Die Fixierung auf die Politik ist falsch. Wichtiger wäre es, gesellschaftliche Blockaden in Sachen Klimaschutz zu lösen. Zeit für eine Umwelt-Avantgarde!von Martin Und Peter Unfried
50-Prozent-Club - ja, bitte! Das Dilemma: mindestens dreißig Prozent habe ich schon erreicht. Das wird auch anderen Öko-Avantgardisten so gehen. Weitere Solarmodule passen aber nicht aufs Dach, Ökostrom beziehen wir schon lange, alte Elektrogeräte gibt's nicht mehr im Haus. Jetzt nochmal 50% runter, das täte richtig weh: Kühl- und Gefrierschrank und Spülmaschine müssten raus, auch der Fernseher und PC, das "Kindertaxi" müsste auch weg. Ich freue mich auf eine Einladung in den Club - wenn mir die bisherigen Verdienste, auf die ich so stolz bin, angerechnet werden.
29.11.2009 02:15 Uhr
von Hans Hirschel:
Im schwarzgelben Koalitionsmanifest steht, dass sich die Bundesregierung in Europa weiterhin gegen CO2 Steuern einsetzen und dafür, dass die besonders energiereichen Branchen keine Emissionsrechte erwerben müssen?
Ach, nicht so wichtig:
"Die Fixierung auf die Politik ist falsch. Wichtiger wäre es, gesellschaftliche Blockaden in Sachen Klimaschutz zu lösen."
Na toll!
Das 2 Grad Ziel wird wohl nicht erreicht. Macht nichts, denn es reicht sowieso nicht. Selbst das von den besonders verwundbaren Ländern geforderte 1,5 Grad Ziel scheint illusiorisch - denn erste Rückkoppungseffekte sind bereits in Gange. Und die Meere und Wälder verlieren grad die Fähigkeit, das CO2 zu absorbieren, was eh alle Redukltionsszenarien durcheinander bringt.
Was also soll noch die Fixierung politische Maßnahmen und Grenzwerte? Rein ins Vergnügen! Wir wollen Spaß! Wir zelebrieren einfach einen klimafreundlich Lebensstil! Nehmen eine umweltfreundliche Haltung an. Energiefreundlich konsumieren spart eine Menge Geld. So viel, dass womöglich sogar ein klimaneutraler Extraflug in den Weihnachtsurlaub unter Palmen drin sein müsste. Und wir machen geile Aktionen mit denen wir den Anteil klimafreundlicher Frühstücksgewohnheiten von 2 auf 4 Prozent verdoppeln. Und setzten auf "westliche Gesellschaften" denen es gelingen soll "die entsprechenden Technologien voranzubringen".
Na dann zelebriert man schön. Wenns denn der Warensinnsfindung dient.
Gruß hh
26.11.2009 10:26 Uhr
von Andreas Oetker-Kast:
Wahrlich es ist Zeit für eine Umwelt-Avantgarde. Dann aber bitte nicht bei Ökostrom und Verzicht auf manche Autostrecke stehenbleiben. Klimaschutz fängt mit der Ernährung an und endet leider auch all zu oft mit dem Steak auf dem eigenen Teller. Land- und Tierwirtschaft sind echte Klimakiller, nicht zu vergessen, dass die "Produktion" einer Kalorie Fleisch im Vergleich zu einer Kalorie Getreide ein Vielfaches an Wasser und Energie verbraucht. Deshalb, wenn schon Avantgarde, dann bitte richtig, d.h. vegetarisch. Oder wenn der Fleischgenuss gar zu unverzichtbar sein sollte, dann bitte Bio. Unsere Erde wird es uns danken - von den Tieren mal ganz abgesehen.
25.11.2009 18:10 Uhr
von Johannes111:
Tempolimitforderungen nicht mehr zeitgemäß!
