• 30.07.2010

Die amerikanische Öffentlichkeit interessiert sich nicht für die von Wikileaks publizierten Militärberichte - ebenso wenig wie für den Krieg.

The war must go on

KOMMENTARvon Norman Birnbaum

  • 03.08.2010 12:27 Uhr

    von end.the.occupation:

    Das Zeitalter der Intellektuellen ist einfach vorbei. Birnbaum ist ein Fossil - ein bewunderungswürdiges vielleicht - aber ein Fossil.

    Sehen wir nach Deutschland, wo selbst einige taz-Autoren gemeint haben, dass die Veröffentlichung der Dokumente auf wikileaks einen Effekt haben könnte.

    Und was ist passiert? Nichts. Null. Nada. Denn wir werden von TINA - 'There Is No Alternative' - regiert. Auch die wahre Herrscherin der taz.

    Die kritische Substanz und das Engagement der 60'er und 70'er wurden auf der einen Seite durch Konsumismus ersetzt - "Haste was, biste was" - auf der anderen Seite durch Mülltrennung, den Kampf gegen die Gentechnik und schlimmstenfalls durch Esoterik.

    Eine Bekannte und Uni-Dozentin hat sich so kürzlich in den Wasserzulauf ihrer Küche einen 'Energizer' einbauen lassen, der das Wasser in den ursprünglichen Zustand an der Quelle - vor allem VIEL energiereicher - zurückversetzen soll. Mehr Lebensqualität durch Hokuspokus - für schlappe 250 Euros.
    Der heutige 'Antifaschist' zum Beispiel bejubelt Krieg, Besatzung und ethnische Säuberung, hängt sich die israelische Fahne ins Fenster; doziert dabei über Frauenrechte und betreibt Kraniometrie an Kulturen und Völkern, so wie einst unsere Grosseltern: "Der Islam ist unser Unglück" gilt heutzutage wieder als quasi-wissenschaftliche Erkenntnis.

    Ausser Verblödung und Konsum hat der Westen - hat auch Deutschland - nicht mehr viel zu bieten, abgesehen von den besten Killerspielen und Automaten, die man für Geld kaufen kann. Denn die Grundlage westlicher Überlegenheit ist nach wie vor schlicht effiziente Brutalität.

  • 02.08.2010 15:42 Uhr

    von gaijinette:

    Unter anderem wegen Menschen wie Norman Birnbaum schätze ich die USA so sehr. Ihnen müssen wir zur Seite stehen, sie müssen wir stärken, ja, ich hoffe nicht, auch beschützen, denn wie könnte man das und wer auch.

    Ich kenne die USA nicht gut genug, um jede Aussage Birnbaums über sein Land nachvollziehen zu können. Aber ich bewundere seine edle Haltung und seinen Mut.

    Leider können wir bei soviel Beistandsbedarf der humanistischen, kritischen Bürger der USA auf Beistand von dieser Seite hierzulande nicht hoffen...

    In 'unserem' Land (also, vielleicht wär's mal an der Zeit, es zurückzuerobern... diese Bemerkung nur, falls die Gefahr besteht, ich könnte je von der so warmherzigen bisher lebenslänglich scheinenden Überwachung ausgeschlossen werden) werden Pazifisten, ja überhaupt Menschen, die zeigen, daß ihr Hirn nicht Opfer der gigantischen staatlichen Manipulationsmaschinerie geworden ist, also denkende und infolgedessen kritische Mitmenschen einfach durch zermürbende 'Überwachung' diskreditiert, der sozialen, psychischen, infolgedessen (Psychosomatik ist Grundlage der Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung seit mindestens der Stasi) auch physischen Vernichtung zugeführt.

    In wieder mal eigener Sache (aber doch auch examplarisch): Ich selbst habe zwar nur zwei Kommentare geschrieben in letzter Zeit zur Überwachung der Linkspartei, die beide nicht erschienen sind (Artikel: Unter Aufsicht der Schlapphüte und "Ich bin doch kein Staatsfeind" ], zum zweiten Artikel ("Staatsfeind") sind aber gar keine Kommentare zu finden -- sollte wirklich außer mir gar niemand Kommentare geschrieben haben?

