Kommentar von DANIELA WEINGÄRTNER
Ein Europäischer Währungsfonds mit strengen Sanktionsmöglichkeiten bis hin zum Rauswurf aus der Eurozone setzt eine Änderung der EU-Verträge voraus. Das wissen Merkel und Schäuble, die den Vorschlag ins Gespräch brachten, so gut wie Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde, die ihm heftig widerspricht.
Das Gepolter ist nicht als ernsthafter Diskussionsbeitrag zur aktuellen Schuldenkrise einiger Euroländer gedacht. Es richtet sich vielmehr an die heimischen Wähler. Merkel und Schäuble wollen vermitteln, dass der hart arbeitende deutsche Steuerzahler natürlich nicht den faul in der Sonne lümmelnden Griechen, Spaniern, Portugiesen und Italienern unter die Arme greifen muss. Lagarde stellt klar, dass der deutsche Musterschüler mit seiner Agenda 2010 und seinen niedrigen Lohnkosten, die daher rühren, für problematische Ungleichgewichte in der Zahlungsbilanz der Euroländer gesorgt hat.
Mittelfristig, das wissen alle, reicht der Stabilitätspakt nicht aus, um die Währungszone zusammenzuhalten. Mehr Abstimmung, mehr Kontrolle und schärfere Sanktionen müssen her. Doch ob Währungsfond oder Sarkozys Konzept einer Wirtschaftsregierung - jede Reform des Lissabon-Vertrags würde sich über Jahre hinziehen. Für Portugal, Spanien, Italien und Griechenland, denen jetzt der Bankrott droht, käme sie viel zu spät.
Vier von fünfzehn Euroländern pleitegehen zu lassen ist aber auch keine Lösung. Deshalb werden sich die Länder der Eurozone einigen müssen, welche Kröte sie schlucken: Entweder sie finden sich damit ab, dass der in Washington angesiedelte Internationale Währungsfonds ein Euroland unter Kuratel stellt. Oder sie pochen stolz auf die Unabhängigkeit und Stärke der europäischen Einheitswährung. Dann müssen sie sich dieses Image eben eine Stange Geld kosten lassen.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
22.03.2010 20:29 | elefteria
Das Volk der Richter und Henker
Werner Kraus
22.03.2010 16:33 | Leser
Klar, wie immer sind "zockende Banker" Schuld. Und nicht etwa die Unfähigkeit etlicher Staaten der Eurozone, vernünftig mit ...
19.03.2010 07:25 | Eser
Hm eine Maßnahme wäre es doch, Verantwortliche dieser Krise heranzuziehen: Deutschland und zockende Banker...