Im Artikel werden rote Ampeln als häufige Vergehen von Radfahrern genannt. Oft wird dieses Thema in einen Sicherheitskontext eingeflochten: Wer bei Rot fährt, gefährdet sich und andere.
Ganz so einfach ist es leider nicht. Ein Großteil der tödlichen Fahrradunfälle geschieht bei grüner Ampel - immer dann, wenn der Radfahrer auf dem Radweg unterwegs ist. Bei Grün fahren ist nicht sicher, sofern man sich auf dem Radweg befindet.
Um dieses Phänomen in den Gut-Böse-Kontext einzubetten: Während der böse Radfahrer oft die rote Ampel ignoriert, biegt der böse Autofahrer oft nach rechts ab, ohne auf Radfahrer zu achten. Während böse Radfahrer sich nicht ordentlich beleuchten, sind böse Lkw so gebaut, dass sie beim Rechtsabbiegen die Vorfahrtberechtigten gar nicht sehen können.
22.11.2009 05:13 Uhr
von Markus Luft:
Sehr schön!
Viele Radfahrer sind sich ihrer Rolle als Fahrzeugführer nicht bewußt, wie denn auch, wenn sie seit Jahrzehnten als Fußgänger 2.0 behandelt werden und auf gefährliche Rumpelpisten abgeschoben werden.
In der Tat habe ich trotz hypermoderner Beleuchtung oft das Gefühl ich könnte mir die Beleuchtung auch sparen. Zu oft wird mir die Vorfahrt genommen. Seitdem ich versuche erst im letzten Moment zu bremsen, bemerke ich, daß die Autisten mich offenbar doch wahrgenommen haben, da sie dann auf einmal panikartig bremsen. Es steckt also wohl Vorsatz dahinter. Zu Schade, daß die Airbags da noch nicht auslösen... Ach so, fehlende Beleuchtung am Fahrrad ist eine seltene Unfallursache.
18.11.2009 20:49 Uhr
von Klaus Junne:
Fahren ohne Licht soll gerechtfertigter Protest sein? Als meist Fahrradfahrer, aber auch als Fußgänger und Autofahrer unterwegs, hat mich der Artikel in seiner wilden Vermischung von Schuldzuweisung und Rechtfertigung des leichtsinnigen Fahrens ohne Licht sehr unangenehm berührt. Wer die Gefährdung seiner selbst und anderer (Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer) auf die Autofahrer-gesellschaft schiebt, hat damit doch den falschen Anlaß gewählt und die falsche Konsequenz gezogen.
18.11.2009 19:17 Uhr
von Manfred Schmidt:
Darf´s a weng differenzierter sein, bitte? Der tägliche Ärger, die Wut und Ohnmachtsgefühle die ich als Radfahrer und Fußgänger im Verkehr erlebe, rechtfertigen doch nicht, mich selbst asozial zu verhalten. Ohne Licht im Dunkeln schneller als Schrittgeschwindigkeit Rad zu fahren, gefährdet die körperliche Unversehrtheit von anderen Verkehrsteilnehmern (vor allem Fußgängern und anderen Radlern)und ist genauso rücksichtslos wie das Verhalten vieler Autofahrer. Politisch für die Zurückdrängung der motorisierten Individualverkehrs zu kämpfen ist gut und notwendig. Ohne Licht im Dunkeln zu fahren vermehrt nur den täglichen Ärger, die Wut und Ohnmacht.
18.11.2009 18:22 Uhr
von velophil:
Vielen Dank für diesen treffenden Kommentar.
Wann sieht der ADAC ein, dass die jahrzehntelang von ihm propagierte Verkehrspolitik zu den jetzigen Verhältnissen auf den Straßen geführt hat. Als wäre es allein damit getan, Licht an und bei Grün fahren, dann passiert einem nichts. Leider sieht die Realität anders aus, immer wieder werden andere Verkehrsteilnehmer (vom Radfahrer bis zum Sattelschlepper) „übersehen“, auch bei Tage. Meines Erachtens hat die vielerorts betriebene rigide Separation und der alleinige Glaube an eine passive Sicherheit zu einem erhöhten Aufmerksamkeitsdefizit und/oder einer leichtsinnigeren Fahrweise geführt. Man fährt schneller als es die Verkehrs-, Straßen- und Wetterverhältnisse erlauben. So werden zulässige Höchstgeschwindigkeiten schon mal als Standard- oder Mindestgeschwindigkeiten angesehen.
