Nach den Todesfällen in Mainz wegen mangelnder Hygiene im Krankenhaus suchen Politiker nach einer bundesweiten Regelung. Viele Infektionen wären leicht vermeidbar.von I. Arzt & P. Gessler
Es sind nicht die laxen Vorschriften, die ein Problem bilden würden. Es ist einfach die massive personelle Unterbesetzung in Krankenhäusern. Sollte doch die Uniklinik in Mainz noch vor kurzem privatisiert werden und - wie es im Jargon der Privatisierer so schön heißt - wurde die "Braut schon einmal geschmückt: Entlassungen wurden vorgenommen.
Es gab nicht etwa vorher eine passsable Stellendecke. In der Notaufnahme konnten Patienten bis zu ca. 10 Stunden vor dem ersten Arztkontakt warten und das selbst bei dem Verdacht eines Schlaganfalls. Die Sozialministerin (SPD) äußerte trotz der bekannten Missstände damals allerdings, dass es keine personelle Unterbesetzung geben würde. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Die generelle Einstellung gegenüber anderen Menschen, die nicht zum eigenen engsten Familienkreis gehören, lässt nicht nur beim Thema Hartz IV zu wünschen übrig.
25.08.2010 11:17 Uhr
von Schwartz:
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Pflegefehler passieren in allen Kliniken. Nur ist es oft Glueckssache, ob die Folgen reparabel sind, oder ob es dem Pflegepersonal gelingt, sich gegenseitig zu korrigieren. Wo das Pflegepersonal staendig an den Grenzen der Belastbarkeit arbeitet, wo aus staedtischen Kliniken gewinnbringende Unternehmen werden, sind Pflegefehler nicht zu vermeiden. Es braucht keine neuen Hygienevorschriften oder -beauftragte, das sind Grundlagen der Krankenpflegeausbildung, sondern ausreichend Personal, um dieser 100%ig einhalten zu koennen.
25.08.2010 10:45 Uhr
von Michi Hartmann:
Dass endlich etwas passiert, wurde auch Zeit.
Meine Tochter hat sich in der Kinderklinik Amsterdamer Strasse in Köln Pseudomonaden gefangen. Es war bekannt, dass sie einen falsch angewachsenen Harnleiter hatte (Reflux) und dadurch einer E-Coli-Infektion der Blase bekommen hatte, das war der Grund für den Aufenthalt in der Klinik.
Dort wurde ich "gezwungen", sie zu baden (Ich fand, Waschen reicht, Kölscher Drache Krankenschwester O-Ton: Entweder SIE baden datt Kind oder isch) und wahrscheinlich hat sie sich die Pseudomonaden aus den Abflüssen geholt, die Kinderwannen waren fest verlegt mit Abfluss und nicht zum Aufstellen, wie zu Hause.
Durch den Reflux konnten die Pseudomonaden leicht bis in die Niere aufsteigen (warum in Gottes Namen steckt man ein Kind mit einer quasi offen zugänglichen Niere in eine Wanne, die am Abflusssystem hängt??? Das dort der härteste Krankenhauskeim Pseudomonade wohnt ist ja hinreichend bekannt!), ihr Körper wurde mit der Infektion nicht fertig, in der Niere bildeten sich eingekapselte Abszesse. Auch befanden sich Streuinfektionsherde in der Lunge.
Das wurde aber erst entdeckt, als sie bei der Operation des Refluxes verstorben und war und obduziert wurde.
Verstorben ist sie daran, dass in diesem Krankenhaus niemand eine Ahnung von den Abszessen hatte - trotz sechswöchigen Aufenthaltes) und bei der OP ein Katheder nicht in der Harnblase landete wo er hinsollte, sondern durch den falsch angewachsenen und erweiterten Harnleiter in die Niere rutschte. Niemand kontrollierte bei der OP, ob der Katheter richtig sitzt. Niemand hatte auch vor der OP nochmal einen Ultraschall gemacht, um das System noch einmal gründlich zu untersuchen, in sechs Wochen kann sich ja viel verändern vor allem bei so einem kleinen Kind.
