• 29.07.2010

Brunner-Prozess in München

Der erste Schlag

Die Wahrheitsfindung im Münchner Mordprozess ist schwieriger als angenommen. Vor allem weil es weitere Widersprüche zur Version der Staatsanwaltschaft gibt. von Bernhard Hübner

  • 30.07.2010 14:16 Uhr

    von Ameyer:

    Vielleicht ist der Artikel ja nicht brillant, aber es ist schon schlimm, dass sie meisten Kommentatoren offensichtlich nicht richtig lesen können. Die einen stellen den Artikel auf eine Stuife mit der BILD-Zeitung und die anderen lesen eine Rechtfertigung für Mord heraus. Ich bedanke mich für die Differenzierung, die Orientierung an der Wahrheit (statt an der Vorverurtzeilung der Täter und der Seligsprechung des Opfers).

  • 29.07.2010 17:02 Uhr

    von daniel:

    Dieser artikel ist sehr sehr traurig, ein richtiges armutszeugnis. ich hoffe, dass kein angehöriger von herrn brunner in je lesen muss.
    fairer prozess für die täter: absolut!
    sympathie für die täter: muss man den autor dieses artikels hier fragen...

  • 29.07.2010 15:59 Uhr

    von wauz:

    Vorverurteilung

    Warum schreibt Bernhard Hübner ständig von "totgetreten" und "tödlichen Fußtritten"? Genaus DAS steht ja bislang in Zweifel. Hier wird, wenn auch nicht so reißerisch, genau das betrieben, was unser Leitmedium "Bild" die ganze Zeit macht.
    Das Einzige, was bislang wirklich sicher ist, dass es nicht so war, wie es in der Anklageschrift steht. Und es zeichnet sich ein ganz anderes Bild der Abläufe ab. Es sieht viel mehr so aus, dass Dominik Brunner die Situation von Anfang an falsch eingeschätzt (Pöbelei zum Raubüberfall hochfrisiert) und dazu noch nach Kräften eskaliert hat. Das geht sogar so weit, dass es sicher ist, dass er die Schlägerei selbst angefangen hat. Wenn jetzt wirklich herauskommt, dass er den Herztod gestorben ist, dann wird man auch fragen müssen, ob hier nicht das vorauseilende Kopfkino für den nötigen Stress gesorgt hat.
    Dominik Brunner hat alles andere als ruhig und besonnen gehandelt. Das ist sein Anteil am Geschehen und das sollte man den Angeklagten nicht anrechnen.
    Von der TAZ erwarte ich besseren Journalismus, als vom Rest der Pressemeute.

  • 29.07.2010 14:41 Uhr

    von Jan:

    Eine ähnlich gelagerte Ausgangssituation (mit glücklicherweise etwas glimplicherem Ausgang) war gerade im Südwesten vor Gericht:

    http://www.badische-zeitung.de/angriff-auf-familienvater-jugendgericht-verurteilt-schlaeger-quartett

    Die Lehre, die man bösartig daraus ziehen kann:
    Mach doch. worauf Du gerade Bock, hast, Strafe gibt es nicht, wenn man vor Gericht ein "es tut mir alles so furchtbar leid" aufsagt.
    Was ist blos mit meinem Gerechtigkeitsempfinden los, oder liegt es doch nicht an mir?

  • 29.07.2010 13:18 Uhr

    von Michelo:

    "Der Fahrer der S-Bahn sagte aus, Brunner habe sofort angegriffen."

    Ist man ein Mörder, wenn man sich verteidigt?

    Danke für den neutralen Artikel.

  • 29.07.2010 12:18 Uhr

    von Joachim:

    schließe mich dem Kommentar von Horst Bernatzky vollständig an.

    Eine Kleinigkeit die mir auffiel: Im Artikel steht, dass die Totesursache "Herzstillstand" ist, was soweit auch richtig ist. Allerdings wird suggeriert, dass deswegen die Täter unschuldig sind, dass sie den Herrn Brunner nicht umgebracht haben.
    Das stimmt nicht.
    Brunner starb wegen Herzstillstand, der Herzstillstand wurde verursacht durch die Gesamtheit der Schläge und Tritte.
    Vergleich:
    Wenn jemand erschossen wurde, dann lautet seine Totesursache "verbluten", das Verbluten wurde verursacht durch den Schuss.

