Die Pressefreiheit sei "von innen" bedroht, sagt Springer-Vorstandschef Döpfner. Nämlich durch die "Gratis-Kultur" im Internet. Der müsse man "sich widersetzen".von Günter Bartsch
Als kleine Erwiderung zum Kommentar Ari Nadkarnis muss darauf hingewiesen werden, dass Döpfners Thesen tatsächlich wie von einem anderen Stern wirken, wenn man sich klar macht, dass auf derselben Veranstaltung über die Pressefreiheit in Belarus gesprochen wurde. Nur die "Gratiskultur des Internet" ermöglicht es wenigstens einem Teil der Weißrussen, über charter97.org Zugang zu halbwegs unabhängigen Informationen zu erhalten. Dass der Autor dies in Kontrast zu den "Sorgen" der (deutschen) Medienwirtschaft stellt, macht den Artikel umso lesenswerter...
11.09.2010 16:44 Uhr
von Ettore Atalan:
Den Feinden der "Gratis-Kultur" im Internet muss man sich widersetzen und mangels Qualität beim Springer-Verlag sollte das nicht allzu schwer sein.
11.09.2010 13:10 Uhr
von Susi Sorglos:
Döpfner hat recht: Das Internet bedroht die Freiheit der sieben großen Medienkonzernen, ihre Meinung als einzig existierende zu verbreiten. Ums Geld geht es denen hierbei nämlich gar nicht, sondern um die Macht, mittels Propaganda den Pöbel gleichzuschalten.
Außerdem vergißt Herr Döpfner, daß die Onlineableger der Zeitungen mal als Bezahlangebote begannen und ignoriert wurden, weil sie niemand wirklich brauchte. Sie hatten die Wahl: keine Einnahmen und nicht gelesen zu werden, oder keine Einnahmen und gelesen zu werden - und sie entschieden sich für letzteres. Niemand hindert sie daran, den ersten Zustand wieder herzustellen...
10.09.2010 14:15 Uhr
von Schulz:
Wahrscheinlich ist es eher umgekehrt, die Gratiskultur zum Leben/Lebensrecht... ist von ASV bedroht. Wieso kann eine Gratiskultur einen ueberteuerten Medienkonzern gefaehrden? Macht keinen Sinn.
Natuerlich wuerde ich auch beim ASV arbeiten, um Arbeit und Wohnung in Berlin zu haben.
10.09.2010 13:34 Uhr
von Udo Radert:
"Döpfner:
"Indem wir uns der Gratis-Kultur im Internet widersetzen, verteidigen wir unabhängigen Qualitätsjournalismus, verteidigen wir die Freiheit der Presse."
______________
Der Döpfner will also etwas verteidigen, was zumindest sein Verlag garnicht besitzt. :-)
"Eine göttliche Komödie" , um mal mit Aligheri zu sprechen.
10.09.2010 12:06 Uhr
von haha:
Döpfner: "Indem wir uns der Gratis-Kultur im Internet widersetzen, verteidigen wir unabhängigen Qualitätsjournalismus, verteidigen wir die Freiheit der Presse."
was versteht denn der von UNABHÄNGIGEM QUALITÄTSjournalismus? und aus der pressefreiheit die freiheit der presse zu machen, ist auch lustig... er meint wohl: die freiheit der medienkonzerne möglichst hohe profite zu erwirtschaften...
10.09.2010 11:14 Uhr
von Pascal R.:
Viele viele Web-Angebote sollten mal Flattr ausprobieren. Denn wenn es mehr, vor allem große, Anbieter versuchen, werden auch mehr Menschen angelockt die das ausprobieren.
Ich selbst zahle zwar gerade nur wenig geld pro Monat für meine selbstauferlegte Kulturflatrate, aber ich bin auch gerade sehr knapp bei Kasse. Nächstes Jahr, wenns wieder besser aussieht, kann ich mir gut vorstellen, das ganze auf 20 bis 30 Euro im Monat zu erhöhen. Wenn ich irgendwann arbeit, auch gerne mal einen deutlich höheren Betrag.
Viele Menschen verstehen, dass man nicht alles gratis haben kann und wollen auch garnicht alles gratis haben.
