• 19.03.2009

CDU torpediert Jobcenter-Reform

Hartz verliert sein bestes Stück

Die Unionsfraktion lässt die Jobcenter-Reform platzen. Jetzt könnte ein Kernstück der Hartz-Reformen, die "Hilfen aus einer Hand" für Arbeitslose, bald abgewickelt werden.von Ulrike Winkelmann

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von Saubere Arbeit:

    "Sie hatten 1,40 € in der Blechdose" - Sozialhilfeabzug wegen "Betteleinkünften"

    Einem Bettler wurde willkürlich die Sozialhilfe gekürzt mit dem Hinweis auf angenommen Einkünfte durch Bettelei. " in den letzten Tagen habe ich Sie mehrfach gesehen wie Sie vor dem (...)-Supermarkt gebettelt haben. Zuletzt lagen am (...) in der Mittagszeit ca. 6 € und heute gegen 13.00 Uhr etwa 1,40 € in einer Blechdose. Ich beabsichtige daher ab dem xx.xx.09 einen Betrag von 120 € als Einkommen durch Betteln anzurechnen. Den Betrag habe ich aufgrund der von mir festgestellten Beträge auf den Monat hochgerechnet."

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von Edelweiß:

    @C. Weber
    Das "Versagen" meiner Partnerin bestand darin ein Kind zu bekommen. Drei(3)Monate nach der Geburt bekam sich von der ARGE ein Einladung zu einem Existenzgründungsseminar. (kein Witz)

    Mir selbst wurde trotz zweier abgeschlossener Berufsausbildungen bisher nur ein Job als Tellerwäscher angeboten. (kein Witz)

    Soviel zum Fördern, im Fordern ist man dort ungleich besser aufgestellt. Die täglich in ARGEn und Jobcentern von Schreibtischtätern geleistete "Arbeit am Menschen" beschränkt sich aufs Verwalten und auf Sozialmobbing. Da hilft auch kein Schönreden.

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von C. Weber:

    Zu den beiden vorstehenden Kommentaren: Im Hinblick auf Ausdrucksweise, offenbar nicht vorhandene Frustrationstoleranz und der Projektion des eigenen Versagens (worin auch immer) auf die Gesellschaft scheint es einleuchtend, weshalb diese offensichtlich nicht aktiv im Erwerbsleben weilen.

    Mühsam wurde in den vergangenen fünf Jahren eine Infrastruktur zur Umsetzung der dringend notwendigen Reform geschaffen. Wenn dies wieder rückabgewickelt wird, wird sich die Situation für die (hilfebedürftigen) Bürger kaum verbessern. Es wäre für alle Werktätigen ein Schlag ins Gesicht, wenn wir wieder die Zustände der Sozialhilfe hätten; Menschen werden, in Ihrer Lethargie verharrend, staatlich alimentiert und laben sich -im möglichen Rahmen- an den süßen Früchten der Konsum- und Unterhaltungsgesellschaft. Das mit der Hartz-Reform einhergehende Konzept des Forderns und Förderns und Aktivieren hat in den vergangenen Jahren Wirkung gezeigt und vielen Menschen die Chance gegeben, wieder aktives und mündiges Mitglied der Gesellschaft zu werden.
    Die Fraktionen, die eine Privatisierung der Arbeitsverwaltung fordern, sind so weit weg von der Basis wie nur irgend möglich... und können die täglich in ARGEn und Jobcentern geleistete Arbeit am Menschen kaum beurteilen. Ein Ex-Offizier, bei dem die Resozialisierung durch die Bundesagentur gescheitert ist (und aus gutem Grunde es nicht mal bis zum Arbeitsberater geschafft hat), dürfte nicht der kompetente Ansprechpartner sein.

