinen Organspendeausweis hat, wäre man automatisch kein Organspender.
Beides könnte falscher nicht sein.
Auf einem Organspende ausweis kann man auch ganz (für alle Organe) oder teilweise (für bestimmte Organe) "nein" ankreuzen und wenn man keinen Organspendeausweis ausgefüllt hat, dann ist das keineswegs gleichbedeutend mit "nein".
Wenn man keinen ausgefüllt hat, dann entscheiden die nächsten Hinterbliebenen, die die eigene Meinung dazu ja keineswegs teilen müssen;
die die eigene Meinung dazu womöglich noch nicht einmal kennen, wenn man es geschafft hat, das Thema mehrere Jahrzehnte lang zu ignorieren.
Hier könnte man durch massive Aufklärung in beiden Richtungen die Zahl der zur Verfügung stehenden Spenderorgane vermutlich erhöhen;
sodass sich die Frage, wer das Organ bekommt schon mal seltener stellen würde, weil Angebot und Nachfrage besser zusammenpassen würden.
31.01.2012 11:42 Uhr
von Irene:
Organe zu spenden oder die Organe von Angehörigen zur Transplantation freizugeben ist eine großartige und immer noch freiwillige Geste, die meinen ganzen Respekt hat.
Wenn nun aber so getan wird, als sei die Bereitschaft zur Organspende der Normalfall und die Verweigerung abweichendes Verhalten oder gar unmoralisch, dann werde ich bockig. Erst recht, wenn "ergebnisorientierte" Gespräche geführt werden oder, wie geplant, "mehrfach nachdrücklich" nachgefragt werden soll. Ich frage mich dann, warum gerade der Organspende eine solche Bedeutung beigemessen wird. Ums Retten von Leben allein kann es ja eher nicht gehen, denn wieviele Patienten sterben an Infektionen mit vermeidbaren Krankenhauskeimen, ohne dass es eine Schlagzeile wert ist oder die Politik interessiert. Auch wird niemand bedrängt, Knochenmark- oder Blutspender zu werden und es wird auch keine Moralkeule gezückt. Vielleicht weiss jemand, wie viele Kranke sterben, weil es kein geeignetes Knochenmark gibt?
Oder wieviele Menschen sterben oder leiden, weil ihnen teure Therapien aus Kostengründen verweigert werden.
Warum also diese fast schon wahnhafte Fokussierung auf die Organspende?
31.01.2012 11:25 Uhr
von Peter Krause:
Ich arbeite zur Zeit an einem Buch zur Organspende, in dem auch ein eigenes Kapitel der DSO gewidmet ist. Aus meinen Recherche-Erfahrungen kann ich sagen, dass durch die DSO so korrekt wie möglich gearbeitet wird (auch in den Gesprächen mit Angehörigen). Trotzdem kann es, wie in jeder anderen Organisation dieser Größe, zu Ungereimtheiten kommen, die es zügig aufzuklären gilt. Dank an die taz für die kritische Berichterstattung. Der DSO die herzliche Empfehlung, mit größtmöglicher Transparenz aufzuklären, was aufzuklären ist!
31.01.2012 11:17 Uhr
von Sttn:
Was ist das für ein Menschenbild? NLP - also das Umprogrammieren von Menschen - anzuwenden alleine ist schon abartig und das im Zusammenhang mit Angehörigen von Opfern.
Einzig gute daran ist das NLP nicht funktioniert und die eigentlich dummen Opfer mit NLP sind diejengien sind die sich teure Kurse aufschwätzen lassen um "endlich auch mal erfolgreich zu sein".
30.01.2012 23:41 Uhr
von Utopia:
Als "Betroffene" in einer Familie, in der einige Personen von Organspenden abhängig sind, sind die Kommentare von Otto und Ma Dalton erschreckend. Hier sieht man, wie schlecht die Bürger über die Organspende und die Prozesse aufgeklärt werden, um sich ein realistisches Urteil bilden zu können.
Niemand muss wochenlang warm gehalten werden, weil es tausende Organempfänger auf der Warteliste gibt. Die Transplantationen finden innerhalb von Stunden statt und nur der geeignetste Empfänger bekommt ein Organ. Die Organisation Eurotransplant (www.eurotransplant.org) verwaltet die Empfängerdaten und entscheidet, wer am besten für das Organ geeignet ist.
Vetternwirtschaft und Gewinnsteigerung sind dabei gar kein Thema. Die Transplantation erfolgt ja nicht auf privater Ebene, sondern durch die Krankenkassen.
Meiner Mutter wurde vor 10 Jahren mit einer Fremdniere ein neues Leben geschenkt, nicht auszudenken, man verliert einen Angehörigen (oft schon in jungen Jahren), weil sich dieser "zu Tode" wartet. Bitte haltet eure Entscheidung in einem Ausweis fest!
30.01.2012 21:06 Uhr
von Don Derfel:
Nach Theorie und Praxis habe ich ein verschärft gespanntes Verhältnis zu diese, Thema (...)
NLP anzuwenden mag schon mehr als grenzwertig sein. Nun aber zu lesen, ein "positiv - Ergebnisorientiertes" Angehörigengespräch sei überhaupt Thema lässt meine Zweifel wieder ganz Grundsätzlich wachsen.
30.01.2012 14:54 Uhr
von Neo:
In einer Demokratie ist es erlaubt ein hochkomplexes Thema kritisch zu hinterfragen!!!
Neo, die Unbestechlichen
30.01.2012 13:54 Uhr
von Grass:
Das Ganze ist vor allem ein einziges Riesenargument, das Ausfüllen eines Organspendeausweises zur Pflicht zu machen.
Was der Verstorbene zu Lebzeiten entschieden hat, brauchen die Hinterbliebenen nicht zu entscheiden.
