Kommentar zur Piratenpartei II: Pro! Raum zur Mitsprache für den Wähler
taz-Redakteurin Svenja Bergt gefällt das leere Plakat der Piratenpartei.
Wahlkampf ist normalerweise eine Veranstaltung zum Davonlaufen. Die Parteien werben auf schlecht gestalteten Plakaten mit platten Botschaften, die schon Stunden nach der Wahl nicht mehr das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Die Wähler sollen Kreuzchen machen und Mund halten. Direkter Dialog ist auch in Zeiten des anlaufenden Internet-Wahlkampfes nicht vorgesehen.
Um so gelungener sind da die Plakate der Piratenpartei. Dezente Farben, sparsames Layout, passend zur Partei-Forderung von Kunst statt Werbung im öffentlichen Raum. Und die unübertroffene Idee, den Wähler auf den Plakaten Raum zur Mitsprache zu geben. Lieber komplette Offenheit als vorgetäuschte Kompetenz. Es gibt noch keine Parteilinie im Bereich Soziales oder Klimaschutz - warum sollte man dann vor der Wahl eine solche undurchdacht zu Papier bringen? Schließlich predigt man Basisdemokratie. Natürlich werden auch Vorschläge auftauchen, die den Mitgliedern nicht passen. Aber durch die Methode, die Parteibasis bei der Entscheidungsfindung mitzunehmen, werden Spaßforderungen oder rechtsextreme Inhalte nicht weit kommen.
Dass einige Plakate schon beschrieben sind, lässt hoffen. Vielleicht ist das interaktive Wahlplakat tatsächlich eine Möglichkeit, Menschen zum Mitdenken zu bewegen. Nur die Befestigungshöhe von 2,5 Meter muss korrigiert werden.
Artikel zum Plakat: Nach oben ins Leere
Contra-Kommentar: Auf den Inhalt kommt es an
Umverteilung gegen rechts
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