• 25.05.2010

Der SS-Mann aus dem Ruhrgebiet

Versteck hinter Spitzengardinen

1945 soll der damalige SS-Mann Adolf S. in Österreich an der Ermordung von mindestens 57 Juden beteiligt gewesen sein. Bis heute lebt er unbehelligt im Ruhrgebiet.von Assaf Uni

  • 22.06.2010 23:13 Uhr

    von NichtKosher:

    Ich finde den Artikel sehr gut! Danke, TAZ!

  • 27.05.2010 08:25 Uhr

    von Sportsfreund:

    @Steffen:

    "Die DDR hat keinen nachweislich an Morden beteiligten Verbrecher in irgendwelche hohen Ämter gesetzt !"

    --> He he, lächerlich. War nicht gar Ulbricht ein Mörder?


    "Gäbe es eine wirkliche Gerechtigkeit in diesem Leben und in dieser Welt wäre ein Grossteil der Deutschen nach dem Ende des Krieges zum Tode verurteilt worden."

    --> Nach dem Krieg *starben* mehr deutsche Soldaten, als in sechs Kriegsjahren zuvor.
    Von verhungerten, vergewaltigten, massakrierten Zivilisten mal ganz zu schweigen.


    "Das deutsche Volk, aber auch die anderen schuldigen Völker haben nach dem Krieg die Generalamnestie bekommen ..."

    --> ..und müssen sich ewig schämen Deutsche zu sein. Doch das reicht denen nicht, zahlen sollen wir auch.



    Aber mir ist es allzu verständlich, daß einige "Antideutsche" bei diesem Text die maximale Schrittfeuchte erreichen.

    :)

  • 26.05.2010 09:50 Uhr

    von sinDY:

    Der Artikel an sich war sehr provozierend, ich denke mal, wohl wissend, das sich der Autor in dieses Kreuzfeuer begeben musste.

    Aber, es ist richtig, diesen Mann mal zur Rede zu stellen. Natürlich wird die Welt nicht besser, dadurch das man ihn jetzt einsperrt, aber dieser Mann hat jahrzehnte unter uns gewohnt, als ob er sich nicht hat zu Schulden kommen lassen.
    Und wenigstens ein Statement ausserhalb von "Wir mussten das ja machen" hätte ich mir schon gewünscht.

  • 26.05.2010 01:14 Uhr

    von AlfredJosef:

    Die Nachbarn haben alles Wesentliche gesagt. Oder?

    aj



  • 25.05.2010 19:50 Uhr

    von Dominik:

    Dem Kommentar von Stefan (25.05.2010 10:24) kann ich nur zustimmen. So berichtenswert und wichtig das Thema auch ist, die Art der Berichterstattung ist beschämend. Es fängt bei der Springer-Überschrift an und hört beim thumben Fritzl-Vergleich auf. Beim Stil des Artikels würde es nicht überraschend, wenn am Ende des Textes dazu aufgerufen würde, Adolf-Fotos als TAZ-Leserreporter-Handyfotos zu machen.

  • 25.05.2010 18:03 Uhr

    von Max :

    Das Adolf S. nicht öffnet, war ja abzusehen. Interessant finde ich die Reportage trotzdem, v.a. wie hier die Gleichgültigkeit der Menschen in der Reihenhaussiedlung gegenüber den schrecklichen Verbrechen der Shoa der kleinbürgerliche Aktionismus gegenübergestellt wird, der einsetzt, sobald jemand in ihre Insel der Ahnungslosigkeit eindringt. Möglicherweise überspitz dargestellt, möglicherweise ein Kunstgriff, aber doch recht treffend, wie ich aus eigener Erfahrung meine.

  • 25.05.2010 17:44 Uhr

    von Steffen:

    Welche Nazi-Verbrecher hat denn die DDR so aufgenommen ?

    Die DDR hat keinen nachweislich an Morden beteiligten Verbrecher in irgendwelche hohen Ämter gesetzt !

    Das div. Wehrmachtsangehörige ohne Gegenleistung beim Aufbau der neuen Armee etc. mithelfen mussten ist eine ganz andere Sache und Usus.

