• 29.10.2009

Polemik

Die große Vereinnahmung

Die freien Kulturschaffenden wollen nicht mehr Stadtentwickler sein. Jetzt haben sie ein Manifest mit dem Titel "Not in our name" herausgegeben - frei von Selbstreflexion.von Maximilian Probst

  • 02.06.2011 18:23 Uhr

    von Michel Chevalier:


    Gut gesehen, M. Probst. Ich lade alle deine Kritiker herzlich zum Goldene Zitronen Konzert (featuring Ted Gaier) beim IBA/Dockville 12-14. August 2011 ein.

  • 30.11.2009 13:31 Uhr

    von Matt DeHarp:

    Mein Lieblingstück ist wann der Autor schreibt "Man ist unter sich".
    Also, vielleicht komme ich auch von die selbe Sozialklasse als dir, lieber Maximilian (obwohl ich hatte nie ein Kumpel Nahmens Maximilian, Niemanden in Frankreich nennt sich das seit ungefähr 1856) aber das hat nicht zu bedeuten daß ich mich unter solche Umstände wohlfühle, oder? Also, seien wir ehrlich jetzt: es gibt nur soviele Latte Machiatos für € 2,90 die man schlucken kann in Leben, erfolgreich oder nicht, spiessig oder nicht. Und was ist mit den kleinen Obstladen um der Ecke passiert? Ah, hatte ich vergessen, sie könnten nicht mehr die Miete zahlen und jetzt gehört das ein Schuhkonzern. Adidas, war das? Noch mehr silberne Snickers, yuhu!
    Die ganze Sache hat eh nicht zu tun mit wieviel man verdient, aber sondern wie man sich das Gesellschaft vorstellt. Herr Probst, du machst ganz genau die selbe Fehle als alle die Marketing Experte: du siehst nur das Finanzielles und Sozio-Ökonomisches Kontext, nicht das Philosophisches.

    Man sollte können, in einen alternativen Form sein Leben zu führen, ohne von die Expansionsplänen des Neo-Kapital fürchten zu müssen. Und das ist was eine gute Stadt schaffen sollte, kreatives und toleranter Koexistenz statt Normalizierung.

    Traumen wir doch? Dafür sind die Künstler da.

    Meine Meinung nach, ist es immer konstruktiver zu traümen und eine authentischerer Lebenstyl erreichen zu wollen, als zu kritisieren nur um seine Intelligenz zu zeigen und sein eigenes Ego zu föttern.
    Und das, ist leider oft eine die grösste Starke der Journalisten.

    Matt DeHarp
    Frei-schaffende Musiker
    (möchtegern Spiesser?)
    spielt Musik seit 1994
    hat in Paris, Prag, Göteborg und Spanien gelebt
    wohnt seit 2002 in Berlin
    lebt mit ung. € 800,00 pro Monat
    inklusive Hartz 4

  • 03.11.2009 19:54 Uhr

    von investor:

    Prima Linke! Haut Euch die Köpfe ein, wie Ihr das ja immer so gern tut. Ich kauf derweil noch ein paar Coltan-Futures....

  • 02.11.2009 22:08 Uhr

    von jajaja:

    Was für ein peinlichen Gequake!!
    Liest bei der Taz niemand die Artikel, bevor sie gedruckt werden?

    Naja, die Zeitung ist sowieso blöd.

  • 01.11.2009 02:42 Uhr

    von Marie:

    Danke taz! Das Manifest ist selbstverständlich richtig. Nur: was anderes hat Herr Probst auch nie behauptet.

    Die 'Kulturschaffenden' Hamburgs haben in den letzten Jahren wesentlich mehr Zeit damit verbracht sich selbstgefällig selbst zu feiern, als politisch aktiv zu sein. Wenn jetzt einmal gebellt wird sollte das also kein Grund sein die nächste Feier zu starten.

    Für all diejenigen, die glauben mit dem Manifest würde die langersehnte Wende beginnen mag der Artikel konservativ klingen. Wer realistischer glaubt, dass Veränderung langfristiges Engagement benötigt, und nicht nur die nächste Verfilmung von Rollo Aller Reloaded dankt für die kritische Analyse.

