Eine Münchener Initiative will das Ehrenamt revolutionieren: Wer anderen hilft, soll sich das gutschreiben lassen und später Hilfe von anderen abheben können. Das Konzept der Zeitbank.von Bernhard Hübner
PS. nieman der ehrenamtlich tätig ist wird es mit weniger oder mehr freude machen weil er jetzt die MÖGLICHKEIT?! hat etwas dafür zurück zu erhalten - aber anders herum besteht die CHANCE das Menschen die eben nur für "eine Hand wäscht die Andere" helfen aktiviert werden. Ausserdem wird NIEMAND gezwungen diese "Vergütung" anzunehmen. man könnte es auch spenden?
03.12.2009 15:28 Uhr
von mathilda:
huch - soviel negatives zwischen den zeilen?
ich bin begeistert das eben NICHT alles in GELD und Pflegeklassen gepackt wird sondern jeder die Gelegenheit hat mir aktuelle das einzig Sinnvolle für seine Zukunft anzusparen.
JA - es gibt das Risiko um eingie Bedenkenträger zu bestätigen...das alles UMSONST war...! Das ist es mit der gesetztlichen Rente aber auch (viel mehr einzahlen aus raus bekommen) und mit der Kranken& Pflegeversicherung sowieso - werden doch etliche Leistungen tortz steigender Raten einfach gestrichen.
Ich sehe es anders. Die Zeit ist eben NICHT verloren weil ich mit kleinen Dingen Mitmenschen helfen kann (Einkäufe erledigen, Computerstunden, Behördengänge, Gartenarbeit etc.) und noch die Chance habe im Alter wenn ich selber auf Hilfe angewiesen bin diese in Anspruch zu nehmen. Das mache ich AUCH OHNE Zeitbank - aber eine solche Datenbank würde das Angebot um einvielfaches verbreitern und GEWILLTE Menschen miteinander verbinden. EINE GRANDIOSE IDEE - DANKE!
03.12.2009 10:48 Uhr
von Ivo:
Es müsste vor allem sicher gestellt werden, dass die angesparten Arbeitsstunden nicht veräußert werden können (es würde schon ausreichen, wenn sie übertragbar wären). Spätestens wenn mensch bei eBay 10 Arbeitsstunden für x Euro kaufen kann, entwickelt sich ein Markt, bei dem die Reichen alle Arbeitsstunden aufkaufen können. Dann würden wir nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im Ehrenamt die Konten der Kapitalisten füttern. Es dürfte keine Verknüpfung von Arbeitsstunden und Geld möglich sein. Aber kann mensch nicht alles für Geld bekommen ...?
02.12.2009 16:13 Uhr
von BeobachterHH:
Dem Geld geht die Substanz verloren, indem die dafür verausgabte lebendige Arbeit historisch immer weiter abnimmt. Da retten uns auch keine Ehrenämter und keine Tauschkreise etc. Das Problem berührt aber eine Thematik, die sich in der "modernen Wertetheorie" unter den Begriff der "Wertabspaltung" findet und aktuell heiß diskutiert wird (s. exit-online.org).
Letztlich zeigt uns die Problematik, dass es Bereiche gesellschaftlicher Reproduktion gibt, die sich nicht von den Kategorien des Marktes und Geldes regeln lassen. Das war im Kapitalismus schon immer so. In früheren Jahrzehnten, indem der Mehrwert der Gesellschaft insgesamt gewachsen ist, stellte das meist aber kein Problem dar. Heute schon. Wir nähern uns den inneren und äußeren Grenzen des Wachstums und plötzlich graben die Ideologen der Marktwirtschaft die Zeitökonomie aus, natürlich um im gleichen Atemzug zu beteuern, dass man keinesfalls insgesamt das Geld abschaffen oder am Kapitalismus was ändern will. Um Himmelswillen - könnte ja sein, dann müssten die reichen vielleicht selbst anfangen für ihr Geld zu arbeiten...