In der Niere sprengte der Katheter wahrscheinlich einen Abszess, als die Harnblase mit Luft gespannt werden sollte, um den Harnleiter richtig anbringen zu können. Dadurch wurde die Luft ins venöse System geblasen. 110 ccm hätten auch einen Erwachsenen getötet, bei einem kleinen Kind war da nicht mal mehr eine Minimalchance fürs Überleben.
Danach begegnete mir der Chefarzt der Pädiatrie, der ja meine Tochter die ganze Zeit betreut hatte und die Entscheidungen über Untersuchungen und den OP-Termin getroffen hatte, auf der Treppe. Er drehte sich um und verschwand, nicht einmal ein "herzliches Beileid" war drin. Später musste ich sieben Montate lang mit der Klinik per Anwalt um die Herausgabe der Akte kämpfen. Diese enthielt ganz viele Details aus meiner Erinnerung nicht und viele Informationen z.B. einen vollständigen Obduktionsbericht habe ich nie erhalten. Schweigen, Abwimmeln, Untenhalten, Mauern etc.
Mein Anwalt informierte mich, dass ich dem Krankenhaus nachweisen müsste, dass sie Fehler gemacht haben anhand der Informationen, die ich von denen zur Verfügung gestellt bekomme. Dann würde ich wahrscheinlich ca. 20 Jahre lang prozessieren und dann würde die ganze Sache wahrscheinlich auf einen Vergleich hinauslaufen und ich solle mir gut überlegen, ob es mir das wert sei. Ich habe dann auf Klage verzichtet, da mir klar war, dass ich diese psychische Belastung wahrscheinlich nicht überstehen würde. Ich war sowieso kurz vor dem Suizid.
Als ich mich an die Presse wandte - z.B. die Spiegel-Redaktion, wurde mir gesagt, Krankenhausinfektionen kämen eben vor und mein Fall bzw. der meiner Tochter sei nicht von sonderlichem Interesse. Dass es ja nicht nur um die Infektion ging, sondern auch umd die nachfolgenden - meiner Ansicht nach - fatalen Nachlässigkeiten, interessierte ebenfalls nicht.
Fazit: zieht endlich alle, die für solche Dinge verantwortlich sind, auch zur Verantwortung, brecht die Mauern des Schweigens und gegenseitigen Deckens auf, vor allem zerstört endlich die Hybris der Chefärzte und der "Götter" in Weiss. Dass ein Chefarzt verantwortungsbewusste MitarbeiterInnen verspottet wegen Einhaltung der Hygieneregeln, dass hätte auch der Herr aus der Amsterdamer Strasse sein können und sorgt für die Verhältnisse, in denen so eine Story möglich ist...
25.08.2010 10:32 Uhr
von vantast:
Wenn so viele Tote schon so lange akzeptiert werden, frage ich mich, warum man so einen Wahnsinnsaufwand mit der Terroristenbekämpfung betreibt. Es ist einfach unwirtschaftlich. Sinnvoller wäre es, im Hygienebereich viel mehr Leute einzustellen, es lohnt sich.
25.08.2010 10:31 Uhr
von Reimann:
MRSA-net
= ein Siegel, was in den Niederlande erprobte Hygienestandards prüft. Bisher nur bei wenigen deutschen Krankenhäusern üblich - z.B. in Münster. Stärkerer Druck auf KH's diese Standards einzuhalten könnte Teil der Lösung sein.
25.08.2010 09:17 Uhr
von IRR:
Mich wundert das schon, wie lange über die Missverhältnisse in Krankenhäusern geschwiegen wird. Ständig bekommt man von den Medien vorgesetzt, wie viele Menschen pro Jahr bei einem Unfall ums Leben kommen und wieviele AIDS Tote es gibt. Aber dass es viel gefährlicher ist, ins Krankenhaus zu gehen, darüber schweigt man! Ein Skandal! Wo es doch normal ist, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen.
25.08.2010 09:12 Uhr
von Bleedranner:
Hospitalismus ist ein bekantes Problem und nicht auf mangelhafte Hygiene zurückzuführen, und die Ursache der "tausenden Todesfälle". Das sollte man nicht in einen Topf mit Unglücksfällen, mangelhafter Wartung medizinischer Geräte oder inkompeteneten Medizintechnikern werfen. Das sind glücklicherweise Einzelfälle. Also, etwas mehr differenzierte Recherche bitte.
