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Neues PankowKleiner Bahnhof für Kurt Krieger

Auf dem ehemaligen Güterbahnhof will sich der Möbelkönig mit einem neuen Stadtteil verewigen. Bezirk und Senat wollen das "Pankower Tor" eine Nummer kleiner.

Irgendwann platzte ihm der Kragen. „Es müssen auch Entscheidungen fallen“, polterte Kurt Krieger, der Berliner Möbelkönig, und drohte, böse Briefe an den Bezirk Pankow und den Senat zu schreiben. Die Antwort kam postwendend. „Es ist nicht fair, wenn sie uns Sandkastenspiele vorwerfen“, sagte TU-Professorin Elke Pahl-Weber, die das „Werkstattverfahren“ über die Zukunft des Pankower Güterbahnhofs moderierte. Am Mittwochabend fand in der Platanenschule in der Berliner Straße das erste Bürgergespräch statt.

Lange war es still gewesen um das 40 Hektar große Gelände zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Pankow-Heinersdorf, aus dem einmal das „Pankower Tor“ weren soll. Doch nun geht es wieder hoch her im Norden Berlins. Kurt Krieger will seinen Möbel Höffner in der Weddinger Pankstraße perspektivisch schließen – und einer der beiden neuen Standorte soll mit 47.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in Pankow entstehen. Dazu kommen noch einmal 30.000 Quadratmeter Einzelhandel, eine Schule, Grünflächen und – das war dem Senat wichtig – der Bau von bis zu 1.500 Wohnungen.

So weit, so Konsens. Der Streit dreht sich um die Verteilung des Einzelhandels auf das weitläufige Gelände. Auch bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend plädierte Krieger, der das Gelände 2010 kaufte, für einen Standort des Einkaufscenters neben seinem neuen Höffner – wer shoppen geht, guckt eben auch mal im Möbelmarkt vorbei.

„Wir dürfen keine neue Konkurrenz zu den gewachsenen Zentren schaffen“, umriss Senatsvertreter Michael Künzel die Gegenposition. Er sprach sich für einen „lebendigen Stadtteil“ und die „Stärkung des Zentrums an der Berliner und der Breiten Straße“ aus. Mindestens 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, so sieht es ein Alternativplan vor, der im Rahmen des „Werkstattverfahrens“ entstand, sollen deshalb am S- und U-Bahnhof Pankow entstehen.

Und der hat gute Chancen, realisiert zu werden. Einer Verkehrsprognose zufolge würde die Krieger-Variante über 30.000 Pkw-Fahrten mehr am Tag erzeugen. Die Senatsvariante dagegen kommt mit knapp der Hälfte aus, weil die meisten Kunden mit S-Bahn, U-Bahn und Tram kämen. „Das Verkehrsargument wird für den Bezirk eines der wichtigsten sein“, kündigte Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) bereits an. Allerdings soll es noch weitere Gutachten geben.

Ein ganz anderer Vorschlag kommt dagegen von Kirchners grünem Baukollegen im Abgeordnetenhaus, Andreas Otto. „Berlin kauft das Grundstück, lässt es entwickeln, und aus den Verkaufserlösen der Einzelgrundstücke erfolgt die Refinanzierung von Kaufpreis und Erschließungskosten“, forderte Otto, nachdem er den Verlauf des Bürgergesprächs verfolgt hatte. Darin hatte Krieger nämlich gedroht, das Gelände verkaufen zu wollen, falls es vom Senat als „städtebauliches Entwicklungsgebiet“ ausgewiesen werde.

Doch auch Ottos Vorschlag ist nicht mehr als eine Drohung. „Ziel des Werkstattverfahrens ist es, bis Ende des Jahres einen Kompromiss zu erzielen“, verriet Stadtplanerin und Moderatorin Pahl-Weber. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht: Der 64-jährige Krieger, in Pankow geboren, hat wiederholt betont, die Eröffnung seines „Pankower Tors“ noch erleben zu wollen.

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