• 13.08.2010

Prozess Sachsensumpf

Verurteilt wegen Journalismus

Wegen Ihrer Berichterstattung über den Sachsensumpf werden Thomas Datt und Arndt Ginzel zu Geldstrafen verurteilt. Sie wollen Berufung einlegen – und haben gute Chancen.von Michael Bartsch

  • 21.02.2011 18:32 Uhr

    von Der Stützer:

    Ich möchte allen, die in der Sache "Sachsensumpf" berichtet haben mitteilen. Nachdem die sächsische Justiz fast alle Berichterstatter in dieser Angelegenheit mit Geldstrafen überzogen hat, kümmert sie sich jetzt wieder um das eigentliche Problem. Der ermittelnde Kriminalbeamte Georg W. wurde am 18.02.2011 erneut durch einen Innenminister von seinen Amtsgeschäften enthoben. Dieser Umstand dürfte bundesweit einmalig sein. Daran kann man aber erkennen, wie weit der Filz reicht. Die Vorwürfe sind alte Sachen, die schon einmal von einem Gericht entschieden wurden. Wenn keine neuen Anklagepunkte da sind, wärmt man die alten immer wieder auf. Die sogenannte unabhängige Justiz hat einen langen Atem. Besonders in Sachsen.

  • 05.10.2010 18:58 Uhr

    von ein leipziger:

    Damit man sich mal ein Bild machen kann und der Zauber sich langsam legt >>> Norbert Röger! >>> http://www.justiz.sachsen.de/smj/content/779.php

    Norbert Röger wird von der Presse für eine der zentralen Figuren im sächsischen Sumpf gehalten.
    [bearbeiten] Disziplinarverfahren >>> http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Norbert_R%C3%B6ger

    Am 30.05.2007 berichtete der MDR:

    "Das Sächsische Justizministerium hat gegen den Chemnitzer Amtsgerichtspräsidenten Röger ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN soll Röger als Leitender Oberstaatsanwalt in Leipzig Ermittlungen im Rotlicht-Milieu vereitelt haben. Es gebe Hinweise, dass er auch Zeugenaussagen in einem Prozess um Immobiliengeschäfte verhindert haben soll."
    [bearbeiten] Verdacht der Warnung von Kinderschändern vor einer Razzia

    MDR FAKT berichtete am 11.06.2007, dass es Hinweise gebe, dass Norbert Röger in einem Verfahren wegen Missbrauchs acht- bis zehnjähriger tschechischer Kinder die Verdächtigen vor einer Razzia gewarnt haben soll.
    [bearbeiten] Kinderpornos im Panzerschrank vorgeworfen

    MDR FAKT berichtete am 11.06.2007:

    "Weitere Vorwürfe in den Akten sind der Besitz von Kinderpornos im Panzerschrank der Staatsanwaltschaft."
    [bearbeiten] Urlaubsreise in die USA

    Zu einer Urlaubsreise in die USA berichtete MDR FAKT am 11.06.2007:

    "Außerdem soll sich Röger im Urlaub mit dem flüchtigen Verbrecher R. in den USA getroffen haben. Zitat: "Röger soll gemeinsam mit M. während seines Urlaubs privat in die USA gereist sein und sich dort mit R. getroffen haben. ... Diese Urlaubsreise sollen M. und R. finanziert haben.""

  • 05.10.2010 18:43 Uhr

    von ein leipziger:

    Herr Arndt Ginzel soll sich keine Sorgen machen, dass die Zeuginnen eingeschüchtert werden. Positiv denken! Die Schuldigen können nicht ewig straffrei bleiben. Den Schuldigen ihre Zeit ist bald abgelaufen. Derartige Ungerechtigkeiten können nicht ewig hingenommen werden. Alles hat einen Sinn. Wut und Hass tilgen und durchhalten. Ihr seid nicht allein. Mehr als ihr denkt, denken mit euch und unterstützen euch in Gedanken. Und diese Gedanken und eure positiven Gedanken haben mehr Kraft, als diese Verbrecher.