  • 30.10.2009 22:10 Uhr

    von Neon Polly:

    da werden einige gleich wieder "verrat" schreien, denn auch innerhalb der opposition hat man sich an die engen grenzen der eigenen, einzigen wahrheit zu halten. dass mittlerweile auch o.g. leute zum indie-mainstream gehören mögen vorallem jene nicht hören, die diese leute immer noch als leitbilder in ihrer gegenkultur zum offiziellen establishment betrachten.
    dabei ist in hamburg ganz klar geregelt, wer dazugehört(und wer nicht). innerhalb dieser szenen sind die meisten genauso spiessig und verhärtet wie die, gegen die sie per se sind. kommerz ist immer doof und man fragt sich, wenn geld so stinkt, womit diese leute einkaufen gehen. dieser artikel interpretiert im grunde das zitat "einem club, der mich als mitglied akzeptiert, möchte ich nicht beitreten." das ist das eine. das andere: niemand lässt sich gern vor den karren von einem spannen, der so unverschämte, ignorante und offensichtlich dummdreiste absichten hegt wie hier der hh-senat. man fühlt sich als künstler, kulturschaffender... zurecht missbraucht. denn die bis dato (naja) in ihrem eigenen warmen, wenn auch nicht immer gemütlichen saft schwurbelnde "subkultur" fühlt sich plötzlich erkannt, entdeckt, zu etwas nutze gemacht. die unbefangenheit ist weg. plötzlich will der senat sagen, was geträumt werden soll. und führt damit die vielen zarten oder bereits zähen pflänzchen und pflanzen der kultur jenseits der glaspaläste in ihrer existenz ad absurdum.
    was ich an dem manifest vermisse: gute vorschläge. denn zurück zur paradiesischen unschuld gehts nicht mehr. es werden schon bald ganz andere sein, die im stillen und verborgenen malen, singen, filmen, weben oder programmieren. aber wahrscheinlich nicht im gängeviertel und sicher nicht in den kunstghettos des senats.

  • 30.10.2009 19:07 Uhr

    von Heinz Budke:

    Zu solch einem unlustigen Quark kann ich leider nur sagen: Irgendwann reichts auch mal mit der taz Hamburg.

  • 30.10.2009 18:26 Uhr

    von einem gebrannten Kind:

    @Mirko: Ehm, da hast du aber schon den einen oder anderen Kommentar überlesen bzw. übergangen. Um meinen noch etwas zu konkretisieren:

    Es gibt grob gesagt in Hamburg die Welt des ich sag mal "etablierten Undergrounds" a la Rocko Schamoni und Konsorten. Dann gibt es neuerdings selbsternannte Gentrifizierungsgegner a la "Centro Sociale", welches auch mehr oder weniger aus "Etablierten" besteht. Diese tun sich hier nun zusammen und postulieren teilweise sicherlich treffende Kritik, die aber in keinster Weise Lösungsansätze beinhaltet oder das Problem im Kern trifft oder wenigstens Selbstreflexion enthält. Mir scheint, die wollen auch nur ihr Plätzchen in der Stadt und instrumentalisieren dafür einen Protest, der sicherlich wichtig ist, von solchen selbsternannten Sprachrohren des Protestes aber nur ausgenutzt wird.

    Statt auf diese Kritik nun wenigstens mal einzulenken oder die Selbstreflexion zu üben, kommen nur Beissreflexe von den Kommentatoren hier. Armes Hamburg, ich sollte vielleicht doch nach Berlin auswandern.

    @TAZ: Wäre echt super, wenn ihr die Kommentare etwas zügiger freischalten könntet. Würde eurem Angebot hier sicher nicht zu Schaden sein.

  • 30.10.2009 18:05 Uhr

    von Mitpolemiker:

    Getroffene Hunde bellen. Aber Ihr macht das schon.

  • 30.10.2009 17:37 Uhr

    von Carsten:

    Diese konterrevolutionäre Polemik unterstreicht vor allem eins: dass in der Redaktion der taz offenbar nur noch ich-bezogene Psycho-Szene-Vögel rumhängen. Aber hauptsache auffallen, was? Und bei euch hab ich mal Praktika gemacht... gut, dass ich nicht hängengeblieben bin.
    Trotzdem: LG, in Hoffnung auf baldige Genesung
    Carsten

  • 30.10.2009 16:03 Uhr

    von Mirko:

    Schon erstaunlich, dass alle Kommentare bis hierhin scheinbar die Aussage, Wichtigkeit und das Anliegen meines Erachtens besser herausgearbeitet haben, als der Herr Journalist, der diesen Aertikel schreiben und veröffentlichen durfte.
    Ich denke der Hinweis von Gunther in Hinblick auf Eitelkeiten einzelner Personen, ist hier auch nicht von der Hand zu weisen. Jaja, die meisten "taz-ler/-innen" entstammen ja nun genau dieser Szene oder ähnlichen Szenen oder wohl besser, wollten früher gerne mal ein fester Bestandteil dieser gewesen sein - durften aber nicht, die sich nun hier zu Wort meldet.
    Schon trist, eine politischen Aktivismus so herunter zu schreiben.

