• 04.11.2011

Greenwashing

Manifest gegen Nachhaltigkeit

Sina Trinkwalder wird am Freitag als "Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit" geehrt. Die taz veröffentlicht ihre Preisrede gegen Greenwashing.von S. Trinkwalder / E. Wenzel

  • 25.11.2011 15:22 Uhr

    von Kathrin Hartmann:

    Ach komm! Eike Wenzel schreibt ein Anti-Lohas-Manifest? Echt jetzt? DER Eike Wenzel, der mit seiner Markt-Untersuchung "Zielgruppe Lohas - Wie der grüne Lifestyle die Märkte erobert" die Lohas und deren Kaufkraft für den deutschen Markt erst interessant gemacht und die Kommerzialisierung der Weltrettung überhaupt mitangestoßen hat? DER Eike Wenzel, der Sachen schreibt wie "Wem es gelingt, Megatrends rechtzeitig und möglichst präzise zu analysieren und zu verstehen, der hält das Ticket für die Zukunft auf den weltweiten Märkten in der Hand" bzw. "Ein Unternehmen, das nicht über seine Corporate Social Responsibility nachdenkt, wird in Zukunft mit Sicherheit an dem vielversprechenden LOHAS-Markt vorbeiproduzieren" Der findet Lohas jetzt plötzlich doof? Hahahaha! Das muss ich jetzt aber echt lachen!

  • 07.11.2011 20:56 Uhr

    von Weltbürger:

    "Denn wir brauchen keine Manager, die nur für den Profit handeln, sondern beständige, regional verwurzelte Unternehmer, die sich wieder dem Standort Deutschland verpflichten."

    Exportweltmeister ist meist das Land, das die größte Zahl an Arbeitsplätzen auf Kosten anderer Volkswirtschaften sein Eigen nennt. Standortnationalismus nervt mich ja schon bei manch verstaubter Gewerkschaft und als Floskel bei Vertretern des BDI. Jetzt also auch in der Öko-Mode. Aber mit einem Preis der Bundesregierung gemeinsam mit BDI und der Deutschen Bank (Land der Ideen) schmückt sich manomama ja eh schon. Da sollte ich mich vielleicht hier gar nicht so wundern. Die werden schon wissen, wen sie auszeichnen...

    Ich bin sehr für regionale Produktion und Vermarktung. Ich habe auch nichts gegen Produktion in Deutschland. Aber das der Standort Deutschland dabei gestärkt wird ist für mich eher ein Effekt, den ich so weit wie möglich verhindern wollen würde. Mehr globale Gerechtigkeit geht nur mit weniger deutscher Welthandels-Dominanz.

    Ökologisch ist es auch bestimmt kein Vorteil Bio-Baumwolle nach Deutschland zu importieren, statt sie vor Ort zu verarbeiten und damit das Transportvolumen zu reduzieren. Zudem wird so den Anbauländern mal wieder nur der Rohstoffverkauf als Anteil an der Wertschöpfung gelassen.

  • 04.11.2011 22:06 Uhr

    von Heinz Otto:

    Der Inhalt dieser Rede von Frau Trinkwalder PASST GENAU, würde Opa Gehrke beim Frühstück bei Stefanie sagen, passt genau auf die Weltschifffahrt. Da gibt es jede Menge Konferenzen in aller Welt mit den Titeln GREENSHIPPING oder SUSTAINABLESHIPPING, aber die IMO als Player bei den Klimakonferenzen auf Ebene eines Landes fährt einen zeitschindenden Kurs bei der Reduzierung vom CO2-ausstoß der Schiffe.
    Es ist ungeheuerlich.
    TAZ, bitte übernehmen. Ich bin zu klein die IMO vor mir herzutreiben.
    Gruß, H.Otto, windschiffe.de

  • 04.11.2011 17:50 Uhr

    von Eric Manneschmidt:

    Der Titel war wohl schon bewusst gewählt.

    Alles nur leeres Geschwafel. Wer nicht die Ohnmacht der Leute (=Konsumenten) anspricht, nicht mal verstanden hat, dass Nachhaltigkeit nur MIT der Bevölkerung, und das heisst mit einem bedingungslosen Grundeinkommen und mit plebiszitärer (und mehr) Demokratie funktionieren kann, sollte es wirklich lassen.