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von Karl Kraus:

    Ich finde das total richtig, dass alle EmpfängerInnen von Hilfe scheiße behandelt werden. Man muss nämlich wissen, dass jeder Deutsche, indem er bedürftig wird, automatisch auch ein böser Parasit wird (so drücken sich einige unserer Führer - oh, Entschuldigung, unserer Minister! ja auch aus, und die haben's voll drauf). Das muss eh etwas Biologisches sein: Die sekundenschnelle Verwandlung von einem anständigen und früh aufstehenden Bürger in eine Lebensform niederen Ranges, eben der des Parasiten. Da ist es nur folgerichtig, dass man alles, was womöglich unkompliziert für die Parasiten sein könnte durch Schikanen, überforderte MitarbeiterInnen und sonstige Tricks verhindert.
    Das mit dem Feindbild "Terrorist" scheint ja nu nicht so ganz geklappt zu haben. Da nimmt man am besten die Schwachen, damit wir auf gar keinen Fall in die Verlegenheit kommen, plötzlich nimanden zum Beschimpfen und Schikanieren mehr zu haben. Dann müssten wir ja plötzlich mal die Schnauze halten und uns umeinander kümmern. Igitt!

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von Edelweiß:

    Wir wurden von ihnen bedroht, genötigt, gedemütigt, schikaniert und drangsaliert. Das Mitgefühl für unsere Schergen und die Wertschätzung ihrer Arbeit halten sich daher bei uns in äußerst engen Grenzen.

    Die Mitarbeiter dort waren im besten Falle total überfordert, manche waren nur unfähig oder unwillig, das waren dann irgendwelche unkündbaren Beamte die umgebettet wurden und es gab die wirklich bösartigen.

    Wenn die ARGEN nun abgewickelt werden und sie sich dann mehr mit sich selbst als mit den Arbeitssuchenden beschäftigten müssen, können sie auch weniger Unheil anrichten.

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von Hartzkritik:

    Es ist doch reine Wahlkampftaktik! Mit dem Reformvorschlag und der damit verbundenen Grundgesetzänderung von Scholz würde die SPD Hartz IV, wie es ist in Beton gießen. Die CDU möchte nach der Wahl mit der FDP koalieren und plant im Grunde ein noch schlimmeres Hartz V. Die FDP wird sich kaum mit ihrem Bürgergeldvorschlag durchsetzen können.

    Mit dem Boykott der Reform hält sich die CDU alle Türen für nach der Wahl offen, fest damit rechnend, die Wahl mit der FDP zu gewinnen.

    Dass das Modell der Zusammenlegung von Sozialamt und Arbeitsagentur für die Bereich des SGB II zum scheitern verurteilt ist, liegt doch eher an den Sparzwängen der Kommunen. Oftmals sind die von der BA abgestellten ARGE-Mitarbeiter fürsorglicher im Umgang mit den sogenannten Kunden, als die Mitarbeiter, die aus anderen Verwaltungen in die ARGEn und JobCenter eher Strafversetz wurden.

    Wo sind denn z. B. die über 1500 neuen, von Scholz zugesagten Mitarbeiter geblieben? Die hat man der Öffentlichkeit doch auch nur so verkauft, da man die Zeitarbeitsverträge vieler ARGE-Mitarbeiter verlängern musste. Tatsächlich sind doch kaum neue Mitarbeiter in den ARGEn und JobCentern eingestellt worden!

    Es ist ein durch und durch marodes System, dass schnellst möglich durch eine vernünftiges bedingungsloses Grundeinkommen für alle ersetzt werden muss. Sonst werden weiter die Löhne sinken und sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten weiter verschlechtern!

    Aber lieber hauen die auf die Arbeitslosen noch ein, anstatt zu erkennen, dass gar nicht mehr genug Arbeit vorhanden ist und lieber glauben alle noch an das Märchen von der Vollbeschäftigung!

