Kommentar von ANTJE LANG-LENDORFF
Nun hat er es also wieder so richtig krachen lassen, der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin. Ein ganzes Buch hat der selbsterklärte Aufklärer mit seinen Thesen gefüllt. Der Inhalt - so viel lässt sich den Vorabdrucken entnehmen - eignet sich bestens, um ausländerfeindliche Ressentiments zu schüren.
Thilo Sarrazin wird mit dem Buch nicht nur innerhalb der Bundesbank neuen Unmut erregen. Er fordert damit auch einen Ausschluss aus der SPD geradezu heraus. Man muss sich schon fragen: Warum tut er das?
In einem taz-Interview hat der damalige Senator vehement bestritten, dass er dumpfe Klischees bediene. Das Klischee sei in den Köpfen der Zuhörer, so seine Erklärung. Das ist Sarrazins Taktik: Er wirft Zahlen in den Raum, konstruiert ein negatives Bild etwa von Migranten - und weist jede Verantwortung von sich, wenn das Ergebnis als politische Aussage gewertet wird. Er gefällt sich in der Rolle des unbequemen Tabubrechers - und freut sich diebisch über die Aufmerksamkeit, die er mit seinen Sprüchen bekommt.
Die gründet sich allein auf das Spannungsverhältnis zwischen seinen Positionen und denen seiner Partei. Seine Sprüche könnte man ignorieren, nicht aber die Frage, was die SPD als vertretbar einstuft und was nicht. Anhand der Person Sarrazin müssen sich die Sozialdemokraten verständigen, wo sie am rechten Rand eine Grenze ziehen. Man kann die SPD nur bitten: Schmeißt Sarrazin endlich, endlich raus! Dann soll er plappern, soviel er will. Und keiner muss ihm mehr zuhören.
Ein internes Papier belegt: Das Land will für 654 Millionen Euro die Wasserbetriebs-Anteile von RWE zurückkaufen - mit Geld, das die Betriebe in Zukunft abwerfen. von Konrad Litschko

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
30.08.2010 07:09 | EpiProf
Noch entsetzter als ueber diesen sarazin bin ich ueber die Reaktionen der Mehrheit der LeserInnen, er habe im Grunde recht. ...
29.08.2010 11:09 | pater.rolf@t-online.de
WIR SOLLTEN NICHT DEN ÜBERBRINGER SCHLECHTER NACHRICHTEN SO SCHELLTEN !
27.08.2010 17:49 | Freesmann
Genau, Frau Lang-Lendorff. Nicht mal das Buch gelesen, sondern nur den Vorabdruck, aber ihn erstmal rausschmeissen wollen. ...