• 22.08.2010

Klatschkritik-Blog

"Strategische Verarsche der Leser"

Motzblog Antje Tiefenthal durchkämmt auf ihrem Klatschkritik-Blog Yellow Press wie Frauenzeitschriften und stellt fest: Dort hat PR längst den Journalismus abgelöst.von Von Daniela Zinser

  • 26.08.2010 21:45 Uhr

    von Hotmummy:

    Erstaunlich, wie viel Elite wir hier so im Land haben. Da wird also abends nicht ferngesehen, sondern Dostojewski gelesen oder "Science". Schon klar. Und die dummen Tussen, die Gala und Bunte lesen, können nur Prollmuttis sein. Schon klar. Ist wie mit McDonald's. Findet jeder igittigitt, keiner geht da never ever hin, aber die Absatzzahlen schießen durch die Decke.

    Liebe Männer, eines ist mal gewiss: Im Wartezimmer der Naturheilpraxis ist immer als Erstes die Gala weg, dann die Bunte, dann die Brigitte, dann der Rest. Und das Prekariat sitzt dort nicht.

    Und Medienkompetenz, na ja. Auch auf Spiegel online findet man TÄGLICH NACHRICHTEN über Lindsey Lohan. Spiegel online findet, die Dame ist Nachrichten wert. Und das fänden sie nicht, wenn es nicht die entsprechenden Klickzahlen gäbe. Also runter vom hohen Ross. Keiner von euch hat auch nur ein Buch von Dostojewski gelesen.

  • 23.08.2010 17:57 Uhr

    von mikey:

    die leser solcher blätter sind leider doch recht einfach gestrickt - und selbst wenn ihnen die 'verarsche' auffällt wollen sie lieber weiter beschissen werden. wenn die meisten frauen wirklich so stark und schlau sind, warum eifert trotzdem die mehrheit von ihnen nach wie vor personen nach die erst durch eine invensive photoshop-kur so aussehen wie auf dem cover? kann man sicher irgendwie hindrehen dass männer dran schuld sind - die sitzen entweder in der redaktion, bedienen photoshop oder sind im grunde die wurzel der dummheit, weil sie selber glauben, manche frauen sehen tatsächlich so aus?

  • 23.08.2010 17:47 Uhr

    von Petra:

    Bildblog, Klatschkritik....

    Die Journalisten reisen in ihrem eigenen Universum. Was mal als echte Kritik á la Walraff anfing, ist nur noch Suchen nach dem Splitter im Auge des Anderen. Hat man als Journalist nichts Besseres zu tun, als "Kollegen" zu kritisieren??
    Dass die TitelThemen nie das halten, was sie versprechen, weiß man doch schon seit Jahren von anderen Zeitschriften wie Stern oder Focus.
    Und die werden auch von der "geistigen Elite" gelesen.
    @ sinDY: Es heißt übrigens Friseurin.

    PS.: Das Layout der Seite ist stark (STARK!!!!) verbesserungswürdig.

  • 23.08.2010 16:10 Uhr

    von PR-Spezialisten.de - André Paris:

    PR böse? Journalismus gut?

    Diese Dichotomie rückt in den Imperfekt und wird historisch. Phänomenologisch lässt sie sich durchaus noch aus der unkritisch-käuflichen Affirmation, als traurigstes Symptom der gegenwärtigen PR-Branche, erklären.

    Dennoch: Nicht nur die Medienlandschaft verändert sich. Während viele Kommunikationsverantwortliche in der permanenten Evaluierung ihres Social Media Engagements versinken, entstehen bahnbrechend neue und emanzipatorisch-radikale Kommunikationsinstrumente, die nicht nur die derzeitigen Public Relations Methoden-, sondern auch Medien und Unternehmen auf den Kopf stellen:

    - Brand Destruction
    - Opposition Research
    - Agitative PR
    - Investigative PR

    Die Resultate der agitativen und investigativen PR-Dienste von PR-Spezialisten.de wirken bereits heute emanzipatorisch und tragen somit ursächlich mehr zur Enthüllung von Verstößen und Regelbrüchen bei, als viele deutschsprachige Medientitel (hier am Beispiel der Weiterentwicklung von „Opposition Research“: http://bit.ly/aNrgLQ ) .

    Es mag zunächst zurecht beängstigend sein, sich diese beginnende Entwicklung mit den gegenwärtigen Protagonisten der PR-Branche vorzustellen, mit einem gewollt unkritischen, schlecht ausgebildeten Personalbestand, der die Bezeichnung "PR-Berater" vielfach durch den Besuch oder das Fernstudium einer der zahlreichen obskuren PR-Schulen legitimiert.

    Jedoch: Die PR-Agenturen von heute werden nicht die PR-Agenturen von morgen sein. Agenturen, die diese Wechsel überleben wollen, werden sich um herausragende, emanzipatorische, kritische und gewissenhafte Journalisten bemühen müssen, wie sie heute auch in den besten Medientiteln kaum noch anzutreffen sind - hier am Beispiel unserer aktuellen Stellensuche -> http://bit.ly/au9Cgl

    Denn: Es sind nicht nur PR-Agenturen, denen man die intellektuelle Einebnung attestieren kann, es sind auch ehemalig emanzipatorische Bastionen wie die taz, die mir und meinen Mitarbeitern mit einem steigenden Anteil von Boulevardeskem oder affirmativem Lohas-Klimbim zunehmend Kopfweh bereitet.

    "We need good and investigative journalists. More than ever. The question is, who is going to pay for it in the future?" (Jeff Jarvis, University of New York)

  • 23.08.2010 10:07 Uhr

    von Bruno:

    "[...]aber wenn ein Hersteller ausschließlich im redaktionellen Teil genannt wird, dann ist das Schleichwerbung, kein journalistisches Handeln."