Um das Internet in seiner Freiheit zu erhalten benötigt man systeme wie Flattr. Leider sehe ich das zurzeit stagnieren. Es ist auch fragwürdig, ob man wirklich einen mainstream von "freiwilligem geldausgeben" überzeugen kann. Vermutlich eher nicht. Aber probieren schadet nicht.
10.09.2010 11:09 Uhr
von Scuba:
Allein die Tatsache , dass der Vorstandschef von Axel Springer von "Qualitätsjournalismus" spricht zeigt doch, wie sehr der unter Realitätsverlust leidet. Also schön weitermachen mit Open Access, nach seiner Logik müsste der ja bald bankrott sein. Hoffen wirs.
10.09.2010 10:53 Uhr
von Stimmvieh:
Es gibt zwei einfache Wege, wie Springer der "Gratis-Kultur" entgegen treten könnte: a) raus aus dem Netz oder b) Nachrichten im Netz nur noch gegen Bezahlung, wie das Wall Street Journal das schon länger macht. Beides will man bei Springer aber nicht, da sich offenbar mit Werbung im Internet immer noch gut genug verdienen lässt und Aufmerksamkeit dabei eben doch eine Art Währung ist. Zumindest verzichtet Döpfner dieses Mal darauf, das Wort "Qualitätsjournalismus" in den Mund zu nehmen, wahrscheinlich weil er die Ironie nicht länger ertragen kann.
10.09.2010 10:48 Uhr
von daweed:
Natürlich sieht Springer die Pressefreiheit bedroht, weil viel zu lange Zeit Springer schreiben konnte was man wollte und dies unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit verkauft! Wie bei unserem Lieblings-Sarazenen...
Der Segen des Internet ist aber das es viele Informationen umsonst gibt, dadurch entsteht ja eine größere Meinungsvielfalt. Wodurch die getriebene Herde für Springer mit der Zeit kleiner wird.
Aber Springer und seinen angelsächsischen Neoliberalen gefällt das nicht, war aber auch klar.
Konnte man auch sehr gut beobachten, bei der Diskussion um die Afganistan-Papiere, weil der böse Assange unsere Soldaten gefährdet. Obwohl Wikileaks schickte die Soldaten ja nicht dorthin, oder lieg ich falsch?
10.09.2010 10:34 Uhr
von Sebastian Thürrschmidt:
What's next? "Die Gratiskultur in deutschen Schlafzimmern bedroht die Freiheit der Sexualität", moniert Hurenverbandsvorsitzende. "Nur durch ein umfassendes Leistungsschutzrecht in Form einer Vergnügungssteuer auf privaten Sex kann ein funktionierender Wettbewerb nachhaltig gewährleitet werden!"
10.09.2010 08:31 Uhr
von Sam Vimes:
Guter Artikel!
Eine kleine Ergänzung: Offenbar scheint grade in Deutschland die Bereitschaft Qualität zu honorieren relativ ausgeprägt zu sein, zumindest erweckt es den Eindruck, wenn man sich mal die Flattr-Charts ansieht, ...
sam
09.09.2010 23:08 Uhr
von dot tilde dot:
and homefucking kills prostitution.
aber es könnte noch viel schlimmer sein: die pressefreiheit als größte gefahr für sich selbst.
.~.
09.09.2010 16:13 Uhr
von Tino Maurus:
Lieber Herr Döpfner, Sie sollten sich umbedingt widersetzen und Ihre Angebote nur noch zahlenden Kunden zugänglich machen!
Viele Menschen werden Ihnen unendlich dankbar sein, wenn die Dinge, die Sie produzieren nicht mehr frei verfügbar sind!
09.09.2010 15:52 Uhr
von Kassandra:
Wenn die Pressefreiheit in Deutschland schon "von innen" bedroht sein soll, dann ist das ganz sicher eher der kapitalgesteuerten Springerpresse als der sog. Gratiskultur im Internet zu verdanken.
Wenn es etwas medial Basisdemokratisches gibt, dann ist es die sog. Gratiskultur im Internet, die es eben jedem, der Zugang zum Internet hat, ermöglicht, auch ohne Einsatz massiver finanzieller Mittel einen Beitrag zur demokratischen Meinungsbildung zu leisten.