    Greenwashing auf der einen Seite und (doppel-)moralische Appelle auf der anderen.
    Tja, für was kann man sich da denn entscheiden...?

  • 04.11.2011 13:42 Uhr

    von Smartman:

    Was für ein esoterisches, werbsprechquak Geschwubbel. Über das komplexe Modell Nachhaltigkeit mal besser nicht nachdenken wird empfohlen. Stattdessen das Beliebigkeitskonzept "Ehrlichkeit": Also der "ehrliche Kaufmann", der gerade furiosen Schiffbruch erlitten hat durch Schwalbach und seinen Gefälligkeitsgutachten für die Atomlobby.

  • 04.11.2011 12:28 Uhr

    von Stephan Goldmann:

    Einerseits sage ich zu den Fakten: Stimmt wohl.
    Andererseits: Mich stört die negative Strahlkraft der Rede. Leute, seid doch mal froh, dass der Konsument so denkt, wie er jetzt denkt. Was war das für ein langer Weg, in das Bewusstsein derart vieler Menschen vorzudringen und darin einen Sinn für Umweltschutz zu verankern?
    Stattdessen knüppeln Konservative und Neolibs auf die "Gutmenschen" ein, und jetzt erfahre ich auch noch, dass ich ein Depp bin, von dem ich wähnte, dass ich auf seiner Seite stünde - wie ungeschickt ist das?
    Alles was bei mir von dieser Rede ankommt ist: "Ihr macht das alles falsch, ihr seid oberflächlich und dumm. Ihr müsst das so machen!" Ehrlich: Hat man da noch Lust darauf?
    Kritisiert das Verhalten der "oberflächlichen" Ökos doch nicht, sondern nehmt es als großartige Ausgangsbasis, um damit weiterzuarbeiten. Das Glas ist halbvoll!!

    Mich nervt diese negative Art! Verzeihung, aber DAS ist wirklich typisch deutsch!

  • 04.11.2011 11:04 Uhr

    von Jerry:

    Ein wundervoller Artikel. Bitte einfach immer wieder nach Oben setzen, bis es endlich alle CHECKEN!

    Van Gogh hat die Welt auch nicht zur Lebzeiten verändert, aber zur Lebzeiten hat er geglaubt es tun zu können!

  • 04.11.2011 10:51 Uhr

    von ParadiseOnEarthForever:

    Ja, Ehrlichkeit und Respekt braucht es, neben LIEBE, als Basis für alle Engagemants in allen Lebensbereichen!

    ♥ (Matthäus 7:12) Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun ...

    ♥ (1. Johannes 4:16) Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gemeinschaft mit Gott, und Gott bleibt in Gemeinschaft mit ihm.

    ♥ (1. Korinther 13:1-8) Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen rede, aber nicht Liebe habe, bin ich ein tönendes [Stück] Erz oder eine schallende Zimbel geworden. 2 Und wenn ich die Gabe des Prophezeiens habe und mit allen heiligen Geheimnissen und aller Erkenntnis vertraut bin und wenn ich allen Glauben habe, um Berge zu versetzen, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe austeile, um andere zu speisen, und wenn ich meinen Leib hingebe, um mich zu rühmen, aber nicht Liebe habe, so nützt es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig, sie prahlt nicht, bläht sich nicht auf, 5 benimmt sich nicht unanständig, blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus, läßt sich nicht aufreizen. Sie rechnet das Böse nicht an. 6 Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sondern freut sich mit der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles. 8 Die Liebe versagt nie. ...

    http://watchtower.org/x/20031122a/article_01.htm

    Beste Wünsche allen ♥

  • 04.11.2011 10:41 Uhr

    von Joerg Riedel:


    man kann es auch so sagen: wir brauchen eine holistische grundhaltung zur Umwelt und die Erkenntnis daraus, dass langfristig nur Suffizienz hilft.

  • 04.11.2011 10:09 Uhr

    von Mocaer:

    Die Thesen decken sich mit meiner Erfahrung.