    Kleiner Tipp an den Schreiberling: Mittlerweile ist die "Postmoderne"/der Poststrukturalismus nicht mehr "in" im wissenschaftlichen Zirkus. Es darf wieder Stellung bezogen werden und es dürfen auch wieder Werte und Normen vertreten werden - nein, es MÜSSEN!!!

    Jeder, der sich bei dieser Aktion beteiligen möchte, unterschreibt hier: http://www.buback.de/nion/

  • 30.10.2009 14:57 Uhr

    von Slavoj Zizek:

    Selbstreflexion und tiefes In-Sich-Gehen - das möchte ich dringlich der TAZ-Nord anraten. Der Artikel ließt sich wie ein wirrer blog-Eintrag.

  • 30.10.2009 14:51 Uhr

    von Poolshark:

    Dass die taz nicht (an-)erkennt, dass gerade durch dieses Manifest ein undefiniertes Brodeln in der Stadt endlich gebündelt wurde, ist einfach nur schade. An eben genau der ständigen, beinahe schon zwanghaften "Reflexion" und unverhältnismäßiger argumentativer Zerfledderung des Bauchgefühls aller im weitesten Sinne "widerständischen" Bewegungen, ist vieles spannende oftmals im Ansatz kaputtgemacht worden. Dieses Manifest ist erstmal vorbehaltlos unterstützenswert! Selbstkritik ja gern, aber alles bitte in der richtigen Reihenfolge. Wirklich, wirklich enttäuschend, liebe taz.

  • 30.10.2009 13:15 Uhr

    von Dulcinea del Toboso:

    Lieber Maximilian Probst, das ist leider etwas zu einfach in der Argumenation!
    Das Problem um das es hier geht ist ja nicht neu, selbst zu Anfang des letzten Jahrhunderts wurde es schon in verschiedenen Teilen der westlichen Welt diskutiert.
    Inzwischen sind die Vermarktungs-Strategien allerdings öffentlich geworden, das heißt, wir alle wissen jetzt wo es hingeht. Außerdem ist neu, dass durch Finanzierung künstlerischer Projekte Krümel vom Kuchen bei KünstlerInnen ankommen.
    Doch zurück zur Argumentation im Artikel:
    Wäre es besser, wenn beispielsweise aus Parkfiction wieder der bemüllte Graben von vorher würde, damit sich 'die Szene' dort nicht wohl fühlt? Wäre es besser, wenn KünstlerInnen sich ihre Projekte nicht von IBAHafencityundConsorten bezahlen lassen würden und sie lieber 'prekär' realisieren würden?
    Um dann doch auch wieder vom Stadtmarketing aufgespürt und verwurstet zu werden?
    Wenn es eine Alternative dazu gibt, wüßte ich sie gern.
    Genau deswegen ist die Aktion zu begrüßen, weil sie diesen Punkt endlich thematisiert.

  • 30.10.2009 12:12 Uhr

    von Ihr Name Georg E Möller:

    Werte Regional-TAZ. Es gibt möchtegernalternative Autoren, die schreiben einfach drauflos und die Kraft, die sie treibt ist eine Art Menetekel an der Wand: "Du musst anders sein, nur dann wirst Du sein." Und wenn absehbar ist, das wie beim Manifest "Not in our name – Marke Hamburg" eine überwiegende Mehrheit Form und Inhalt richtig und auch richtig gut findet, dann ist Menetekelclubzeit: Maximilian Probst ist da Mitglied. Der salbadert also los, schreibt sich die ersten zwanzig Zeilen warm, schaut hoch, die Schrift ist immer noch da und zuckt. Also Kopf runter, weiter krakeln. Jetzt ein Reinwürger, oh ja, das ist gut, das freut den Leser: Ted Gaier ist ein Seidentuchschnösel. Null Inhalt, aber die Stimmung ist biestig. So geht das weiter. Schön schnörkseln und immer haarscharf am Thema vorbei: Migranten und Senioren hören keine Goldenen Zitronen, höhö, der Gag ging auf die Zwölf. Denkt Probst und schreibselt weiter. Dann merkt er, es wird knapp mit Zeilen und Zeit. Noch ein schönen Austeiger und dann steht das selbstverliebte Ouevre. Wirf den Künstlern vor, dass sie im Kapitalismus leben, das sie fett Made sind und bislang nicht eine richtige Revolution hingekriegt haben. Jaaaah, eine dreifache Kopfnuss. Und am Ende ein Zitat von irgendeinem linken Vor- oder Nachdenker, den keine Sau kennt. Oh, ja Bernward Vesper, das ist gut, das sichert gegen Kritiker, da wirkt selbst der Dorfprobst belesen. Na und?

