• 20.10.2008

Kommentar Bildung

Aufstieg durch Bildung? Keine Chance!

Laut einer Studie schrecken Gebühren vom Studium ab. Das betrifft aber nicht die Mittelschicht, sondern hauptsächlich Arbeiter- und Migrantenkinder.von Anna Lehmann

  • 21.10.2008 15:04 Uhr

    von Strübchen:

    Es ist typisch, dass Studentinnen wieder einmal nur an sich selber denken, so wie Ludwig Paul Häußner, der ein BGE nur für Studierende fordert. Sofern die Bedingung besteht, dass das BGE für Studentinnen sein soll, ist es nicht mehr bedingungslos, sondern ein bedingter Blödsinn. BGE für alle sollte die Forderung lauten. Und im Übrigen muss ein BGE auch für Kinder dieselbe Höhe haben.
    Strübchen

  • 21.10.2008 13:51 Uhr

    von Jengre:

    Das ist der gewünschte Effekt von Studiengebühren: Die Kinder der Eliten, egal wie unbegabt und faul, sollen nicht mit intelligenten Schmuddelkindern um die begehrten Jobs kämpfen müssen. Das Risiko, sein Studium nachträglich zu bezahlen, werden nur diejenigen weniger Betuchten eingehen, denen ein Job bei Studienerfolg sicher ist, also die, die sich für einen (Ingenieurs-)Studiengang entscheiden, der von der Wirtschaft stark nachgefragt ist. Da sind dann ausnahmsweise auch die Armen genehm, und mit Stipendien wird es nicht anders gehalten. Mit Fairneß und Gerechtigkeit hat das nichts zu tun. Es wäre viel besser, in jedem Fach Eingangsprüfungen abzuhalten, die Neigung und Begabung zum jeweiligen Fach feststellen. Auch für die Kinder der Eliten. Das würde die Situation der Hochschulen stark verbessern. Deren Finanzierung dagegen ist Gesellschaftsaufgabe.

  • 21.10.2008 11:16 Uhr

    von Ludwig Paul Häußner:

    Studiengebühren und Grundeinkommen

    --------------------------------------

    Die taz und Frau Lehmann in allen Ehren - doch auch hier ist nichts Alternatives zu lesen.

    Die deutschen Hochschulen sind unterfinanziert. Das ist der eigentliche Skandal - und dieser wurzelt in der jeder Wende, als Helmut Kohl vor 26 Jahren an die Macht gekommen ist.

    Damals waren die Konservativen der Meinung es gebe ohnehin schon zu viele Studierende für die begrenzten "Fleischtöpfe". Soll heißen, die Jobs mit Aussicht auf gute Einkommen sollten den Kindern des Bildungsbürgertums vorbehalten bleiben.

    Studiengebühren haben den ordnungspolitischen Vorteil, dass Sie die Stellung der Studierenden in Sachen Lehre stärken. Die Hochschulen werdeb dadurch angeregt sich weniger als Behörden zu geben, denn als moderne Dienstleistungseinrichtungen.

    Hätten wir ein bedingungsloses Grundeinkommen für Studierende, das auch den Gegebenheiten ihres Studiums ensprechen würde, dann wäre dies so hoch, z. B. 900,-- monatlich, um auch die an für sich sinnvollen Studiengebühren finanzieren zu können.

    Mehr dazu in meiner Vorlesung


    Ludwig Paul Häußner
    Interfakultatives Institut für Entrepreneurship
    Universität Karlsruhe (TH)

  • 21.10.2008 10:46 Uhr

    von Humboldt:

    OHNE Studiengebühren hatten wir das ungerechteste Bildungssystem der Welt, d.h., wir sind seit Jahrzehnten das Land, in dem der Bildungsstand am meisten mit der sozialen Herkunft zusammenhängt. Mal ehrlich: Daran wollt doch gerade ihr extrem dünkelhaften 68er als gut situierte Eltern oder ihr als deren Kinder nichts wirklich ändern. Die Abwehrpolitik der Etablierten ist eine der Grundlagen der zementierten sozialen Ungerechtigkeit, die nichts mit Studiengebühren zu tun haben und sind das wirkliche Problem. Die Besserverdienendensprösslinge -kombiniert mit Stipendien für sozial Schwächere- nun etwas mehr an den Kosten ihrer Karrieregrundlage zu beteiligen, scheint mir dagegen sehr gerecht.

  • 21.10.2008 08:18 Uhr

    von Jens Schlegel:

    Aufstieg nach Bildung? Ich habe es gemacht. Ich habe meinen mittelmäßig bezahlten Beruf der Arbeiterklasse aufgegeben und wurde Lehrer. Jetzt bietet mir das Land folgenden Arbeitsplatz: statt 26 Stunden Deputat 40 Stunden Regelarbeitszeit, kein Beamtenstatus. Dafür eklatant weniger Geld. Im Vergleich zu meinen Kollegen 1400€ im Monat WENIGER, ich komme damit nur 63€ über Hartz IV.
    Als Beamter hätte ich fast 7 Jahre arbeiten müssen um den Unterschied zwischen "Weiterhin im Job bleiben" und studieren durch Mehrverdienst wieder auszugleichen. Nach 7 Jahren hätte sich mein Studium also bezahlt gemacht. Jetzt werde ich das in 100 Jahren nicht erreichen. Voller Verlust...

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder