In Bertrand Taverniers "In the Electric Mist" versinken die Sümpfe im Bodennebel. Tommy Lee Jones durchquert sie als schweigsamer Mann mit den Fäusten am rechten Fleck.von Ekkehard Knörer
Kurios: vor einer halben Stunde habe ich den Film gesehen - auf Blu-Ray, die so doll nicht aussieht; vor allem die Nachtszenen sind extrem körnig, und die deutschen Untertitel sind z. T. unter aller Kanone -, und jetzt finde ich hier diese abstruse Lobhudelei, die wirklich alles, was an "In the Elctric Mist" nicht stimmt - und das ist vieles - gesundbetet. Der Film ist schlicht sturzlangweilig, und das hat nichts mit Bruno de Keyzers gewohnt routinierter Kameraarbeit oder Bertrand Taverniers ziemlich fußlahmer Regie zu tun, sondern ausschließlich mit dem Drehbuch, das sich weder um die Aufklärung der beiden Fälle - wer, bitte, hat denn nun die Frauen umgebracht, und was genau hat es mit dem Mord von 1965 auf sich? - noch um die Figuren kümmert, und Letzteres ist das eigentliche Manko: Der Zuschauer erfährt praktisch nichts über die Charaktere und vermag folglich auch nicht das nötige Interesse für sie aufzubringen; vieles wird angerissen, nichts richtig ausgeführt, sodass den großartigen Schauspielern - Tommy Lee Jones (der mir in der ewiggleichen Rolle des alternden Cops. der alles gesehen hat und mit sämtlichen Wassern gewaschen ist, allmählich gehörig auf den Zeiger geht), John Goodman, Mary Steenburgen, Peter Sarsgaard, Kelly Macdonald, James Gammon, Pruitt Taylor Vince, Justina Machado etc. - letztlich nie Gelegenheit gegeben wird, ihr Potenzial zu entfalten. Von den peinlichen Auftritten dezidierter Nichtschauspieler wie Buddy Guy und dem bei Kubricks "The Shining" abgekupferten Schlusseffekt - der das ganze Unterfangen denn auch jeglicher Sinnhaftigkeit beraubt - zu schweigen. Gegen dieses halbgare Machwerk sind selbst die nicht besonders gelungenen Burke-Verfilmungen mit Alec Baldwin bzw. Will Patton wahre Meisterwerke. Finger weg.
25.08.2010 22:55 Uhr
von Tyler Durden:
Eine angemessene Kritik, Respekt, für einen guten Film. Auch dass der Film in den USA kein Erfolg war, kann wohl kaum überraschen bei dem Bild Amerikas das er zeigt...
PS: Warnung: Für Leute die Avatar ganz, ganz toll finden, ist der Film weniger geeignet...
25.08.2010 18:33 Uhr
von Hilde:
Ich fand den Film zum Einschlafen langweilig. Taverniers hat schon mal bessere Filme gemacht.
Leserkommentare
26.08.2010 00:32 Uhr
von Scream Queen:
Kurios: vor einer halben Stunde habe ich den Film gesehen - auf Blu-Ray, die so doll nicht aussieht; vor allem die Nachtszenen sind extrem körnig, und die deutschen Untertitel sind z. T. unter aller Kanone -, und jetzt finde ich hier diese abstruse Lobhudelei, die wirklich alles, was an "In the Elctric Mist" nicht stimmt - und das ist vieles - gesundbetet. Der Film ist schlicht sturzlangweilig, und das hat nichts mit Bruno de Keyzers gewohnt routinierter Kameraarbeit oder Bertrand Taverniers ziemlich fußlahmer Regie zu tun, sondern ausschließlich mit dem Drehbuch, das sich weder um die Aufklärung der beiden Fälle - wer, bitte, hat denn nun die Frauen umgebracht, und was genau hat es mit dem Mord von 1965 auf sich? - noch um die Figuren kümmert, und Letzteres ist das eigentliche Manko: Der Zuschauer erfährt praktisch nichts über die Charaktere und vermag folglich auch nicht das nötige Interesse für sie aufzubringen; vieles wird angerissen, nichts richtig ausgeführt, sodass den großartigen Schauspielern - Tommy Lee Jones (der mir in der ewiggleichen Rolle des alternden Cops. der alles gesehen hat und mit sämtlichen Wassern gewaschen ist, allmählich gehörig auf den Zeiger geht), John Goodman, Mary Steenburgen, Peter Sarsgaard, Kelly Macdonald, James Gammon, Pruitt Taylor Vince, Justina Machado etc. - letztlich nie Gelegenheit gegeben wird, ihr Potenzial zu entfalten. Von den peinlichen Auftritten dezidierter Nichtschauspieler wie Buddy Guy und dem bei Kubricks "The Shining" abgekupferten Schlusseffekt - der das ganze Unterfangen denn auch jeglicher Sinnhaftigkeit beraubt - zu schweigen. Gegen dieses halbgare Machwerk sind selbst die nicht besonders gelungenen Burke-Verfilmungen mit Alec Baldwin bzw. Will Patton wahre Meisterwerke. Finger weg.
25.08.2010 22:55 Uhr
von Tyler Durden:
Eine angemessene Kritik, Respekt, für einen guten Film. Auch dass der Film in den USA kein Erfolg war, kann wohl kaum überraschen bei dem Bild Amerikas das er zeigt...
PS: Warnung: Für Leute die Avatar ganz, ganz toll finden, ist der Film weniger geeignet...
25.08.2010 18:33 Uhr
von Hilde:
Ich fand den Film zum Einschlafen langweilig. Taverniers hat schon mal bessere Filme gemacht.