Kommentar von STEFAN ALBERTI
Die Linkspartei scheint auf den vorletzten Drücker noch mitbekommen zu haben, welche Chance sie dabei war zu verpassen. Aus verletztem Stolz oder alten Animositäten den rot-grünen Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck bis zuletzt nicht zu unterstützen - besser hätte sie nicht zeigen können, warum die anderen Parteien auf Bundesebene bislang nichts mit ihr zu tun haben wollen. Wer dort irgendwann mal mitregieren will, der muss auch Kompromisse machen können.
Dass die ersten Worte der Annäherung dazu aus dem Berliner Landesverband kommen, ist kaum überraschend. Wo, wenn nicht hier, sollte dazu der nötige Pragmatismus vorhanden sein? In der rot-roten Koalition hat die Linkspartei in den vergangenen achteinhalb Jahren mehrfach Kröten geschluckt, ohne deshalb das Bündnis aufzukündigen oder einen Riesenstreit vom Zaun zu brechen.
Als etwa die SPD Ende 2008 im Bundesrat gegen eine klare Koalitionsabsprache der Erbschaftssteuerreform zustimmte, konnte Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi tags darauf bei einem Parteitag noch so sehr wüten und zetern - seine Berliner Genossen brachte das nicht dazu, der SPD offen mit dem Ende der Koalition zu drohen.
Solches Verhalten kann man handzahm nennen oder mit dem Bild von Koch und Kellner belegen. Man kann da von fehlendem Rückgrat sprechen. Doch für die Linkspartei hat es sich seither mehrfach gezeigt, dass es sich lohnt, in Verantwortung zu bleiben. Miet- und Wohnungspolitik, Vorstöße zur Rekommunalisierung, all das hätte die Partei ansonsten wirkungslos aus der Opposition vorbringen müssen. So schön ein gerader Rücken auch ist - Politik ist letztlich kein Kieser-Training
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
17.06.2010 10:59 | end.the.occupation
>> Wer dort irgendwann mal mitregieren will, der muss auch Kompromisse machen können. ...
17.06.2010 02:21 | vic
Weshalb sollte die Linke einen Kandidaten unterstützen, der es nicht wert ist unterstützt zu werden? ...
16.06.2010 21:59 | Daniel
Recht gehässig finde ich den Kommentar in Anbetracht der Tatsache, dass 1. die Linke damals für Gauck als Bundesbeauftragte ...