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von BigKelle:

    @amos

    nichts... nur die arbeitslosenstatistik!

    guten tag

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von E.Stopp:

    Hallo Amos - nichts spricht gegen eine Entlassung dieser Leute !!! Es mag Ausnahmen geben, die sollen doch bitte die Hartz IV Empfänger benennen.
    In meiner Familie ( durch die Kinder) hatte ich reichlichlich Kontakt mit dem Arbeitsamt und Arge.
    Noch vor 3 Jahren hatten 5 Bescheide in wenigen Wochen von der Arge erhalten, die nach einer Weiterbildung über 1000 € zurück gefordert hatte.
    Mein Widerspruch war heftig und es kam zu einem Treffen mit der Arge vor Ort. Ergebnis: Alle 5 Bescheide wurden aufgehoben, da sie sachlich falsch waren, 4 zu unserenb Gunsten , einer zu unseren Ungunsten. Wir haben sogar noch ca. 300 € nachgezahlt bekommen.
    Gleiches Bild in diesem Jahr, nach dem ein Familienmitglied sich Selbständig gemacht hatte, forderte die ARGE ( bei einem jährlichen Gewinn von 800 € ) für das Jahr der leistung einen Betrag von 800 € zurück , wir gingen in Widerspruch. Auch hier unterlag die ARGE !!

    In unserem Ort sind fast alle Beschäftigen des Arbeitsamtes udn ARGE schon seit Jahren im Öffentlichen Dienst und haben vollkommen vergessen wo für sie da sind: ZU dienen !! Dem Volk zu dienen !!! Die Interessen der Antragsteller zu verfolgen und nicht die des Staates, der Parteien, die gern so viel wie möglich sparen wollen. Um es dann den Banken und Managern nach zu schmeisssen.
    Man sollte die Rollen einfach mal tauschen:
    Die bisherigen Beschäftigten werden Hartz IV Empfänger und ehemalige Hartz IV Empfänger übernehmen diesen Job!!!!
    Es würde sehr schnell klar, welche ehemaligen Mitarbeiter herzlos, arrogant, nur fordernd den HartzIV E. gegenüber getreten sind, und diese Leute sollten diese Erfahrung dann auch mal machen.
    Die Hartz IV Gesetze müssen weg.
    Und wer sagt denn, dass man die Antragstellung von Wohngeld nicht auch für den Antragsteller menschlich und unbürokratisch gestalten kann ?
    Parteien wie CDU / CSU , FDP und SPD haben bei mir keine Chance mehr- alles Egoisten und Partei - Lobbyisten.
    Eien Bezug zum einfachen Volk haben diese Leute doch schon lange nicht mehr- den geht es auch nur um eins: Ihr Konto- und nach mir die Sintflut.

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von ciah:

    wieso emtlassen? die werden gehen. und zwar die fähigsten von ihnen, die die es sich erlauben könne.
    und bleiben werden dann die "erbsenzähler"

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von metsch:

    der Horizont reicht mitunter nicht weiter als bis zum Brett vorm Kopf..

  • 04.04.2011 19:10 Uhr

    von Amos:

    Es fragt sich nur wer bei der Arge die fähigsten
    Mitarbeiter sind. Jene, die wegen 2-Euro den Bedürftigen einen Wust von Formularen schicken um
    damit ihren Arbeitsplatz zu sichern oder jene "Erbsenzähler", die als seelenlos programmierte Roboter als Ansprechpartner jonglieren, damit sie
    in der Hierarchie nach oben kommen. Was spricht
    dagegen, dass diese Leute entlassen werden?

  • 11.02.2011 17:51 Uhr

    von Saubere Arbeit:

    "Sie hatten 1,40 € in der Blechdose" - Sozialhilfeabzug wegen "Betteleinkünften"

    Einem Bettler wurde willkürlich die Sozialhilfe gekürzt mit dem Hinweis auf angenommen Einkünfte durch Bettelei. " in den letzten Tagen habe ich Sie mehrfach gesehen wie Sie vor dem (...)-Supermarkt gebettelt haben. Zuletzt lagen am (...) in der Mittagszeit ca. 6 € und heute gegen 13.00 Uhr etwa 1,40 € in einer Blechdose. Ich beabsichtige daher ab dem xx.xx.09 einen Betrag von 120 € als Einkommen durch Betteln anzurechnen. Den Betrag habe ich aufgrund der von mir festgestellten Beträge auf den Monat hochgerechnet."