25.08.2010 08:51 Uhr
von Rod:
In deutschen Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen geht seit einigen Jahren stark zunehmend das Novo-Virus um. Bei der letzten Reha war praktisch die Hälfte aller Patienten damit infiziert, der Speisesaal blieb leer und viele Kurmaßnahmen wurden abgesagt.
In holländischen Krankenhäusern gibt es dieses Problem nicht. Patienten, die von deutschen Krankenhäusern in ein holländisches kommen werden in eigens eingerichteten Isolierstationen untergebracht, damit sie andere Patienten nicht anstecken.
Warum geht das Novo-Virus so schlimm in deutschen Krankenhäusern um, wogegen holländische Krankenhäuser davon verschont bleiben? Der Grund ist ganz einfach: In Holland achtet man auf sehr gut auf Hygiene und Sauberkeit.
Nicht nur deutsche Krankenhäuser stehen wegen der mangelnden Hygiene im internationalen Vergleich schlecht da. Die Toiletten der deutschen Bahn führen die internationalen Hitliste der ekelhaftesten Orte der Welt.
Wir deutschen scheinen unserem Spitznamen wieder alle Ehre zu machen.
25.08.2010 08:32 Uhr
von Querulant:
Was hat denn das Foto aus einer Werbung für Sanitäreinrichtung mit der Hygiene in Krankenhäusern zu tun?
25.08.2010 08:12 Uhr
von Matthias Kleis:
Die Hygienevorschriften reichen völlig aus. Das Problem ist ein ganz anderes. Es wird immer mehr Personal abgebaut und das verbleibende Personal rotiert immer mehr. Je mehr Menschen unter Druck stehen, desto mehr Fehler machen sie, auch im Bereich der Hygiene.
25.08.2010 07:09 Uhr
von Thommy, der Weihnachtsganz:
Immer dann, wenn Leute unter Druck sind durch Müdigkeit,psychischen Stress, Überlastung und vor allem das, was man ARBEITSVERDICHTUNG/JOB ENRICHMENT nennt, entstehen Unfälle, Pannen usw. Am besten wissen das die Betreffenden und die Sozialversicherungen.Das gerade Krankenschwestern oft genug knüppeln müssen bis zum Umfallen und sich Tag und Nacht die Hacken abrennen- dafür hat man die letzten zwanzig Jahre "erfolgreich" gesorgt, dazu werden Fachkräfte oft genug als Helfer bezahlt oder als Helfer eingestellt und verrichten dann die Arbeit von Fachkräften. Es handelt sich m.E. hier um methodisch angelegten Betrug an der gesamten arbeitenden Bevölkerung (siehe den DRK- Skandal in Berlin- forschen Sie bitte einmal nach, wie in Charlottenburg die Schwestern bezahlt wurden und was sie dafür tun mußten und wer davon profitierte. Das ist nur die Spitze des Eisberges.
Wenn im OP, in der Neurologie, in der Pflege die letzte tapfere Schwester gefallen und arbeitsunfähig kaputtgeschrieben ist, ist die solidarische Pflichtversicherung geliefert und die Privatisierer können weiter plündern gehen. Wer nicht zahlen kann, hat Pech gehabt und letztendlich ist´s auch egal:weil ca. 8 Millionen Menschen sowieso "funktional überflüssig" sind, weil sie auf Hilfe und Subventionen angewiesen sind. Ich nenne sowas "Mißwirtschaft", denn es herrscht hier und woanders Schwund für alle.
Und dann, wenn die Säge wieder mal klemmt, gibt es sofort welche, die schlau reden und "managen": da werden Papierchen und Regeln verfaßt,in denen drinsteht, wie es zu laufen hat. Damit machen sie dann den Arbeitenden das Leben noch schwerer. "Versagen" sie, müssen sie damit rechnen, abgemahnt zu werden und "ausgetauscht" zu werden. In der Substanz bedeutet dies: Pannen, Unfälle, Tote gibt´s dann, wenn man mit den Leuten umgeht wie mit Stückgut und nicht wie mit Menschen,die Bedürfnisse haben.
