Kommentar Gängeviertel-Hickhack: Das große Pokern
Vielleicht plant der Investor Hanzevast ja bereits den Rückzug. Umso lauter muss gefragt werden: Wann endlich agiert die Stadtentwicklungsbehörde für den Erhalt des Gängeviertels?
P fiffig sind sie, die Immobilienentwickler von Hanzevast. Den Senat unter Druck gesetzt, alle Spekulationen über Finanzierungsengpässe beiseite gewischt - "wir ziehen das durch", lautet die klare Ansage.
Nur: Wo gut gebrüllt wird, gibt es immer was zu übertönen. Die Zahlung der beiden Raten war nur ein erster Schritt. Ein Großteil des Kaufpreises wird in erst in einer dritten Rate überwiesen. Von den Kosten des Bauprojekts zu schweigen. Möglich also, dass sich Hanzevast mit der selbstbewussten Stellungsnahme nur eine bessere Ausgangslage für ein Rückgabeverfahren verschaffen möchte.
Wirklich befremdlich ist hingegen das lange Schweigen der immerhin grün geführten Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Die es sogar noch schluckt, dass dem Oberbaudirektor ein Maulkorb verpasst wird!
Dabei hätte Anja Hajduk als Senatorin den stadtentwicklungspolitischen Komplex des Gängeviertels von vornherein an sich ziehen und beim Investor auf eine Rückgabe drängen müssen. Jetzt könnte es entweder zu spät oder zu teuer sein. Derweil sich die Finanzbehörde ins Fäustchen lacht. Und Hajduk weiter schweigt.
Da fühlt man sich doch in die seligen Zeiten des Kinderspiels versetzt. Und möchte in die Stille rufen: "Mäuschen mach mal piep!"
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