In den USA wird seit drei Jahren über eine Maut für Datenübertragung im Internet diskutiert. Jetzt auch hier. Ist das das Ende der Gleichberechtigung im Netz?von Tarik Ahmia
Wenn die Datenautobahnen und die damit verbundenen Speditionskapazitäten sich in Privateigentum befinden, dann dürfen seine Besitzer damit Geld verdienen. Das ist das Geschäftsmodell unserer Gesellschaft.
21.04.2010 22:13 Uhr
von Sven Rimbach:
@Cervo: Nicht ganz, ich schreibe das hier als jemand, der seit 10 Jahren ein taz Abo hat, seit 19985 in Datennetzen unterwegs ist und eine eigene Meinung hat.
21.04.2010 21:47 Uhr
von Winfried Schneider:
Ganz zuletzt läuft es auch bei diesem Problem auf den Urkonflikt zwischen Privatisierung und öffentlicher Daseinsvorsorge hinaus: Wem gehören die Netze? Egal, ob es sich um Straßen, Strom- und Gasleitungen oder Telefon- und Fernsehkabel wie Funkfrequenzen handelt. Gerechtigkeit ist nur bei öffentlicher Kontrolle möglich.
21.04.2010 13:34 Uhr
von cervo:
@ Sven Rimbach
Als Zuarbeiter für die Deutsche Telekom und e-plus empfinden Sie das natürlich als Gerecht.(vgl. http://www.sven-rimbach.de/)
Ich denke die Argumente sprechen aber für sich. Das Sie ausgerechnet Greenpeace und Attac als Beispiele verwenden erzeugt doch ein "Geschmäckle". Soll hier der durchschnittliche Taz-Leser beeinflusst werden?
Fakt ist, dass die Problematik der Netzneutralität bzw. deren Beeinflussung durch die Industrie ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden muss. Das auch andere gesellschaftliche Kräfte Interessen an z.B. Deep-Packet-Inspection haben dürften ist auch klar. Danke Taz für einen Artikel der die Diskussion noch mehr öffentlich macht.
21.04.2010 12:53 Uhr
von Dave:
"Tim Berners-Lee konzipierte das Web so, dass alle Daten unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft mit der gleichen Geschwindigkeit durchs Netz geschickt werden" -- Das stimmt so nicht ganz. Auf Tim Berners-Lee geht das WWW, also die Übermittlung, Darstellung und vor allem die Verlinkung von Webseiten zurück, dazu entwickelte er mit anderen zusammen HTTP und HTML. HTTP setzt aber immer noch auf die viel älteren Protokolle TCP und IP auf -- und IP ist das Protokoll, welches konzipiert wurde, um Daten unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft mit der gleichen Geschwindigkeit durchs Netz zu schicken.
(Siehe auch Wikipedia, Stichworte: Tim Berners-Lee, HTTP, TCP/IP)
21.04.2010 12:36 Uhr
von Sven Rimbach:
Der Artikel beinhaltet (sowohl hier als auch im Print) einen groben Schnitzer. Es scheint, als habe Tim Berners-Lee das Internet erfunden (Zitat: "...konzipierte das Web so, dass alle Daten unabhängig von ihrem Inhalt ... durchs Netz geschicht werden)
Tim Berners-Lee hat (zusammen mit anderen Leuten am CERN) 1989 jedoch "nur" das WWW, also die Beschreibungssprache HTML sowie das Transportprotokoll HPPT (Hyptertext Transport Protocol) konzipiert. Zu der Zeit gab es aber schon viele andere Dienste im Internet (Mail, FTP, Gopher usw. usw.)
Die offene Netzstruktur des Internets gab es natürlich schon viel früher, entstanden aus dem Arpa-Net (und nein, dass Internet wurde nicht konzipiert, um einen Atomschlag zu überstehen - auch so ein Gerücht ...)
Ihr wolltet eigentlich schreiben, dass das Internetprotokoll (TCP/IP) keinen Unterschied zwischen den Inhalten macht (was so allerdings auch nicht stimmt, denn es gibt ein Urgent Flat). Dies ist aber tatsächlich ein Nachteil, denn bei vielen Daten - z.B. Filme oder Gespräche - will man ja die Daten ohne Unterbrechungen bekommen, während es bei z.B. Webseiten egal ist, wenn es kleine Hänger gibt.
Zur eigentlichen Diskussion: Anders als die meisten Endkunden zahlt man im Firmenumfeld den Internetzugang ja abhängig von der Datenmenge. Ist es da nicht tatsächlich überlegenswert, Daten je nach ihrem "Wert" für den Kunden unterschiedlich zu bepreisen?
Anders ausgedrückt: Greenpeace und ATTAC verdienen nichts mit ihren Webseiten, zahlen aber den gleichen Preis wie Google die mit dem Datenstrom Geld verdienen. Es erscheint doch fair, wenn nun Google mehr und Greenpease weniger für den Datenstrom zahlen müsste.
21.04.2010 08:16 Uhr
von TYT-army:
Fakt ist, in den USA ist die Debatte voll entbrannt. Die Konzerne haben viele Meinungsbilder in der Tasche. Diese Werfen der Regierung Obama vor, hier wiedereinmal die Boesen zu sein; Stalin, Hitler , etc....