  • 11.02.2011 17:51 Uhr

    von Edelweiß:

    @C. Weber
    Das "Versagen" meiner Partnerin bestand darin ein Kind zu bekommen. Drei(3)Monate nach der Geburt bekam sich von der ARGE ein Einladung zu einem Existenzgründungsseminar. (kein Witz)

    Mir selbst wurde trotz zweier abgeschlossener Berufsausbildungen bisher nur ein Job als Tellerwäscher angeboten. (kein Witz)

    Soviel zum Fördern, im Fordern ist man dort ungleich besser aufgestellt. Die täglich in ARGEn und Jobcentern von Schreibtischtätern geleistete "Arbeit am Menschen" beschränkt sich aufs Verwalten und auf Sozialmobbing. Da hilft auch kein Schönreden.

  • 11.02.2011 17:51 Uhr

    von C. Weber:

    Zu den beiden vorstehenden Kommentaren: Im Hinblick auf Ausdrucksweise, offenbar nicht vorhandene Frustrationstoleranz und der Projektion des eigenen Versagens (worin auch immer) auf die Gesellschaft scheint es einleuchtend, weshalb diese offensichtlich nicht aktiv im Erwerbsleben weilen.

    Mühsam wurde in den vergangenen fünf Jahren eine Infrastruktur zur Umsetzung der dringend notwendigen Reform geschaffen. Wenn dies wieder rückabgewickelt wird, wird sich die Situation für die (hilfebedürftigen) Bürger kaum verbessern. Es wäre für alle Werktätigen ein Schlag ins Gesicht, wenn wir wieder die Zustände der Sozialhilfe hätten; Menschen werden, in Ihrer Lethargie verharrend, staatlich alimentiert und laben sich -im möglichen Rahmen- an den süßen Früchten der Konsum- und Unterhaltungsgesellschaft. Das mit der Hartz-Reform einhergehende Konzept des Forderns und Förderns und Aktivieren hat in den vergangenen Jahren Wirkung gezeigt und vielen Menschen die Chance gegeben, wieder aktives und mündiges Mitglied der Gesellschaft zu werden.
    Die Fraktionen, die eine Privatisierung der Arbeitsverwaltung fordern, sind so weit weg von der Basis wie nur irgend möglich... und können die täglich in ARGEn und Jobcentern geleistete Arbeit am Menschen kaum beurteilen. Ein Ex-Offizier, bei dem die Resozialisierung durch die Bundesagentur gescheitert ist (und aus gutem Grunde es nicht mal bis zum Arbeitsberater geschafft hat), dürfte nicht der kompetente Ansprechpartner sein.

  • 11.02.2011 17:51 Uhr

    von Hartzkritik:

    Es ist doch reine Wahlkampftaktik! Mit dem Reformvorschlag und der damit verbundenen Grundgesetzänderung von Scholz würde die SPD Hartz IV, wie es ist in Beton gießen. Die CDU möchte nach der Wahl mit der FDP koalieren und plant im Grunde ein noch schlimmeres Hartz V. Die FDP wird sich kaum mit ihrem Bürgergeldvorschlag durchsetzen können.

    Mit dem Boykott der Reform hält sich die CDU alle Türen für nach der Wahl offen, fest damit rechnend, die Wahl mit der FDP zu gewinnen.

    Dass das Modell der Zusammenlegung von Sozialamt und Arbeitsagentur für die Bereich des SGB II zum scheitern verurteilt ist, liegt doch eher an den Sparzwängen der Kommunen. Oftmals sind die von der BA abgestellten ARGE-Mitarbeiter fürsorglicher im Umgang mit den sogenannten Kunden, als die Mitarbeiter, die aus anderen Verwaltungen in die ARGEn und JobCenter eher Strafversetz wurden.

    Wo sind denn z. B. die über 1500 neuen, von Scholz zugesagten Mitarbeiter geblieben? Die hat man der Öffentlichkeit doch auch nur so verkauft, da man die Zeitarbeitsverträge vieler ARGE-Mitarbeiter verlängern musste. Tatsächlich sind doch kaum neue Mitarbeiter in den ARGEn und JobCentern eingestellt worden!

    Es ist ein durch und durch marodes System, dass schnellst möglich durch eine vernünftiges bedingungsloses Grundeinkommen für alle ersetzt werden muss. Sonst werden weiter die Löhne sinken und sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten weiter verschlechtern!

