• 22.07.2010

Darf Caster Semenya als Frau laufen? Der Sportverband sagt Ja und bekennt sich damit zum Geschlecht als sozialer Konstruktion.

Der Kampf mit der Biologie

KOMMENTARvon Andrea Rödig

  • 01.08.2010 14:07 Uhr

    von Heinz:

    Ich verstehe gar nicht, warum einige hier Biologie so missverstehen, dass sie stets nur von Vorgegebenheit und Unabänderlichkeit von Merkmalen ausgehen würde. Dass ist nicht der Fall. Und Entwicklungsprozesse führen selbstverständlich immer zu individuell ausgebildeten Merkmalen - und führen damit von der Verkürzung weg, dass es nur zwei Geschlechter geben solle. In diesem Sinne müsste Andrea Rödig durchaus nicht so zaghaft argumentieren. (Vgl. "Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive"; http://dasendedessex.blogsport.de/ )

  • 23.07.2010 20:18 Uhr

    von Bad Hair Days:

    Der Text spricht von Widersprüchen da, wo er selbst Dinge zusammenpackt, die nicht in eine Schublade gehören.

    Der ganze Text ist eine pure Verhöhnung Inter- und Transsexueller, ohne sie dabei einmal beim Namen zu nennen.

  • 23.07.2010 15:32 Uhr

    von Rainer:

    Eine schlechte Theorie erkennt man daran, dass simpelste naturwissenschaftliche Tatsachen wegerklärt oder doch zumindest kleingeredet werden müssen. Je größer der Aufwand, der zu diesem Zweck betrieben werden muss, desto schlechter die Theorie.

    Die Gendertheorie ist ein typischer Vertreter des
    Lyssenkoismus und ihr Erfinder John Money schreckte auch vor experimentellen Operationen an Kindern nicht zurück, um seine kruden Thesen zu beweisen.

    Das Projekt der 'Linken' heißt eben nicht Emanzipation, sondern Umerziehung.

  • 23.07.2010 12:00 Uhr

    von ChrisPluck:

    Mir stellt sich immer wieder diese eine frage: Verfügt Leistungssport tatsächlich über eine so hohe kulturelle Wertigkeit, dass er als eine der wenigen Systeme ein Recht auf sexuelle Differenzierung beanspruchen kann? Festgestellt werden konnte unter Anderem durch die reine Beobachtung verschiedener auch mutterrechtlicher Bauernvölker zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dass sich die körperlichen Attribute von Männern und Frauen nahezu angleichen, wenn die Gegebenheiten es erfordern. D.h. auch, dass sich die Testosteronwerte, die nun als Leistungssteigernd gelten, bei Frauen ansteigen. So wird also die sexuelle Evolution direkt durch unsere Kultur der sexuellen Diskriminierung beeinflusst. Ein fast klassischer Fall einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Und die Antwort lautet für mich immer öfter: Nein. Wenn man Männer und Frauen in jedem Lebensbereich gleichstellt, ändert sich sicher auch das Bild der idealen Sexualpartnerin und im Laufe der Zeit auch ihre Gestalt. Schwer vorzustellen ist dies einzig vor dem Hintergrund aktueller Idealvorstellungen und sicher auch angesichts der Interessen verschiedenster wirtschaftlicher Akteure.

  • 23.07.2010 11:53 Uhr

    von Christian:

    Für Caster Semenya kann es einem Leid tun, aber ich sehe ihren Start, wenn sie tatsächlich einen dreimal höheren Testosteronspiegel aufgrund innenliegender Hoden hat als unfair gegenüber den anderen Frauen an, die einen solch hohen Testosteronspiegel und dessen muskelaufbauende Wirkung nur mit Doping erreichen könnten. Ich habe dazu auch in meinem Blog etwas geschrieben

  • 22.07.2010 15:43 Uhr

    von anybody:

    Wenn schon die Theorien von Judith Butler hier fast Wort für Wort übernommen werden, dann sollte auch darauf hingewiesen werden. Nicht zuletzt als weiterführende Literaturempfehlung, denn liebe Andrea Rödig: Nicht jede lesende Person kennt die Thesen, geschweige denn hat sie ohne Sekundärliteratur auf Anhieb verstanden. Und solange in der öffentlichen "gender"-Debatte meist noch immer das binäre Geschlechtersystem im Fokus steht fände ich einen aufklärenden Ansatz doch recht notwendig.

  • 22.07.2010 15:14 Uhr

    von Dschendah:

    mit der gleichen Begründung könnte ein massiger zwei Meter Riese beim Fliegengewichtboxen antreten, wenn er sagt "ich bin Woody Allen im Körper von Dolph Lundgren".

    Das mag für ihn Realität sein und es wäre gemein diese Person deshalb im Alltag zu diskriminieren, aber für seine Gegner im Sport ist es unfair ihn zuzulassen.

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