Kommentar von RALPH BOLLMANN
Knapp zwei Wochen brauchte Angela Merkel, um die Atompläne ihres Umweltministers neu zu bewerten. Am vorvergangenen Montag sah sie Norbert Röttgen noch auf dem Boden des Koalitionsvertrags, an diesem Wochenende nun hielt sie es für geboten, den Minister an eben diese Vereinbarung öffentlich erinnern zu lassen. Dabei hatte Röttgen seine Position in der Zwischenzeit gar nicht verändert, genauso wenig wie in den Monaten zuvor. Verwandelt hatte sich nur die Diskussionslage in der Koalition. Zwischen den beiden Interventionen der Kanzlerin lagen mehrere Wutausbrüche des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle und der süddeutschen Ministerpräsidenten.
Sie alle haben die Kanzlerin und ihren Umweltminister im Verdacht, mit der Atomdebatte einen ganz anderen Ausstieg vorzubereiten - jenen aus der glücklosen Koalition mit der FDP. Ob es die Laufzeiten der Kraftwerke sind, die Leistungen für Hartz-IV-Empfänger oder der Krach um die Entwicklungspolitik: Überall wittert Westerwelle die Absicht Merkels, mit schwarz-grünen Mehrheiten im Bundesrat alsbald wieder ein großkoalitionäres Regiment zu führen. Der FDP-Chef schürt diesen Eindruck nicht zuletzt mit der Hartz-Offensive mit erstem Erfolg. Der leichte Aufschwung in den Umfragen deutet darauf hin, dass die Debatte über den angeblichen Linkskurs der Union Früchte trägt.
Merkels Notbremsung vom Wochenende scheint daher die These zu bestätigen, dass man über mögliche schwarz-grüne Bündnisse beiderseits nicht vor der Wahl schon reden sollte - um die Wählerschaft nicht zu verunsichern und um die Berliner Frontlinien zu wahren. Für beides ist es aber längst zu spät. Erstmals in einem Flächenland wissen die Wähler von Schwarz und Grün bereits, dass sie sich nach der Wahl in einer gemeinsamen Regierung wiederfinden könnten.
Bei seinem Besuch in Israel hat Gauck die Merkel’sche Formel von der Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson vermieden. Realpolitisch war das unklug. von Rafael Seligmann
Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
22.02.2010 23:20 | Moritz
So ist sie nunmal die Taktik von unserer Angela. Erst abwarten wie die Stimmung ist und anschließend Position beziehen. Dam ...