Eine Zeitäquivalenzökonomie hätte tatsächlich das Potential (übergangsweise) alle Teile gesellschaftlicher Reproduktion zu ersetzen und die strukturelle Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Deshalb beteuern die Ideologen auch sofort, das man ja nicht zu weit damit gehen dürfe. Folgt man deren Argumentation, stellt eine Zeitökonomie keine Lösung dar, sondern wirft mehr Fragen auf, als sie dauerhaft an Antworten bietet. Ja mehr noch, sie birgt die Gefahr neue Ausbeutungsmechanismen entstehen zu lassen,wenn drum herum die Geldlogik weiter bestehen bleibt.
Ressourcenwirtschaft anstatt Marktwirtschaft - das wäre die Lösung!!!
02.12.2009 15:33 Uhr
von Inga:
zeitbank? das ist gefährlich.zeit und bank sollten nicht in ein wort gepackt werden! mehr momo liebe leute!!!
02.12.2009 15:30 Uhr
von Der andere Andre:
Der Begriff Ehrenamt ist hier nicht mehr angebracht, denn es erfolgt ein direkter Austausch von Leistungen. Im Gegensatz zur freien Wirtschaft, in der der Austausch über das Zwischenmedium Geld erfolt, erfolgt er hier über das Medium Zeitstunden. Das hat natürlich gewisse Vorteile, da das System somit unabhängig von den Schwankungen der Finanzmärkte ist, aber auch Nachteile. Was m.M. nicht außreichend erklärt wurde, ist, wie sichergestellt werden soll, dass das Angebot an Pflege und die Nachfrage sich zeitlich decken. Großflächig angewandt stünde das System vor ähnlichen Problemen, wie die umlagefinazierte Rentenversicherung. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland müssten immer weniger Junge immer mehr alte pflegen. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht kann man sich auch fragen, wie sinnvoll ehrenamtliche Arbeit überhaupt ist. Wenn ein Bäcker Samstags die Schule seiner Tochter streicht, während ein Maler einen Kuchen für ein gemeinnütziges Projekt bäckt, dann schweißt das die Geselschaft natürlich zusammen. Man braucht jedoch nicht zu erwähnen, dass sich beide viel Arbeitszeit sparen würden, würden sie tauschen und sich über Steuergelder gegenseitig bezahlen, sofern man Freiwilligenarbeit als Arbeit und nicht als Freizeitbeschäftigung ansieht.
Interresant und beobachtenswert ist der Ansatz der Zeitbank allemal. Allerdings hätte ich mir vom Autor des Artikels eine kritischere Auseinandersetzung gewünscht.
02.12.2009 14:48 Uhr
von Tyrfing:
Eigentlich hätte unser "Sozialstaat" die Pflicht, für "seine" Bürger, die ihn mit ihren Steuergeldern am Leben erhalten, später anfallende Pflegekosten/Versorgung im Alter zu übernehmen. Wenn Menschen selbst Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen, um sich unabhängig vom System einen Unterhalt im Alter zu sichern, ist dies zwar Begrüßenswert- doch spätestens wenn Mensch nach einem Arbeitstag noch "freiwillige" Arbeit im sozialen Bereich ableisten muss, um Zeitstunden anzusammeln- da er sonst Gefahr läuft, später auf dem trockenen zu sitzen.
02.12.2009 14:39 Uhr
von Juergen K.:
Super!
Das gibt es zwar shon in kleinen "Bargeldlosen" Kreisen;
Nach Statistiken werden genau die "Bargeldlosen Kreise" grösser.
Also Zeit, erst kommunal, dan Regional, landes- und dann bundesweit Ämter, Ausschusse und "Ministerium für Bargeldlosigkeit" zu schaffen:
HOECHSTDOTIERT.
Wenn das erst mal systematisiert wird, dann gibt es eben zwei Menschengruppen:
Die, die sich ein Zeitguthaben aufs Brot schmiert, und die , die für 19 Euro nach Mallorca fliegt.
Also dann lieber gleich festlegen, bevor es zu süät ist:
Wer bleibt bargeldlos und wer nicht? Und wie kriegen wir die Mehrwertsteuer aus der Bargeldlosigkeit heraus damit die Verwaltung derselben bezahlt werden kann.
Marktwirtschaft eben, wie sie von der Politik als Heiligtum verehrt wird.
02.12.2009 14:13 Uhr
von karsten:
jetzt wird das ehrenamt also auch noch ökonomisiert, bald haben wir den salat!
