Kommentar von BERND PICKERT
Natürlich ist es eine gute Nachricht. Osama bin Laden ist tot – zumindest er selbst kann seine mörderische Ideologie nicht mehr weiter verbreiten. Das aber ist auch alles. Anlass zu großem Jubel – ohnehin makaber nach dem Tod eines, wenn auch verhassten, Menschen – besteht eigentlich nicht.
Der Fortbestand von der Idee al-Qaida hängt schon lang nicht mehr an bin Laden. Der Scheich, dessen Botschaften seltener und dessen Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkter geworden waren, spielte zuletzt keine Rolle mehr, die er nicht auch als toter "Märtyrer" ausfüllen könnte.
Osama bin Ladens Tod ist insofern für al-Qaida weniger schlimm, als er für die USA wichtig ist. Allein die Tatsache, dass bin Laden auch im zehnten Jahr nach den Anschlägen vom 11. September 2001 immer noch auf freiem Fuß war, bedeutete eine permanente Demütigung für die Supermacht. Das ist jetzt vorbei, und US-Präsident Barack Obama glänzt im politischen Erfolg.

BERND PICKERT ist Redakteur im Auslandsressort der taz. Foto: taz
Wenigstens einen halben Tag lang kann er es genießen, einmal nicht kritisiert zu werden und die Glückwünsche von allen Seiten des politischen Spektrums einzusammeln. US-Kriegspräsidenten kennen das Gefühl. Es hält stets nur kurz.
Die US-Medien sind sich einig: Seit Sonntagabend ist Barack Obama ein starker Führer, dem die Republikaner nicht mehr so leicht außenpolitisches Versagen werden vorwerfen können. Mag sein. Die eigentliche Frage aber ist doch, was Obama daraus macht.
Human Rights Watch fordert, jetzt alle Rechtsnormen missachtenden Formen des Kriegs gegen den Terror zu beenden. Das ist die eigentliche Aufgabe: die Post-9/11-Ära endlich zu Ende bringen. Dazu braucht es wirklich Führungsqualität. Aber ob die Kraft eines toten Bin Laden dafür ausreicht?
Bei seinem Besuch in Israel hat Gauck die Merkel’sche Formel von der Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson vermieden. Realpolitisch war das unklug. von Rafael Seligmann
Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
03.05.2011 16:41 | ulschmitz
Frau Merkel muss sofort zurücktreten.
03.05.2011 15:27 | Obama sin Laden
"Natürlich ist es eine gute Nachricht." ...
03.05.2011 15:02 | vic
Hingerichtet und im Meer versenkt. ...