25.08.2010 06:46 Uhr
von Andy:
....und etwa 20.000 bis 40.000 Patienten sterben daran..
In Deutschland werden Millionen verballert gegen angebliche Terroristen die noch keinen einzigen Menschen in Deutschland getötet haben. Die Tatsache ist viele Jahre bekannt das Menschen in Krankenhäusern umkommen. Und hier ist kein müder Euro übrig. Und die Bedrohung ist im Gegensatz zu Terroristen überall vorhanden.
24.08.2010 22:37 Uhr
von Mein Name:
Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her. Das gilt tatsächlich für Chefärzte, die meinen per Definition sterile Hände zu haben und alle Hygienemassnahmen mit den Füssen treten. Bei den Vorbildern, die ich da jeden Tag in einer sehr grossen Uniklinik erlebe, wundern mich die vielen nosokomialen Infektionen nicht. Traurig machen sie mich schon...
24.08.2010 19:45 Uhr
von Saubermann:
Die grundsätzliche Diskussion um Hygiene im Krankenhaus leuchtet mir ein. Die Praktiker im Krankenhaus - und gerne auch die Theoretiker - sollten gangbare Wege finden, die Infektionen zu reduzieren, die erst im Krankenhaus entstehen. Das ist finanziell und menschlich ein wichtiges Thema.
24.08.2010 19:18 Uhr
von Steffi:
Mehr Zeit für die zu erledigende Arbeit = bessere Einhaltung der Hygieneregeln.
Desinfektion ist zeitintensiv. Deshalb braucht es dringend mehr Personal! Vor allem mehr Fachkräfte!
'Haushaltshilfen' ohne Ausbildung haben in Krankenhäusern heutzutage nichts mehr verloren. Das gilt auch für Altenpflegeheime.
24.08.2010 18:44 Uhr
von janus:
Machen wir es doch den Niederländern nach. Dort gibt es eine signifikant niedrigere KH-Infektionsrate ...
Leserkommentare
25.08.2010 13:22 Uhr
von Celsus:
Es sind nicht die laxen Vorschriften, die ein Problem bilden würden. Es ist einfach die massive personelle Unterbesetzung in Krankenhäusern. Sollte doch die Uniklinik in Mainz noch vor kurzem privatisiert werden und - wie es im Jargon der Privatisierer so schön heißt - wurde die "Braut schon einmal geschmückt: Entlassungen wurden vorgenommen.
Es gab nicht etwa vorher eine passsable Stellendecke. In der Notaufnahme konnten Patienten bis zu ca. 10 Stunden vor dem ersten Arztkontakt warten und das selbst bei dem Verdacht eines Schlaganfalls. Die Sozialministerin (SPD) äußerte trotz der bekannten Missstände damals allerdings, dass es keine personelle Unterbesetzung geben würde. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Die generelle Einstellung gegenüber anderen Menschen, die nicht zum eigenen engsten Familienkreis gehören, lässt nicht nur beim Thema Hartz IV zu wünschen übrig.
25.08.2010 11:17 Uhr
von Schwartz:
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Pflegefehler passieren in allen Kliniken. Nur ist es oft Glueckssache, ob die Folgen reparabel sind, oder ob es dem Pflegepersonal gelingt, sich gegenseitig zu korrigieren.
Wo das Pflegepersonal staendig an den Grenzen der Belastbarkeit arbeitet, wo aus staedtischen Kliniken gewinnbringende Unternehmen werden, sind Pflegefehler nicht zu vermeiden.
Es braucht keine neuen Hygienevorschriften oder -beauftragte, das sind Grundlagen der Krankenpflegeausbildung, sondern ausreichend Personal, um dieser 100%ig einhalten zu koennen.
25.08.2010 10:45 Uhr
von Michi Hartmann:
Dass endlich etwas passiert, wurde auch Zeit.
Meine Tochter hat sich in der Kinderklinik Amsterdamer Strasse in Köln Pseudomonaden gefangen. Es war bekannt, dass sie einen falsch angewachsenen Harnleiter hatte (Reflux) und dadurch einer E-Coli-Infektion der Blase bekommen hatte, das war der Grund für den Aufenthalt in der Klinik.
Dort wurde ich "gezwungen", sie zu baden (Ich fand, Waschen reicht, Kölscher Drache Krankenschwester O-Ton: Entweder SIE baden datt Kind oder isch) und wahrscheinlich hat sie sich die Pseudomonaden aus den Abflüssen geholt, die Kinderwannen waren fest verlegt mit Abfluss und nicht zum Aufstellen, wie zu Hause.
Durch den Reflux konnten die Pseudomonaden leicht bis in die Niere aufsteigen (warum in Gottes Namen steckt man ein Kind mit einer quasi offen zugänglichen Niere in eine Wanne, die am Abflusssystem hängt??? Das dort der härteste Krankenhauskeim Pseudomonade wohnt ist ja hinreichend bekannt!), ihr Körper wurde mit der Infektion nicht fertig, in der Niere bildeten sich eingekapselte Abszesse. Auch befanden sich Streuinfektionsherde in der Lunge.
Das wurde aber erst entdeckt, als sie bei der Operation des Refluxes verstorben und war und obduziert wurde.
Verstorben ist sie daran, dass in diesem Krankenhaus niemand eine Ahnung von den Abszessen hatte - trotz sechswöchigen Aufenthaltes) und bei der OP ein Katheder nicht in der Harnblase landete wo er hinsollte, sondern durch den falsch angewachsenen und erweiterten Harnleiter in die Niere rutschte. Niemand kontrollierte bei der OP, ob der Katheter richtig sitzt. Niemand hatte auch vor der OP nochmal einen Ultraschall gemacht, um das System noch einmal gründlich zu untersuchen, in sechs Wochen kann sich ja viel verändern vor allem bei so einem kleinen Kind.
In der Niere sprengte der Katheter wahrscheinlich einen Abszess, als die Harnblase mit Luft gespannt werden sollte, um den Harnleiter richtig anbringen zu können. Dadurch wurde die Luft ins venöse System geblasen. 110 ccm hätten auch einen Erwachsenen getötet, bei einem kleinen Kind war da nicht mal mehr eine Minimalchance fürs Überleben.
Danach begegnete mir der Chefarzt der Pädiatrie, der ja meine Tochter die ganze Zeit betreut hatte und die Entscheidungen über Untersuchungen und den OP-Termin getroffen hatte, auf der Treppe. Er drehte sich um und verschwand, nicht einmal ein "herzliches Beileid" war drin. Später musste ich sieben Montate lang mit der Klinik per Anwalt um die Herausgabe der Akte kämpfen. Diese enthielt ganz viele Details aus meiner Erinnerung nicht und viele Informationen z.B. einen vollständigen Obduktionsbericht habe ich nie erhalten. Schweigen, Abwimmeln, Untenhalten, Mauern etc.
Mein Anwalt informierte mich, dass ich dem Krankenhaus nachweisen müsste, dass sie Fehler gemacht haben anhand der Informationen, die ich von denen zur Verfügung gestellt bekomme. Dann würde ich wahrscheinlich ca. 20 Jahre lang prozessieren und dann würde die ganze Sache wahrscheinlich auf einen Vergleich hinauslaufen und ich solle mir gut überlegen, ob es mir das wert sei. Ich habe dann auf Klage verzichtet, da mir klar war, dass ich diese psychische Belastung wahrscheinlich nicht überstehen würde. Ich war sowieso kurz vor dem Suizid.
Als ich mich an die Presse wandte - z.B. die Spiegel-Redaktion, wurde mir gesagt, Krankenhausinfektionen kämen eben vor und mein Fall bzw. der meiner Tochter sei nicht von sonderlichem Interesse. Dass es ja nicht nur um die Infektion ging, sondern auch umd die nachfolgenden - meiner Ansicht nach - fatalen Nachlässigkeiten, interessierte ebenfalls nicht.