    Was man schützen will, das muss man auch schätzen, es benötigt also sozial-emotionale Kompetenz bzw. Intelligenz und diese ist eindeutig zu wenig vorhanden bei den zeitgenössischen Führnungsleuten in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirche aber auch in den Medien,die ja die Meinungsbildung betrieben sollen. Fragt sich nur welche. Die Eindimensionalität des Denkens und Handelns dieser Leite führt zu den unsuffizienten zum großen Teilkonrtaoproduktiven "Lösungen", die das falsche optimieren und darum alles optimal falsch machen. Das merkt man leider immer erst dann, wenn die Akteure im - luxeriösen - Ruhestand sind.

    Kompliment an die TAZ: das sind die Artikel, die wir lesen wollen: positive Ansätze und positive Beispiele, die den Weg skizzieren, den wir beschreiten wollen. Da können die sogenannten "Hauptstadtblätter" wie das Grundewalder Käseblatt Tagesspiegel einfach nur: abstinken!

  • 04.11.2011 10:03 Uhr

    von Genry:

    Quintessenz des Textes: 1. Die Konsumenten könnten, wenn sie wollten, 2. sie wollen nur nicht genug.

    Davon ist die 2. Hälfte sicherlich richtig. "Öko" wurde als Lifestyle kommodifiziert.

    Die 1. Hälfte übersieht, dass es in einer Gesellschaft, die auf die Konsumentenmacht pocht, mit dieser anscheinend nicht weit bestellt sein kann. Die Produkte werden eben nicht wegen der Nachfrage hergestellt, sondern wegen des Profits, und deshalb wird die Produktion kostengünstig organisiert. Das bedeutet Ausbeutung, Umweltzerstörung und technischer Fortschritt.
    Niemand hat beispielsweise Schuhe bestellt, die in Sweatshops hergestellt werden, oder Pestizid-belastete Lebensmittel. Die allerwenigsten Konsumenten wollen Gentechnik. Wenn diese Produkte doch gekauft werden, dann aus ökonomischen Zwängen heraus, der Geldbeutel gibt eben nicht mehr her. Auf der anderen Seite gibt es Konsumenten, die es sich leisten können, etwas mehr zu bezahlen, aber vor dem Rätsel stehen, wann jetzt welche Produkte, zu welchem Zeitpunkt im Jahr wo am ökoeffizientesten hergestellt werden.

    Bei all dem Fokus auf Konsumkritik gerät die Kritik der Produktion leider in Vergessenheit.

  • 04.11.2011 10:03 Uhr

    von Genry:

    Quintessenz des Textes: 1. Die Konsumenten könnten, wenn sie wollten, 2. sie wollen nur nicht genug.

    Davon ist die 2. Hälfte sicherlich richtig. "Öko" wurde als Lifestyle kommodifiziert.

    Die 1. Hälfte übersieht, dass es in einer Gesellschaft, die auf die Konsumentenmacht pocht, mit dieser anscheinend nicht weit bestellt sein kann. Die Produkte werden eben nicht wegen der Nachfrage hergestellt, sondern wegen des Profits, und deshalb wird die Produktion kostengünstig organisiert. Das bedeutet Ausbeutung, Umweltzerstörung und technischer Fortschritt.
    Niemand hat beispielsweise Schuhe bestellt, die in Sweatshops hergestellt werden, oder Pestizid-belastete Lebensmittel. Die allerwenigsten Konsumenten wollen Gentechnik. Wenn diese Produkte doch gekauft werden, dann aus ökonomischen Zwängen heraus, der Geldbeutel gibt eben nicht mehr her. Auf der anderen Seite gibt es Konsumenten, die es sich leisten können, etwas mehr zu bezahlen, aber vor dem Rätsel stehen, wann jetzt welche Produkte, zu welchem Zeitpunkt im Jahr wo am ökoeffizientesten hergestellt werden.

    Bei all dem Fokus auf Konsumkritik gerät die Kritik der Produktion leider in Vergessenheit.

  • 04.11.2011 09:32 Uhr

    von aleister:

    "Manifest GEGEN Nachhaltigkeit"??? ähm...

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