Für mich ist es selbstverständlich bei Dunkelheit mit Licht zu fahren, allerdings nützt das nur etwas, wenn auch geguckt wird! Ein unbeleuchteter Radfahrer ist auch für andere Radfahrer eine Gefahr!
Was das Fahren bei Rot angeht, so ist es nicht nur eine Rebellion, sondern auch ein Selbsterhaltungstrieb, da man als Radfahrer oftmals erst Probleme bekommt, wenn man bei Grün fährt, denn dann fahren alle, und wie, das scheint dem ADAC entgangen zu sein. Wenn der ADAC-Beitrag auf über rote Fußgängerampeln fahrende Radfahrer gemünzt sein sollte, so sollte mal näher hingeschaut werden, wie viel bei Rot gehende Fußgänger auf einen solchen Radfahrer kommen.
18.11.2009 12:22 Uhr
von Lichtfahrer:
Aus Protest sein Leben aufs Spiel setzen !
Das ist der dümmste Kommentar den ich je in der Taz gelesen habe !!!
Langlebige und batteriesparende LED Beleuchtungsset´s für das Fahrrad gibt es schon für 10 Euro und Helme helfen auch wenn man aus eigener Schuld den Boden küßt.
Wem die eigene Sicherheit das nicht wert ist, der hat gelinde gesagt einen massiven Lattentreffer, aber wenn eh nix in der Birne ist braucht man ja auch nix zu schützen ! Oder ?
18.11.2009 02:08 Uhr
von Martin Scherer:
Wenn Herr Kriener selbst schreibt, daß "sich die Knautschzone des Radlers auf die Länge seiner Nase beschränkt", ist es nicht verständlich, wie man dagegen "rebelliert", indem man der StVO die Gefolgschaft aufkündigt. Wenn man weiß, daß man im Zweifelsfall den Kürzeren zieht, schaltet der Rebell sein Licht nicht ein, oder bringt erst gar keines an, nur um als Held zu sterben? Für wie dumm hält Herr Kriener die Radfahrer?
17.11.2009 21:52 Uhr
von Hergen Bochmann:
Ich möchte wirklich einmal den Radfahrer sehen, der aus Frust wegen der "immer monströseren Fahrzeuge" und der "täglichen Agressionen im Todeskampf um Parklücke und Poleposition" der "Strassenverkehrsordnung die Gefolgschaft kündigt" und aus diesen Gründen bewußt ohne Licht und über rote Ampeln fährt. Er/Sie hat doch selber Schuld wenn ihm/ihr dann etwas passiert. Man kann auch für alles irgendwelche Gründe finden ...! P.S.: Bin selber übrigens auch Radfahrer!
17.11.2009 15:58 Uhr
von paulquappe:
kurz aber knackisch
ein beitrag nach meiner fasson. nicht nur das inhaltlich richtig argumentiert wird, auch die lustige ausdrucksweise, das uneigentliche, das ironisch gebrochene zeigt, dass hier jemand aus erfahrung spricht. ich habe mich bewusst für ein leben ohne pkw entschieden und bin den zahlreichen gefahren im radfahrer-alltag oft ausgesetzt. eines habe ich gelernt: mit dem temperament eines autofahrers kommt man als radfahrer nicht weit, oder eben bis zum frühen infarkt. selbst wenn man auf seine rechte (einbahnstrassen, zumutbarkeit von radwegen, rechtsabbieger-verhalten) pocht und hinweist, erreicht man im autoland deutschland oft nur wenig mehr als die eine konsequente verkehrserziehung durch pkw nutzer, in form von rechts abdrängen, hupen, ausbremsen und vielen vielen anderen dingen.
es gilt wohl auch im verkehr: lupus est homo homini.
