• 11.06.2010

KREUZBERG

Mal ganz in Ruhe drüber reden

Auf der Admiralbrücke versuchen Mediatorinnen, zwischen feierwütigen Besuchern und genervten Anwohnern zu vermitteln.von Jonas Grossmann

  • 15.06.2010 22:06 Uhr

    von Planuferin:

    Herr Rheinländer hat schon tolle Ideen. Ausweitung der Partyzone in unmittelbare Nähe des Kinderspielplatzes. Top! Kinderzimmer ab in den Nordflügel! Super! Blöd nur, wenn man keine Nordseite hat. Über den Unfug mit den Chemieklos haben wir ja nun alle lang genug die Augen gerollt. Und die Einsicht "Unverstärkte Musik von akustischen Gitarren wird als weniger
    störend empfunden als Musik von Blasinstrumenten und Trommeln bzw. Percussions" verdient die goldene Binse. Sagen Sie das doch mal den Brückentouristen, vielleicht richten die sich ja danach. Man könnte sonst auch noch ein Schild anbringen: "Bitte Ruhe ab 22 Uhr"

  • 15.06.2010 22:03 Uhr

    von Mariveaux:

    Ich denke, dass es keinen Sinn macht, das Problem, so wie es sich zurzeit um den Kanal darstellt bei sommerlichen Temperaturen, mit Toleranz und Akzeptanz zu lösen.
    Wieso sollen wir Anwohner für die Müllentsorgung die Andere verursachen bezahlen?
    Welche Gründe gibt es die bestehenden Gesetze zu den massig auftretenden Ordnungswidrigkeiten, Straftaten und Ärgernissen auszusetzen? Oder gar abzuschaffen?
    Welchen Hintergrund hat es, wenn Sie den Lärm von annähernd Hunderten sich mit Alkohol und Drogen in Feierstimmung bringenden BrückenbesucherInnen des Nachts auf die gleiche Ebene zu stellen, wie die Harmonie + Bereicherung der Wohn-u.Lebensqualität durch Verkehrsberuhigung???
    Sie schlagen vor, einen "Ausweichraum" für die Brückencommunity in Richtung Grimmstraße Spielplatz, zu schaffen. Dort wollen Sie Bänke, Tische usw. aufstellen (ich nenne so etwas, ebenso wie mein Statement zu Cemietioletten, - Infrastruktur zum Verweilen schaffen).

    Können Sie sich vorstellen, dass auch viele AnwohnerInnen dieses Gebietes sehr unter den katastrophalen Zuständen, ausgehend von der Brücke, leiden?
    Sie meinen durch Menschenmassen in den Kanalgrünanlagen, die Population von Hunden zurückzudrängen? Ist das Ihr Ernst?

    Die paar Hunde sind wahrlich ein geringeres Problem, oder?

    Polizei bis 22Uhr ist wirklich eine sehr schöne Idee, allerdings nicht sehr effektiv! Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Gewalt gegen AnwohnerInnen, Grünanlagen (die schon nur noch so heißen, weil sie von Menschenmassen, die auch keine Hunde vertreiben, niedergetrampelt worden sind!)Hausfassaden und denkmalgeschützte Bauwerke, wie die Admiralbrücke erst nach 22 Uhr stattfindet. Die Polizei in Berlin faktisch chronisch unterbesetzt ist und das Ordnungsamt sowieso lieber Tickets an Autos heftet.

    Sehr geehrter Herr Rheinländer, auch mein Schlafzimmer liegt auf der Südseite meiner Wohnung und ich habe keine Möglichkeit dies zu ändern! Sie raten mir in Ihrem Papier mit geschlossenem Fenster zu schlafen, weil das kein gesetzl. verbrieftes Recht sei! Meinen Sie das wirklich ernst?

