Da der Markt für Bio-Lebensmittel nicht mehr wächst, setzt die Branche auf Marketing. Sie will ihre Produkte nicht mehr nur als Bio, sondern auch als fair verkaufen.von Jost Maurin
Warum lässt sich die taz Redaktion nur zu einer so oberflächlich recherchierten, und boulevardblattmässig polarisiernden Berichterstattung herab? Scheinbar möchte man dem Leser, das eigenständige Denken abnehmen!Schade.
Gerade das Thema "Fairer Handel" oder allgemeiner gesagt die Einführung von Qualitätssiegeln (zu versch. Produkt-kriterien bspw. Mitarbeiterzufriedenheit, Energieeinsatz bzw.herkunft,ökologischer Rucksack; -bei Finanzprodukten zB die nachhaltigkeit von Geldanlagen usw..) bietet eine sehr gute und m.E. längst überfällige Möglichkeit der Produkttransparenz. Ohne die der Wettbewerb zu einer grossen Mogelpackung verkommt. Jeder Kunde hat ein Recht darauf zu erfahren was er mit seinem Geld unterstützt, und warum ein Produkt billiger bzw. teurer ist als ein Vergleichbares.
Der Bioszene den Vorwurf zu machen es handele sich schlichtweg um eine Werbekamagne um mehr Marktanteile zu gewinnen, beweist wie wenig ausführlich zu diesem Artikel recherchiert wurde.
Kern des Anliegens ist ein fairer Erzeugerpreis, der den Landwirten ermöglicht zu überleben, ohne sich gegen sich selbst und seine Mitarbeiter Sittenwidrig verhalten zu müssen. Ich würde empfehlen sich mit diesem Thema nocheinmal ausführlicher zu beschäftigen und wäre zutiefst von TAZ enttäuscht, wenn sie den Artikel so unkommentiert in ihre redaktionelle Geschichte eingehen ließe.
17.02.2010 18:56 Uhr
von Robert:
ich finde es gut, dass dieses thema angesprochen wird. aber deswegen alles dermassen schlecht zu reden un verallgemeinern kommt einen "sich von jeglicher verantwortung freiwaschen" gleich. genau wie bei der klimasache. oh es ist kälter als sonst, oh es gibt schwarze schafe unter den klimawissenschaftlern. und schon wäscht man sich die verantwortung und den glauben an den klimawandel ab. weil es ja so doch viiiieeel bequemer ist. was für eine fatale selbsttäuschung... leute! bitte! hört auf damit! hirn anmachen!
17.02.2010 16:11 Uhr
von Manni Manta:
Ich kaufe - wenn - dann Fair Trade für teurer Geld. Bio - so wie bislang praktiziert - funktioniert nicht, denn die Ineffizienz dieser Produktionsweise im Vergleich zum integrierten Anbau von Lebensmitteln wiegt auch ökologisch so schwer, dass sie nur in Begleitung von absolutem Konsumverzicht der Bio-Kunden vertretbar erscheint. Fair Trade ermöglicht dagegen verantwortungsvollen Umgang mit allen für die Produktion benötigten Ressourcen: Wasser, Boden, Energie und Menschen. "Bio" wird zurecht von vielen Menschen als Religionsersatz erkannt und verbleibt daher ganz sicher noch lange im verdienten Unter-5%-Nischen-Dasein.
17.02.2010 10:56 Uhr
von Dirk:
@Lisa May: "Mindestens eine Biosupermarktkette in Berlin (Bio-Laden auf Englisch. Na? Klingelts?)" Ehrlich gesagt: NÖ! Da klingelt nix. Wärst Du so gut, dem Doofen unter den Taz-Lesern, also mir, zu erklären, was Du damit meinst?
17.02.2010 10:42 Uhr
von Bernd Bio:
Was interessierts mich..?
ob der Biobauer in "wasweisichwo" gerecht für sein Produkt entlohnt wird. Der Markt regelt die "Gerechtigkeit". "Fair Trade" klingt achso modän, ist jedoch nichts weiter als eine LPG im alten Sozialismus.
Nein danke. Der Markt wird es hierzulande regeln. Der Großteil der Biokäufer sind halt keine Wagenburgbewohner und SozPäds mehr.
Bio - ja, gerne, wenn es der Umwelt dient und meiner Gesundheit förderlich ist. Das ist aber kein Rundumschlag für das Leiden in der Welt.
