Die menschliche Faszination für Panoramabilder ist älter als der erste Computer. Die Debatte um den Google-Dienst Street View braucht längere Belichtungszeiten.von Pablo Abend
Heinrich hat recht , Street View ist gar nicht so schlecht gebt google eine Chance;D.
26.04.2010 18:53 Uhr
von Johannes:
es geht doch nicht um bilder im öffentlichen raum grundsätzlich: es ist doch eine frage der vergleichbarkeit: der eigenheim/hausbesitzer schützt seine privatsphäre so, wie es der beauungsplan seiner gemeinde zulässt und hilft evtl. mit pflanzen etc. etwas in der höhe nach.
es bedeuted also einen hohen aufwand für jemanden, der in diese privatsphäre einsehen will, dies zu tun, etwa mit einer leiter.
wenn nun ein unternehmen mit einem deutlich über manns hohen aufsatz bilder dieser privatssphäre für jeden leicht verfügbar ins netzt stellt, senkt er dadurch die schwelle für ungebetene blicke in den heimishcen vorgarten und gibt jedem die möglichkeit dazu.
warum setzt google nicht aufbauten von maximal 1,80 m ein?
dann hätte man eine entsprechende vergleichbarkeit.
google tut das deswegen nicht, weil es den einblick in privates leicht ermöglichen will und möglichst viel zeigen will.
dagegen sollte sich jeder wehren!
20.04.2010 11:03 Uhr
von W.Wacker:
Der deutsche Panik-Knopf
Zuerst möchte ich dem Kommentar von Peter Debik voll zustimmen.
Der "gemeine Deutsche" hat einen Verfolgungswahn-Panik-Modus, der sich von entsprechenden Meldungen sehr leicht auslöst. Versuchen wir uns in Zeiten der Schnelllebigkeit einmal etwas zurück zu erinnern: Als Google Maps mit den Satellitenbildern aufkam herrschte Panik: wir werden beim nackten Sonnenbaden im Garten ausgespäht. Wer argumentiert heute noch so? Niemand. Eher ärgert man sich, dass die Satellitenbilder mehrere Jahre alt sind. Dafür ereifern wir uns heute, dass wir (diesmal nicht von oben, sondern von der Seite über den Zaun) beim Sonnenbaden ausspioniert werden. Öfter mal was Neues.
In manchen Internetforen schlägt die Erregung über die vermeintliche Ausspähung der privatesten Bereiche höchste Wellen. Possierlich, dass im nächsten Forum geschwärmt wird, wie toll die Kamerafahrt der Transsibirischen Eisenbahn im Netz zu betrachten ist. Denn wenn es nach Sibirien ist, ist es toll. Wenn es in Deutschland ist, ist es böse. Hat man uns gesagt und wir glauben es. Bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.
20.04.2010 10:36 Uhr
von Christoph:
Zwar finde ich es wichtig, Google und seiner Datensammelwut kritisch gegenüber zu stehen. Aber wichtig ist es, die Relationen zu wahren. Die Informationen, die ein jeder mit jeder Suchanfrage an Google gibt, sind für Google viel mehr wert und können viel besser verwertet werden, als die Bilder von Streetview. Auch sei darauf verwiesen, dass nicht nur Google das macht. Aber Google kümmert sich wenigstens um das Unkenntlichmachen von Gesichtern und Nummernschildern. In Schweden ist das beispielsweise eniro (Beispiel: http://kartor.eniro.se/m/pF3Ro) und die kümmern sich überhaupt nicht um Anonymisierung. Oder auch hitta.se (http://www.hitta.se/LargeMap.aspx?gatubild&gvX=1271630&gvY=6404731)
Nicht zu vergessen sind auch die privaten Fotos. So lange man beispielsweise als Berliner in irgendwelchen Urlaubsalben in Japan landete, konnte man darüber lachen. Aber heutzutage sind diese Urlaubsfotos georeferenziert, öffentlich und durchsuchbar. Zum Beispiel über www.panoramio.com (=Google) oder www.photosynth.net (=Microsoft). Mit einer geeigneten Gesichtserkennungssoftware und einer hinreichenden Automatisierung beim Einlesen der Bilder ergeben sich Möglichkeiten, die Streetview sehr harmlos erscheinen lassen.