    Und doch bleibt der Text weit hinter sich selbst zurück, er möchte anders sein, ist aber nur tröpfelnde Pipi an Beinen von Menschen, die Probst eigentlich beneidet.

    Probst, so nen guten Text wie das Manifest kriegst Du in zehn Jahren nicht hin, geh Dir Dein unverdientes Zeilenhonorar abholen und verprasse es - wegen mir und meinetwegen - in Holequels alternativer Ausbeuterbude und TazMeetingpoint "Haus 73", wo sich das Schickimickitum zum Schmuddelkickern trifft und vergiss uns, wir brauchen weder Deine Schreibe noch Dich. Wir machen das schon.

  • 30.10.2009 11:44 Uhr

    von Rocko Schamoni:

    Eine öde Art von Polemik, die beweist das Herr Probst weder fachkundig im Thema ist, noch die Notwendigkeit der Aktion zu erkennen vermag. Man hat schon besser in die eigenen Reihen geschossen... Schnarch... Rocko

  • 30.10.2009 11:41 Uhr

    von Johann:

    Ein richtig guter Artikel. Endlich spricht das mal jemand aus. Klar fühlt Ihr Euch jetzt alle angepisst. Aber überprüft Euch doch mal selbst: Was habt Ihr wirklich gg die bestehenden Verhältnisse getan außer ein paar medienwirksame Weichspülungen?

  • 30.10.2009 11:31 Uhr

    von Ein gebranntes Kind:

    Sehr schöne Analyse! Hätte ich von der TAZ gar nicht erwartet.

    Diese ganzen selbsternannten Gentrifizierungsgegner und pseudointellektuellen Möchtegernrevoluzzer gehen mir gehörig auf den Sack. Sie kritisieren ständig die Gentrifizierung, sind aber weder in der Lage, ihre eigene Rolle dabei hinterfragen, noch eine Alternative zu bieten, weil sie genau den selben Mechanismen verfallen sind wie diejenigen, die kritisiert werden. Auch bei denen, die sich medial und öffentlichkeitswirksam in solchem Zusammenhang darstellen, geht es um Selbstdarstellung, um Machtspielchen, um's Dazugehören. Nur hier läuft ein total verlogenes Spiel ab. Auch hier gibt es genau wie im Establishment Künstler, die bekannt werden wollen, es gibt Leute, die Führungsrollen übernehmen wollen, es gibt Leute, die Geld verdienen wollen u.s.w.. Aber nach außen hin wird immer so getan als würde man ja ach so selbstlos gegen Gentrifizierung rebellieren und als gäbe es diese Mechanismen in den eigenen Reihen gar nicht. Das nenne ich verlogen, und daraus resultiert dann, dass wirklich kritische Geister auch dort oft ausgegrenzt werden.

    Eine Lösung für das „Problem“ Gentrifizierung habe ich auch nicht. Aber ist es wirklich das Problem? Gibt es dieses „Problem“ nicht seit babylonischen Zeiten, also seit der Verstädterung an sich? Sollen die Künstler doch auf's Land ziehen, ist sowieso gesünder!

    (Nicht falsch verstehen, ich bin selber auch ein in der Stadt lebender Künstler. Und auch ich kritisiere das Establishment und stufe mich als „links“ ein. Aber ich verzichte lieber auf's Bekanntwerden als dass ich mich statt dem Establishment nun einer selbsternannten „Bewegung“ unterordne, die Freiräume erkämpfen will, wo dann aber Mobbing und Machtspielchen ablaufen, welche sogar noch verlogener sind als die beim kritisierten Establishment und jeden auch nur halbwegs bei gesundem Menschenverstand Verbliebenen sofort das Weite suchen lassen.)

    Ein gebranntes Kind

  • 30.10.2009 11:07 Uhr

    von Gregor:

    Mehr als plumpe Polemik hat die TAZ zum Thema Stadtentwicklung wohl nicht zu bieten.

