Das Kunsthaus Tacheles ist nach der Wende über Berlin hinaus bekannt geworden. Jetzt soll ein Hungerstreik die von der HSH Nordbank angestrebte Räumung stoppen.von Nina Apin
taz_akt_29658556524
03.08.2010
Berliner Tacheles vor Räumung
Kampfbereite Künstler
Das Kunsthaus Tacheles ist nach der Wende über Berlin hinaus bekannt geworden. Jetzt soll ein Hungerstreik die von der HSH Nordbank angestrebte Räumung stoppen.von Nina Apin
Warum sammelt man nicht unter den Berlinern, um das Tacheles zu kaufen? Vielleicht geht es ja! Wenn nicht, sieht man daran, wie viel den Menschen der Stadt das Kunsthaus wert ist.
05.08.2010 08:06 Uhr
von Karl Petersen:
Muss die Landesbank von Hamburg und dem fast bankrotten Schleswig-Holstein wirklich Yet-Another-Place of Berliner Pseudo-Subkultur subventionieren? Wenn den Berlinern so viel an dem Gelände liegt, sollen sie es doch kaufen. Das ist dann ein ganz normaler Vorgang: Dem einen gehört es. Der verkauft es. Der andere bezahlt es und dann gehört dem das.
Passt aber vielleicht nicht zum Image, wenn man nicht mehr auf anderer Leute Kosten leben kann.
05.08.2010 03:30 Uhr
von Zulu:
Ausgerechnet die HSH... bei allem, was die angerichtet haben... Rechtlich ist die Sache klar und ich verstehe auch das Interesse aus dem Eigentum Geld zu machen. Dem steht aber ein erhebliches allgemeines Interesse am Erhalt entgegen. Das Tacheles ist eine Institution in Berlin und die Stadt würde mit ihm viel verlieren. Zum Wohl der Stadt sollte unbedingt eine Lösung gefunden werden.
04.08.2010 19:59 Uhr
von BerlinLebt:
Ob wohl jemand der Verantwortlichen der Bank mal dort war und sich angeschaut hat, was die Künstler dort geschaffen und geschafft haben? Dieses Gesamtkunstwerk "Tacheles" ist doch längst zum Denkmal Berlins geworden, das hier nicht mehr wegzudenken ist - bringt es doch zum Ausdruck, warum viele Einwohner, Zugezogene, Touristen Berlin so lieben: hier ist einfach möglich, was in anderen deutschen Städten nicht möglich ist. Oder wo sonst können Sie sich solch eine Einrichtung wie das Tacheles vorstellen? Es wäre schön, wenn das Tacheles bleiben könnte - sonst würde Berlin meiner Meinung nach einen großen Pluspunkt an Attraktivität verlieren.
04.08.2010 17:53 Uhr
von @frank:
genau frank!
es gibt leute, die lesen einen satz, der eine information enthält und würgen eine zweite information einfach dazu - OHNE ZU DENKEN.
da steht: die liefern weiter wasser. PUNKT. jetzt überleg mal, ob Dir weiter wasser geliefert würde ohne zahlung? nein?! dann schlussfolgere bitte nicht von anderen, sie seien sozialschmarotzer.
sowas ist noch rechts hinterm cdu-populismus.
Elender Troll!
04.08.2010 16:37 Uhr
von Schönes Z:
Es scheint wohl für viele angenehmer wenn dort Konsumtempel oder Luxushütten enstehen und alles seine "Richtigkeit" hat.Da is mir die alternative von Schrott im Garten,zerstrittene Künstler und ner Bar doch tausendmal lieber. Die Veränderungen der letzten Jahre sind irgendwie schon bitter aber einige Kommentare sind noch bitterer.
Tacheles muss bleiben!!!
04.08.2010 15:46 Uhr
von Michael:
Im Grunde ist die wirtschaftliche Begriffs-Definition des Tacheles schlicht falsch besetzt.
