Der Bezirk Pankow will 1 Million Euro im Kulturbereich einsparen. Das wäre das Aus für Bibliotheken, Musikschule und Kulturzentrum. Projekte rufen zum Protest.von Juliane Schumacher
Viele Projekte seien selbst schuld, "da sie einfach nicht wirtschaftlich genug arbeiten". Das ist das typische neoliberale Gesülze, mit dem immer wieder mit minarchistischer Ideologie und ökonomischem Denken behauptet wird, daß Kulturinstitutionen auch gut wirtschaften müssten und möglichst ohne Unterstützung auskommen müssten. Wenn das so wäre, oder die Sponsoren nur noch aus der Privatwirtschaft kämen, dann könnte der gute "Anonymus" nicht mehr in die Oper gehen, dann würde die Berliner Kulturlandschaft sowas von öde aussehen, daß hier keine Leute aus aller Welt (z.B. Schwaben) mehr herkommen, weil es hier angeblich eine interessante Kulturszene gibt. Dann müßte der arme Anonymus wieder zurückziehen nach Schwäbisch Hall, weil sich hier nur noch Aso-Ossis und Ex-Stasiagenten an den Currywurstständen treffen um über ihre verlorengegangenen Spitzenverdienerjobs in den ach so zahlreichen staatlichen Kleintheatern und kommunalen Galerien zu jammern. Dann muß der arme Anonymus wieder die Kehrwoche einhalten, die Hecke schneiden, André Rieu Konzerte in der Stadthalle angucken und CDU wählen. Der Staat zieht sich immer weiter aus seiner kulturellen und sozialen Verantwortung zurück. Wer unterdessen glaubt, daß nur die Kräfte des Marktes eine interessante Kultur hervorbringen, ist leider neoliberal verstrahlt und wittert Stasi und kommunische Seilschaften überall da, wo etwas gesagt wird, was ihm nicht schmeckt oder ihm zu popelig ist. Ohne staatliche Förderung würde es kaum Kunst mehr geben, sondern allenthalben Kulturindustrie. Und wenn da jemand denkt, wenn schon staatliche Förderung, dann bitte schön auch representative Leuchtturmprojekte, die die lokale Konjunktur ankurbeln sollen, dann versteht der vielleicht etwas vom Wirtschaft, die Kunst kann er aber nicht lieben. P.S. Wenn der Staat also mit seiner Förderung den Privaten wirklich Konkurrenz macht, dann können sich die Privaten wohl im Wettbewerb doch nicht halten, oder?
@ Horst: Super-Kommentar! LOL
19.01.2012 16:55 Uhr
von Etzel:
Ein Land, das sich ein Schloss und 3 km Autobahn für 500 Mio leisten kann, braucht doch keine Bibliotheken!
19.01.2012 15:18 Uhr
von anonymous:
@ "von was?" Nein, keine 'banale Ironie', sondern traurige Wahrheit. Auch für Auftritte von Gruppen wie "The Necks" braucht es keine mit öffentlichen Geldern geförderten Räume. Denn dazu gibt es, gerade im Bezirk Pankow, zu viele privat betriebene Spielstätten. Und es ist nicht einzusehen, weshalb die Kommune, auch wenn sie gerne ein paar Jobs für Altgediente sichern möchte, den Privaten Konkurrenz macht.
@Wolfgang Banse Ja, es stimmt, der Bezirk Pankow gehört im Vergleich zu Neukölln und Marzahn sicherlich zu den 'gehobneren'. Ein Grund mehr, hier zu sparen und in anderen Bezirken vielleicht ein bisschen mehr zu investieren. Zumal der Bedarf in Pankow durch private Anbieter hinlänglich gedeckt ist.
Es beleibt wie es ist: Für die besagten Einrichtungen interessieren sich vor allem die dort engagierten Seilschaften.
19.01.2012 13:49 Uhr
von Horst:
Der Bezirk verpulvert sein Geld ja auch lieber mit dem Umbau der Strassenzüge und Kreuzungen in westdeutscher Kleinstadtästhetik. Damit sich die zugezogenen Asozialen dort wohl fühlen und weiter gegen alles stänkern und juristisch vorgehen können, was nicht in ihre dörfliche Ideologie passt.
19.01.2012 13:28 Uhr
von Hatem:
Die, die jetzt protestieren, hätten mal vorher überlegen sollen: Nämlich bei der Wahl.
Die Künstler haben nämlich zu großen Teilen die Parteien (Linke und SPD) gewählt, die Pankow in die Pleite gewirtschaftet haben.
Also: Selber schuld.
19.01.2012 12:50 Uhr
von Mottenkiste:
Die Bibliothek in der Esmarchstraße ist nicht barrierefrei. Weshalb die überhauüpt noch weiter als Bibliothek firmiert, ist mir nicht nachvollziehbar. In der Wabe fehlt ebenso der Fahrstuhl. Und so weiter und so fort. Weg mit den Barrieren!