    MfG

  • 29.07.2010 12:13 Uhr

    von Inger Detlefsen:

    Wieviel Weisheit liegt doch in einer unabhängigen Gerichtsbarkeit, die eben gerade nicht von den Geschädigten ausgeübt wird...! Wie z.B. im Fall Sebnitz kommt nun auch hier bei genauem Hinschauen ein differenzierteres Bild zu Tage als in der ersten Fassungslossigkeit und Wut über eine scheußliche Tat wo alles klar zu sein scheint.

    Möge der Untersuchung der Vorfälle bei der LoveParade in Duisburg ebenfalls Sorgfalt und Genauigkeit wie nun anscheinend bei diesem Prozess zuteil und der Vorverurteilung eine Absage erteilt werden!

    Und mögen die Gefangenen von Guantanamo endlich vor ein unabhängiges Gericht gestellt werden! Dass die Geschädigten des 11. September (hier in erster Linie die USA) die "Strafverfolgung" und auch noch die rechtliche Verfolgung übernehmen, kann einfach nicht sein.

  • 29.07.2010 11:03 Uhr

    von maxwaldo:

    Echt aetzend, wie die ganze Situation durch einen geziehlt propagandistischen Journalismus entstellt wird. Haetten die zwei jugendlichen Verbrecher die Kinder nicht zu berauben versucht, waere Brunner nicht eingesprungen. Haetten sie sich getrollt als er demonstrierte, dass er bereit ist sich und die Kinder zu verteidigen, waere er heut noch am Leben.
    Es ist doch klar was eine TAZ damit beabsichtigt: Demontage der Gesellschaft. Dabei ist es voellig wurscht ob die Propaganda von rechts oder links kommt. Der "Voelkischer Beobachter" haet's nicht besser gekonnt.

  • 29.07.2010 10:46 Uhr

    von Selbstmord durch Fußtritte gegen den Kopf:

    Ein 50jähriger versucht Kindern bzw. beginnenden Jugendlichen zu helfen und wird totgetreten. Selbst schuld, da: 1."Manager" (hieß früher Vertreter bei einer Ziegelei), 2. Herzfehler, 3. Schlug einem der Verfolger als erster ins Gesicht. Die Täter haben ein Heer an Unterstützern, Erklärern und Relativierern. Vor Gericht wie in den Medien. Es sind seit 30 Jahren Dinge wie diese welche bald zu einer rechten Partei a la Wilders oder Haider führen können. Das finde ich nicht richtig aber verständlich.

  • 29.07.2010 10:26 Uhr

    von Staatsanwaltschaft:

    Wenn ich das hier so lese wie die Staatsanwaltschaft anscheinend unter Druck der Öffentlichkeit und der letzten paar Ereignisse in die Richtung in Bayern eine so einseitige Anklage schreibt wird mir ganz übel. Wird eine Anklage nicht geprüft.. kann in einer Anklage einfache behauptet werden ohne Beweise? Gilt die Unschuldsvermutung in Deutschland nicht mehr? Ich will garnicht dran denken was los gewesen wäre wenn die beiden nicht Markus und Sebastian sondern Murat und Ali gehießen hätten.

  • 29.07.2010 10:10 Uhr

    von Horst Bernatzky:

    Hallo,

    interessant was in dem Artikel fehlt.

    Da wäre die Verwendung eines improvisierten Schlagrings. Da wären die Drohungen, die sich auch gegen Brunner gerichtet haben sollen so dass der Mann annehmen mußte das die beiden Schläger das angekündigte umsetzen wollten als sie mit ausstiegen.

    Bei der herzerwärmenden Darstellung des Vorlebens der Sozialverlierer feht auch die Erfahrung zumindest von Markus S. in Raub und Straßenkampf.

    Die Staatsanwaltschaft scheint nicht die einzige Institution zu sein, die mißliebiges wegläßt.

  • 29.07.2010 10:06 Uhr

    von leserin:

    Der erste neutral-gute Artikel, den ich zu diesem Thema lese. Vielen Dank!

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder