• 26.09.2008

Kunst und Publicity

Das Diktat der Marken

Zur Retrospektive des Starkünstlers Takashi Murakami in Frankfurt gehört ein eigens eingerichteter Louis-Vuitton-Shop. Mode und Kunst verbindet derzeit die autoritäre Sprache des Marketing.von Brigitte Werneburg

  • 26.09.2008

Kunst und Publicity

Das Diktat der Marken

Zur Retrospektive des Starkünstlers Takashi Murakami in Frankfurt gehört ein eigens eingerichteter Louis-Vuitton-Shop. Mode und Kunst verbindet derzeit die autoritäre Sprache des Marketing.von Brigitte Werneburg

  • 02.10.2008 14:08 Uhr

    von Werner Hahn:

    MURAKAMI: Letale Mutante im Stammbaum der Bildenden Kunst

    Ja, Geld ist der „Humus, in dem die neofeudalen, autoritären Strukturen“ des Kunstmarkt-Künstler-Betriebs wurzeln. Und: „Der herrschende Geschmack im Kunstbetrieb ist der Geschmack der Herrschenden.“ In Frankfurt „brilliert“ das MMK mit einer von der Gagosian Gallery bezahlten Ausstellung „© Murakami“; Merchandising-Universum (…). Die „Autonomie des Museums“ steht auf dem „freien“ (?) Spiel der KUNST: Das Museum als Ort von „Bedeutung“, „Autorität“ und „Selektion“ des Wichtigen. Peter Weibel formulierte gerade in die WELT-Online („Der Kult des Auktionskünstlers“): „Trias Kunst, Finanzwelt, Publizität als Erfolgskriterien“ habe schon J. L. David 1799 beschworen und „dementsprechend seine Rollen als Hof- und Staatskünstler, aber auch als Revolutionär und Genie beschrieben“. Der Kult des Künstlers mache nur dann Sinn, wenn es sich um „Kunst als Glaubenssystem und nicht als Wissenssystem“ handele. Weibel postuliert, dass in Zukunft die Kunst „weniger im Feuilleton als im Wirtschaftsteil besprochen“ werde (= Remythisierung, Reauratisierung des Künstlers). Wenn MURAKAMI behauptet, er trage zur „Evolution der Kunst“ bei (so in einem art-Interview), ist das anzuzweifeln. Evolutionsprinzipien (Auslese, Anpassung etc.) gelten in Kunst und Kunstgeschichte und dienen letztlich der Erkenntnis des Wesens der Welt und unseres Selbst. Im Stammbaum der bildenden Kunst wird sich MURAKAMI – mangels kulturellem Tiefgang - als absterbendes Seitenzweiglein etablieren (negatives Mem-Produkt). Seine momentane „Berühmtheit“ im Kunstbetrieb verdankt „Japans Andy Warhol“ den autoritären und ausgeklügelten Marketing-, VIP- und PR-Strategien des nervenden zeitgenössischen Kunstmarktes, der auch die Kitsch-Macher wie Hirst und Koons fördert.

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