Wer allen Ernstes behauptet, dies bedrohe die Pressefreiheit von innen, zeigt ein bemerkenswertes Verständnis von Pressefreiheit, das mit unserem Grundgesetz rein gar nichts, dafür umso mehr mit den Profitinteressen von Springer & Co. zu tun hat.
Es lebe die Gratiskultur im Internet!
Nutzt die Pressefreiheit, solange das Internet noch nicht gleichgeschaltet ist!
09.09.2010 15:50 Uhr
von Hannseat:
Diese angebliche Gratiskultur gab es schon immer. Sie heißt Fernsehen.
Das Internet ist nur deshalb für die Zeitungen so gefährlich weil es aktueller ist (jede gedruckte Zeitung ist von gestern), und obendrein interaktiv.
Kommentare sind inzwischen sogar wichtiger als die Story selbst, meistens auch interessanter. Das alles kann eine Zeitung nicht bieten.
Das einzige was eine Qualitätszeitung dem Internet (theoretisch) voraus hat, ist das Feuilleton. Aber selbst das können spezialisierte Blogs mittlerweile "besser".
Für mich gibt es schlicht keinen Grund mehr eine gedruckte Zeitung zu kaufen oder für Inhalte zu zahlen seit es mobiles Internet gibt. Die Verlage müssen sich ein neues Geschäftsmodell suchen. Ich würde sagen- macht es Google nach. Reine Werbefinanzierung plus Internet ist angesagt.
09.09.2010 15:39 Uhr
von Ari Nadkarni:
Ich gebe der TAZ recht, solche plakativen Beschönigungen der eigenen kapitalistischen Interessen kritisch ins Licht zu rücken. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass der Ton, in dem Herr Bartsch schreibt, erheblich zu scharf ist. Die Kritik mag inhaltlich angemessen sein, sprachlich führt sie nur dazu, dass man den Autoren unsympathisch findet. "Er behauptet allen Ernstes", "auf seinem Stern", in diesen Momenten verlässt Herr Bartsch die Sachlichkeit und wird gewissermaßen persönlich. Ich denke, das ist unnötig und der Inhalt verliert an Glaubwürdigkeit.
09.09.2010 15:37 Uhr
von Klingelhella:
Deutscher Verband der Atemfreunde entsetzt: Luft ist noch immer gratis!
09.09.2010 15:34 Uhr
von _Flin_:
Wirklich ein lustiger Vogel. Wie eine staatliche Garantie von Zahlungen für Meinungsweiterverbreitung der Pressefreiheit zuträglich sein kann, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Wie man es anders macht, zeigt der Guardian.
Was die Verleger nicht kapieren, ist, dass das Abschreiben einer Agenturmeldung und Berichten über Dinge, über die alle Anderen auch berichten, in einem Informationsmarkt nur dazu führt, dass der Wert des Berichtes sinkt.
Seit 15 Jahren gibts jetzt schon WWW im Mainstream, und jetzt langsam kommen Seiten drauf, dass es sich vielleicht lohnt, mal Quellen zu verlinken, oder vielleicht einen Artikel als ein Sprungbrett zu betrachten, von dem sich der Leser aus näher mit dem Thema beschäftigen kann.
Aber nein, man hält den Leser für dumm und die eigene Leistung für unerreichbar.
09.09.2010 15:00 Uhr
von vantast:
Erinnert stark an das Wort von Ballmer von Microsoft, daß freie Software ein Krebsgeschwür wäre. Springer sollte sich besser dafür einsetzen, daß die Bildzeitung zivilisiert wird und kein Lügenblatt bleibt, auch wenn es eine Art Regierungspostille ist.
09.09.2010 14:48 Uhr
von BILD-Gucker:
So so, der Vorstand vom Springer-Verlag spricht von "Qualitätsjournalismus". Ausgerechnet, was soll man da noch sagen?
09.09.2010 14:27 Uhr
von bEn:
Was meint er damit? Die angewohnheit von bild uralte YouTube-Videos mit neuem Vorspann als Sensation zu verkaufen oder sich beim nächsten Amoklauf/Zugunglück... ungefragt Portraiits von Schul oder Vereinseiten zu nehmen?
09.09.2010 14:25 Uhr
von ant:
Mathias Döpfner verteidigt den unabhängigen Qualitätsjournalismus. Ist doch immer wieder schön wenn ein so trüber Tag mit einem so schönen Witz beginnt.