Dank des technischen Fortschritts gibt es heute die Möglichkeit Geschwindigkeiten flexibel zu gestalten. Ein generelles Tempolimit halte ich daher für nicht mehr zeitgemäß. Das kann man moderner lösen. Oftmals sind die Strecken frei, warum dann nur 120 oder 130 km/h? Besser sind flexible Schilderbrücken bzw. Verkehrsbeeinflussungsanlagen, die je nach Verkehrslage die erlaubte Geschwindigkeit auf einen akzeptablen Wert verändern, also einem Wert, der vom Autofahrer auch nachvollziehbar ist. Starre Tempolimits auf Blechschildern, die weder die Verkehrsdichte noch den Straßenzustand oder die Witterungsverhältnisse berücksichtigen, sollten nach und nach durch moderne Technik ersetzt werden, denn je nach Verkehrslage angezeigte Limits bringen mehr Sicherheit. Auf stark befahrenen Strecken, oder dort wo es gefährlicher ist, sind ohnehin schon Tempolimits eingerichtet. Nicht zu vergessen ist die durch Geschwindigkeitsbegrenzungen zunehmende Gefahr der Verkehrsverlagerung. Wenn es sich aufgrund von Tempolimits nicht mehr lohnt, die Autobahn zu benutzen, wird es nicht wenige Kraftfahrer geben, die dann lieber den kürzesten und direkten Weg zum Ziel wählen, sprich über Wohn- u. Landstraßen zum Zielort fahren, was im Übrigen mit den heutigen Navigationsgeräten selbst für Ortsfremde problemlos möglich ist, und zunehmender Verkehr auf Wohn- u. Landstraßen erhöht nicht gerade die Verkehrssicherheit, erfreut die Anwohner oder hilft der Umwelt. Besonders sichere Schnellstraßen wie Autobahnen sollten daher attraktiv gehalten werden, da sie so Fahrzeuge „anziehen“ und somit aus den Wohngebieten raus bzw. von der Landstraße größtenteils fernhalten. Zudem kann man in verschiedenen Quellen immer wieder nachlesen, dass die CO2 Einsparungen bei lediglich einem halben Prozent liegen würden. Bedenken sollte man im Falle eines Tempolimits auch die Unterforderung vieler Kraftfahrer, besonders aus der Gruppe der Vielfahrer, die zudem bei weiteren Strecken auch noch erheblich mehr Fahrzeit als bisher aufbringen müssten. Ein starres monotones Tempolimit auf einer gut ausgebauten geraden Autobahn lässt Fahrer auch schon mal eher am Lenkrad einnicken. Auch wird oft argumentiert, dass es ja in anderen EU Staaten auch Tempolimits gibt, doch kann man die Autobahnen hierzulande nicht unbedingt mit denen im Ausland gleichsetzen. Dort findet man zum Teil Autobahnen, die eher einer etwas besser ausgebauten Landstraße ähneln. Es gibt u. a. entsprechende Unterschiede der Fahrbahnbreite.
Automobile wurden in den letzten Jahrzehnten immer sicherer, leiserer und sauberer. An Stellen, wo es gefährlich ist, gibt es bereits Tempolimits. Verkehrssicherheit und Umweltschutz fallen als Gründe für ein Limit weg.
Fazit: Die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung ist weder aus Gründen der Verkehrssicherheit noch des Umweltschutzes nötig, würde aber die bereits erwähnten Nachteile mit sich bringen. Verkehrsbeeinflussungsanlagen bringen der Sicherheit und Umwelt mehr!
Leserkommentare
30.11.2009 15:04 Uhr
von Helmut Hagemann:
50-Prozent-Club - ja, bitte! Das Dilemma: mindestens dreißig Prozent habe ich schon erreicht. Das wird auch anderen Öko-Avantgardisten so gehen. Weitere Solarmodule passen aber nicht aufs Dach, Ökostrom beziehen wir schon lange, alte Elektrogeräte gibt's nicht mehr im Haus. Jetzt nochmal 50% runter, das täte richtig weh: Kühl- und Gefrierschrank und Spülmaschine müssten raus, auch der Fernseher und PC, das "Kindertaxi" müsste auch weg. Ich freue mich auf eine Einladung in den Club - wenn mir die bisherigen Verdienste, auf die ich so stolz bin, angerechnet werden.
29.11.2009 02:15 Uhr
von Hans Hirschel:
Im schwarzgelben Koalitionsmanifest steht, dass sich die Bundesregierung in Europa weiterhin gegen CO2 Steuern einsetzen und dafür, dass die besonders energiereichen Branchen keine Emissionsrechte erwerben müssen?
Ach, nicht so wichtig:
"Die Fixierung auf die Politik ist falsch. Wichtiger wäre es, gesellschaftliche Blockaden in Sachen Klimaschutz zu lösen."
Na toll!
Das 2 Grad Ziel wird wohl nicht erreicht. Macht nichts, denn es reicht sowieso nicht. Selbst das von den besonders verwundbaren Ländern geforderte 1,5 Grad Ziel scheint illusiorisch - denn erste Rückkoppungseffekte sind bereits in Gange. Und die Meere und Wälder verlieren grad die Fähigkeit, das CO2 zu absorbieren, was eh alle Redukltionsszenarien durcheinander bringt.
Was also soll noch die Fixierung politische Maßnahmen und Grenzwerte? Rein ins Vergnügen! Wir wollen Spaß! Wir zelebrieren einfach einen klimafreundlich Lebensstil! Nehmen eine umweltfreundliche Haltung an. Energiefreundlich konsumieren spart eine Menge Geld. So viel, dass womöglich sogar ein klimaneutraler Extraflug in den Weihnachtsurlaub unter Palmen drin sein müsste. Und wir machen geile Aktionen mit denen wir den Anteil klimafreundlicher Frühstücksgewohnheiten von 2 auf 4 Prozent verdoppeln. Und setzten auf "westliche Gesellschaften" denen es gelingen soll "die entsprechenden Technologien voranzubringen".