    Aber lieber hauen die auf die Arbeitslosen noch ein, anstatt zu erkennen, dass gar nicht mehr genug Arbeit vorhanden ist und lieber glauben alle noch an das Märchen von der Vollbeschäftigung!

  • 11.02.2011 17:51 Uhr

    von metsch:

    der Horizont reicht mitunter nicht weiter als bis zum Brett vorm Kopf..

  • 11.02.2011 17:51 Uhr

    von Amos:

    Es fragt sich nur wer bei der Arge die fähigsten
    Mitarbeiter sind. Jene, die wegen 2-Euro den Bedürftigen einen Wust von Formularen schicken um
    damit ihren Arbeitsplatz zu sichern oder jene "Erbsenzähler", die als seelenlos programmierte Roboter als Ansprechpartner jonglieren, damit sie
    in der Hierarchie nach oben kommen. Was spricht
    dagegen, dass diese Leute entlassen werden?

  • 26.03.2009 01:50 Uhr

    von Saubere Arbeit:

    "Sie hatten 1,40 € in der Blechdose" - Sozialhilfeabzug wegen "Betteleinkünften"

    Einem Bettler wurde willkürlich die Sozialhilfe gekürzt mit dem Hinweis auf angenommen Einkünfte durch Bettelei. " in den letzten Tagen habe ich Sie mehrfach gesehen wie Sie vor dem (...)-Supermarkt gebettelt haben. Zuletzt lagen am (...) in der Mittagszeit ca. 6 € und heute gegen 13.00 Uhr etwa 1,40 € in einer Blechdose. Ich beabsichtige daher ab dem xx.xx.09 einen Betrag von 120 € als Einkommen durch Betteln anzurechnen. Den Betrag habe ich aufgrund der von mir festgestellten Beträge auf den Monat hochgerechnet."

  • 25.03.2009 17:03 Uhr

    von Edelweiß:

    @C. Weber
    Das "Versagen" meiner Partnerin bestand darin ein Kind zu bekommen. Drei(3)Monate nach der Geburt bekam sich von der ARGE ein Einladung zu einem Existenzgründungsseminar. (kein Witz)

    Mir selbst wurde trotz zweier abgeschlossener Berufsausbildungen bisher nur ein Job als Tellerwäscher angeboten. (kein Witz)

    Soviel zum Fördern, im Fordern ist man dort ungleich besser aufgestellt. Die täglich in ARGEn und Jobcentern von Schreibtischtätern geleistete "Arbeit am Menschen" beschränkt sich aufs Verwalten und auf Sozialmobbing. Da hilft auch kein Schönreden.

  • 23.03.2009 16:58 Uhr

    von C. Weber:

    Zu den beiden vorstehenden Kommentaren: Im Hinblick auf Ausdrucksweise, offenbar nicht vorhandene Frustrationstoleranz und der Projektion des eigenen Versagens (worin auch immer) auf die Gesellschaft scheint es einleuchtend, weshalb diese offensichtlich nicht aktiv im Erwerbsleben weilen.

    Mühsam wurde in den vergangenen fünf Jahren eine Infrastruktur zur Umsetzung der dringend notwendigen Reform geschaffen. Wenn dies wieder rückabgewickelt wird, wird sich die Situation für die (hilfebedürftigen) Bürger kaum verbessern. Es wäre für alle Werktätigen ein Schlag ins Gesicht, wenn wir wieder die Zustände der Sozialhilfe hätten; Menschen werden, in Ihrer Lethargie verharrend, staatlich alimentiert und laben sich -im möglichen Rahmen- an den süßen Früchten der Konsum- und Unterhaltungsgesellschaft. Das mit der Hartz-Reform einhergehende Konzept des Forderns und Förderns und Aktivieren hat in den vergangenen Jahren Wirkung gezeigt und vielen Menschen die Chance gegeben, wieder aktives und mündiges Mitglied der Gesellschaft zu werden.
    Die Fraktionen, die eine Privatisierung der Arbeitsverwaltung fordern, sind so weit weg von der Basis wie nur irgend möglich... und können die täglich in ARGEn und Jobcentern geleistete Arbeit am Menschen kaum beurteilen. Ein Ex-Offizier, bei dem die Resozialisierung durch die Bundesagentur gescheitert ist (und aus gutem Grunde es nicht mal bis zum Arbeitsberater geschafft hat), dürfte nicht der kompetente Ansprechpartner sein.