Leserkommentare
05.10.2010 13:56 Uhr
von Torsten:
Als kleine Erwiderung zum Kommentar Ari Nadkarnis muss darauf hingewiesen werden, dass Döpfners Thesen tatsächlich wie von einem anderen Stern wirken, wenn man sich klar macht, dass auf derselben Veranstaltung über die Pressefreiheit in Belarus gesprochen wurde.
Nur die "Gratiskultur des Internet" ermöglicht es wenigstens einem Teil der Weißrussen, über charter97.org Zugang zu halbwegs unabhängigen Informationen zu erhalten.
Dass der Autor dies in Kontrast zu den "Sorgen" der (deutschen) Medienwirtschaft stellt, macht den Artikel umso lesenswerter...
11.09.2010 16:44 Uhr
von Ettore Atalan:
Den Feinden der "Gratis-Kultur" im Internet muss man sich widersetzen und mangels Qualität beim Springer-Verlag sollte das nicht allzu schwer sein.
11.09.2010 13:10 Uhr
von Susi Sorglos:
Döpfner hat recht: Das Internet bedroht die Freiheit der sieben großen Medienkonzernen, ihre Meinung als einzig existierende zu verbreiten. Ums Geld geht es denen hierbei nämlich gar nicht, sondern um die Macht, mittels Propaganda den Pöbel gleichzuschalten.
Außerdem vergißt Herr Döpfner, daß die Onlineableger der Zeitungen mal als Bezahlangebote begannen und ignoriert wurden, weil sie niemand wirklich brauchte. Sie hatten die Wahl: keine Einnahmen und nicht gelesen zu werden, oder keine Einnahmen und gelesen zu werden - und sie entschieden sich für letzteres. Niemand hindert sie daran, den ersten Zustand wieder herzustellen...
10.09.2010 14:15 Uhr
von Schulz:
Wahrscheinlich ist es eher umgekehrt,
die Gratiskultur zum Leben/Lebensrecht...
ist von ASV bedroht.
Wieso kann eine Gratiskultur
einen ueberteuerten Medienkonzern gefaehrden?
Macht keinen Sinn.
Natuerlich wuerde ich auch
beim ASV arbeiten, um Arbeit und Wohnung
in Berlin zu haben.
10.09.2010 13:34 Uhr
von Udo Radert:
"Döpfner:
"Indem wir uns der Gratis-Kultur im Internet widersetzen, verteidigen wir unabhängigen Qualitätsjournalismus, verteidigen wir die Freiheit der Presse."
______________
Der Döpfner will also etwas verteidigen, was zumindest sein Verlag garnicht besitzt. :-)
"Eine göttliche Komödie" , um mal mit Aligheri zu sprechen.
10.09.2010 12:06 Uhr
von haha:
Döpfner: "Indem wir uns der Gratis-Kultur im Internet widersetzen, verteidigen wir unabhängigen Qualitätsjournalismus, verteidigen wir die Freiheit der Presse."
was versteht denn der von UNABHÄNGIGEM QUALITÄTSjournalismus?
und aus der pressefreiheit die freiheit der presse zu machen, ist auch lustig...
er meint wohl: die freiheit der medienkonzerne möglichst hohe profite zu erwirtschaften...
10.09.2010 11:14 Uhr
von Pascal R.:
Viele viele Web-Angebote sollten mal Flattr ausprobieren. Denn wenn es mehr, vor allem große, Anbieter versuchen, werden auch mehr Menschen angelockt die das ausprobieren.
Ich selbst zahle zwar gerade nur wenig geld pro Monat für meine selbstauferlegte Kulturflatrate, aber ich bin auch gerade sehr knapp bei Kasse. Nächstes Jahr, wenns wieder besser aussieht, kann ich mir gut vorstellen, das ganze auf 20 bis 30 Euro im Monat zu erhöhen. Wenn ich irgendwann arbeit, auch gerne mal einen deutlich höheren Betrag.
Viele Menschen verstehen, dass man nicht alles gratis haben kann und wollen auch garnicht alles gratis haben.