    Div. Nazi-Wissenschaftler wurden ja auch nach Russland oder in die USA deportiert um von deren Wissen zu profitieren.

    In der BRD haben aber Holocaust-Verwickelte Karriere gemacht, sogar der Adenauer war nicht sauber.

    Nun zeigen sie mir aber mal irgendeinen SS-Mann der 50 Leute auf dem Gewissen hat der in der DDR Karriere gemacht hat.

    Glaube kaum das sich das ein Russland mit über 20mio Kriegstoten hätte gefallen lassen ...

    Gäbe es eine wirkliche Gerechtigkeit in diesem Leben und in dieser Welt wäre ein Grossteil der Deutschen nach dem Ende des Krieges zum Tode verurteilt worden.

    Man muss nicht direkt jemand erschossen haben um schuldig zu sein, alleine das Wissen, die Duldung, das Wegschauen machen schuldig und ermöglichen diese Unmenschlichkeiten.

    Das deutsche Volk, aber auch die anderen schuldigen Völker haben nach dem Krieg die Generalamnestie bekommen ... man hat sich lediglich darauf beschränkt die Führer zu töten ... ganze Völker kann man schliesslich nicht bestrafen ohne sich eines Genozids schuldig zu machen.

    Aber ist immer schön wenn man auf die da "Oben" zeigen kann die immer an allem Schuld sind, die da Oben könnten ohne die da Unten garnichts aber auch garnichts anrichten wenn das Unten das nicht wollte.

  • 25.05.2010 17:31 Uhr

    von Hannah:

    Ich muss heulen, wenn ich die Kommentare lese.
    Der Fritz-Vergleich ist unangemessen. Ja.
    Das Foto ist unnoetig. Ja.

    Doch, dass dieser Artikel kein Niveau hat ist falsch. Im Gegensatz, die Zeilen haben mich sehr beruehrt, stuelpen sie doch den stummen Muendern Deutschlands eine Wahrheit ueber.

    An Alt-Faschisten kommt man nicht so leicht ran. Reden ist gut, diskutieren besser und handeln wohl das Beste. Was ist falsch daran einen Nazi-Taeter, sei es eine Vermutung oder nicht, zur Rede zu stellen?
    Im Vergleich dazu, wie viele Taeter nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, kann mensch einige Tausend "Unschuldige" verhoeren.
    Zieht endlich die Samthandschuhe aus.

  • 25.05.2010 16:34 Uhr

    von Anne:

    Meine Mutter und ich sind furchtbar enttäuscht von dieser Titelseite.
    Für solche Titelseiten können wir auch zum Bäcker um die Ecke gehen und diese "Zeitung" kaufen die ihren Namen ebenfalls rot hinterlegt hat.

    Ja, es ist schrecklich, dass jemand, der vermutlich(!) daran beteiligt war als viele Unschuldige getötet wurden, ungestört in Deutschland leben konnte.

    ABER es ist auch schrecklich, dass sich die taz auf so ein Niveau herunterlässt.

  • 25.05.2010 11:47 Uhr

    von Manfred Krauss :

    Nur eine kleine Anmerkung zur Übersetzung... Die Institution die im Artikel Vad Jashem gennant wurde heißt eigentlich Yad Vashem...

  • 25.05.2010 11:24 Uhr

    von willi the poo:

    Auch wenn es im Falle eines mutmaßlichen Nazi-Verbrechers sehr schwer fallen mag, gilt auch hier die Unschuldsvermutung bis zur rechtskräftigen Verurteilung. Insofern finde ich es überaus problematisch, einen mutmaßlichen Straftäter aufgrund der Angaben zum Wohnort und zum Namen identifizierbar zu machen. Somit bedient sich die taz sehr ähnlicher Methoden wie die Hetzkampagnen des Boulevardjournalismus. Damit sollte sich die taz nicht gemein machen. Von der taz erwarte ich mehr Niveau.

  • 25.05.2010 11:19 Uhr

    von Redbranch:

    Die Berichterstattung über den Casus ist ja halbwegs interessant und angemessen.