17.02.2010 10:12 Uhr
von Rod:
Ich kaufe Lebensmittel wie auch alles andere konsequent da ein, wo es am günstigsten ist. Die Apothekenpreise in den Bioläden kann ich mir selbst mit einem überdurschschnittlich hohen Callcentereinkommen nicht leisten.
Außerdem glaube ich, dass nicht alles "Bio" ist, wo "Bio" draufsteht.
Und ist es wirklich "Bio" wenn außerhalb der Saison Bio-Buschbohnen aus Ghana eingeflogen werden, angebliches Bio-Obst das rund um den Globus geschippert wurde?
17.02.2010 09:16 Uhr
von denninger:
Was, wie? Der kleine, sympatische Biohändler ist ein gemeiner Ausbeuter während die Handelskette ein sozialer, Tariflohn zahlender Arbeitgeber ist? Und wer garantiert mir, dass der Biohändler dann nicht auch konventionelle Ware als "Bio" verkauft wenn er sowieso zwecks Gewinnmaximierung zu allen Mitteln greift? Und da soll noch einer sagen dass deutsche Produkte kein "fair trade" Siegel benötigen.
16.02.2010 20:29 Uhr
von Lisa May:
Mindestens eine Biosupermarktkette in Berlin (Bio-Laden auf Englisch. Na? Klingelts?) geht auch auf 6,50€/h für Aushilfen runter. Und da der Grossteil der Belegschaft von ihnen gebildet wird- ausserdem die Arbeitszeit nicht elektronisch oder gesondert erfasst wird, sondern nur in der Einteilung durch die Marktleiter, ist es gang und gäbe dass die Mitarbeiter dann zusätzlich noch bis zu 1h länger arbeiten- unbezahlt. Ganz zu schweigen von den Dienstplänen die täglich wechseln- und dass dann schon mal abends spät (z.B. bis 20.30) und morgends früh (6.00) gearbeitet werden muss. Klar, und Aushilfen die weniger als 6h arbeiten dürfen auch keine Pausen machen. Wer nachfragt, dem wird mit Abmahnung gedroht. Dass sich bei den Konditionen keine kompetenten Mitarbeiter finden, zeigt die hohe Fluktuation. Von Fairness keine Spur.
Leserkommentare
27.02.2010 18:55 Uhr
von Hannes:
Weiterer Artikel zum Thema mit anderer Konotation, diesmal von der taz selbst. Komisch, dass Alnatura damals noch zu den Guten gehört hat.
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/harte-arbeit-fuer-wenig-geld/?src=AR&cHash=c5fd5d5b86
21.02.2010 19:44 Uhr
von Frank W.:
Warum lässt sich die taz Redaktion nur zu einer so oberflächlich recherchierten, und boulevardblattmässig polarisiernden Berichterstattung herab?
Scheinbar möchte man dem Leser, das eigenständige Denken abnehmen!Schade.
Gerade das Thema "Fairer Handel" oder allgemeiner gesagt die Einführung von Qualitätssiegeln (zu versch. Produkt-kriterien bspw. Mitarbeiterzufriedenheit, Energieeinsatz bzw.herkunft,ökologischer Rucksack; -bei Finanzprodukten zB die nachhaltigkeit von Geldanlagen usw..) bietet eine sehr gute und m.E. längst überfällige Möglichkeit der Produkttransparenz.
Ohne die der Wettbewerb zu einer grossen Mogelpackung verkommt.
Jeder Kunde hat ein Recht darauf zu erfahren was er mit seinem Geld unterstützt, und warum ein Produkt billiger bzw. teurer ist als ein Vergleichbares.
Der Bioszene den Vorwurf zu machen es handele sich schlichtweg um eine Werbekamagne um mehr Marktanteile zu gewinnen, beweist wie wenig ausführlich zu diesem Artikel recherchiert wurde.
Kern des Anliegens ist ein fairer Erzeugerpreis, der den Landwirten ermöglicht zu überleben, ohne sich gegen sich selbst und seine Mitarbeiter Sittenwidrig verhalten zu müssen.
Ich würde empfehlen sich mit diesem Thema nocheinmal ausführlicher zu beschäftigen und wäre zutiefst von TAZ enttäuscht, wenn sie den Artikel so unkommentiert in ihre redaktionelle Geschichte eingehen ließe.