Na dann zelebriert man schön. Wenns denn der Warensinnsfindung dient.
Gruß hh
26.11.2009 10:26 Uhr
von Andreas Oetker-Kast:
Wahrlich es ist Zeit für eine Umwelt-Avantgarde. Dann aber bitte nicht bei Ökostrom und Verzicht auf manche Autostrecke stehenbleiben. Klimaschutz fängt mit der Ernährung an und endet leider auch all zu oft mit dem Steak auf dem eigenen Teller. Land- und Tierwirtschaft sind echte Klimakiller, nicht zu vergessen, dass die "Produktion" einer Kalorie Fleisch im Vergleich zu einer Kalorie Getreide ein Vielfaches an Wasser und Energie verbraucht. Deshalb, wenn schon Avantgarde, dann bitte richtig, d.h. vegetarisch. Oder wenn der Fleischgenuss gar zu unverzichtbar sein sollte, dann bitte Bio. Unsere Erde wird es uns danken - von den Tieren mal ganz abgesehen.
25.11.2009 18:10 Uhr
von Johannes111:
Tempolimitforderungen nicht mehr zeitgemäß!
Dank des technischen Fortschritts gibt es heute die Möglichkeit Geschwindigkeiten flexibel zu gestalten. Ein generelles Tempolimit halte ich daher für nicht mehr zeitgemäß. Das kann man moderner lösen. Oftmals sind die Strecken frei, warum dann nur 120 oder 130 km/h? Besser sind flexible Schilderbrücken bzw. Verkehrsbeeinflussungsanlagen, die je nach Verkehrslage die erlaubte Geschwindigkeit auf einen akzeptablen Wert verändern, also einem Wert, der vom Autofahrer auch nachvollziehbar ist. Starre Tempolimits auf Blechschildern, die weder die Verkehrsdichte noch den Straßenzustand oder die Witterungsverhältnisse berücksichtigen, sollten nach und nach durch moderne Technik ersetzt werden, denn je nach Verkehrslage angezeigte Limits bringen mehr Sicherheit. Auf stark befahrenen Strecken, oder dort wo es gefährlicher ist, sind ohnehin schon Tempolimits eingerichtet. Nicht zu vergessen ist die durch Geschwindigkeitsbegrenzungen zunehmende Gefahr der Verkehrsverlagerung. Wenn es sich aufgrund von Tempolimits nicht mehr lohnt, die Autobahn zu benutzen, wird es nicht wenige Kraftfahrer geben, die dann lieber den kürzesten und direkten Weg zum Ziel wählen, sprich über Wohn- u. Landstraßen zum Zielort fahren, was im Übrigen mit den heutigen Navigationsgeräten selbst für Ortsfremde problemlos möglich ist, und zunehmender Verkehr auf Wohn- u. Landstraßen erhöht nicht gerade die Verkehrssicherheit, erfreut die Anwohner oder hilft der Umwelt. Besonders sichere Schnellstraßen wie Autobahnen sollten daher attraktiv gehalten werden, da sie so Fahrzeuge „anziehen“ und somit aus den Wohngebieten raus bzw. von der Landstraße größtenteils fernhalten. Zudem kann man in verschiedenen Quellen immer wieder nachlesen, dass die CO2 Einsparungen bei lediglich einem halben Prozent liegen würden. Bedenken sollte man im Falle eines Tempolimits auch die Unterforderung vieler Kraftfahrer, besonders aus der Gruppe der Vielfahrer, die zudem bei weiteren Strecken auch noch erheblich mehr Fahrzeit als bisher aufbringen müssten. Ein starres monotones Tempolimit auf einer gut ausgebauten geraden Autobahn lässt Fahrer auch schon mal eher am Lenkrad einnicken. Auch wird oft argumentiert, dass es ja in anderen EU Staaten auch Tempolimits gibt, doch kann man die Autobahnen hierzulande nicht unbedingt mit denen im Ausland gleichsetzen. Dort findet man zum Teil Autobahnen, die eher einer etwas besser ausgebauten Landstraße ähneln. Es gibt u. a. entsprechende Unterschiede der Fahrbahnbreite.
Automobile wurden in den letzten Jahrzehnten immer sicherer, leiserer und sauberer. An Stellen, wo es gefährlich ist, gibt es bereits Tempolimits. Verkehrssicherheit und Umweltschutz fallen als Gründe für ein Limit weg.
Fazit: Die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung ist weder aus Gründen der Verkehrssicherheit noch des Umweltschutzes nötig, würde aber die bereits erwähnten Nachteile mit sich bringen. Verkehrsbeeinflussungsanlagen bringen der Sicherheit und Umwelt mehr!