19.01.2012 08:26 Uhr
von Wolfgang Banse:
Sparrunde wird gefahren-leider am falschen Ende Sparen,sparen und nochmals sparen ist angesagt.Kein Bereich wird ausgeschlossen,so auch was den Kulturbereich im Bezirk Pankow anbetrifft. Der Bezirk Pankow ist nicht Neukölln,Kreuzberg,Marzahn.Es ist ein gehobener Kiez innerhalb des Landes Berlin.der Kulur sollte ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit gewidmet werden,was umgesetzt bedeutet in diesem Bereich sollte am wenigsten gespart werden.Kultur ist ein hohes Gut und dies sollte auch weiterhin ausgeünbt werden,ohne an dessen Etat Kürzungen vor zu nehmen
19.01.2012 05:05 Uhr
von was?:
Ich hoffe doch mal sehr, dass "Anonymous" hier mit banaler Ironie rumalbert. Alles Andere wäre erschreckend, aber jetzt auch nicht weiter überraschend für das leider stark gesunkene Durchschnitts - Niveau der Taz - Kommentare. Bibliotheken sind selbstverständlich erhaltenswert. Und die Wabe hat sich in den letzten Jahren unter anderem als Spielstätte für zum Teil weltbekannte Bands und Orchester wie die australische Improvisations - Kultband The Necks oder jüngst als Probe - und Konzert - Ort des neuen international besetzten Berliner Experimental - und Improvisations - Musik - Orchsters "The Splitter Orchestra positioniert. Aber egal. Wie treffend, das das Captcha hier unten 'hund' ist. naja.
18.01.2012 23:47 Uhr
von anonymous:
Nein, der Name des 'Aktionsbündnisses' ist anmaßend, denn keine freien Projekte oder gar 'Berliner Künstler' rufen zum Protest, sondern lediglich ein paar alt eingesessene Ex-DDR-Seilschaften, die nun um ihre Pfründe fürchten. Und das zurecht, denn sie sind so überflüssig wie ein Kropf. Deshalb tut es gut, sich endlich von ihnen zu verabschieden: Die Wabe, diesem Relikt aus Ostzeiten, dessen Sinn im Grunde nur noch darin besteht, Ex-Ostlern mit starkem Hang zur Partei (*die eine, die immer Recht hat) ein zu Hause zu bieten. Oder die Galerie Pankow: Was soll das ?!? Noch sinnloser für den Berliner Kulturbetrieb und dabei geldverschwenderischer geht es kaum. Sicher jauelt nun 'die Linke' laut auf, denn als zumindest kulturelle Nachlassverwalterin der DDR hatte sie diese Einrichtungen unter ihren Fittichen.. bzw. mit ihrem Personal besetzt. Nun sieht es also so aus, als wenn ein paar Ex-Stasis einen Job weniger hätten: Gut so ! Alles dicht machen!
Leserkommentare
24.01.2012 01:11 Uhr
von Punkow:
Viele Projekte seien selbst schuld, "da sie einfach nicht wirtschaftlich genug arbeiten". Das ist das typische neoliberale Gesülze, mit dem immer wieder mit minarchistischer Ideologie und ökonomischem Denken behauptet wird, daß Kulturinstitutionen auch gut wirtschaften müssten und möglichst ohne Unterstützung auskommen müssten. Wenn das so wäre, oder die Sponsoren nur noch aus der Privatwirtschaft kämen, dann könnte der gute "Anonymus" nicht mehr in die Oper gehen, dann würde die Berliner Kulturlandschaft sowas von öde aussehen, daß hier keine Leute aus aller Welt (z.B. Schwaben) mehr herkommen, weil es hier angeblich eine interessante Kulturszene gibt. Dann müßte der arme Anonymus wieder zurückziehen nach Schwäbisch Hall, weil sich hier nur noch Aso-Ossis und Ex-Stasiagenten an den Currywurstständen treffen um über ihre verlorengegangenen Spitzenverdienerjobs in den ach so zahlreichen staatlichen Kleintheatern und kommunalen Galerien zu jammern. Dann muß der arme Anonymus wieder die Kehrwoche einhalten, die Hecke schneiden, André Rieu Konzerte in der Stadthalle angucken und CDU wählen.
Der Staat zieht sich immer weiter aus seiner kulturellen und sozialen Verantwortung zurück. Wer unterdessen glaubt, daß nur die Kräfte des Marktes eine interessante Kultur hervorbringen, ist leider neoliberal verstrahlt und wittert Stasi und kommunische Seilschaften überall da, wo etwas gesagt wird, was ihm nicht schmeckt oder ihm zu popelig ist. Ohne staatliche Förderung würde es kaum Kunst mehr geben, sondern allenthalben Kulturindustrie. Und wenn da jemand denkt, wenn schon staatliche Förderung, dann bitte schön auch representative Leuchtturmprojekte, die die lokale Konjunktur ankurbeln sollen, dann versteht der vielleicht etwas vom Wirtschaft, die Kunst kann er aber nicht lieben.
P.S. Wenn der Staat also mit seiner Förderung den Privaten wirklich Konkurrenz macht, dann können sich die Privaten wohl im Wettbewerb doch nicht halten, oder?
@ Horst: Super-Kommentar! LOL
19.01.2012 16:55 Uhr
von Etzel:
Ein Land, das sich ein Schloss und 3 km Autobahn für 500 Mio leisten kann, braucht doch keine Bibliotheken!