Kritik an Google ist wichtig - von alleine hätten die sich nie um Anonymisierung der Bilder gekümmert. Aber man darf die anderen nicht vergessen.
20.04.2010 08:43 Uhr
von Klaus Schütz:
Google ermölicht die Verknüpfung immer grösserer Datenmengen zu immer genaueren Personenprofilen. Was Google alles kann und weiss, begreifen die meisten nicht im Geringsten.
Und Street View ist nur ein kleiner Baustein dieser gigantischen Datensammlung.
Jede staatliche Stelle, die ähnliche Datenmengen über uns sammeln würde, hätte längst lauten Protest hervorgerufen. Nur bei Google schweigen die Lämmer.
Google ist längst eine böse Macht geworden und der Vergleich von Street View mit historischen Panoramabildern ist schlicht lächerlich.
19.04.2010 19:49 Uhr
von Elenie:
Anfangs fühlte auch ich mich bedroht von dieser schier unkontrollierbaren moderen Technologie doch nachdem ich Streetview einmal, mehr durch Zufall, genutzt hatte war ich begeistert! Ich muss sagen; Streetview ist wunderbar! Natürlich birgt es gewisse Risiken, aber letztenendes gibt es auch all den Menschen die nicht die Möglichkeit haben all diese im Internet nun frei zugänglichen Orte im reellen Leben zu besuchen, die Freiheit ein bisschen träumerisch durch die Straßen von fernen Städten zu schlendern.
19.04.2010 19:40 Uhr
von rare_hog:
und dass potentielle arbeitgeber die wohngegend eines bewerbers um einen arbeitsplatz bewerten? "was - DA wohnt der????? voll asi! abgelehnt!"
und dass alle möglichen vertreter jetzt sehen, wem sie am besten ein neues dach, eine neue fassade etc. andrehen können?
warum sollten kriminelle streetview nicht nutzen?
und die wohnsituation spielt bei der kreditvergabe SEHR WOHL eine rolle, informiere dich mal über den Begriff "Scoring"!
19.04.2010 16:10 Uhr
von Peter Debik M.A., time-o-rama.com:
Politiker und Medien wiederholen viele wirklichkeitsfremde Argumente gegen Streetview gebetsmühlenartig und verleiten daher vor allem diejenigen, die selbst wenig vom Internet verstehen oder es selbst selten oder gar nicht nutzen, zu Protesten.
Zum Beispiel nennen Politiker häufig das Argument, Einbrecher könnten Häuserfotos im Internet nutzen, um Raubzüge zu planen. Das hat aber sogar die Zentrale Geschäftsstelle Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes klar verneint. Das von Bürgern empfundene Risiko besteht gar nicht.
Datenschützer führen an, Banken könnten die Kreditwürdigkeit von Kunden anhand ihrer Wohnsituation prüfen. Aber auch das ist falsch, denn Banken müssen die Bedienbarkeit von Krediten anhand von Einkommensnachweisen prüfen. Die Wohnsituation spielt überhaupt keine Rolle, dort geht es nur darum: hat der Kreditnehmer genügend Einkommen, um den Kredit zurückzuzahlen, oder hat er das Einkommen nicht. Dazu werden Gehaltsnachweise verwendet.
Allein dadurch, dass Personen mit dem Titel "Datenschutzbeauftragter", "Stadtrat", "Gemeinderat" diese offensichtlich falschen Argumente nennen, werden die Argumente gegen Streetview in den Augen uninformierter Bürger hoffähig und glaubwürdig. Und was der Stadtrat letzte Woche in der Gemeindeversammlung sagte, druckt die Presse ab, was von den Lesern erneut als Bestätigung für ihre Position gewertet wird. Obwohl all diese Argumente gegen Streetview weder Hand noch Fuß haben. Es ist ein wenig wie ein großflächiges Milgram-Experiment.
19.04.2010 14:59 Uhr
von Heinrich:
Menschen aus Deutschland, Street-View ist in den Niederlanden verfügbar, auch meine Straße. Ich habe da kein Problemen mit. Ich finde es toll wenn ich durch Deutschland ''fahren'' könnte. Gebe Google eine Chance und veröffentliche Street View auch in dein Land!!!