    Welche Strategie verfolgen Sie eigentlich, ... sich selbst und Ihre Fähigkeiten als Städteumbauer zu preisen?
    Das kann ich nicht beurteilen, allerdings würde es mich sehr gefreut, wenn Ihre Lösungsvorschläge etwas realistischer wären - Alltagsbezug hätten.

  • 15.06.2010 21:58 Uhr

    von Liz:

    Herr Rheinländer, diese Vorschläge können nicht Ihr Ernst sein. Hören Sie doch mit Ihren Chemieklos auf. Haben Sie weiter unten mal gelesen, was die Anwohner davon halten-und wie es mit der vorhandenen City-Toilette an der Kottbusser-Brücke aussieht? Wir wollen in unserer schönen Ecke keine ekelhaften Chemieklos, weil wir keine Party-Infrastruktur wollen.

  • 14.06.2010 22:04 Uhr

    von Peter Bobrowski:

    Dr. Beckers kann leider auch nur machen, was Herr Schulz und Frau Kalepky zulassen. Er würde sicher mehr tun, wenn er nur düfte. Ansonsten stimme ich "denninger" zu. Mit denen kann man nicht reden. Nur handeln.

  • 14.06.2010 21:48 Uhr

    von Planuferin:

    @ Xonra: Wenn es einmal so kommen sollte, dass sich jede Nacht Horden saufender Touries unter Deinem Schlafzimmerfenster versammeln und Dir den Schlaf rauben, wirst Du sehen, wie bitter es es, wenn Du, und alle anderen gepeinigten Mitmenschen, die hier leben plötzlich als "Minderheit" gelten, und die ganze Scheiße gefälligst hinzunehmen haben. Dauerlärm macht krank und Schlafentzug ist Folter. Klar, die saufende Masse aus den Billigfliegern ist grösser, als ein ganzer Strassenzug voller Mieter. Und wer in der Mehrheit ist, macht die Regeln und hat das Sagen, oder wie?
    Im übrigen ist das Volk dass hier feiert, zu einem grossen Teil unfassbar verroht, ich kann nicht verstehen, dass man einen Ort, an dem man sich gerne aufhält in einem derartigen Saustall verwandelt. Das ganze Ufer voller leerer Schnapsflaschen, alles voller Scherben, Müll und Pisse. Hier findet eine ganz schlimme Verwahrlosung statt- Da reicht das "Gegenargument": "Woanders gibt's auch Autolärm" nicht aus, das geht völlig an der Thematik vorbei.
    Xonra, Du kannst sicher ganz gut durchschlafen, oder? Und kommst auch nicht tagtäglich aus Deinem vollgepissten Hauseingang und trittst sofort in Scherben und Müll???

  • 14.06.2010 21:29 Uhr

    von Berlin Aborigine:

    @ Xonra: Woher nimmst Du die Gewissheit, dass es sich bei den gepeinigten Anwohnern um eine Minderheit handelt. Als Kreuzberger ist man gewöhnt, tolerant zu sein, ja, aber wenn Du wochenlang keinen Schlaf mehr finden kannst - und das ist völlig altersunabhängig - weil "gaaanz hippe" Leute meinen, nachts um 1 unter der Woche mal eben auf der Brücke E-Gitarre über einen Vertsärker spielen zu müssen, dann hat das mit Toleranz nichts mehr zu tun. Hier am Ufer wohen, wie immer wieder fälschlicherweise angenommen wird, keine Yuppies, sondern ganz normale Leute, verschiedenster sozialer Schichten und das teilweise schon seit langer Zeit. Alle, die hier wohnen wissen, wie der Kiez selbst vor 4 Jahren noch war. Diese Freiluftbesäufnisse, die jetzt hier stattfinden, sind eine neue Entwickluing, die vor ca. 3 Jahren angefangen hat. Davon lassen wir uns nicht vertreiben, aber wir werden es auch nicht hinnehmen, dass wir von einer Minderheit - und das sind die Sauftouristen, ob sie nun aus dem Ausland kommen oder aus einem anderen Stadtbezirk - um unseren Schlaf gebracht werden - das ist Folter und gehört so behandelt.

