Kommentar von GEORG BALTISSEN
Es ist die Sprache der Panzer und Maschinengewehre, die Syriens Präsident Baschar al-Assad im Dialog mit der syrischen Bevölkerung bevorzugt. Und das - allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz - seit rund fünf Monaten. Die syrische Stadt Hama steht - in mehrfacher Hinsicht - als Symbol und Menetekel für seine Brutalität.
Bereits im Juni töteten die Schergen des Regimes beim blutigsten Protest in Hama 65 Menschen an einem Tag. Schon damals erinnerte das Blutbad an die brutale Unterdrückung einer Revolte der Muslimbrüder in Hama im Jahre 1982, der unter Baschars Vater Hafis al-Assad mehr als 20.000 Einwohner zum Opfer fielen. Die historische Altstadt wurde in Schutt und Asche gelegt. Seit gestern beschießen wieder Panzer die Stadt von allen Seiten. Die Zahl der Toten dient dem Regime dabei als Botschaft der Abschreckung und Einschüchterung.
Die Offensive der syrischen Streitkräfte am Vorabend des Ramadan kommt nicht von ungefähr. Im Ramadan ist nämlich jeder Tag ein Freitag. Der tägliche Protest aber würde das Regime in seinen Grundfesten erschüttern. Bisher abwartende Teile der Bevölkerung wie die Geschäftsleute und Händler in Damaskus und Aleppo könnten sich angesichts wachsender Instabilität auf die Seite der Demonstranten schlagen.

GEORG BALTISSEN ist Redakteur im Auslandsressort der taz. Foto: privat
Baschar al-Assad hat während seiner 11-jährigen Herrschaft alle Chancen verstreichen lassen, die einen friedlichen Übergang von einer Diktatur zu einer demokratischeren Gesellschaft ermöglicht hätten. Die Opfer, die er der Bevölkerung jetzt noch abverlangt, werden seinen Untergang nur besiegeln. Die Demonstranten auf Syriens Straßen beweisen ungeheuren Mut und Entschlossenheit. Es ist höchste Zeit, sie zu unterstützen.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

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