Leserkommentare
10.01.2011 16:52 Uhr
von JABBA DA HATZ:
Heinrich hat recht , Street View ist gar nicht so schlecht gebt google eine Chance;D.
26.04.2010 18:53 Uhr
von Johannes:
es geht doch nicht um bilder im öffentlichen raum grundsätzlich: es ist doch eine frage der vergleichbarkeit: der eigenheim/hausbesitzer schützt seine privatsphäre so, wie es der beauungsplan seiner gemeinde zulässt und hilft evtl. mit pflanzen etc. etwas in der höhe nach.
es bedeuted also einen hohen aufwand für jemanden, der in diese privatsphäre einsehen will, dies zu tun, etwa mit einer leiter.
wenn nun ein unternehmen mit einem deutlich über manns hohen aufsatz bilder dieser privatssphäre für jeden leicht verfügbar ins netzt stellt, senkt er dadurch die schwelle für ungebetene blicke in den heimishcen vorgarten und gibt jedem die möglichkeit dazu.
warum setzt google nicht aufbauten von maximal 1,80 m ein?
dann hätte man eine entsprechende vergleichbarkeit.
google tut das deswegen nicht, weil es den einblick in privates leicht ermöglichen will und möglichst viel zeigen will.
dagegen sollte sich jeder wehren!
20.04.2010 11:03 Uhr
von W.Wacker:
Der deutsche Panik-Knopf
Zuerst möchte ich dem Kommentar von Peter Debik voll zustimmen.
Der "gemeine Deutsche" hat einen Verfolgungswahn-Panik-Modus, der sich von entsprechenden Meldungen sehr leicht auslöst. Versuchen wir uns in Zeiten der Schnelllebigkeit einmal etwas zurück zu erinnern: Als Google Maps mit den Satellitenbildern aufkam herrschte Panik: wir werden beim nackten Sonnenbaden im Garten ausgespäht. Wer argumentiert heute noch so? Niemand. Eher ärgert man sich, dass die Satellitenbilder mehrere Jahre alt sind. Dafür ereifern wir uns heute, dass wir (diesmal nicht von oben, sondern von der Seite über den Zaun) beim Sonnenbaden ausspioniert werden. Öfter mal was Neues.
In manchen Internetforen schlägt die Erregung über die vermeintliche Ausspähung der privatesten Bereiche höchste Wellen. Possierlich, dass im nächsten Forum geschwärmt wird, wie toll die Kamerafahrt der Transsibirischen Eisenbahn im Netz zu betrachten ist. Denn wenn es nach Sibirien ist, ist es toll. Wenn es in Deutschland ist, ist es böse. Hat man uns gesagt und wir glauben es. Bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.
20.04.2010 10:36 Uhr
von Christoph:
Zwar finde ich es wichtig, Google und seiner Datensammelwut kritisch gegenüber zu stehen. Aber wichtig ist es, die Relationen zu wahren. Die Informationen, die ein jeder mit jeder Suchanfrage an Google gibt, sind für Google viel mehr wert und können viel besser verwertet werden, als die Bilder von Streetview.
Auch sei darauf verwiesen, dass nicht nur Google das macht. Aber Google kümmert sich wenigstens um das Unkenntlichmachen von Gesichtern und Nummernschildern. In Schweden ist das beispielsweise eniro (Beispiel: http://kartor.eniro.se/m/pF3Ro) und die kümmern sich überhaupt nicht um Anonymisierung. Oder auch hitta.se (http://www.hitta.se/LargeMap.aspx?gatubild&gvX=1271630&gvY=6404731)
Nicht zu vergessen sind auch die privaten Fotos. So lange man beispielsweise als Berliner in irgendwelchen Urlaubsalben in Japan landete, konnte man darüber lachen. Aber heutzutage sind diese Urlaubsfotos georeferenziert, öffentlich und durchsuchbar. Zum Beispiel über www.panoramio.com (=Google) oder www.photosynth.net (=Microsoft). Mit einer geeigneten Gesichtserkennungssoftware und einer hinreichenden Automatisierung beim Einlesen der Bilder ergeben sich Möglichkeiten, die Streetview sehr harmlos erscheinen lassen.
