Kommentar von CHRISTIAN RATH
Der genetische Fingerabdruck ist eine ziemlich effiziente Polizeimethode. Mit sehr großer Sicherheit lässt sich anhand einer Zellspur am Tatort feststellen, ob sie von einem Verdächtigen stammt. Oft können sogar lange zurückliegende Verbrechen aufgeklärt werden, und mancher Verurteilte konnte seine Unschuld beweisen.

Christian Rath ist rechtspolitischer Korrespondent der Taz. Foto: privat
Doch die vermeintliche Sicherheit der DNA-Tests scheint bei der Polizei nach dem Heilbronner Polizisten-Mord zum Ausschalten des kritischen Sachverstandes geführt zu haben. Wenn die immer gleiche DNA-Spur einer "weiblichen unbekannten Person" in völlig unterschiedlichen Milieus auftaucht - mal bei Islamisten im Saarland, dann in der Freiburger Schwulenszene und in zig anderen Zusammenhängen -, dann ist die Annahme schon sehr gewagt, dass es sich um ein und dieselbe Person handeln muss.
Im Nachhinein klingt es jedenfalls ziemlich logisch und naheliegend, dass verunreinigtes Labormaterial das kriminalistische Rätsel verursacht hat. In den Medien hat diese Version bisher zwar keine Rolle gespielt. Doch natürlich nahm jeder Beobachter an, die Polizei hätte solche Fehlerquellen wirksam ausgeschlossen, bevor sie das "Phantom" zur meistgesuchten Person Deutschlands ausruft.
Tröstlich ist, dass die Polizeilabore mit dieser Schlamperei keine Unschuldigen gefährden konnten. Selbst wenn die Frau, die wohl bei der Herstellung der Wattestäbchen für die Verunreinigung sorgte, durch einen Zufall ermittelt worden wäre, hätte ihr nicht viel passieren können. Bei so vielen unterschiedlichen Tatorten hätte sie für jeden zweiten ein Alibi und bei wohl keiner Tat ein Motiv gehabt. Ärgerlich ist, wie viele Ressourcen die Polizei vergeudete, bis sie den Fehler bemerkte.
Zu Recht fordert der Bundesgerichtshof schon seit Beginn der DNA-Analyse, dass niemand nur aufgrund eines DNA-Tests verurteilt werden darf. Die Polizei soll sich nicht auf der Sicherheit der Methode ausruhen. Es könnten ja zum Beispiel im Labor die Proben von zwei Verdächtigen vertauscht werden. Die peinliche Fahndung nach dem "Phantom" zeigt überdeutlich, dass keine Technik - und erst recht nicht die Polizei - blindes Vertrauen verdient hat.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
28.03.2009 07:56 | Lazertis
Ja irgendwie kann einen das Ganze schon sehr ...
28.03.2009 01:19 | Ihr Name Erich Gross
Ist ja alles ganz nett, aber es stimmt nicht, dass dadurch kein Schaden entstanden wäre! ...
26.03.2009 19:06 | Walter Drews
Erkennt jemand hier Parallelen zum ganzen Kinderpornowahn? ...