Um das Internet in seiner Freiheit zu erhalten benötigt man systeme wie Flattr. Leider sehe ich das zurzeit stagnieren. Es ist auch fragwürdig, ob man wirklich einen mainstream von "freiwilligem geldausgeben" überzeugen kann. Vermutlich eher nicht. Aber probieren schadet nicht.
10.09.2010 11:09 Uhr
von Scuba:
Allein die Tatsache , dass der Vorstandschef von Axel Springer von "Qualitätsjournalismus" spricht zeigt doch, wie sehr der unter Realitätsverlust leidet. Also schön weitermachen mit Open Access, nach seiner Logik müsste der ja bald bankrott sein. Hoffen wirs.
10.09.2010 10:53 Uhr
von Stimmvieh:
Es gibt zwei einfache Wege, wie Springer der "Gratis-Kultur" entgegen treten könnte: a) raus aus dem Netz oder b) Nachrichten im Netz nur noch gegen Bezahlung, wie das Wall Street Journal das schon länger macht.
Beides will man bei Springer aber nicht, da sich offenbar mit Werbung im Internet immer noch gut genug verdienen lässt und Aufmerksamkeit dabei eben doch eine Art Währung ist.
Zumindest verzichtet Döpfner dieses Mal darauf, das Wort "Qualitätsjournalismus" in den Mund zu nehmen, wahrscheinlich weil er die Ironie nicht länger ertragen kann.
10.09.2010 10:48 Uhr
von daweed:
Natürlich sieht Springer die Pressefreiheit bedroht, weil viel zu lange Zeit Springer schreiben konnte was man wollte und dies unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit verkauft! Wie bei unserem Lieblings-Sarazenen...
Der Segen des Internet ist aber das es viele Informationen umsonst gibt, dadurch entsteht ja eine größere Meinungsvielfalt. Wodurch die getriebene Herde für Springer mit der Zeit kleiner wird.
Aber Springer und seinen angelsächsischen Neoliberalen gefällt das nicht, war aber auch klar.
Konnte man auch sehr gut beobachten, bei der Diskussion um die Afganistan-Papiere, weil der böse Assange unsere Soldaten gefährdet. Obwohl Wikileaks schickte die Soldaten ja nicht dorthin, oder lieg ich falsch?
10.09.2010 10:34 Uhr
von Sebastian Thürrschmidt:
What's next? "Die Gratiskultur in deutschen Schlafzimmern bedroht die Freiheit der Sexualität", moniert Hurenverbandsvorsitzende. "Nur durch ein umfassendes Leistungsschutzrecht in Form einer Vergnügungssteuer auf privaten Sex kann ein funktionierender Wettbewerb nachhaltig gewährleitet werden!"
10.09.2010 08:31 Uhr
von Sam Vimes:
Guter Artikel!
Eine kleine Ergänzung:
Offenbar scheint grade in Deutschland die Bereitschaft Qualität zu honorieren relativ ausgeprägt zu sein, zumindest erweckt es den Eindruck, wenn man sich mal die Flattr-Charts ansieht, ...
sam
09.09.2010 23:08 Uhr
von dot tilde dot:
and homefucking kills prostitution.
aber es könnte noch viel schlimmer sein: die pressefreiheit als größte gefahr für sich selbst.
.~.
09.09.2010 16:13 Uhr
von Tino Maurus:
Lieber Herr Döpfner, Sie sollten sich umbedingt widersetzen und Ihre Angebote nur noch zahlenden Kunden zugänglich machen!
Viele Menschen werden Ihnen unendlich dankbar sein, wenn die Dinge, die Sie produzieren nicht mehr frei verfügbar sind!
09.09.2010 15:52 Uhr
von Kassandra:
Wenn die Pressefreiheit in Deutschland schon "von innen" bedroht sein soll, dann ist das ganz sicher eher der kapitalgesteuerten Springerpresse als der sog. Gratiskultur im Internet zu verdanken.
Wenn es etwas medial Basisdemokratisches gibt, dann ist es die sog. Gratiskultur im Internet, die es eben jedem, der Zugang zum Internet hat, ermöglicht, auch ohne Einsatz massiver finanzieller Mittel einen Beitrag zur demokratischen Meinungsbildung zu leisten.
Wer allen Ernstes behauptet, dies bedrohe die Pressefreiheit von innen, zeigt ein bemerkenswertes Verständnis von Pressefreiheit, das mit unserem Grundgesetz rein gar nichts, dafür umso mehr mit den Profitinteressen von Springer & Co. zu tun hat.