    --gaijinette

  • 01.08.2010 18:37 Uhr

    von Gerda Fürch:

    "Vielleicht könnten unsere europäischen Freunde helfen, eine kriegskritische Haltung auch in der US-amerikanischen Öffentlichkeit zu verankern." Freunde von Format werden erfleht. Norman Birnbaum klingt irgendwie resignierend und müde. Vielleicht kehrt Angela Merkel mit einer Erleuchtung aus ihrem Urlaub zurück, weil sie als Leselektüre eine Biographie von Stalin mitgenommen hat. Damit nähert sie sich womöglich der Prophezeiung von Norman Birnbaum an, daß Kabul dem Stalingrad von 1943 ähneln könnte.

  • 01.08.2010 11:13 Uhr

    von hto:

    Wo die Kommunikation mit Konfusion in Bewußtseinsschwäche zu "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei" gehalten wird, da ist doch kein Wunder wenn ...!?

    Der im Zeitgeist nun "freiheitliche" Wettbewerb, mit seinem "gesunden" Konkurrenzdenken, ist Ursache aller symptomatischen Probleme unseres "Zusammenlebens" wie ein Krebsgeschwür - Gedankenkrieg vor der Materialschlacht!

  • 31.07.2010 11:33 Uhr

    von de Navarra et Colbert:

    Soll es einen totalen Rückwärtsgang geben: Steinigungen, Schulverbot für Frauen, Kulturverbot und Zerstörung,Erhöhung des Rauschgiftanbaus, einen Islam ohne philosopischen Fortschritt (Aufklärung, Religionskritik)etc..

  • 31.07.2010 02:17 Uhr

    von vic:

    In Wirklichkeit haben wir aus Afghanistan gemacht was es heute ist. Erst Russland, dann die edlen Westmächte.
    Wie soll sich ein Staat vernünftig entwickeln, der sich immer in seiner Geschichte gegen technisch überlegene Angreifer verteidigen muss?

  • 30.07.2010 18:54 Uhr

    von Le Mec:

    "Vielleicht könnten unsere europäischen Freunde helfen, eine kriegskritische Haltung auch in der US-amerikanischen Öffentlichkeit zu verankern. Doch für eine solche Herkulesaufgabe wären Freunde von Format nötig. Die aber haben wir nicht. Denn Cameron, Merkel und Sarkozy haben sich längst in den Marsch der Lemminge eingereiht, der uns an den Rand des Abgrunds führen wird. "

    Danke für die Unterstreichung dieses Punktes! Ich höre so oft von Kollegen und Freunden: "Ja, die Amis sind schon schlecht, also die Regierung". Man wähnt sich im friedliebenden Europa und ist dabei ein Vasall und engster Verbündeter der Macht zu sein, die die meisten Kriege in den letzten Jahrhunderten geführt, die meisten Soldaten auf fremden Boden stationiert und die meisten Atomwaffen produziert (und als einzige auch eingesetzt) hat. Der A....kriecher von so jemanden zu sein (wie Sarko, Merkel und Cameron) macht uns zu genauso schlechten Mächten, nur halt nicht so mächtig

  • 30.07.2010 17:30 Uhr

    von Klingelhella:

    Liebe Amis, ich will gar nicht verstehen und analysieren, warum ihr so bescheuert seid; bleibt einfach zu Hause und kümmert euch um euren Dreck. Ihr Kriegsverbrecher!

  • 30.07.2010 16:06 Uhr

    von vantast:

    Es tut gut, so klare und einleuchtende Gedanken von einem Amerikaner zu lesen, man wähnt sich so sehr allein mit ähnlichen Vorstellungen. Es ist schon so: Bedenke das Ende!! Wie soll das zu Ende gehen? Es wird ein Desaster für Amerika und alle die Lemminge, die in nibelungenhafter Treue zu Amerika halten. Wir wußten es schon lange. Und wie viele Tote wird es noch geben, bis die Aggressoren das Land verlassen werden?

  • 30.07.2010 15:34 Uhr

    von William Wolfo:

    "In jedem Wahlbezirk findet sich entweder eine Militärbasis, eine Waffenfabrik oder ein wissenschaftliches oder technisches Labor, das aus dem Verteidigungstopf bezahlt wird."

    Die Kontinuität, die Geschichte zeigt uns, dass es letztlich darum geht, sich selbst, seine Gier zu kontrollieren. Wie kann man sich sonst als innerlich "frei" betrachten? Ist Amerika dann frei? Es geht also doch darum, an sich zu arbeiten, die Weltreligionen haben doch recht. Das ist spektakulär!

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