17.11.2009 13:50 Uhr
von lutzindasky:
Ja!! Ich muss mit in den Chor einstimmen: endlich sagt das mal jemand! @ Felix: Korrekt, Digger! Ich fahre hier in HH sehr viel Fahrrad, zur Arbeit zum Beispiel, und werde jeden Tag mindestens 1x fast totgefahren, weil ein Autofahrer nicht aufpasst. Es passiert nur deshalb nichts, weil ich aufpasse. Ich rechne einfach damit, dass keiner, weder Autofahrer noch Fußgänger (manchmal auch andere Fahrradfahrer), auf mich achtet. Auch ich verstoße dabei gegen Verkehrsregeln, wobei ich von den richtig leicht- und schwachsinnigen Aktionen absehe, wie z. B. auf der vielbefahrenen Straße fahren, obwohl ein ausreichend breiter Fahrradweg vorhanden ist oder Nachts ohne Licht (hier in HH tödlich). Zumeist sind die Fahrradwege allerdings unbefahrbar oder unsinnig angelegt. Manfred hat Recht: in der Missachtung der Bedürfnisse von Radfahrern und der Fahrlässigkeit von Autofahrern liegt der Grund - man fühlt sich wie Freiwild, naja, und dann verhält man sich auch so. Vogelfrei eben. Sehe nicht, wie sich das ändern soll, solange sich alle stadtplanerischen Belange dem Autoverkehr unterordnen müssen. Und wie sich das ändern soll... hier wären die hamburger Grünen mal gefragt. da kommt aber nicht viel... Der erfreuliche Ausbau einiger Radwege hier wurde von der Koalition davor angestoßen...
17.11.2009 00:24 Uhr
von Martin Lange:
Und wieder einmal ein Artikel zum Thema Radfahrer in modischer Schwarz-Weiß-Optik. Radfahrer ohne Licht und Radfahrer, die rote Ampeln missachten - ist doch eh alles dasselbe... Natürlich gibt es Radfahrer, die irgendwann bei Rot losfahren, wenn von rechts und links, vorne und hinten, oben und unten nichts kommt, weil die Induktionsschleife in der Straße nur auf Autos reagiert. Und irgendwann guckt man halt nicht mehr, ob da eine Induktionsschleife war... Natürlich fahren Radfahrer irgendwann nicht mehr auf dem vorgeschriebenen Radweg, weil der mal wieder mit Mülltonnen und parkenden Autos vollsteht. Oder jeder Feldweg natürlich gegenüber dem Radweg entlang der Bundesstraße Vorfahrt hat. Einerseits. Andererseits: Radfahrer, die uneinsehbare Radwege in Gegenrichtung benutzen. Die nachts auf unbeleuchteten und (natürlich zu) schmalen Radwegen kein Licht anhaben. Das Zusammentreffen zweier Radahrerschädel bei (in der Summe ca.) 40 oder 50 km/h ist letal. Und warum das? Aus Bequemlichkeit? Die Grenze zwischen Totschlag und Mord sind (u.a.) die niederen Beweggründe. Ist Bequemlichkeit ein niederer Beweggrund?
16.11.2009 22:58 Uhr
von iBot:
Es gibt Regeln für Radfahrer?
Das war mir nie aufgefallen. Rechte haben sie ja schließlich auch keine.
16.11.2009 21:39 Uhr
von chantimanou:
Danke für diesen Artikel, denn genauso ist es. Im Straßenverkehr fühle ich mich als Fahrradfahrer täglich absolut fehl am Platz. Ich fahre mit Kinderanhänger und muss immer wieder feststellen, dass ich von Autofahrern als nervend und störend empfunden werde und das obwohl ich nur Radwege benutze und versuche mich so weit es geht an den Verkehr anzupassen und nicht aufzufallen. Fahrrad fahren macht solchen Spass und bietet so ein hohes Maß an Flexibilität - doppelt schade, dass man sich von den Vierrädrigen regelmäßig "in die Ecke gedrängt" fühlen muss.
Liebe Grüße chantimanou
16.11.2009 20:47 Uhr
von drusus:
Genau! Noch gehen die meisten Verkehrstoten auf die Rechnung der Autofahrer und was sich täglich auf der rechten Spur der Tempolimitfreien Autobahnen abspielt stellt das Fahrrad-rowdytum bei weitem in den Schatten.
16.11.2009 18:09 Uhr
von Felix Hidebrand:
Danke, Danke, Danke !
Kann man nicht besser und kürzer ausdrücken, Radfahren in Deutschland ist lebensgefährlich besonders hier in HH - Autofahrer sind ignorant bis zum Abwinken.