  • 19.03.2009 17:46 Uhr

    von Karl Kraus:

    Ich finde das total richtig, dass alle EmpfängerInnen von Hilfe scheiße behandelt werden. Man muss nämlich wissen, dass jeder Deutsche, indem er bedürftig wird, automatisch auch ein böser Parasit wird (so drücken sich einige unserer Führer - oh, Entschuldigung, unserer Minister! ja auch aus, und die haben's voll drauf). Das muss eh etwas Biologisches sein: Die sekundenschnelle Verwandlung von einem anständigen und früh aufstehenden Bürger in eine Lebensform niederen Ranges, eben der des Parasiten. Da ist es nur folgerichtig, dass man alles, was womöglich unkompliziert für die Parasiten sein könnte durch Schikanen, überforderte MitarbeiterInnen und sonstige Tricks verhindert.
    Das mit dem Feindbild "Terrorist" scheint ja nu nicht so ganz geklappt zu haben. Da nimmt man am besten die Schwachen, damit wir auf gar keinen Fall in die Verlegenheit kommen, plötzlich nimanden zum Beschimpfen und Schikanieren mehr zu haben. Dann müssten wir ja plötzlich mal die Schnauze halten und uns umeinander kümmern. Igitt!

  • 19.03.2009 17:42 Uhr

    von Edelweiß:

    Wir wurden von ihnen bedroht, genötigt, gedemütigt, schikaniert und drangsaliert. Das Mitgefühl für unsere Schergen und die Wertschätzung ihrer Arbeit halten sich daher bei uns in äußerst engen Grenzen.

    Die Mitarbeiter dort waren im besten Falle total überfordert, manche waren nur unfähig oder unwillig, das waren dann irgendwelche unkündbaren Beamte die umgebettet wurden und es gab die wirklich bösartigen.

    Wenn die ARGEN nun abgewickelt werden und sie sich dann mehr mit sich selbst als mit den Arbeitssuchenden beschäftigten müssen, können sie auch weniger Unheil anrichten.

  • 19.03.2009 16:35 Uhr

    von Hartzkritik:

    Es ist doch reine Wahlkampftaktik! Mit dem Reformvorschlag und der damit verbundenen Grundgesetzänderung von Scholz würde die SPD Hartz IV, wie es ist in Beton gießen. Die CDU möchte nach der Wahl mit der FDP koalieren und plant im Grunde ein noch schlimmeres Hartz V. Die FDP wird sich kaum mit ihrem Bürgergeldvorschlag durchsetzen können.

    Mit dem Boykott der Reform hält sich die CDU alle Türen für nach der Wahl offen, fest damit rechnend, die Wahl mit der FDP zu gewinnen.

    Dass das Modell der Zusammenlegung von Sozialamt und Arbeitsagentur für die Bereich des SGB II zum scheitern verurteilt ist, liegt doch eher an den Sparzwängen der Kommunen. Oftmals sind die von der BA abgestellten ARGE-Mitarbeiter fürsorglicher im Umgang mit den sogenannten Kunden, als die Mitarbeiter, die aus anderen Verwaltungen in die ARGEn und JobCenter eher Strafversetz wurden.

    Wo sind denn z. B. die über 1500 neuen, von Scholz zugesagten Mitarbeiter geblieben? Die hat man der Öffentlichkeit doch auch nur so verkauft, da man die Zeitarbeitsverträge vieler ARGE-Mitarbeiter verlängern musste. Tatsächlich sind doch kaum neue Mitarbeiter in den ARGEn und JobCentern eingestellt worden!

    Es ist ein durch und durch marodes System, dass schnellst möglich durch eine vernünftiges bedingungsloses Grundeinkommen für alle ersetzt werden muss. Sonst werden weiter die Löhne sinken und sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten weiter verschlechtern!