19.01.2012 15:18 Uhr
von anonymous:
@ "von was?"
Nein, keine 'banale Ironie', sondern traurige Wahrheit.
Auch für Auftritte von Gruppen wie "The Necks" braucht es keine mit öffentlichen Geldern geförderten Räume. Denn dazu gibt es, gerade im Bezirk Pankow, zu viele privat betriebene Spielstätten. Und es ist nicht einzusehen, weshalb die Kommune, auch wenn sie gerne ein paar Jobs für Altgediente sichern möchte, den Privaten Konkurrenz macht.
@Wolfgang Banse
Ja, es stimmt, der Bezirk Pankow gehört im Vergleich zu Neukölln und Marzahn sicherlich zu den 'gehobneren'. Ein Grund mehr, hier zu sparen und in anderen Bezirken vielleicht ein bisschen mehr zu investieren. Zumal der Bedarf in Pankow durch private Anbieter hinlänglich gedeckt ist.
Es beleibt wie es ist:
Für die besagten Einrichtungen interessieren sich vor allem die dort engagierten Seilschaften.
19.01.2012 13:49 Uhr
von Horst:
Der Bezirk verpulvert sein Geld ja auch lieber mit dem Umbau der Strassenzüge und Kreuzungen in westdeutscher Kleinstadtästhetik. Damit sich die zugezogenen Asozialen dort wohl fühlen und weiter gegen alles stänkern und juristisch vorgehen können, was nicht in ihre dörfliche Ideologie passt.
19.01.2012 13:28 Uhr
von Hatem:
Die, die jetzt protestieren, hätten mal vorher überlegen sollen: Nämlich bei der Wahl.
Die Künstler haben nämlich zu großen Teilen die Parteien (Linke und SPD) gewählt, die Pankow in die Pleite gewirtschaftet haben.
Also: Selber schuld.
19.01.2012 12:50 Uhr
von Mottenkiste:
Die Bibliothek in der Esmarchstraße ist nicht barrierefrei. Weshalb die überhauüpt noch weiter als Bibliothek firmiert, ist mir nicht nachvollziehbar.
In der Wabe fehlt ebenso der Fahrstuhl. Und so weiter und so fort.
Weg mit den Barrieren!
19.01.2012 08:26 Uhr
von Wolfgang Banse:
Sparrunde wird gefahren-leider am falschen Ende
Sparen,sparen und nochmals sparen ist angesagt.Kein Bereich wird ausgeschlossen,so auch was den Kulturbereich im Bezirk Pankow anbetrifft.
Der Bezirk Pankow ist nicht Neukölln,Kreuzberg,Marzahn.Es ist ein gehobener Kiez innerhalb des Landes Berlin.der Kulur sollte ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit gewidmet werden,was umgesetzt bedeutet in diesem Bereich sollte am wenigsten gespart werden.Kultur ist ein hohes Gut und dies sollte auch weiterhin ausgeünbt werden,ohne an dessen Etat Kürzungen vor zu nehmen
19.01.2012 05:05 Uhr
von was?:
Ich hoffe doch mal sehr, dass "Anonymous" hier mit banaler Ironie rumalbert. Alles Andere wäre erschreckend, aber jetzt auch nicht weiter überraschend für das leider stark gesunkene Durchschnitts - Niveau der Taz - Kommentare. Bibliotheken sind selbstverständlich erhaltenswert. Und die Wabe hat sich in den letzten Jahren unter anderem als Spielstätte für zum Teil weltbekannte Bands und Orchester wie die australische Improvisations - Kultband The Necks oder jüngst als Probe - und Konzert - Ort des neuen international besetzten Berliner Experimental - und Improvisations - Musik - Orchsters "The Splitter Orchestra positioniert. Aber egal. Wie treffend, das das Captcha hier unten 'hund' ist. naja.
18.01.2012 23:47 Uhr
von anonymous:
Nein, der Name des 'Aktionsbündnisses' ist anmaßend, denn keine freien Projekte oder gar 'Berliner Künstler' rufen zum Protest, sondern lediglich ein paar alt eingesessene Ex-DDR-Seilschaften, die nun um ihre Pfründe fürchten. Und das zurecht, denn sie sind so überflüssig wie ein Kropf.
Deshalb tut es gut, sich endlich von ihnen zu verabschieden: Die Wabe, diesem Relikt aus Ostzeiten, dessen Sinn im Grunde nur noch darin besteht, Ex-Ostlern mit starkem Hang zur Partei (*die eine, die immer Recht hat) ein zu Hause zu bieten. Oder die Galerie Pankow: Was soll das ?!? Noch sinnloser für den Berliner Kulturbetrieb und dabei geldverschwenderischer geht es kaum. Sicher jauelt nun 'die Linke' laut auf, denn als zumindest kulturelle Nachlassverwalterin der DDR hatte sie diese Einrichtungen unter ihren Fittichen.. bzw. mit ihrem Personal besetzt. Nun sieht es also so aus, als wenn ein paar Ex-Stasis einen Job weniger hätten:
Gut so ! Alles dicht machen!