Kritik an Google ist wichtig - von alleine hätten die sich nie um Anonymisierung der Bilder gekümmert. Aber man darf die anderen nicht vergessen.
20.04.2010 08:43 Uhr
von Klaus Schütz:
Google ermölicht die Verknüpfung immer grösserer Datenmengen zu immer genaueren Personenprofilen. Was Google alles kann und weiss, begreifen die meisten nicht im Geringsten.
Und Street View ist nur ein kleiner Baustein dieser gigantischen Datensammlung.
Jede staatliche Stelle, die ähnliche Datenmengen über uns sammeln würde, hätte längst lauten Protest hervorgerufen. Nur bei Google schweigen die Lämmer.
Google ist längst eine böse Macht geworden und der Vergleich von Street View mit historischen Panoramabildern ist schlicht lächerlich.
19.04.2010 19:49 Uhr
von Elenie:
Anfangs fühlte auch ich mich bedroht von dieser schier unkontrollierbaren moderen Technologie doch nachdem ich Streetview einmal, mehr durch Zufall, genutzt hatte war ich begeistert! Ich muss sagen; Streetview ist wunderbar!
Natürlich birgt es gewisse Risiken, aber letztenendes gibt es auch all den Menschen die nicht die Möglichkeit haben all diese im Internet nun frei zugänglichen Orte im reellen Leben zu besuchen, die Freiheit ein bisschen träumerisch durch die Straßen von fernen Städten zu schlendern.
19.04.2010 19:40 Uhr
von rare_hog:
und dass potentielle arbeitgeber die wohngegend eines bewerbers um einen arbeitsplatz bewerten?
"was - DA wohnt der????? voll asi! abgelehnt!"
und dass alle möglichen vertreter jetzt sehen, wem sie am besten ein neues dach, eine neue fassade etc. andrehen können?
warum sollten kriminelle streetview nicht nutzen?
und die wohnsituation spielt bei der kreditvergabe SEHR WOHL eine rolle, informiere dich mal über den Begriff "Scoring"!
19.04.2010 16:10 Uhr
von Peter Debik M.A., time-o-rama.com:
Politiker und Medien wiederholen viele wirklichkeitsfremde Argumente gegen Streetview gebetsmühlenartig und verleiten daher vor allem diejenigen, die selbst wenig vom Internet verstehen oder es selbst selten oder gar nicht nutzen, zu Protesten.
Zum Beispiel nennen Politiker häufig das Argument, Einbrecher könnten Häuserfotos im Internet nutzen, um Raubzüge zu planen. Das hat aber sogar die Zentrale Geschäftsstelle Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes klar verneint. Das von Bürgern empfundene Risiko besteht gar nicht.
Datenschützer führen an, Banken könnten die Kreditwürdigkeit von Kunden anhand ihrer Wohnsituation prüfen. Aber auch das ist falsch, denn Banken müssen die Bedienbarkeit von Krediten anhand von Einkommensnachweisen prüfen. Die Wohnsituation spielt überhaupt keine Rolle, dort geht es nur darum: hat der Kreditnehmer genügend Einkommen, um den Kredit zurückzuzahlen, oder hat er das Einkommen nicht. Dazu werden Gehaltsnachweise verwendet.
Allein dadurch, dass Personen mit dem Titel "Datenschutzbeauftragter", "Stadtrat", "Gemeinderat" diese offensichtlich falschen Argumente nennen, werden die Argumente gegen Streetview in den Augen uninformierter Bürger hoffähig und glaubwürdig. Und was der Stadtrat letzte Woche in der Gemeindeversammlung sagte, druckt die Presse ab, was von den Lesern erneut als Bestätigung für ihre Position gewertet wird. Obwohl all diese Argumente gegen Streetview weder Hand noch Fuß haben. Es ist ein wenig wie ein großflächiges Milgram-Experiment.
19.04.2010 14:59 Uhr
von Heinrich:
Menschen aus Deutschland, Street-View ist in den Niederlanden verfügbar, auch meine Straße. Ich habe da kein Problemen mit. Ich finde es toll wenn ich durch Deutschland ''fahren'' könnte. Gebe Google eine Chance und veröffentliche Street View auch in dein Land!!!