• 22.12.2008

Problem Lichtverschmutzung

Alles ist erleuchtet

Immer mehr Lampen leuchten in die Nacht - und bringen den Biorhythmus von Menschen und Tieren durcheinander. Astronomen und Umweltschützer wehren sich.von M. Bindemann & R. Rother

  • 22.12.2008 19:12 Uhr

    von Yadgar:

    Die Welt im Jahr 2050: terrestrisches Spechteln, so mit 4,5-Zoll-Newton auf der Gartenterrasse, das war einmal, 95 % der Weltbevölkerung leben (oder besser vegetieren) in "Blade Runner"-mäßigen Monster-Metropolen unter ständigem bräunlichem Zwielicht, nur in hochgelegenen Gebirgsregionen sind ab und zu noch Großer Wagen oder Orion erahnbar... Amateurastronomie spielt sich nur noch virtuell im Internet ab, das allerdings dank Petabit-Datenleitungen und Echtzeit-Raytracing mit allen Schikanen. Wer es sich leisten kann, mietet ab und zu mal ein paar Stunden Beobachtungszeit bei einem der mittlerweile Tausenden von automatischen Weltraumteleskopen in verschiedenen Erdumlaufbahnen, den Lagrangepunkten der Erde oder auf der Mondrückseite (sofern er nicht sogar ein eigenes privates Observatorium im Orbit hat). Ja, und dann gibt es noch die Nostalgiker, die keine Gelegenheit auslassen, die wenigen Länder zu bereisen, die dank widriger politischer Verhältnisse bislang von mit wirtschaftlicher Entwicklung einhergehender Streulichtverseuchung verschont geblieben sind: Afghanistan z. B. bestreitet einen nicht geringen Teil seiner Staatseinnahmen aus solchem Astro-Tourismus...

  • 22.12.2008 09:03 Uhr

    von Marc Seeger:

    Kann nur zustimmen. Außerdem möchte ich hinzufügen, daß es im Bereich der Radiowellen genau die gleiche Verschmutzung gibt. Powerline-Modems, minderwertige Energiesparlampen, Billig-Schaltnetzteile, 100Hz-Fernseher unsw., sie alle müllen den Äther mit Schrott zu, so daß viele gewollte Signale nicht oder nur noch schwer zu empfangen sind. Der Empfang schwacher Kurzwellen-Signale ist nur noch auf dem Land möglich, manchmal nicht nur da. Oft werden schon wichtige Signale von Flugsicherheit, Polizei etc. gestört. Ob Licht- und Hochfrequenzverschmutzung, Lebensmittelanbau, Tierhaltung etc., der Mensch muss endlich lernen, Zusammenhänge zu erkennen, und nicht nur das zu machen, was er jetzt gerade in seiner kleinen Welt will, egal welche Folgen.

  • 22.12.2008 07:52 Uhr

    von ASt Reyntjes:

    Alles hellauf erleuchtet?

    S. Gen 19,11 - Das soll optisch übertünchen, dass 'm i t B l i n d h e i t g e s c h l a g e n' ist, wer in Energie- und Hellauf-Klärungsfragen Kapitalisten sein Monatsgeld und den Markt überlässt.

  • 22.12.2008 01:32 Uhr

    von Oliver Rau:

    Es gibt schon unschöne Auswüchse, wie die erwähnten (überflüssigen) Laserlichtfinger. Andererseits empfinde ich es vom ästhetischen Standpunkt her als absoluten Gewinn, wenn bei der Stadtgestaltung zunehmend mit Licht gearbeitet wird. Die erleuchtete nächtliche Hochhaussilhouette Frankfurts, meiner Heimatstadt, begeistert mich ebenso wie farbig angestrahlte Mainbrücken. Beides möchte ich keinesfalls missen.
    Wenn ich einen nächtlichen Sternenhimmel sehen möchte, fahr ich halt aufs Land...

  • 21.12.2008 18:36 Uhr

    von Victor Becker:

    Wird Zeit, dass das angesprochen wird!

  • 21.12.2008 18:24 Uhr

    von Chris:

    Empfehle, einmal über die Anschaffung von Jalousien nachzudenken. Ich verspreche, es hilft weiter. Übrigens, falls es dort, wo es zu hell, desöfteren auch zu laut ist - Ohropax.

    Grüsse
    Chris

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