    Aber lieber hauen die auf die Arbeitslosen noch ein, anstatt zu erkennen, dass gar nicht mehr genug Arbeit vorhanden ist und lieber glauben alle noch an das Märchen von der Vollbeschäftigung!

  • 19.03.2009 14:37 Uhr

    von BigKelle:

    @amos

    nichts... nur die arbeitslosenstatistik!

    guten tag

  • 19.03.2009 13:52 Uhr

    von Fideli:

    Die Hartz-IV-Reform bezogen auf die Schaffung
    von ARGEn/JobCenter ist sowieso gescheitert!
    Ich kenne mich von berufswegen mit der Materie
    sehr gut aus. In diesen "Behörden" herrscht das
    blanke Chaos. Völlig undurchschaubare Verfahrens-
    abläufe, ständig wechselndes Personal usw.
    Man muss wissen, dass diese "Behörden" keine
    Dienstherrenfähigkeit haben, d.h. dass sie nur
    von dem Personal lebt, welches von den Kommunen
    bzw. den Arbeitsagenturen zugewiesen, abgeordnet
    oder überlassen wurde. Insofern besteht auch
    im wesentlichen gar kein Ansatz auf Angst
    vor drohender Arbeitslosigkeit bei Auflösung dieses Konstrukts. Ein weiterer konflikträchtiger
    Aspekt in diesem Chaos ist, dass diejenigen, welche von der BA kommen für die gleiche Arbeit
    oft weniger Gehalt bekommen, als diejenigen, die
    von den Kommunen kommen. Hinzu kommt, dass ja bei
    weitem nicht nur Fachpersonal "abgestellt" wurde,
    sondern auch oft Mitarbeiter, für die man ohnehin
    keine Verwendung mehr hatte oder die man sonst
    "einsparen" wollte. Das alte BSHG oder jetzt auch
    das SGB XII verlangte den Einsatz von FACHPERSONAL.
    Diese Vorgabe kennt weder SGB II noch SGB III.
    Die Ziele der Reform sind in allen Belangen gescheitert, man nehme z.B. nur die Halbierung der
    Arbeitslosenzahl. Dass die Arbeitslosenzahl gesunken war, lag doch nur den seltsamen Statistiken und dass es mit der Wirtschaft etwas
    bergauf ging. Geschaffen wurde ein Niedriglohnsektor, der wiederum dazu führt, dass
    die Betroffenen oft doch nur durch "Aufstockleistungen" überleben können.
    Neben den verfassungsrechtlichen Bedenken der
    vorgesehenen - und nun gescheiterten- Reform,
    nämlich der Bildung von "Zentren für Arbeit und
    Grundsicherung" (ZAG)gibt es auch erhebliche
    Bedenken hinsichtlich der Bildung dieser als
    Anstalten öffentlichen Rechts. Die Auswirkungen
    auf die "Beschäftigten" dieser AöR oder den
    Leistungsempfängern ist wahrscheinlich nur den
    Insidern bekannt.
    Ich vermute, dass nach einer möglichen CDU/FDP-
    Regierung wieder die alte Trennung unter noch mehr
    verschärften Bedingungen auflebt.

  • 19.03.2009 13:40 Uhr

    von E.Stopp :

    Hallo Amos - nichts spricht gegen eine Entlassung dieser Leute !!! Es mag Ausnahmen geben, die sollen doch bitte die Hartz IV Empfänger benennen.
    In meiner Familie ( durch die Kinder) hatte ich reichlichlich Kontakt mit dem Arbeitsamt und Arge.
    Noch vor 3 Jahren hatten 5 Bescheide in wenigen Wochen von der Arge erhalten, die nach einer Weiterbildung über 1000 € zurück gefordert hatte.
    Mein Widerspruch war heftig und es kam zu einem Treffen mit der Arge vor Ort. Ergebnis: Alle 5 Bescheide wurden aufgehoben, da sie sachlich falsch waren, 4 zu unserenb Gunsten , einer zu unseren Ungunsten. Wir haben sogar noch ca. 300 € nachgezahlt bekommen.
    Gleiches Bild in diesem Jahr, nach dem ein Familienmitglied sich Selbständig gemacht hatte, forderte die ARGE ( bei einem jährlichen Gewinn von 800 € ) für das Jahr der leistung einen Betrag von 800 € zurück , wir gingen in Widerspruch. Auch hier unterlag die ARGE !!

