Kommentar Nordhorn Range : Das AKW ist das Problem
Auch wenn das AKW Emsland eines der neueren ist, kann man seine Abschaltung fordern. Schließlich können die Betreiber nicht belegen, dass es dem Aufprall eines beladenen Bombers standhalten würde.
E in Atomkraftwerk und ein Bombenabwurfplatz in direkter Nachbarschaft ist vielleicht nicht so eine gute Idee - ein plausibles Argument. Klingt, als wäre bei der Raumordnung richtiger Bockmist gebaut worden.
Was, wenn mal einer der Übungsflieger abdriftet? Wenn er seine Bombe bei 2.000 Stundenkilometern nicht auf das Übungsfeld, sondern knapp daneben aufs AKW fallen lässt? Oder gleich mit seiner explosiven Fracht auf die Reaktorhülle stürzt? Dagegen ist kein Atomkraftwerk der Welt gesichert.
Haben die Nordhorner also recht, wenn sie sich in Zeiten wachsender Atomskepsis mit neuem Schwung gegen ihr Bombodrom wehren? Nein. Sie denken zu kurz. Denn ihr ernsthaftes Problem ist das AKW Emsland. Das kann - aus wesentlich nichtigeren Gründen als dem Absturz eines Kampfjets - jederzeit havarieren. Und dann muss sich in der Grafschaft Bentheim niemand mehr Gedanken um die Lebensqualität machen.
Dass das AKW Emsland eines der neueren ist, heißt erstens nicht, dass es sicher wäre, und zweitens nicht, dass man nicht seine Abschaltung fordern könnte. Schließlich können die Betreiber RWE und Eon nicht belegen, dass es dem Aufprall eines beladenen Bombers standhalten würde.
Wer den Bombenabwurfplatz loswerden will, muss das schon aus sich heraus begründen und dann auch sagen: Wir wollen keine Luftwaffe - und damit auch keine Bundeswehr.
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