Leserkommentare
03.12.2009 15:34 Uhr
von mathilda:
PS. nieman der ehrenamtlich tätig ist wird es mit weniger oder mehr freude machen weil er jetzt die MÖGLICHKEIT?! hat etwas dafür zurück zu erhalten - aber anders herum besteht die CHANCE das Menschen die eben nur für "eine Hand wäscht die Andere" helfen aktiviert werden. Ausserdem wird NIEMAND gezwungen diese "Vergütung" anzunehmen. man könnte es auch spenden?
03.12.2009 15:28 Uhr
von mathilda:
huch - soviel negatives zwischen den zeilen?
ich bin begeistert das eben NICHT alles in GELD und Pflegeklassen gepackt wird sondern jeder die Gelegenheit hat mir aktuelle das einzig Sinnvolle für seine Zukunft anzusparen.
JA - es gibt das Risiko um eingie Bedenkenträger zu bestätigen...das alles UMSONST war...! Das ist es mit der gesetztlichen Rente aber auch (viel mehr einzahlen aus raus bekommen) und mit der Kranken& Pflegeversicherung sowieso - werden doch etliche Leistungen tortz steigender Raten einfach gestrichen.
Ich sehe es anders. Die Zeit ist eben NICHT verloren weil ich mit kleinen Dingen Mitmenschen helfen kann (Einkäufe erledigen, Computerstunden, Behördengänge, Gartenarbeit etc.) und noch die Chance habe im Alter wenn ich selber auf Hilfe angewiesen bin diese in Anspruch zu nehmen. Das mache ich AUCH OHNE Zeitbank - aber eine solche Datenbank würde das Angebot um einvielfaches verbreitern und GEWILLTE Menschen miteinander verbinden. EINE GRANDIOSE IDEE - DANKE!
03.12.2009 10:48 Uhr
von Ivo:
Es müsste vor allem sicher gestellt werden, dass die angesparten Arbeitsstunden nicht veräußert werden können (es würde schon ausreichen, wenn sie übertragbar wären). Spätestens wenn mensch bei eBay 10 Arbeitsstunden für x Euro kaufen kann, entwickelt sich ein Markt, bei dem die Reichen alle Arbeitsstunden aufkaufen können. Dann würden wir nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im Ehrenamt die Konten der Kapitalisten füttern. Es dürfte keine Verknüpfung von Arbeitsstunden und Geld möglich sein. Aber kann mensch nicht alles für Geld bekommen ...?
02.12.2009 16:13 Uhr
von BeobachterHH:
Dem Geld geht die Substanz verloren, indem die dafür verausgabte lebendige Arbeit historisch immer weiter abnimmt. Da retten uns auch keine Ehrenämter und keine Tauschkreise etc. Das Problem berührt aber eine Thematik, die sich in der "modernen Wertetheorie" unter den Begriff der "Wertabspaltung" findet und aktuell heiß diskutiert wird (s. exit-online.org).
Letztlich zeigt uns die Problematik, dass es Bereiche gesellschaftlicher Reproduktion gibt, die sich nicht von den Kategorien des Marktes und Geldes regeln lassen. Das war im Kapitalismus schon immer so. In früheren Jahrzehnten, indem der Mehrwert der Gesellschaft insgesamt gewachsen ist, stellte das meist aber kein Problem dar. Heute schon. Wir nähern uns den inneren und äußeren Grenzen des Wachstums und plötzlich graben die Ideologen der Marktwirtschaft die Zeitökonomie aus, natürlich um im gleichen Atemzug zu beteuern, dass man keinesfalls insgesamt das Geld abschaffen oder am Kapitalismus was ändern will. Um Himmelswillen - könnte ja sein, dann müssten die reichen vielleicht selbst anfangen für ihr Geld zu arbeiten...