Leserkommentare
21.04.2010 23:14 Uhr
von klar-doch:
Wenn die Datenautobahnen und die damit verbundenen Speditionskapazitäten sich in Privateigentum befinden, dann dürfen seine Besitzer damit Geld verdienen. Das ist das Geschäftsmodell unserer Gesellschaft.
21.04.2010 22:13 Uhr
von Sven Rimbach:
@Cervo: Nicht ganz, ich schreibe das hier als jemand,
der seit 10 Jahren ein taz Abo hat, seit 19985 in
Datennetzen unterwegs ist und eine eigene Meinung hat.
21.04.2010 21:47 Uhr
von Winfried Schneider:
Ganz zuletzt läuft es auch bei diesem Problem auf den Urkonflikt zwischen Privatisierung und öffentlicher Daseinsvorsorge hinaus: Wem gehören die Netze? Egal, ob es sich um Straßen, Strom- und Gasleitungen oder Telefon- und Fernsehkabel wie Funkfrequenzen handelt. Gerechtigkeit ist nur bei öffentlicher Kontrolle möglich.
21.04.2010 13:34 Uhr
von cervo:
@ Sven Rimbach
Als Zuarbeiter für die Deutsche Telekom und e-plus empfinden Sie das natürlich als Gerecht.(vgl. http://www.sven-rimbach.de/)
Ich denke die Argumente sprechen aber für sich. Das Sie ausgerechnet Greenpeace und Attac als Beispiele verwenden erzeugt doch ein "Geschmäckle". Soll hier der durchschnittliche Taz-Leser beeinflusst werden?
Fakt ist, dass die Problematik der Netzneutralität bzw. deren Beeinflussung durch die Industrie ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden muss. Das auch andere gesellschaftliche Kräfte Interessen an z.B. Deep-Packet-Inspection haben dürften ist auch klar. Danke Taz für einen Artikel der die Diskussion noch mehr öffentlich macht.
21.04.2010 12:53 Uhr
von Dave:
"Tim Berners-Lee konzipierte das Web so, dass alle Daten unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft mit der gleichen Geschwindigkeit durchs Netz geschickt werden" -- Das stimmt so nicht ganz. Auf Tim Berners-Lee geht das WWW, also die Übermittlung, Darstellung und vor allem die Verlinkung von Webseiten zurück, dazu entwickelte er mit anderen zusammen HTTP und HTML. HTTP setzt aber immer noch auf die viel älteren Protokolle TCP und IP auf -- und IP ist das Protokoll, welches konzipiert wurde, um Daten unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft mit der gleichen Geschwindigkeit durchs Netz zu schicken.
(Siehe auch Wikipedia, Stichworte: Tim Berners-Lee, HTTP, TCP/IP)
21.04.2010 12:36 Uhr
von Sven Rimbach:
Der Artikel beinhaltet (sowohl hier als auch im Print) einen groben Schnitzer.
Es scheint, als habe Tim Berners-Lee das
Internet erfunden (Zitat: "...konzipierte das Web so, dass alle Daten unabhängig von ihrem Inhalt ... durchs Netz geschicht werden)
Tim Berners-Lee hat (zusammen mit anderen Leuten am CERN) 1989 jedoch "nur" das WWW, also die
Beschreibungssprache HTML sowie das Transportprotokoll HPPT (Hyptertext Transport
Protocol) konzipiert.
Zu der Zeit gab es aber schon viele andere Dienste
im Internet (Mail, FTP, Gopher usw. usw.)
Die offene Netzstruktur des Internets gab es natürlich schon viel früher, entstanden aus dem
Arpa-Net (und nein, dass Internet wurde nicht konzipiert, um einen Atomschlag zu überstehen - auch so ein Gerücht ...)
Ihr wolltet eigentlich schreiben, dass das
Internetprotokoll (TCP/IP) keinen Unterschied
zwischen den Inhalten macht (was so allerdings
auch nicht stimmt, denn es gibt ein Urgent Flat).
Dies ist aber tatsächlich ein Nachteil, denn
bei vielen Daten - z.B. Filme oder Gespräche - will
man ja die Daten ohne Unterbrechungen bekommen,
während es bei z.B. Webseiten egal ist,
wenn es kleine Hänger gibt.
Zur eigentlichen Diskussion:
Anders als die meisten Endkunden zahlt man im
Firmenumfeld den Internetzugang ja abhängig von der
Datenmenge.
Ist es da nicht tatsächlich überlegenswert,
Daten je nach ihrem "Wert" für den Kunden
unterschiedlich zu bepreisen?
Anders ausgedrückt: Greenpeace und ATTAC verdienen
nichts mit ihren Webseiten, zahlen aber den gleichen
Preis wie Google die mit dem Datenstrom Geld
verdienen. Es erscheint doch fair, wenn nun Google
mehr und Greenpease weniger für den Datenstrom zahlen
müsste.
21.04.2010 08:16 Uhr
von TYT-army:
Fakt ist, in den USA ist die Debatte voll entbrannt.
Die Konzerne haben viele Meinungsbilder in der Tasche.
Diese Werfen der Regierung Obama vor, hier wiedereinmal
die Boesen zu sein; Stalin, Hitler , etc....