Leserkommentare
22.11.2009 09:26 Uhr
von berlinradler:
Im Artikel werden rote Ampeln als häufige Vergehen von Radfahrern genannt. Oft wird dieses Thema in einen Sicherheitskontext eingeflochten: Wer bei Rot fährt, gefährdet sich und andere.
Ganz so einfach ist es leider nicht. Ein Großteil der tödlichen Fahrradunfälle geschieht bei grüner Ampel - immer dann, wenn der Radfahrer auf dem Radweg unterwegs ist. Bei Grün fahren ist nicht sicher, sofern man sich auf dem Radweg befindet.
Um dieses Phänomen in den Gut-Böse-Kontext einzubetten: Während der böse Radfahrer oft die rote Ampel ignoriert, biegt der böse Autofahrer oft nach rechts ab, ohne auf Radfahrer zu achten. Während böse Radfahrer sich nicht ordentlich beleuchten, sind böse Lkw so gebaut, dass sie beim Rechtsabbiegen die Vorfahrtberechtigten gar nicht sehen können.
22.11.2009 05:13 Uhr
von Markus Luft:
Sehr schön!
Viele Radfahrer sind sich ihrer Rolle als Fahrzeugführer nicht bewußt, wie denn auch, wenn sie seit Jahrzehnten als Fußgänger 2.0 behandelt werden und auf gefährliche Rumpelpisten abgeschoben werden.
In der Tat habe ich trotz hypermoderner Beleuchtung oft das Gefühl ich könnte mir die Beleuchtung auch sparen. Zu oft wird mir die Vorfahrt genommen. Seitdem ich versuche erst im letzten Moment zu bremsen, bemerke ich, daß die Autisten mich offenbar doch wahrgenommen haben, da sie dann auf einmal panikartig bremsen. Es steckt also wohl Vorsatz dahinter.
Zu Schade, daß die Airbags da noch nicht auslösen...
Ach so, fehlende Beleuchtung am Fahrrad ist eine seltene Unfallursache.
18.11.2009 20:49 Uhr
von Klaus Junne:
Fahren ohne Licht soll gerechtfertigter Protest sein? Als meist Fahrradfahrer, aber auch als Fußgänger und Autofahrer unterwegs, hat mich der Artikel in seiner wilden Vermischung von Schuldzuweisung und Rechtfertigung des leichtsinnigen Fahrens ohne Licht sehr unangenehm berührt. Wer die Gefährdung seiner selbst und anderer (Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer) auf die Autofahrer-gesellschaft schiebt, hat damit doch den falschen Anlaß gewählt und die falsche Konsequenz gezogen.
18.11.2009 19:17 Uhr
von Manfred Schmidt:
Darf´s a weng differenzierter sein, bitte?
Der tägliche Ärger, die Wut und Ohnmachtsgefühle die ich als Radfahrer und Fußgänger im Verkehr erlebe, rechtfertigen doch nicht, mich selbst asozial zu verhalten. Ohne Licht im Dunkeln schneller als Schrittgeschwindigkeit Rad zu fahren, gefährdet die körperliche Unversehrtheit von anderen Verkehrsteilnehmern (vor allem Fußgängern und anderen Radlern)und ist genauso rücksichtslos wie das Verhalten vieler Autofahrer. Politisch für die Zurückdrängung der motorisierten Individualverkehrs zu kämpfen ist gut und notwendig. Ohne Licht im Dunkeln zu fahren vermehrt nur den täglichen Ärger, die Wut und Ohnmacht.
18.11.2009 18:22 Uhr
von velophil:
Vielen Dank für diesen treffenden Kommentar.
Wann sieht der ADAC ein, dass die jahrzehntelang von ihm propagierte Verkehrspolitik zu den jetzigen Verhältnissen auf den Straßen geführt hat. Als wäre es allein damit getan, Licht an und bei Grün fahren, dann passiert einem nichts. Leider sieht die Realität anders aus, immer wieder werden andere Verkehrsteilnehmer (vom Radfahrer bis zum Sattelschlepper) „übersehen“, auch bei Tage. Meines Erachtens hat die vielerorts betriebene rigide Separation und der alleinige Glaube an eine passive Sicherheit zu einem erhöhten Aufmerksamkeitsdefizit und/oder einer leichtsinnigeren Fahrweise geführt. Man fährt schneller als es die Verkehrs-, Straßen- und Wetterverhältnisse erlauben. So werden zulässige Höchstgeschwindigkeiten schon mal als Standard- oder Mindestgeschwindigkeiten angesehen.
