• 21.04.2010

Debatte neutrales Netz

Die Internet-Mafia

In den USA wird seit drei Jahren über eine Maut für Datenübertragung im Internet diskutiert. Jetzt auch hier. Ist das das Ende der Gleichberechtigung im Netz?von Tarik Ahmia

  • 21.04.2010 23:14 Uhr

    von klar-doch:

    Wenn die Datenautobahnen und die damit verbundenen Speditionskapazitäten sich in Privateigentum befinden, dann dürfen seine Besitzer damit Geld verdienen. Das ist das Geschäftsmodell unserer Gesellschaft.

  • 21.04.2010 22:13 Uhr

    von Sven Rimbach:


    @Cervo: Nicht ganz, ich schreibe das hier als jemand,
    der seit 10 Jahren ein taz Abo hat, seit 19985 in
    Datennetzen unterwegs ist und eine eigene Meinung hat.


  • 21.04.2010 21:47 Uhr

    von Winfried Schneider:

    Ganz zuletzt läuft es auch bei diesem Problem auf den Urkonflikt zwischen Privatisierung und öffentlicher Daseinsvorsorge hinaus: Wem gehören die Netze? Egal, ob es sich um Straßen, Strom- und Gasleitungen oder Telefon- und Fernsehkabel wie Funkfrequenzen handelt. Gerechtigkeit ist nur bei öffentlicher Kontrolle möglich.

  • 21.04.2010 13:34 Uhr

    von cervo:

    @ Sven Rimbach

    Als Zuarbeiter für die Deutsche Telekom und e-plus empfinden Sie das natürlich als Gerecht.(vgl. http://www.sven-rimbach.de/)

    Ich denke die Argumente sprechen aber für sich. Das Sie ausgerechnet Greenpeace und Attac als Beispiele verwenden erzeugt doch ein "Geschmäckle". Soll hier der durchschnittliche Taz-Leser beeinflusst werden?

    Fakt ist, dass die Problematik der Netzneutralität bzw. deren Beeinflussung durch die Industrie ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden muss. Das auch andere gesellschaftliche Kräfte Interessen an z.B. Deep-Packet-Inspection haben dürften ist auch klar. Danke Taz für einen Artikel der die Diskussion noch mehr öffentlich macht.

  • 21.04.2010 12:53 Uhr

    von Dave:

    "Tim Berners-Lee konzipierte das Web so, dass alle Daten unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft mit der gleichen Geschwindigkeit durchs Netz geschickt werden" -- Das stimmt so nicht ganz. Auf Tim Berners-Lee geht das WWW, also die Übermittlung, Darstellung und vor allem die Verlinkung von Webseiten zurück, dazu entwickelte er mit anderen zusammen HTTP und HTML. HTTP setzt aber immer noch auf die viel älteren Protokolle TCP und IP auf -- und IP ist das Protokoll, welches konzipiert wurde, um Daten unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft mit der gleichen Geschwindigkeit durchs Netz zu schicken.

    (Siehe auch Wikipedia, Stichworte: Tim Berners-Lee, HTTP, TCP/IP)

  • 21.04.2010 12:36 Uhr

    von Sven Rimbach:

    Der Artikel beinhaltet (sowohl hier als auch im Print) einen groben Schnitzer.
    Es scheint, als habe Tim Berners-Lee das
    Internet erfunden (Zitat: "...konzipierte das Web so, dass alle Daten unabhängig von ihrem Inhalt ... durchs Netz geschicht werden)

    Tim Berners-Lee hat (zusammen mit anderen Leuten am CERN) 1989 jedoch "nur" das WWW, also die
    Beschreibungssprache HTML sowie das Transportprotokoll HPPT (Hyptertext Transport
    Protocol) konzipiert.
    Zu der Zeit gab es aber schon viele andere Dienste
    im Internet (Mail, FTP, Gopher usw. usw.)

    Die offene Netzstruktur des Internets gab es natürlich schon viel früher, entstanden aus dem
    Arpa-Net (und nein, dass Internet wurde nicht konzipiert, um einen Atomschlag zu überstehen - auch so ein Gerücht ...)

    Ihr wolltet eigentlich schreiben, dass das
    Internetprotokoll (TCP/IP) keinen Unterschied
    zwischen den Inhalten macht (was so allerdings
    auch nicht stimmt, denn es gibt ein Urgent Flat).
    Dies ist aber tatsächlich ein Nachteil, denn
    bei vielen Daten - z.B. Filme oder Gespräche - will
    man ja die Daten ohne Unterbrechungen bekommen,
    während es bei z.B. Webseiten egal ist,
    wenn es kleine Hänger gibt.


    Zur eigentlichen Diskussion:
    Anders als die meisten Endkunden zahlt man im
    Firmenumfeld den Internetzugang ja abhängig von der
    Datenmenge.
    Ist es da nicht tatsächlich überlegenswert,
    Daten je nach ihrem "Wert" für den Kunden
    unterschiedlich zu bepreisen?

    Anders ausgedrückt: Greenpeace und ATTAC verdienen
    nichts mit ihren Webseiten, zahlen aber den gleichen
    Preis wie Google die mit dem Datenstrom Geld
    verdienen. Es erscheint doch fair, wenn nun Google
    mehr und Greenpease weniger für den Datenstrom zahlen
    müsste.




  • 21.04.2010 08:16 Uhr

    von TYT-army:

    Fakt ist, in den USA ist die Debatte voll entbrannt.
    Die Konzerne haben viele Meinungsbilder in der Tasche.
    Diese Werfen der Regierung Obama vor, hier wiedereinmal
    die Boesen zu sein; Stalin, Hitler , etc....

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