  • 15.08.2010 16:03 Uhr

    von vic:

    @ GonZoo
    völlig richtig.

    Aber leider ist es nicht erst seit Schröder so, dass Bild das offizielle Sprachrohr aller bisherigen Regierungen ist. Bildschreiberlinge sind embedded. Bild sitzt im Bundeskanzleramt, M´s Mitarbeiter bei Bild und man hilft sich gegenseitig so gut man kann...und man kann gut....
    Mit anderen Worten - Man mag sich.

  • 15.08.2010 14:48 Uhr

    von Unaussprechbar:

    Da der Herr Voßkuhle die Obermutti im BVerfG ist, wird selbst das nicht viel bringen. Seit der dort ist, ist dieses Land wahrhaftig bedroht! Denn wer verurteilt denn Schandtaten eines obersten Bundesverfassungsrichters? Gibt es dafür eine Instanz?

  • 14.08.2010 17:23 Uhr

    von Imme Kalweit:

    Wenn es so weit kommen muss, dass ehrlicher kritischer Journalismus im Korruptionssumpf unseres Gerichtswesens versinkt, weil die ins Visier- Genommenen ihre Macht im Spinnennetz der Juristerei ausspielen, wird freier Journalismus fragwürdig !
    Soviel uneigennützigen Mut zu Recherchen im Umfeld der Träger von Recht und Ordnung im zweifelhaften Milieu der Prostitution sind ja wohl selten und soll wohl nun grundsätzlich unterbunden werden.
    Deshalb kann mann den beiden Journalisten nur Sympathie und Unterstützung durch eine Welle des Protestes gegen das Urteil wünschen !

  • 14.08.2010 14:11 Uhr

    von Bernhard:

    Schön ist das nicht - dieses Urteil. Aber sauberer Journalismus ist das auch nicht, wenn mit Vermutungen und Andeutungen die Sachlage 'aufgeppt' wird -gelle ?

  • 14.08.2010 13:37 Uhr

    von Rudi Ment:

    Guter Artikel - unbedingt dranbleiben. Das Urteil ist aufgrund der albernen Argumentation schlichtweg ein Skandal. Und ein Versuch der Einschüchterung und damit ein Angriff auf die Pressefreiheit. Denn sollte es irgendwie Bestand haben, gleicht es einem Berufsverbot für Freie Journalisten bei harten Themen und jeder Verdachtsberichterstattung! Denn alle Quellen offenlegen - das hätten sie gerne,. die sächsischen Sumpfkröten. Um diese dann sofort mit neuen Verfahren zu überziehen ...

  • 14.08.2010 11:55 Uhr

    von Ralph:

    Jaja, von der DDR lernen heißt... Denn so eine offensichtliche "Staatsjustiz" erinnert schon fatal an die "gute alte Zeit", zumindest hier in Sachsen. Kritiker werden verurteilt, Vergehen der staatsnahen Personen vertuscht, verleugnet u.s.w. Eben ein richtiger schwarzer Sumpf. Heitmann läßt Grüßen! Aber mal zur Sache: Wenn der Vorsitzende des Richters im Sumpf mitgemischt hat, wäre das Grund für einen erstklassigen Befangenheitsantrag, zumindest bei einer unabhängigen Justiz. Das ist aber in Sachsen eher nicht der Fall!

  • 14.08.2010 11:43 Uhr

    von GonZoo:

    Das Erstaunlichste an diesem Urteil ist, daß "BILD" täglich, schlimmer und bis an den Rand der Volksverhetzung gegen dieselben Gesetze verstößt, aber die Verantwortlichen weder angeklagt noch verurteilt werden.

    "Zweierlei Maß" ist noch der freundlichste Ausdruck, der mir dazu einfällt.

    Wie wäre es denn mal wieder mit Berufsverboten, diesmal für Journalisten?