17.02.2010 18:56 Uhr
von Robert:
ich finde es gut, dass dieses thema angesprochen wird. aber deswegen alles dermassen schlecht zu reden un verallgemeinern kommt einen "sich von jeglicher verantwortung freiwaschen" gleich.
genau wie bei der klimasache. oh es ist kälter als sonst, oh es gibt schwarze schafe unter den klimawissenschaftlern. und schon wäscht man sich die verantwortung und den glauben an den klimawandel ab. weil es ja so doch viiiieeel bequemer ist. was für eine fatale selbsttäuschung...
leute! bitte! hört auf damit! hirn anmachen!
17.02.2010 16:11 Uhr
von Manni Manta:
Ich kaufe - wenn - dann Fair Trade für teurer Geld.
Bio - so wie bislang praktiziert - funktioniert nicht, denn die Ineffizienz dieser Produktionsweise im Vergleich zum integrierten Anbau von Lebensmitteln wiegt auch ökologisch so schwer, dass sie nur in Begleitung von absolutem Konsumverzicht der Bio-Kunden vertretbar erscheint.
Fair Trade ermöglicht dagegen verantwortungsvollen Umgang mit allen für die Produktion benötigten Ressourcen: Wasser, Boden, Energie und Menschen.
"Bio" wird zurecht von vielen Menschen als Religionsersatz erkannt und verbleibt daher ganz sicher noch lange im verdienten Unter-5%-Nischen-Dasein.
17.02.2010 10:56 Uhr
von Dirk:
@Lisa May:
"Mindestens eine Biosupermarktkette in Berlin (Bio-Laden auf Englisch. Na? Klingelts?)"
Ehrlich gesagt: NÖ! Da klingelt nix. Wärst Du so gut, dem Doofen unter den Taz-Lesern, also mir, zu erklären, was Du damit meinst?
17.02.2010 10:42 Uhr
von Bernd Bio:
Was interessierts mich..?
ob der Biobauer in "wasweisichwo" gerecht für sein Produkt entlohnt wird. Der Markt regelt die "Gerechtigkeit". "Fair Trade" klingt achso modän, ist jedoch nichts weiter als eine LPG im alten Sozialismus.
Nein danke. Der Markt wird es hierzulande regeln. Der Großteil der Biokäufer sind halt keine Wagenburgbewohner und SozPäds mehr.
Bio - ja, gerne, wenn es der Umwelt dient und meiner Gesundheit förderlich ist. Das ist aber kein Rundumschlag für das Leiden in der Welt.
17.02.2010 10:12 Uhr
von Rod:
Ich kaufe Lebensmittel wie auch alles andere konsequent da ein, wo es am günstigsten ist. Die Apothekenpreise in den Bioläden kann ich mir selbst mit einem überdurschschnittlich hohen Callcentereinkommen nicht leisten.
Außerdem glaube ich, dass nicht alles "Bio" ist, wo "Bio" draufsteht.
Und ist es wirklich "Bio" wenn außerhalb der Saison Bio-Buschbohnen aus Ghana eingeflogen werden, angebliches Bio-Obst das rund um den Globus geschippert wurde?
17.02.2010 09:16 Uhr
von denninger:
Was, wie? Der kleine, sympatische Biohändler ist ein gemeiner Ausbeuter während die Handelskette ein sozialer, Tariflohn zahlender Arbeitgeber ist?
Und wer garantiert mir, dass der Biohändler dann nicht auch konventionelle Ware als "Bio" verkauft wenn er sowieso zwecks Gewinnmaximierung zu allen Mitteln greift?
Und da soll noch einer sagen dass deutsche Produkte kein "fair trade" Siegel benötigen.
16.02.2010 20:29 Uhr
von Lisa May:
Mindestens eine Biosupermarktkette in Berlin (Bio-Laden auf Englisch. Na? Klingelts?) geht auch auf 6,50€/h für Aushilfen runter. Und da der Grossteil der Belegschaft von ihnen gebildet wird- ausserdem die Arbeitszeit nicht elektronisch oder gesondert erfasst wird, sondern nur in der Einteilung durch die Marktleiter, ist es gang und gäbe dass die Mitarbeiter dann zusätzlich noch bis zu 1h länger arbeiten- unbezahlt. Ganz zu schweigen von den Dienstplänen die täglich wechseln- und dass dann schon mal abends spät (z.B. bis 20.30) und morgends früh (6.00) gearbeitet werden muss. Klar, und Aushilfen die weniger als 6h arbeiten dürfen auch keine Pausen machen. Wer nachfragt, dem wird mit Abmahnung gedroht. Dass sich bei den Konditionen keine kompetenten Mitarbeiter finden, zeigt die hohe Fluktuation. Von Fairness keine Spur.