    In unserem Ort sind fast alle Beschäftigen des Arbeitsamtes udn ARGE schon seit Jahren im Öffentlichen Dienst und haben vollkommen vergessen wo für sie da sind: ZU dienen !! Dem Volk zu dienen !!! Die Interessen der Antragsteller zu verfolgen und nicht die des Staates, der Parteien, die gern so viel wie möglich sparen wollen. Um es dann den Banken und Managern nach zu schmeisssen.
    Man sollte die Rollen einfach mal tauschen:
    Die bisherigen Beschäftigten werden Hartz IV Empfänger und ehemalige Hartz IV Empfänger übernehmen diesen Job!!!!
    Es würde sehr schnell klar, welche ehemaligen Mitarbeiter herzlos, arrogant, nur fordernd den HartzIV E. gegenüber getreten sind, und diese Leute sollten diese Erfahrung dann auch mal machen.
    Die Hartz IV Gesetze müssen weg.
    Und wer sagt denn, dass man die Antragstellung von Wohngeld nicht auch für den Antragsteller menschlich und unbürokratisch gestalten kann ?
    Parteien wie CDU / CSU , FDP und SPD haben bei mir keine Chance mehr- alles Egoisten und Partei - Lobbyisten.
    Eien Bezug zum einfachen Volk haben diese Leute doch schon lange nicht mehr- den geht es auch nur um eins: Ihr Konto- und nach mir die Sintflut.

  • 19.03.2009 13:27 Uhr

    von Ludwig Paul Häußner:

    Bedingungsloses Grundeinkommen statt Gängelung durch Hartz IV

    Für die rund sieben Millionen Menschen die auf HARTZ IV angewiesen sind werden aus den öffentlichen Haushalten runde 50 Milliarden an Finanzmitteln zur Verfüung gestellt. Das macht gute 7.000,-- € pro HARTZ IV Berechtigen im Jahr.
    Statt an den sogenannten Jobcentern zu "reformieren" sollte man diese Verwaltungsmonster völlig abschaffen und den Menschen die auf ALG II angewiesen sind ohne Prüfung und ohne eine Bedingung monatlich 600,-- Euro über die persönliche Steueridentifikationsnummer auszahlen zzgl. 200,-- Euro monatlich für die gesetzliche Krankenversicherung. Jedweder Zuverdienst ist möglich und wird entweder durch MwSt-Zahlungen oder im Rahmen der Einkommenssteuer versteuert.
    Dieses bedingungslose Grundeinkommen ließe sich Schritt für Schritt auf alle BürgerInnen - subsitutiv - ausdehnen. Unsere Gesellschaft wäre damit frei von Armut und der Würde eines jeden Menschen wäre entsprochen.

    Ludwig Paul Häußner
    Universität Karlsruhe (TH) - IEP

  • 19.03.2009 13:25 Uhr

    von ciah:

    wieso emtlassen? die werden gehen. und zwar die fähigsten von ihnen, die die es sich erlauben könne.
    und bleiben werden dann die "erbsenzähler"

  • 19.03.2009 12:33 Uhr

    von metsch:

    der Horizont reicht mitunter nicht weiter als bis zum Brett vorm Kopf..

  • 19.03.2009 11:29 Uhr

    von Amos:

    Es fragt sich nur wer bei der Arge die fähigsten
    Mitarbeiter sind. Jene, die wegen 2-Euro den Bedürftigen einen Wust von Formularen schicken um
    damit ihren Arbeitsplatz zu sichern oder jene "Erbsenzähler", die als seelenlos programmierte Roboter als Ansprechpartner jonglieren, damit sie
    in der Hierarchie nach oben kommen. Was spricht
    dagegen, dass diese Leute entlassen werden?

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