Nach fast drei Monaten löste die Polizei das Occupy-Zeltlager in der Nähe des Weißen Hauses in Washington auf. Acht Aktivisten wurden in einem der letzten Lager der Bewegung verhaftet.

Vielleicht findet dieses Paar, nun ihres Zeltes beraubt, ja noch einen andere Möglichkeit, gegen Unrecht zu protestieren. Bild: reuters
WASHINGTON rtr | Die Polizei hat ein Zeltlager der Occupy-Bewegung in Washington aufgelöst. Acht Menschen seien bei der Aktion festgenommen worden, teilte die Behörde am Samstag mit. Ein Beamter sei verletzt worden. Demonstranten sprachen davon, von Polizisten gewaltsam von dem Platz gedrängt und dabei teils geschlagen worden zu sein.
Rund 60 Anhänger der Bewegung standen auch der Räumung noch in der Nähe des zentralen Platzes und diskutierten, in welcher Form ihr Vorhaben nun am Leben erhalten werden könnte. Das Lager am McPherson-Square in Washington war eines der wenigen, dass sich noch nicht aufgelöst hatte oder wurde. Dies lag teils auch am vergleichsweise milden Winter.
Die Aktivisten zelteten seit Mitte Oktober in der Hauptstadt. Das Lager befand sich in der Nähe des Weißen Hauses. Die Polizei begründete ihr Vorgehen nun damit, dass auf dem Platz, wo sich die Wall-Street-Gegner aufhielten, das Zelten untersagt ist.
Die Anti-Wall-Street-Proteste hatten im vergangenen Jahr in New York ihren Ursprung. Dort gingen Anhänger wochenlang gegen ungleich verteilten Reichtum und die Macht der Großbanken auf die Straße. Zugleich bildeten sich Zeltlager, die weltweit Nachahmer fanden. Nach Auflösung der meisten Stätten Ende des Jahres flauten die Proteste ab und die Bewegung kämpft damit, ohne die Lager nicht ihr Momentum zu verlieren.
Wie stark darf man die Verbote der Blockupy-Proteste verurteilen? Die Grünen sind sich nicht wirklich einig. Sie regieren in Frankfurt in einem Bündnis mit der CDU. von Timo Reuter

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Im Juli 2011 schlug die Redaktion der kanadischen antikonsumeristischen Adbusters-Zeitschrift vor, angesichts der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich die Wall Street zu besetzen. Als Protestbeginn schlugen sie den 17. September, den Verfassungstag der USA vor. Die Idee wurde von vielen Aktivisten aufgegriffen und am 17. September wurde die Wall Street tatsächlich besetzt. So begann die Protestbewegung "Occupy Wall Street", die inzwischen zahlreiche Länder erfasst hat.
Doch die Wurzeln der Occupy-Bewegung sind vielfältiger. Zu Beginn des Jahres 2011 wurde die Weltöffentlichkeit von mehreren demokratischen Proteste in arabischen und nordafrikanischen Ländern überrascht. Im Sommer begannen in krisengebeutelten europäischen Ländern Proteste gegen Einsparungen durch die Regierungen. Der Tenor: Banken bekommen in der Krise Milliardensummen zugesprochen während Renten und Sozialausgaben gekürzt werden.
Schon im Mai gab es von den spanischen Protestierenden den Aufruf für einen weltweiten Protest am 15. Oktober. Und so kam es. An diesem Tag gingen Menschen in fast 1.000 Städten in zahlreichen Ländern und Kontinenten auf die Straße.
Die Forderungen und Ziele der Bewegungen sind vielfältig, häufig geben sie auch vor, keine eindeutigen Ziele zu haben: Es geht um Partizipation, um Diskussion, um Gemeinsamkeit, um ein Unbehagen mit der Welt. Das Unbehagen wird durch den weltweit verbreiteten Slogan „We are the 99 percent“ ausgedrückt, dass trotz Demokratie und Freiheit eine kleine Anzahl von Menschen den Großteil der ökonomischen Produktionsmittel und der politischen Macht besitzen.
Hier finden Sie Berichte, Reportagen und Kommentare zur globalen Protestbewegung. Unser Reporter Jannis Hagmann bloggt aus Frankfurt am Main über die dortigen Proteste.
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