  • 14.06.2010 16:43 Uhr

    von Norbert Rheinlaender:

    Zum Nachlesen hier der Link zu meinen Vorschlägen:

    http://www.admiralbruecke.de/files/admiral_vorschl.pdf

    Falls Interesse besteht, diskutiere ich diese auch auf den Sitzungen der Admiralkiezinitiative.
    Ansonsten hier meine eMail:
    N.Rheinlaender@gmx.de

  • 13.06.2010 21:40 Uhr

    von denninger:

    Hier einmal eine Idee für die geplagten Anwohner:
    Codename: Operation Jericho
    Die Anwohner besorgen sich alle Vuvuzelas und Ohrenstöpsel.
    Nach 5 Tagen Rundumbeschallung und viertelstündlichem Auftritt der "Kreuzberger Vuvuzela Kapelle" ist wieder Ruhe.
    Besonders nervtötend ist die Vuvuzela-Variante vom "Smoke On The Water"-Riff.
    R.I.P wünscht Euch der
    Denninger

  • 13.06.2010 11:02 Uhr

    von robson paul:

    es ist schon immer wieder erstaunlich, mit welcher selbstverständlichkeit öffentlich räume genutzt werden, und wie selbstverständlich auch alle anwohnerInnen das gut finden sollen. dass sich nun - oder eigentlich ja schon seit langem - unmut über dieses partygehabe breitmacht ist doch klar. für die einen ist es cool,schick, angesagt oder in, den öffentlichen raum zu nutzen. für viele andere ist es einfach nur nervig, dies jeden abend ertragen zu müssen. beide seiten sollten aufeinander zugehen und nach alternativen suchen. so wie es jetzt hier zugeht ist das für alle keine lösung und schafft nur nachhaltige frustration. redet miteinander!!!!!

  • 13.06.2010 10:19 Uhr

    von Planuferin:

    Die Aussagen von Herrn Rheinländer sind sehr ärgerlich.
    Es ist so, dass wir Chemietoiletten und Müllcontainer in Brückennähe ablehnen, ganz einfach, weil wir hier keine Party-Infrastruktur etablieren wollen. Wir wollen aus dem Kiez, in dem wir seit Jahren leben, keinen "Ballermann" machen lassen. Wer hier lebt, kennt die City-Toilette an der Kottbusser-Brücke und macht einen weiten Bogen drum herum, weil sie ein stinkender Schandfleck ist. Ja, sie wird genutzt-und zwar als Freiluft-Urinal, man pinkelt einfach von hinten dagegen. Zum fixen ist sie natürlich auch von innen geeignet.
    Und nur, weil Herr Rheinländer von unseren Aktivitäten nichts mitbekommt, heisst das nicht, dass wir das Ganze hier in Duldungsstarre aussitzen. Wir Anwohner und die Initiative Admiralkiez sind sehr aktiv, aber wir suchen nach vernünftigen Lösungen!

  • 12.06.2010 08:00 Uhr

    von xonra:

    Die jungen Leute bleiben hoffentlich. Denn das Lärmproblem ist das einer Minderheit. An anderen Strassenecken wird Autolärm hingenommen wie Vogelgezwitscher. Das Lärmproblem in dieser Stadt ist grundsätzlich anzugehen. Viele Menschen sind leider schon mit 20 Gehörgeschädigt. Die Admiralbrücke wird interessanter und die Mediation wird scheitern. Zu glauben, dass die Konflikte durch "Mediation" beseitigt werden, ist unglaublich naiv, macht aber deutlich, dass heute sogar die Politiker im Kiez keine Basis mehr haben, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Becker ist leider auch so ein abgehobener Technokrat. Am 3 July startet übrigens die Paddelparade auf dem Landwehrkanal unter dem Motto: "Landwehrkanal für Alle!"

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