  • 30.10.2009 09:53 Uhr

    von hubert fichte ist wohl schuld:

    haha, ganz genau - und das übel&gefährlich ist in erster linie auch nur eine schicke disco und coole location mit den üblichen ausschlußmechanismen und, wie der name schon sagt, etwas angeheftetem rebel-chic. mittelklasse-gymnasiasten und studenten feiern im krassen bunker, ein hauch von berlin. und im pudel club gibts, neben super konzerten und lustigen aktionen und netten durchtanzten nächten, schon länger auch eine ganz eigene bussi-gesellschaft. ein wer-kennt-wen-netzwerk aus modisch gekleideten pampigen leuten, die sich gegenseitig jobs und karrieren zuschustern. ein montägliches spießrutenlaufen vorbei an arroganz und doofheit der wichtigtuerischen kunstmarkt-aspiranten und ihrer elitären mauschel-förderzirkel. und samstags dann die üblichen disco-aufreißertypen mit ihrem schmachtenden suff-gefolge: insofern zwar stilistisch-geschmacklich, musikalisch-ästhetisch etwas "anders" als ihre plumperen neureichen nachbarn aus den kasematten, aber nicht unbedingt gleich attraktiver als gegenmodell oder große oase der menschlichkeit und liebe. die selbstverständlichkeit, mit der man sich selber automatisch als die guten sieht, erstaunt: seit park fiction war da nicht mehr viel an utopischer innovation. eher beleidigt-diffuses und demonstratives "dagegen", das dann bereits reichen soll. und den meisten gästen ist ja selbst das völlig wurst. denn die kommen, weil das alles immer noch als irgendwie angesagt gilt.

    aber der spagat ist ja auch wirklich schwierig. von irgendwas muss man ja leben. und das schwarz-grüne stadtmarketing ist ja wirklich dumm und fürchterlich, schweigen ist da ja auch keine lösung. wenn hamburg so in geldnöten ist, soll man als eine ziemlich reiche stadt doch bitteschön einfach mal das eigene wohlhabende klientel etwas höher besteuern, statt sein heil in immer neuen ansiedelungen von was-mit-medien, pompösen richard-florida-getue, und dem üblichen ausverkauf von öffentlichem eigentum suchen. nur das scheut schwarzgrün ja auch wie der teufel das weihwasser. lieber noch ein paar "kreativimmobilien" aus der retorte, eine elbphilharmonie, ein musical, ein militariamuseum - da kann man dann die manifestschreiber wiederum gut verstehen.

  • 30.10.2009 02:25 Uhr

    von Gunther:

    ich kenne das viertel und die betroffenen personen nicht, ich kenne das nion-statement und mir ist egal ob die künstler da gut gelebt haben oder ob da sonst irgendwelche eitelkeiten von journalisten, musikern und stadtbeamten eine rolle spielen. soweit ich das verstanden habe geht es doch eigentlich um eine stadtentwicklung, die gegen die menschen und anwohner entwickelt. die sich überheblich darüber hinweg setzt, was am standort bereits real erschaffen wurde - nämlich die sorte von standortfaktoren, auf die vermutlich florida in seiner studie abzielt. es geht um die art und weise, wie die stadt mit ihren bürgern umgeht. es geht darum, dass demokratie nicht bei der stadtentwiklung aufhört und das da nicht einzelne nach gutsherrenart entscheiden dürfen. denn eine vitale stadt entsteht nur dann, wenn sich alle und nicht nur die höchstbietenden einbringen können. sonst wachsen daraus stadtteile aus grauen glas-stahl-beton-burgen, die dann eben nicht mehr jene kreativen standortfaktoren aufweisen, welche für wachstum und rendite notwendig sind und welche meist nach einem konjunkturzyklus schon wieder irgendwie tot sind.

  • 30.10.2009 00:26 Uhr

    von el b! viel harmonie!:

    Bemerkenswert dämlich und nicht zu knapp asozial. Da kann selbst die "Welt" nicht mehr mithalten. Liebe gesetzte, übersättigte 68´er, geht doch bitte endlich sterben oder zumindest pleite, wenn eure Gehirne schon längst den Dienst verweigern!

  • 30.10.2009 00:17 Uhr

    von Prekär:

    Das ist schon spannend, dass ausgerechnet die taz eine fehlende Radikalität und Selbstreflexion attestiert. Ich bin erstaunt! Da gefällt mir selbst der Mopo Artikle zum Thema besser, er ist nämlich um einiges radikaler als dieser. Das Manifest beschäftigt sich ja eben mit dieser Rolle der Künstler, die sie nun ablehnen. Ist das keine Selbstreflexion? Genau das hat doch die letzten Jahre gefehlt. Nichts gegen Kritik und Refelxion über die Verwobenheit in die Verhältnisse, aber von der taz lässt sich das niemand gerne sagen.

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