  • 14.08.2010 11:32 Uhr

    von Otto Pardey:

    Meine Recherchen im Rotlicht-Milieu von Hannover
    haben ergeben das Polizei-und Justizbeamte sowie
    Angestellte der Landeshauptstadt Hannover
    über viele Jahre mafiöse Strukturen gebildet haben
    von Vorteilsnahme im Amt und Zahlungen von Schmiergeldern.
    Neben Bezahlungen in Sex-Naturalien wurden auch
    Reisen für Polizeibeamte in Begleitung von
    Prostituierten durch Bordellbetreiber u.a.
    geboten.
    Darüber hinaus wurden Polizeikontrollen an
    das Milieu verraten,Aufenthaltsgenehmigungen be-
    schleunigt weiterhin Einfluß in Ermittlungsverfahren
    genommen.
    Ein Polizeibeamter hat mich bezüglich indem Hells Angels Prozeß 2009 darauf hingewiesen indem
    der Richter Herr Rost am Amtsgericht Rinteln
    Strafanzeige gegen seine Richterkollegen
    gestellt hat indem dieser Von Rechtsbeugungen
    ausgeht.
    Darüber hinaus habe ich persönlich auf die
    skandallösen Zustände hier in Hannover alle
    Journalisten u.a.darauf hingewiesen.
    Folgedessen hat Frau Christiane Kröger vom
    Weser Kurier gegenüber Report-München vor
    Wochen gegenüber des Herrn Frank Hanebuth bezüglich
    der Hells Angels von einflußreichen Freunden
    gesprochen.
    Diese Klientel wird durch Götz von Fromberg als
    Anwalt hier in Hannover vertreten einem Freund
    des Altbundeskanzler Gerhard Schröder SPD!
    Fest steht,das sich zurecht die angeklagten
    Journalisten wehren sollen und ggf.
    den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte
    in Straßbourg anrufen sollte.
    Selbstverständlich erkläre ich mich bereit,
    meine Recherchen gegenüber der TAZ sowie
    den betroffenen Journalisten unterstützend zur
    Verfügung zu stellen.
    Auch sollte diesem Corpsgeist von Korruption und
    Behördenwillkür hier eine klare Absage bzw.
    Widerstand entgegen stehen!

  • 14.08.2010 03:55 Uhr

    von KTV:

    "Sie wollen Berufung einlegen – und haben gute Chancen."

    Wie erklärt man sich eine solche groß angelegte Fehlerkette in einer auf absoluten Gewinn gerichteten juristischen Truppe, die verschleiern will? Man wird bei einer solch brilliant eingefädelten Prozessfehlerquote hellhörig. Die Fliege im Netz müßte sich doch in diesem Fall fragen, ob die Spinne, die in der Mitte zu sitzen scheint, das Netz auch gewoben hat, weil sie sich offenbar gar nicht auskennt.

    Ist es nicht auffällig, daß die beiden wirklich (!) mutigen Kollegen wahrscheinlich freigesprochen werden, weil das Urteil mehr als nur fragwürdig ist? Oder wird die Justiz des verhandelten Falles als so sturzbesoffen und infantil eingeschätzt und das wars dann für den Leser? Kaum zu glauben. Diese Beitragsform ist ominös und pseudoskandalös. Alle sind (extrem) für die Freiheit - aber die ist wegen "guter Chancen" mangels sinnvollen Urteilsanlasses gar nicht in Gefahr - worin man in diesem Fall sicher sein kann und sich ja auch alle einig sind?! Worum also geht es da? Irgendwas fehlt.

  • 14.08.2010 03:53 Uhr

    von KTV:

    "Sie wollen Berufung einlegen – und haben gute Chancen."