    Und wenn der Hersteller Werbung schaltet, ist das dann wieder ok?

  • 23.08.2010 09:43 Uhr

    von Lazy:

    Man kann diesen Blog einfach nur positiv hervorheben.

  • 23.08.2010 03:30 Uhr

    von vic:

    Gala, Jolie, Joy, Chatter, Elle, Instyle.
    Sowas kauft und liest gar "die ganz normale Leserin"?
    Hilfe!

  • 22.08.2010 19:12 Uhr

    von Taz-O-Mat:

    Hmm, ich glaube, es ist vielleicht doch größtenteils egal. Klar, ich bin ein Mann, ich lese so einen Scheiss nicht, für Männer gibt es ganz eigene Scheisse. Aber wer sich den geistigen Gehalt der Themen anschaut, wird feststellen, dass sich der überwiegende Teil der Rezipientinnen dieses Schwund-Geschmieres durchschnittlicher Frauenzeitschriften ohnehin schon aus der Masse der denkenden Individuen ausgeklinkt haben. Insofern kein Verlust. Schlimm natürlich aber trotzdem, weil wir hier von Millionen und Abermillionen Personen reden, allein in Deutschland. Auf die Welt mag ich das gar nicht hochrechnen...

  • 22.08.2010 17:40 Uhr

    von Ottilie:

    Also, erst einmal protestiere ich! Eine normale Leserin kauft z.B. kein Blatt namens "Chatter", es sei denn, sie ist gerade gesundheitlich stark beeinträchtigt. Mir z.B. wurde dieses Blatt in ausgesprochen süffisanter Absicht geschenkt bekommen, und ich muss zugeben, ich habe auch zur großen Freude des Schenkers prompt auf diesen Köder angebissen. Vermutlich wird dieses hanebüchene Machwerk aus den Abfällen der Bildzeitungs- und Bunte-Redaktionen hergestellt. Ich hatte jedenfalls nicht angenommen, dass deren Niveau noch unterschritten werden kann, bin aber dank Chatter nunmehr eines Besseren belehrt worden. Ansonsten hat Frau Tiefenthal sich mit ihrem Klatschkritik-Blog eine Lebensstellung geschaffen, denn sie wird nicht nur immer Themen haben, nein, sie wird feststellen, dass sie bald in Arbeit erstickt. Besonders schön ist es z.B., wenn Blatt A einen Promi mit einem Foto zum bestangezogenen Menschen des Jahres hochjubelt, während in Blatt B genau dasselbe Foto mit der Feststellung des schlimmsten Outfits des Jahres veröffentlicht wird. Hübsch sind natürlich auch die wunderbaren Informationen, die nach dem Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern." lanciert werden. Übrigens, das Beherrschen der deutschen Sprache ist in dieser Sorte von Presse schon lange zur unwichtigen Nebensache geworden. Oder soll man besser sagen, verkommen?

  • 22.08.2010 16:28 Uhr

    von türkischunddochganzokay:

    Meine Güte, haben wir Frauen Probleme ... dass man für dieses Thema Platz im Internet verschwendet bei MIllionen von anderen nutzlosen Blogs - meinetwegen. Dass manche Leute aber meinen, sowas müsste in die taz kommen ... das tut mir Leid. Strategische Verarsche? Ist taz jetzt die Zeitung für die konsumgeile Front, die keine anderen Probleme hat als das Aussehen anderer Menschen zu kopieren? Müssen wir Frauen solche Artikel lesen?
    Lachnummer.

  • 22.08.2010 16:13 Uhr

    von tussydelite:

    Warum sollte man Gossip kritisieren? Das ist genauso absurd, wie wenn man Arztromane mit Dostojewskji oder Comics mit Michelangelo vergleichen würde. Kein/e Leser/in nimmt das ernst, wenn sie/er beim Frisör oder Doc sitzt und sich das neueste Lesezirkelheft mit den Pseudo-Hip-Themen reinzieht. Soviel Medienkompetenz sollte man den Leuten schon zutrauen. Sie wollen doch bloss ein bisschen bunte Unterhaltung und oberflächliche Lebenshilfe mit schicken Fummeln, Promis und Sex!! Natürlich wird das marxistisch-leninistischer Ästhetik-Theorie nicht standhalten, aber ein bisschen Glamour braucht jeder, ob er nun erfunden ist oder wahr. Klatschkritik sollte sich z. B. mal auf die Arbeitsbedingungen der freien Fotograf/innen einlassen, die motiviert und mit großem Einsatz bei der Sache sind, um die Welt mit dem neuesten Klatsch zu versorgen.

  • 22.08.2010 15:23 Uhr

    von Andy:

    Ob belanglose News jetzt schon alt sind oder nicht ist mir egal. Das mit der Schleichwerbung und Nagellack-Styletipps ist mir persönlich egal, da ich keinen Nagellack nutze aber da gibt es ja andere die es interessiert. Aber das sich irgendjemand irgendwelche Prominews reinzieht ist mir vollkommen unverständlich. Wenn bei sowas langweiligem nicht was aktuelles steht und das Klientel das nicht bemerkt - selbst schuld. Aber gut das die Lügen der Schmierblätter aufgedeckt werden.

  • 22.08.2010 14:32 Uhr

    von sinDY:

    Die potentiellen LeserInnen dieser Blätter,sind Bürokauffrauen, Friseusen und Nagelstudiobesitzerinnen.... nicht grade die geistige Elite.

    Denen dürfte es egal sein, mit was sie ihre Mittagspause rumkriegen. Solange die Duftpröbchen im Heft nicht fehlen.

  • 22.08.2010 14:21 Uhr

    von HamburgerX:

    Danke für diesen hinweisenden Artikel.

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