Für mich ist es selbstverständlich bei Dunkelheit mit Licht zu fahren, allerdings nützt das nur etwas, wenn auch geguckt wird! Ein unbeleuchteter Radfahrer ist auch für andere Radfahrer eine Gefahr!
Was das Fahren bei Rot angeht, so ist es nicht nur eine Rebellion, sondern auch ein Selbsterhaltungstrieb, da man als Radfahrer oftmals erst Probleme bekommt, wenn man bei Grün fährt, denn dann fahren alle, und wie, das scheint dem ADAC entgangen zu sein. Wenn der ADAC-Beitrag auf über rote Fußgängerampeln fahrende Radfahrer gemünzt sein sollte, so sollte mal näher hingeschaut werden, wie viel bei Rot gehende Fußgänger auf einen solchen Radfahrer kommen.
18.11.2009 12:22 Uhr
von Lichtfahrer:
Aus Protest sein Leben aufs Spiel setzen !
Das ist der dümmste Kommentar den ich je in der Taz gelesen habe !!!
Langlebige und batteriesparende LED Beleuchtungsset´s für das Fahrrad gibt es schon für 10 Euro und Helme helfen auch wenn man aus eigener Schuld den Boden küßt.
Wem die eigene Sicherheit das nicht wert ist, der hat gelinde gesagt einen massiven Lattentreffer, aber wenn eh nix in der Birne ist braucht man ja auch nix zu schützen ! Oder ?
18.11.2009 02:08 Uhr
von Martin Scherer:
Wenn Herr Kriener selbst schreibt, daß "sich die Knautschzone des Radlers auf die Länge seiner Nase beschränkt", ist es nicht verständlich, wie man dagegen "rebelliert", indem man der StVO die Gefolgschaft aufkündigt.
Wenn man weiß, daß man im Zweifelsfall den Kürzeren zieht, schaltet der Rebell sein Licht nicht ein, oder bringt erst gar keines an, nur um als Held zu sterben? Für wie dumm hält Herr Kriener die Radfahrer?
17.11.2009 21:52 Uhr
von Hergen Bochmann:
Ich möchte wirklich einmal den Radfahrer sehen,
der aus Frust wegen der "immer monströseren Fahrzeuge" und der "täglichen Agressionen im Todeskampf um Parklücke und Poleposition" der "Strassenverkehrsordnung die Gefolgschaft kündigt" und aus diesen Gründen bewußt ohne Licht und über rote Ampeln fährt. Er/Sie hat doch selber Schuld wenn ihm/ihr dann etwas passiert. Man kann auch für alles irgendwelche Gründe finden ...!
P.S.: Bin selber übrigens auch Radfahrer!
17.11.2009 15:58 Uhr
von paulquappe:
kurz aber knackisch
ein beitrag nach meiner fasson. nicht nur das inhaltlich richtig argumentiert wird, auch die lustige ausdrucksweise, das uneigentliche, das ironisch gebrochene zeigt, dass hier jemand aus erfahrung spricht.
ich habe mich bewusst für ein leben ohne pkw entschieden und bin den zahlreichen gefahren im radfahrer-alltag oft ausgesetzt. eines habe ich gelernt:
mit dem temperament eines autofahrers kommt man als radfahrer nicht weit, oder eben bis zum frühen infarkt.
selbst wenn man auf seine rechte (einbahnstrassen, zumutbarkeit von radwegen, rechtsabbieger-verhalten) pocht und hinweist, erreicht man im autoland deutschland oft nur wenig mehr als die eine konsequente verkehrserziehung durch pkw nutzer, in form von rechts abdrängen, hupen, ausbremsen und vielen vielen anderen dingen.
es gilt wohl auch im verkehr:
lupus est homo homini.
17.11.2009 13:50 Uhr
von lutzindasky:
Ja!! Ich muss mit in den Chor einstimmen: endlich sagt das mal jemand!
@ Felix: Korrekt, Digger!
Ich fahre hier in HH sehr viel Fahrrad, zur Arbeit zum Beispiel, und werde jeden Tag mindestens 1x fast totgefahren, weil ein Autofahrer nicht aufpasst. Es passiert nur deshalb nichts, weil ich aufpasse. Ich rechne einfach damit, dass keiner, weder Autofahrer noch Fußgänger (manchmal auch andere Fahrradfahrer), auf mich achtet. Auch ich verstoße dabei gegen Verkehrsregeln, wobei ich von den richtig leicht- und schwachsinnigen Aktionen absehe, wie z. B. auf der vielbefahrenen Straße fahren, obwohl ein ausreichend breiter Fahrradweg vorhanden ist oder Nachts ohne Licht (hier in HH tödlich). Zumeist sind die Fahrradwege allerdings unbefahrbar oder unsinnig angelegt. Manfred hat Recht: in der Missachtung der Bedürfnisse von Radfahrern und der Fahrlässigkeit von Autofahrern liegt der Grund - man fühlt sich wie Freiwild, naja, und dann verhält man sich auch so. Vogelfrei eben.
Sehe nicht, wie sich das ändern soll, solange sich alle stadtplanerischen Belange dem Autoverkehr unterordnen müssen. Und wie sich das ändern soll... hier wären die hamburger Grünen mal gefragt. da kommt aber nicht viel... Der erfreuliche Ausbau einiger Radwege hier wurde von der Koalition davor angestoßen...
17.11.2009 00:24 Uhr
von Martin Lange:
Und wieder einmal ein Artikel zum Thema Radfahrer in modischer Schwarz-Weiß-Optik. Radfahrer ohne Licht und Radfahrer, die rote Ampeln missachten - ist doch eh alles dasselbe...
Natürlich gibt es Radfahrer, die irgendwann bei Rot losfahren, wenn von rechts und links, vorne und hinten, oben und unten nichts kommt, weil die Induktionsschleife in der Straße nur auf Autos reagiert. Und irgendwann guckt man halt nicht mehr, ob da eine Induktionsschleife war...
Natürlich fahren Radfahrer irgendwann nicht mehr auf dem vorgeschriebenen Radweg, weil der mal wieder mit Mülltonnen und parkenden Autos vollsteht. Oder jeder Feldweg natürlich gegenüber dem Radweg entlang der Bundesstraße Vorfahrt hat.
Einerseits.
Andererseits:
Radfahrer, die uneinsehbare Radwege in Gegenrichtung benutzen. Die nachts auf unbeleuchteten und (natürlich zu) schmalen Radwegen kein Licht anhaben.
Das Zusammentreffen zweier Radahrerschädel bei (in der Summe ca.) 40 oder 50 km/h ist letal.
Und warum das? Aus Bequemlichkeit? Die Grenze zwischen Totschlag und Mord sind (u.a.) die niederen Beweggründe. Ist Bequemlichkeit ein niederer Beweggrund?
16.11.2009 22:58 Uhr
von iBot:
Es gibt Regeln für Radfahrer?
Das war mir nie aufgefallen. Rechte haben sie ja schließlich auch keine.
16.11.2009 21:39 Uhr
von chantimanou:
Danke für diesen Artikel, denn genauso ist es.
Im Straßenverkehr fühle ich mich als Fahrradfahrer täglich absolut fehl am Platz. Ich fahre mit Kinderanhänger und muss immer wieder feststellen, dass ich von Autofahrern als nervend und störend empfunden werde und das obwohl ich nur Radwege benutze und versuche mich so weit es geht an den Verkehr anzupassen und nicht aufzufallen.
Fahrrad fahren macht solchen Spass und bietet so ein hohes Maß an Flexibilität - doppelt schade, dass man sich von den Vierrädrigen regelmäßig "in die Ecke gedrängt" fühlen muss.
Liebe Grüße
chantimanou
16.11.2009 20:47 Uhr
von drusus:
Genau! Noch gehen die meisten Verkehrstoten auf die Rechnung der Autofahrer und was sich täglich auf der rechten Spur der Tempolimitfreien Autobahnen abspielt stellt das Fahrrad-rowdytum bei weitem in den Schatten.
16.11.2009 18:09 Uhr
von Felix Hidebrand:
Danke, Danke, Danke !
Kann man nicht besser und kürzer ausdrücken,
Radfahren in Deutschland ist lebensgefährlich
besonders hier in HH - Autofahrer sind ignorant
bis zum Abwinken.