piwik no script img

Kommentar BiogasGüllebonus und Maisdeckel

Kommentar von

Henning Bleyl

Der "Maisdeckel" ist betriebswirtschaftlich schlecht - als Anreiz für die forcierte Entwicklung ebenso effizient zu vergärender Pflanzen jedoch unerlässlich.

B iogas stinkt. Biogas macht Lärm. Biogas-Anlagen können explodieren. Oder implodieren. Und sie zerstören das Landschaftsbild- gerade im Norden. Diese verbreiteten Vorbehalte gegenüber Biogas beruhen zu etwa gleichen Anteilen auf Vorurteilen wie auf Fakten.

Dass etwa der zunehmende Silomais-Anbau in Norddeutschland wesentlich mit der Expansion von Biogas zu tun hat, bestreiten auch die Vertreter des Fachverbandes Biogas nicht. Stinken tue ihr Gewerbe hingegen nicht - "bei korrekter Anlagenplanung und kontrollierter Betriebsführung".

Auch beim Sturmlauf des Verbands gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz muss man sortieren: Auf der technischen Ebene ist der Protest der Biogaser gegen die Novelle offenbar berechtigt: Viele Fachleute bestätigen, dass sie in ihren Definitionen unklar und insgesamt unnötig komplex formuliert sei. Das führt zu juristischen Unsicherheiten - bis hin zur Rückforderung von Fördermitteln.

Auch die politischen Zielrichtung des Protestes ist nachvollziehbar - als Ausdruck eines Partikular-Interesses. Denn dass das Gesetz neben dem Güllebonus einen "Maisdeckel" einführt, ist betriebswirtschaftlich schlecht - als Anreiz für die forcierte Entwicklung ebenso effizient zu vergärender Pflanzen jedoch unerlässlich. Allein 2010 wuchsen die schleswig-holsteinischen Silomais-Flächen um fast 20 Prozent.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Henning Bleyl Freier Journalist

2001 bis 2016 Kulturredakteur der taz mit Sitz in Bremen
Mehr zum Thema

0 Kommentare