Vier Wochen Urlaub im Ausland und das Reisegeld spendiert eine Stiftung. 600 Euro gibt es, damit muss man auskommen. Nebenbei jobben im Reiseland ist erlaubt. von Joachim Göres

Vier Wochen Projekturlaub, das Reisegeld wird gestiftet. Bild: imago/blickwinkel
Mindestens vier Wochen ins Ausland fahren und dafür nichts zahlen, sondern sogar noch 600 Euro bekommen? Das hört sich nach einem verfrühten Aprilscherz an, ist es aber nicht. Wer zwischen 16 und 20 Jahre alt ist und noch nicht studiert, kann sich um ein Reisestipendium bei der ZIS-Stiftung für Studienreisen bewerben.
Seit den 50er Jahren versucht die Stiftung so die Selbstständigkeit junger Menschen zu fördern und das Interesse an anderen Ländern und Lebensumständen zu wecken. In diesem Jahr finanziert sie die Reisen von 60 Bewerbern mit je 600 Euro. Allerdings gibt es Bedingungen.
Jeder Stipendiat verpflichtet sich, allein zu reisen. Dann muss man in seiner Bewerbung schreiben, wohin man fahren und was man dort machen will. Das Geld gibt es für ein Projekt, das man sich selber ausdenkt und dann in den vier Wochen verfolgt.
So begab sich Isabelle Brunner im vergangenen Jahr auf die Spuren von Heilpflanzen und der traditionellen Medizin in Marokko.
Bewerbungen: Wer 2012 eine solche Reise machen möchte, muss sich bis zum 24. 2. bei der ZIS-Stiftung bewerben. Weitere Infos: www.zis-reisen.de
Anja Endres sammelte vor Ort Informationen über die Musik in der Bretagne. Benjamin Dietrich zog es in die Ukraine, um dort mit Menschen über die politischen und sozialen Konflikte im Land zu sprechen.
Henrike Grothe wählte das Thema "Leben auf einem Charterschiff in den Niederlanden - ein Sommertraum?".
Über ihre Erlebnisse führen die Stipendiaten Tagebuch, nach der Reise schreiben sie ihre Ergebnisse auf. Und dann gibt es da noch eine Vorschrift: Man darf für seine komplette Reise nicht mehr als die von der Stiftung bereitgestellten 600 Euro ausgeben! Wer damit nicht auskommt, darf höchstens im Gastland etwas dazuverdienen.
Letztlich müssen die jungen Reisenden auf andere Menschen zugehen und sie manchmal um Hilfe bitten - um eine kostenlose Mitfahrt oder einen günstigen Schlafplatz, und das alles in einer fremden Umgebung und Sprache.
"Es hat in den letzten Jahren niemand seine Reise abgebrochen, weil das Geld ausging", beruhigt Dagmar Baltes, Geschäftsführerin der ZIS-Stiftung.
Charlotte Mohn hat einen Monat in Finnland verbracht, um in dem hochgelobten Pisa-Land über "Die finnische Jugend - zwischen Vorreiterrolle und Verzweiflung" zu forschen.
Ihre Bilanz: "Über die letzten vier Wochen habe ich nicht nur ein völlig neues Verständnis für mein Reisethema, sondern viel mehr einen neuen Blick auf das Leben und unsere Gesellschaft gewonnen. 600 Euro für ein Land, in dem ein kleines Stück Käse nicht unter 6 Euro zu bekommen ist. Und doch ist mein Budget noch lange nicht aufgebraucht. Habe ich sparsam gelebt? Nein, in meinem ganzen Leben habe ich nie so reich gelebt. Die Freundlichkeit der Menschen, die Offenheit und Fürsorge, die mir ohne jede Art der Bitte zugetragen wurden, machten meine Reise so einmalig und unbezahlbar."
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
07.02.2012 14:14 | IAdmitIAmCrazy
Ein Besuch aud der Webseote der Stiftung www.zis-reisen.de vermittelt interessante Hintergrundinformationen ueber die Gesch ...
06.02.2012 07:44 | Florian Kitt
Ich moechte daraug hinweisen dass die Heinz-Schwarzkopf Stiftung Junges Europa ebenfalls Reisestipendien an junge Menschen ...
05.02.2012 02:39 | Besserwessi
Prima Konzept. ...