    Wie erklärt man sich eine solche groß angelegte Fehlerkette in einer auf absoluten Gewinn gerichteten juristischen Truppe, die verschleiern will? Man wird bei einer solch brilliant eingefädelten Prozessfehlerquote hellhörig. Die Fliege im Netz müßte sich doch in diesem Fall fragen, ob die Spinne, die in der Mitte zu sitzen scheint, das Netz auch gewoben hat, weil sie sich offenbar gar nicht auskennt.

    Ist es nicht auffällig, daß die beiden wirklich (!) mutigen Kollegen wahrscheinlich freigesprochen werden, weil das Urteil mehr als nur fragwürdig ist? Oder wird die Justiz des verhandelten Falles als so sturzbesoffen und infantil eingeschätzt und das wars dann für den Leser? Kaum zu glauben. Diese Beitragsform ist ominös und pseudoskandalös. Alle sind (extrem) für die Freiheit - aber die ist wegen "guter Chancen" mangels sinnvollen Urteilsanlasses gar nicht in Gefahr - worin man in diesem Fall sicher sein kann und sich ja auch alle einig sind?! Worum also geht es da? Irgendwas fehlt.

  • 14.08.2010 03:02 Uhr

    von vic:

    Ich habe einen Vorschlag:
    Wir stecken Steinbach und andere Quälgeister, sowie die gesamte NPD da rein.
    Dann geben wir das ganze Bundesland Sachsen inklusive Exekutive, Legislative und Judikative an die östlichen Nachbarn ab.
    In der Hoffnung, dass sie das Geschenk annehmen.

  • 13.08.2010 22:45 Uhr

    von Leser:

    Ich fürchte, das ist lange nicht der einzige und auch nicht der grösste Sumpf in diesem Land. Aus anderen sind nur deren Entdecker nicht zurückgekehrt, um uns zu berichten.


  • 13.08.2010 22:04 Uhr

    von Kommentator:

    Unglaublich!!
    Wenn die, die Macht haben, Gerechtigkeit umzusetzen selbst Schwerkriminelle sind und sich schützen.

    In solchen Fällen ist meines Erachtens so einiges legitim, um Abhilfe zu schaffen. Solche Leute müssen gehen!

    @Beide Journalisten:
    Seid tapfer und haltet durch! Ihr seid unendlich wichtig!

    @Sachsen: Wo bleibt der Aufschrei? Wo die Demos? Das kann doch nicht sein, dass alles ruhig bleibt bei so einem Skandal!

  • 13.08.2010 21:43 Uhr

    von Esser M:

    Peinlich für das Land Sachsen insgesamt. Außer über Schlawörter wie Rechtsextremismus oder Landflucht ist mir das Bundesland Sachsen bislang noch nicht begegnet. Das Gericht wird das heutige Urteil um die Ohren gehauen bekommen - nur, was bringt´s?
    Diese Vorgänge erwecken den Eindruck, dass in Sachsen nie der eiserne Vohang für den Sinn des Rechtsempfindens einer demokratischen Gesellschaft gelüftet wurde.
    Aber wer will das schon erwarten nach läppischen zwei Jahrzehnten...

  • 13.08.2010 21:26 Uhr

    von zynankarlie:

    Sollte dieses Terrorurteil bestand haben, ist die BRD endgültig kein demokratischer Rechtsstaat mehr, und muss mit allen Mitteln bekämpft werden! Das sind Russische Justizverhältnisse!

  • 13.08.2010 21:11 Uhr

    von Coco Price:

    Man googele in diesem Zusammenhang einfach mal Frank Fahsel, über zwanzig Jahre Richter am Landesgericht Stuttgart, was der so über seine Kollegen zu berichten weiß.

  • 13.08.2010 20:27 Uhr

    von UweRietmöller:

    Hier irren Ginzel und Datt.
    Die nächste Instanz (das Landgericht) wird genauso entscheiden wie das Amtsgericht.
    Das Oberlandesgericht wird die Revision als unbegründet verwerfen.
    Bleibt nur eine Hoffnung: Das Bundesverfassungsgericht.

    Ginzel und Datt, halten Sie durch!

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder