Kommentar von Dominic Johnson
Das Geschlechterverhältnis gehört zu den großen Tabus in Diskussionen um die Entwicklung Afrikas. Die afrikanische Politik ist extrem männlich geprägt, und unter arrivierten neureichen oder mächtigen afrikanischen Männern gelten Verhaltensweisen gegenüber Frauen, die in Europa absolut inakzeptabel wären, als völlig normal.
Südafrika hat die höchste Vergewaltigungsrate der Welt, Bürgerkriege von Kongo bis Liberia gehen mit brutalsten sexuellen Übergriffen einher. In den meisten Ländern sind Frauen im Erb- und Eigentumsrecht, in Gesundheits- und Bildungswesen benachteiligt.
Zugleich wird zuweilen eine extreme und bigotte Form von Prüderie gepredigt, in der Frauen das Tragen kurzer Röcke oder auch von Hosen verboten wird, um die öffentliche Moral zu schützen. Dazu neigen islamische wie christliche Fundamentalisten gleichermaßen, und es ist auch ein beliebtes Disziplinierungsinstrument von Befreiungsarmeen, die eine Hauptstadt erobern und ihr neues, straffes Regiment deutlich machen wollen.

Dominic Johnson
ist Co-Leiter des Auslandsressorts der taz.
Foto: tazAm Körper der Frau wird Macht durchexerziert. In kurioser Weise hat das moderne Afrika dabei auch den kolonialen Blick auf sich selbst verinnerlicht, der Entblößung als Zeichen von Unzivilisiertheit und Rückständigkeit wertete. Erst vor drei Jahren stellte eine nigerianische Politikerin bei der UN-Generalversammlung den Antrag, das Tragen eines Minirocks oder das Zeigen des Bauchnabels mit drei Monaten Haft zu bestrafen.
Dass die ANC-Frauenliga in Südafrika jetzt männliche Übergriffe auf Frauen in Miniröcken anprangert und die Regierung zum Handeln drängen will, ist überfällig. Letztes Jahr erhielten zwei Kämpferinnen aus Liberia den Friedensnobelpreis, das Schicksal kongolesischer Vergewaltigungsopfer ist mittlerweile weltweit bekannt. Endlich tut sich etwas.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
23.02.2012 06:08 | Siegfried Bosch
Der Autor lebt in einer Traumwelt. Das Geschlechterverhältnis in Afrika und anderen Entwicklungsländern ist mitnichten ein ...
22.02.2012 16:04 | heidi
Schreiben Sie weiter! Verleihen Sie den Frauenrechten eine Stimme!