Völlig angebracht ist die Moralkeule übrigens bei dem Hinweis, wie komplett verantwortungs- und rücksichtslos es von Lebenden ist, diese Entscheidung auf ihre zukünftigen Hinterbliebenen abzuwälzen.
30.01.2012 08:04 Uhr
von Roland Mösl:
Und was soll daran schlecht sein, die Organe hirntoter Menschen zu verwenden um anderen Menschen zu helfen, anstatt diese verfaluen zu lassen?
Ich finde dieses Posting höchst assozial.
30.01.2012 07:30 Uhr
von Otto:
Ich werde keinen Organspendeausweis mitführen.Ich habe Angst falls kein geeigneter Empfänger bereitsteht wird man ggf. wochenlang 'warmgehalten'
30.01.2012 05:38 Uhr
von Neo:
Filmtipp Mediathek ARD: Konfliktfall Organspende gesendet am 19.01.2012
Neo, die Unbestechlichen
30.01.2012 03:32 Uhr
von vic:
Auch deshalb bin ich unbedingt dafür, dass sich jeder volljährige Bndesbürger zu Lebzeiten für oder gegen die Organspende entscheidet. Das muss jederzeit kostenlos zu ändern sein. Wer das nicht tut, hat sich entschieden und so wird`s dann gemacht.
So trifft jeder diese- für Angehörige schwierige- Entscheidung selbst, und derartige Agenturen verlieren ihre Geschäftsgrundlage.
30.01.2012 00:34 Uhr
von FMH:
Da haben sich die Damen und Herren von der Stiftung aber wirklich einen Bäre aufbinden lassen. NLP-coaching ist wahrscheinlich die sinnloseste Verschwendung von Stiftungsgeldern, die sie sich da ausdenken konnte. Schließlich ist das ganze NLP-Konzept pseudowissenschaftlicher Schwachsinn ohne Daten- und zum großen Teil auf Theoriegrundlage.
Als nächstes versuchen sie noch die Angehörigen zu hypnotisieren oder zu verhexen.
30.01.2012 00:21 Uhr
von Felix:
Es wird endlich Zeit, dass die in anderen Ländern übliche Regelung in Deutschland eingeführt wird: Jeder ist automatisch Organspender, es sei denn, jemand widerspricht ausdrücklich dagegen.
29.01.2012 23:29 Uhr
von Ma Dalton:
Genau deswegen, und nur deswegen, habe ich keinen Organspendeausweis.
Weil ich den Leuten, die dann über meine Organe verfügen würden, keinen Meter über den Weg trauen kann.
Diese ganze Unehrlichkeit, kombiniert mit einem Hang zur Vetternwirtschaft, läßt mich sehr daran zweifeln, ob meine Organe wirklich im Sinne der Heilung und Lebensrettung verwendet würden. Oder vielleicht eher im Sinne von erfolgsorientierter Wirtschaftlichkeit.
Solche Leute und Methoden will ich nicht unterstützen. Nicht mit Geld und auch nicht mit meinem Körper.
29.01.2012 23:05 Uhr
von Stefan:
Vielleicht hätte die TAZ lieber berichten sollen über die Gleichgültigkeit der Bundesbürger (uach ihrer Leserschaft) und die Feigheit der Politiker, die nicht in der Lage sind ein Gesetz zu verabschieden, dass die Organspende zum Grundsatz erklärt, wovon man aber mit einer Negativerklärung zurücktreten kann. DAS wäre mal was berichtenswertes.
29.01.2012 22:45 Uhr
von Matt:
Was ist denn das für ein Unsinn? Wieso soll es bitteschön verwerflich sein, den Angehörigen nahezulegen, sich für die Spende zu entscheiden? Es ist ja wohl nicht so, dass die DSO daraus Profit schlägt.
Im übrigen sollte meiner Meinung nach die Organspendefrage so geregelt werden, dass man per default Spender ist, solange in der Patientenverfügung kein expliziter Widerspruch zu finden ist. Damit hätte sich das Problem fehlender Spenderorgane genauso geregelt wie die Frage, wie mit den Angehörigen zu sprechen sei.
29.01.2012 21:05 Uhr
von Bine:
Niemand kann exakt sagen, wieviele Menschen einen Organspendeausweis bei sich tragen. Ich beispielsweise habe seit vielen Jahren diesen "Ausweis" in meiner Brieftasche, mich hat noch Niemand diesbezüglich befragt und ich rede auch nicht darüber. Daher meine Frage: Woher stammen die Zahlen?!
29.01.2012 20:40 Uhr
von Jürgen Tomas:
Ihren Kommentar hier eingeben
Das Thema Organspende wird immer wieder - auch Dank ihrer Zeitung von allen Seiten beleuchtet. Das moralische Dilemma von Ärzten und Angehörigen, kurzfristig schwierigste Entscheidungen treffen zu müssen ist offensichtlich und führt geradewegs in die Überforderung. Das diese nun fragwürdige Situationen und Handlungsweisen heraufbeschwören (siehe ihren Artikel), sollte unbedingt erörtert werden.
Als Betroffener, der in der glücklichen Lage war ein lebenrettendes Organ zu erhalten, möchte ich fragen, warum es zu dieser unseeligen Situation am Sterbebett eines Menschen kommen muß?
Ich wünschte mir eine Berichterstattung in den Medien, die das Thema diskutiert und am Ende darauf hinweist, wie wichtig und sinnvoll es ist, sein soziales Umfeld wissen zu lassen, ob man ein Organ spenden würde oder nicht. So könnten Angehörige lediglich den Wunsch des Verstorbenen an die Ärzte weiterleiten, so dieser keinen Spenderpass bei sich trägt.