Fazit: zieht endlich alle, die für solche Dinge verantwortlich sind, auch zur Verantwortung, brecht die Mauern des Schweigens und gegenseitigen Deckens auf, vor allem zerstört endlich die Hybris der Chefärzte und der "Götter" in Weiss.
Dass ein Chefarzt verantwortungsbewusste MitarbeiterInnen verspottet wegen Einhaltung der Hygieneregeln, dass hätte auch der Herr aus der Amsterdamer Strasse sein können und sorgt für die Verhältnisse, in denen so eine Story möglich ist...
25.08.2010 10:32 Uhr
von vantast:
Wenn so viele Tote schon so lange akzeptiert werden, frage ich mich, warum man so einen Wahnsinnsaufwand mit der Terroristenbekämpfung betreibt. Es ist einfach unwirtschaftlich. Sinnvoller wäre es, im Hygienebereich viel mehr Leute einzustellen, es lohnt sich.
25.08.2010 10:31 Uhr
von Reimann:
MRSA-net
= ein Siegel, was in den Niederlande erprobte Hygienestandards prüft. Bisher nur bei wenigen deutschen Krankenhäusern üblich - z.B. in Münster.
Stärkerer Druck auf KH's diese Standards einzuhalten könnte Teil der Lösung sein.
25.08.2010 09:17 Uhr
von IRR:
Mich wundert das schon, wie lange über die Missverhältnisse in Krankenhäusern geschwiegen wird.
Ständig bekommt man von den Medien vorgesetzt, wie viele Menschen pro Jahr bei einem Unfall ums Leben kommen und wieviele AIDS Tote es gibt.
Aber dass es viel gefährlicher ist, ins Krankenhaus zu gehen, darüber schweigt man!
Ein Skandal! Wo es doch normal ist, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen.
25.08.2010 09:12 Uhr
von Bleedranner:
Hospitalismus ist ein bekantes Problem und nicht auf mangelhafte Hygiene zurückzuführen, und die Ursache der "tausenden Todesfälle".
Das sollte man nicht in einen Topf mit Unglücksfällen, mangelhafter Wartung medizinischer Geräte oder inkompeteneten Medizintechnikern werfen. Das sind glücklicherweise Einzelfälle.
Also, etwas mehr differenzierte Recherche bitte.
25.08.2010 08:51 Uhr
von Rod:
In deutschen Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen geht seit einigen Jahren stark zunehmend das Novo-Virus um. Bei der letzten Reha war praktisch die Hälfte aller Patienten damit infiziert, der Speisesaal blieb leer und viele Kurmaßnahmen wurden abgesagt.
In holländischen Krankenhäusern gibt es dieses Problem nicht. Patienten, die von deutschen Krankenhäusern in ein holländisches kommen werden in eigens eingerichteten Isolierstationen untergebracht, damit sie andere Patienten nicht anstecken.
Warum geht das Novo-Virus so schlimm in deutschen Krankenhäusern um, wogegen holländische Krankenhäuser davon verschont bleiben? Der Grund ist ganz einfach: In Holland achtet man auf sehr gut auf Hygiene und Sauberkeit.
Nicht nur deutsche Krankenhäuser stehen wegen der mangelnden Hygiene im internationalen Vergleich schlecht da. Die Toiletten der deutschen Bahn führen die internationalen Hitliste der ekelhaftesten Orte der Welt.
Wir deutschen scheinen unserem Spitznamen wieder alle Ehre zu machen.
25.08.2010 08:32 Uhr
von Querulant:
Was hat denn das Foto aus einer Werbung für Sanitäreinrichtung mit der Hygiene in Krankenhäusern zu tun?
25.08.2010 08:12 Uhr
von Matthias Kleis:
Die Hygienevorschriften reichen völlig aus. Das Problem ist ein ganz anderes. Es wird immer mehr Personal abgebaut und das verbleibende Personal rotiert immer mehr. Je mehr Menschen unter Druck stehen, desto mehr Fehler machen sie, auch im Bereich der Hygiene.
25.08.2010 07:09 Uhr
von Thommy, der Weihnachtsganz:
Immer dann, wenn Leute unter Druck sind durch Müdigkeit,psychischen Stress, Überlastung und vor allem das, was man ARBEITSVERDICHTUNG/JOB ENRICHMENT nennt, entstehen Unfälle, Pannen usw.