Es lebe die Gratiskultur im Internet!
Nutzt die Pressefreiheit, solange das Internet noch nicht gleichgeschaltet ist!
09.09.2010 15:50 Uhr
von Hannseat:
Diese angebliche Gratiskultur gab es schon immer.
Sie heißt Fernsehen.
Das Internet ist nur deshalb für die Zeitungen so gefährlich weil es aktueller ist (jede gedruckte Zeitung ist von gestern), und obendrein interaktiv.
Kommentare sind inzwischen sogar wichtiger als die Story selbst, meistens auch interessanter.
Das alles kann eine Zeitung nicht bieten.
Das einzige was eine Qualitätszeitung dem Internet
(theoretisch) voraus hat, ist das Feuilleton.
Aber selbst das können spezialisierte Blogs mittlerweile "besser".
Für mich gibt es schlicht keinen Grund mehr eine gedruckte Zeitung zu kaufen oder für Inhalte zu zahlen seit es mobiles Internet gibt.
Die Verlage müssen sich ein neues Geschäftsmodell suchen. Ich würde sagen- macht es Google nach.
Reine Werbefinanzierung plus Internet ist angesagt.
09.09.2010 15:39 Uhr
von Ari Nadkarni:
Ich gebe der TAZ recht, solche plakativen Beschönigungen der eigenen kapitalistischen Interessen kritisch ins Licht zu rücken. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass der Ton, in dem Herr Bartsch schreibt, erheblich zu scharf ist. Die Kritik mag inhaltlich angemessen sein, sprachlich führt sie nur dazu, dass man den Autoren unsympathisch findet. "Er behauptet allen Ernstes", "auf seinem Stern", in diesen Momenten verlässt Herr Bartsch die Sachlichkeit und wird gewissermaßen persönlich. Ich denke, das ist unnötig und der Inhalt verliert an Glaubwürdigkeit.
09.09.2010 15:37 Uhr
von Klingelhella:
Deutscher Verband der Atemfreunde entsetzt: Luft ist noch immer gratis!
09.09.2010 15:34 Uhr
von _Flin_:
Wirklich ein lustiger Vogel. Wie eine staatliche Garantie von Zahlungen für Meinungsweiterverbreitung der Pressefreiheit zuträglich sein kann, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Wie man es anders macht, zeigt der Guardian.
Was die Verleger nicht kapieren, ist, dass das Abschreiben einer Agenturmeldung und Berichten über Dinge, über die alle Anderen auch berichten, in einem Informationsmarkt nur dazu führt, dass der Wert des Berichtes sinkt.
Seit 15 Jahren gibts jetzt schon WWW im Mainstream, und jetzt langsam kommen Seiten drauf, dass es sich vielleicht lohnt, mal Quellen zu verlinken, oder vielleicht einen Artikel als ein Sprungbrett zu betrachten, von dem sich der Leser aus näher mit dem Thema beschäftigen kann.
Aber nein, man hält den Leser für dumm und die eigene Leistung für unerreichbar.
09.09.2010 15:00 Uhr
von vantast:
Erinnert stark an das Wort von Ballmer von Microsoft, daß freie Software ein Krebsgeschwür wäre. Springer sollte sich besser dafür einsetzen, daß die Bildzeitung zivilisiert wird und kein Lügenblatt bleibt, auch wenn es eine Art Regierungspostille ist.
09.09.2010 14:48 Uhr
von BILD-Gucker:
So so, der Vorstand vom Springer-Verlag spricht von "Qualitätsjournalismus". Ausgerechnet, was soll man da noch sagen?
09.09.2010 14:27 Uhr
von bEn:
Was meint er damit? Die angewohnheit von bild uralte YouTube-Videos mit neuem Vorspann als Sensation zu verkaufen oder sich beim nächsten Amoklauf/Zugunglück... ungefragt Portraiits von Schul oder Vereinseiten zu nehmen?
09.09.2010 14:25 Uhr
von ant:
Mathias Döpfner
verteidigt den unabhängigen Qualitätsjournalismus.
Ist doch immer wieder schön wenn ein so trüber Tag mit einem so schönen Witz beginnt.