Eine Zeitäquivalenzökonomie hätte tatsächlich das Potential (übergangsweise) alle Teile gesellschaftlicher Reproduktion zu ersetzen und die strukturelle Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Deshalb beteuern die Ideologen auch sofort, das man ja nicht zu weit damit gehen dürfe. Folgt man deren Argumentation, stellt eine Zeitökonomie keine Lösung dar, sondern wirft mehr Fragen auf, als sie dauerhaft an Antworten bietet. Ja mehr noch, sie birgt die Gefahr neue Ausbeutungsmechanismen entstehen zu lassen,wenn drum herum die Geldlogik weiter bestehen bleibt.
Ressourcenwirtschaft anstatt Marktwirtschaft - das wäre die Lösung!!!
02.12.2009 15:33 Uhr
von Inga:
zeitbank? das ist gefährlich.zeit und bank sollten nicht in ein wort gepackt werden!
mehr momo liebe leute!!!
02.12.2009 15:30 Uhr
von Der andere Andre:
Der Begriff Ehrenamt ist hier nicht mehr angebracht, denn es erfolgt ein direkter Austausch von Leistungen. Im Gegensatz zur freien Wirtschaft, in der der Austausch über das Zwischenmedium Geld erfolt, erfolgt er hier über das Medium Zeitstunden. Das hat natürlich gewisse Vorteile, da das System somit unabhängig von den Schwankungen der Finanzmärkte ist, aber auch Nachteile. Was m.M. nicht außreichend erklärt wurde, ist, wie sichergestellt werden soll, dass das Angebot an Pflege und die Nachfrage sich zeitlich decken. Großflächig angewandt stünde das System vor ähnlichen Problemen, wie die umlagefinazierte Rentenversicherung. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland müssten immer weniger Junge immer mehr alte pflegen.
Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht kann man sich auch fragen, wie sinnvoll ehrenamtliche Arbeit überhaupt ist. Wenn ein Bäcker Samstags die Schule seiner Tochter streicht, während ein Maler einen Kuchen für ein gemeinnütziges Projekt bäckt, dann schweißt das die Geselschaft natürlich zusammen. Man braucht jedoch nicht zu erwähnen, dass sich beide viel Arbeitszeit sparen würden, würden sie tauschen und sich über Steuergelder gegenseitig bezahlen, sofern man Freiwilligenarbeit als Arbeit und nicht als Freizeitbeschäftigung ansieht.
Interresant und beobachtenswert ist der Ansatz der Zeitbank allemal. Allerdings hätte ich mir vom Autor des Artikels eine kritischere Auseinandersetzung gewünscht.
02.12.2009 14:48 Uhr
von Tyrfing:
Eigentlich hätte unser "Sozialstaat" die Pflicht, für "seine" Bürger, die ihn mit ihren Steuergeldern am Leben erhalten, später anfallende Pflegekosten/Versorgung im Alter zu übernehmen. Wenn Menschen selbst Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen, um sich unabhängig vom System einen Unterhalt im Alter zu sichern, ist dies zwar Begrüßenswert-
doch spätestens wenn Mensch nach einem Arbeitstag noch "freiwillige" Arbeit im sozialen Bereich ableisten muss, um Zeitstunden anzusammeln-
da er sonst Gefahr läuft, später auf dem trockenen zu sitzen.
02.12.2009 14:39 Uhr
von Juergen K.:
Super!
Das gibt es zwar shon in kleinen "Bargeldlosen" Kreisen;
Nach Statistiken werden genau die "Bargeldlosen Kreise" grösser.
Also Zeit, erst kommunal, dan Regional, landes- und dann bundesweit Ämter, Ausschusse und "Ministerium für Bargeldlosigkeit" zu schaffen:
HOECHSTDOTIERT.
Wenn das erst mal systematisiert wird, dann gibt es eben zwei Menschengruppen:
Die, die sich ein Zeitguthaben aufs Brot schmiert,
und die , die für 19 Euro nach Mallorca fliegt.
Also dann lieber gleich festlegen, bevor es zu süät ist:
Wer bleibt bargeldlos und wer nicht?
Und wie kriegen wir die Mehrwertsteuer aus der Bargeldlosigkeit heraus damit die Verwaltung derselben bezahlt werden kann.
Marktwirtschaft eben, wie sie von der Politik als Heiligtum verehrt wird.
02.12.2009 14:13 Uhr
von karsten:
jetzt wird das ehrenamt also auch noch ökonomisiert, bald haben wir den salat!