Am besten wissen das die Betreffenden und die Sozialversicherungen.Das gerade Krankenschwestern oft genug knüppeln müssen bis zum Umfallen und sich Tag und Nacht die Hacken abrennen- dafür hat man die letzten zwanzig Jahre "erfolgreich" gesorgt, dazu werden Fachkräfte oft genug als Helfer bezahlt oder als Helfer eingestellt und verrichten dann die Arbeit von Fachkräften. Es handelt sich m.E. hier um methodisch angelegten Betrug an der gesamten arbeitenden Bevölkerung (siehe den DRK- Skandal in Berlin- forschen Sie bitte einmal nach, wie in Charlottenburg die Schwestern bezahlt wurden und was sie dafür tun mußten und wer davon profitierte.
Das ist nur die Spitze des Eisberges.
Wenn im OP, in der Neurologie, in der Pflege die letzte tapfere Schwester gefallen und arbeitsunfähig kaputtgeschrieben ist, ist die solidarische Pflichtversicherung geliefert und die Privatisierer können weiter plündern gehen. Wer nicht zahlen kann, hat Pech gehabt und letztendlich ist´s auch egal:weil ca. 8 Millionen Menschen sowieso "funktional überflüssig" sind, weil sie auf Hilfe und Subventionen angewiesen sind.
Ich nenne sowas "Mißwirtschaft", denn es herrscht hier und woanders Schwund für alle.
Und dann, wenn die Säge wieder mal klemmt, gibt es sofort welche, die schlau reden und "managen": da werden Papierchen und Regeln verfaßt,in denen drinsteht, wie es zu laufen hat. Damit machen sie dann den Arbeitenden das Leben noch schwerer. "Versagen" sie, müssen sie damit rechnen, abgemahnt zu werden und "ausgetauscht" zu werden. In der Substanz bedeutet dies: Pannen, Unfälle, Tote gibt´s dann, wenn man mit den Leuten umgeht wie mit Stückgut und nicht wie mit Menschen,die Bedürfnisse haben.
25.08.2010 06:46 Uhr
von Andy:
....und etwa 20.000 bis 40.000 Patienten sterben daran..
In Deutschland werden Millionen verballert gegen angebliche Terroristen die noch keinen einzigen Menschen in Deutschland getötet haben. Die Tatsache ist viele Jahre bekannt das Menschen in Krankenhäusern umkommen. Und hier ist kein müder Euro übrig. Und die Bedrohung ist im Gegensatz zu Terroristen überall vorhanden.
24.08.2010 22:37 Uhr
von Mein Name:
Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her. Das gilt tatsächlich für Chefärzte, die meinen per Definition sterile Hände zu haben und alle Hygienemassnahmen mit den Füssen treten. Bei den Vorbildern, die ich da jeden Tag in einer sehr grossen Uniklinik erlebe, wundern mich die vielen nosokomialen Infektionen nicht. Traurig machen sie mich schon...
24.08.2010 19:45 Uhr
von Saubermann:
Die grundsätzliche Diskussion um Hygiene im Krankenhaus leuchtet mir ein. Die Praktiker im Krankenhaus - und gerne auch die Theoretiker - sollten gangbare Wege finden, die Infektionen zu reduzieren, die erst im Krankenhaus entstehen. Das ist finanziell und menschlich ein wichtiges Thema.
24.08.2010 19:18 Uhr
von Steffi:
Mehr Zeit für die zu erledigende Arbeit = bessere Einhaltung der Hygieneregeln.
Desinfektion ist zeitintensiv.
Deshalb braucht es dringend mehr Personal! Vor allem mehr Fachkräfte!
'Haushaltshilfen' ohne Ausbildung haben in Krankenhäusern heutzutage nichts mehr verloren. Das gilt auch für Altenpflegeheime.
24.08.2010 18:44 Uhr
von janus:
Machen wir es doch den Niederländern nach.
Dort gibt es eine signifikant niedrigere KH-Infektionsrate ...