    Aber was ist denn nur bei der Gestaltung der heutigen Titelseite in Euch gefahren?
    Ein ganz böser Mann wohnt in Duisburg und hier ist das Foto von dem Haus, in dem der ganz böse Mann wohnt.
    Die ganze Aufmachung wirkt auf mich heute peinlich und primitiv. Irgendwie doch sehr unter taz-Niveau möchte ich meinen.

  • 25.05.2010 10:51 Uhr

    von traurig:

    die Staatsanwaltschaft lässt seit Januar den Gesundheitszustand eines mutmaßlichen Mörders untersuchen? Ich schäme mich! Der Mann und sei er 150 Jahre muss vor Gericht um diese Tat aufzuklären.

    Was wirft das für ein Bild auf uns. immer noch können einige wohl nicht mit der Vergangenheit ehrlich umgehen. Die Staatsanwaltschaft gehört angezeigt!!!

  • 25.05.2010 10:29 Uhr

    von zarl:

    "Vad Jaschem"? Das ist hoffentlich während der Übersetzung aus dem Englischen reingerutscht...
    Yad Vashem ist eine korrekte Transliteration, nur sollte man halt bitte nicht die Anfangsbuchstaben verwechseln.

    Ansonsten finde ich die persönliche "Herangehensweise" des Autors ziemlich haarsträubend. Und was soll dieser dumme Fritzl-Einwurf?

    Den historischen Abriss im Artikel und den Bericht darüber, wie es zu der Anklage kam, finde ich allerdings gut. Danke dafür.

  • 25.05.2010 10:25 Uhr

    von Luftschloss:

    "Er schreit. Auf Deutsch. Als stünden wir an der Rampe von Auschwitz, denke ich."


    Was ein armseliger Journalismus...

  • 25.05.2010 10:24 Uhr

    von Stefan:

    Eines vorneweg: Ich bin Antifaschist und halte den Holocaust für das größte Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Der Besuch von Auschwitz und anderen KZ-Gedenkstätten hat mich schon immer zu Tränen gerührt, Schuldgefühle, aber auch grenzenlosen Zorn auf die Täter in mir geweckt. Aber wenn ich dann lese - "Er schreit. Auf Deutsch. Als stünden wir an der Rampe von Auschwitz" - dann muss ich mich schon fragen, ob ich eine Zeitung oder einen schlechten Roman vor mir habe.

    Dass ein Nazi-Mörder vermutlich gut in einer spießigen Nachbarschaft untertauchen kann, ist klar. Die Nachbarn mit KZ-Wärtern zu vergleichen, oder negative Assoziationen durch die aus dem Zusammenhang gerissene Erwähnung des Sexualtriebtäters Fritzl zu wecken, geht meiner Meinung nach aber in die falsche Richtung.

    Noch kritischer sehe ich allerdings die Veröffentlichung des Fotos von S.'s Haus. So unerträglich es angesichts der Verbrechen auch sein mag: Bis ein Gericht über Schuld oder Freispruch entschieden hat, gilt die Unschuldsvermutung. Vorab ein Foto von einem Haus abzudrucken, mit dem Hinweis "da wohnt ein Massenmörder", kommt einem Aufruf zur Lynchjustiz gleich. Und der hat in der taz wahrhaftig nix verloren.

  • 25.05.2010 10:09 Uhr

    von Phillip:

    "Warum reden die Holocaust-Überlebenden nicht mit der Regierung und helfen den Menschen in Gaza? Wie kann eine Nation, die so viel durchgemacht hat …?

    Ich drehe mich um und lasse ihre Frage in der Luft hängen."

    Immer schön hängen lassen. Schöne Doppelmoral.
    Und damit möchte ich den Rest dieses Berichts nicht relativieren, aber der Abschnitt fügt ihm einen faden Beigeschmack hinzu.

  • 25.05.2010 09:39 Uhr

    von uwe:

    Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte.
    Übrigens was viele nicht wissen, die SED hat auch viele Nazisverbrecher in die eigenen Reihen aufgenommen darum hat sie das Label antifaschistisch nicht verdient. Diese SS Männer haben nur das Recht zur Rechenschaft gezogen zu werden.

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