Parteitag der Islamhasser geplatzt: "Freiheit" ohne Raum
Der Parteitag der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit" wurde wenige Stunden vor dem geplanten Beginn abgesagt. Eine Sprachschule kündigte den Vertrag.
Erst wollten sie an den Kudamm, dann nach Prenzlauer Berg, am Ende standen sie ohne Raum da. Die Ende Oktober gegründete islamkritische "Freiheit"-Partei des Ex-CDUlers René Stadtkewitz musste nach Raumabsagen ihren am gestrigen Dienstag geplanten ersten Landesparteitag absagen. Ein Fehlstart nach Maß.
Ursprünglich wollte sich die Partei im Charlottenburger Hotel Crowne Plaza treffen. Stattdessen wurde am Dienstagvormittag das Treffen in einen Veranstaltungsraum der privaten GLS Sprachschule in Prenzlauer Berg verlegt. Grund sei die Vielzahl an neuen Anmeldungen, so Stadtkewitz. Doch wenige Stunden vor Eröffnung des Parteitags kündigte auch die Sprachschule den Rechtsauslegern. "Wir haben von unserem Hausrecht Gebrauch gemacht", sagte Mitarbeiterin Kathrin Bergmann der taz. Man habe im Vorhinein nicht vom Charakter der Partei gewusst. "Unsere Einrichtung ist politisch neutral, wir wollen keinen Imageschaden."
Über 100 Gäste erwartet
Die Suche nach Alternativen der "Freiheit" blieb erfolglos - der Parteitag musste gegen 16 Uhr abgesagt werden. "Meiner Partei wird mit faschistischen Methoden begegnet", sagte Stadtkewitz am Abend. Der Parteitag werde auf jeden Fall wiederholt. Wann genau, ist noch unklar.
Ursprünglich hatte der Parteitag den Wahlantritt zur Abgeordnetenhauswahl im September sowie eine Landessatzung beschließen wollen. Mehr als 100 Mitglieder waren erwartet worden. Die Stadtkewitz-Partei sieht sich als Vorkämpfer gegen den "totalitären Islam" und pflegt Kontakte zu dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders.
Vor der Sprachschule in der Kastanienallee demonstrierten am Abend rund 100 Menschen gegen die "Freiheit", die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.
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