Wenn das Tacheles als "Regie-Unternehmen" verstanden würde, wäre eine defizitäre Bewirtschaftung wegen des Gesamt-Gewinns für Berlin (Tourismus, Marketing, Kulturlandschaft) denkbar.
Aber dieser Begriff müßte "gesetzt" werden. Wer kanns tun? Die Politik!
04.08.2010 10:58 Uhr
von Durchfluss:
Den Pöbel rausschmeissen und ein "Nach-Wende Museum" daraus machen. Motto: "so schön war's früher"
04.08.2010 08:34 Uhr
von erikius:
Scheint ein völlig normaler Vorgang zu sein. Der Mietvertrag zu 0,50€ ist 2008 ausgelaufen und somit die vertragliche Nutzung der Räumlchkeiten beendet. So etwas passiert in Deutschland wohl täglich. Warum sollten Künstler hier unter einem besonderen Schutz stehen, das Chaos wäre vorprogrammiert, wenn jede Gruppe für sich Sonderrechte verlangt. Und die HSH ist eine Bank und kein gemeinnütziger Kunstverein. "Falls die Verantwortlichen wirklich Berliner Künstler hungern sehen wollen, sind wir bereit" - Ich denke nicht, dass irgendwer irgendwen hungern sehen möchte - das ist ein plumper Erpressungsversuch. Ich hoffe, die zahlen wenigstens in die Krankenversicherung ein, sonst wird deren selbst verschuldete Mangelernährung noch durch den Steuerzahler finanziert.
04.08.2010 03:16 Uhr
von Hüseyin Arda:
"Die Subkultur, die in der Nachwendezeit hier wilde Skulpturen schweißte und Techno-Partys feierte, ist längst weitergezogen." Von welchen Künstlern, die Skulpturen geschweisst haben und dann weggezogen sein sollen, sprechen Sie eigentlich? Wir sind immer noch die Gleichen und immer noch da. Es stimmt, daß unsere Ausstellung inzwischen einer der bestbesuchtesten Ausstellungen Berlin's ist. Ganz besonders freuen wir uns, daß immer mehr Menschen mit Ihren Kindern unsere Ausstellung besuchen kommen. Das die Besucherströme uns als Manko vorgeworfen werden, ist aber in der Tat bedenklich . TACHELES BLEIBT..!!!... Das Tacheles ist seit 20 Jahren ein öffentlicher Raum. Schon oft wurde versucht, diesen Freiraum, der Öffentlichkeit wegzunehmen.
In den Medien wird das Bild des gescheiterten Kunsthauses propagiert. Es wird versucht einen Anschein zu erwecken, die Künstler würden riesige Bauvorhaben alleine durch Ihre Präsenz verhindern. HSH Nordbank versucht dieses Image zu fördern. Wahr ist, daß die Künstler manch einen Investor oder sogenannte Kunsthaus manager ( Vorstandimitatoren) kommen, und alle bisher aber auch wieder gehen gesehen haben.. Illustre Gestalten OFD Beamten, Saudis, schwedische Immobilienhändler, Fundus, Zwangsverwalter, HSH- Nord Banker, lustige Vorstände, ignorante Journalisten. Trotz aller Spekulationsblasen Tacheles ist da und existent. Man kann mit gesundem Selbstvertrauen und klein bisschem Stolz sagen die Tacheles Idee lebt, ist sogar quicklebendig und weltberühmt und authentisch. Erfolgreich wie nie zuvor.
. Und feiern tun wir gelegentlich immer noch... Schöne Grüße, Ihre Metallwerkstatt im Kunsthaus Tacheles http://www.ardatachelesmetallwerkstatt.blogspot.com/
03.08.2010 22:30 Uhr
von BillyGunn:
Wie bei der Eastside-Gallery ist es beim Tacheles - nur zu touristischen Zwecken rettenswert. Der Vorteil ist, dass gelenkter Tourismus dem richtigen Leben, dem kreativen Leben, den Rücken frei hält. Vielleicht sollte man es erhalten.
03.08.2010 22:06 Uhr
von soundso:
Schade, hab in dem Hinterhof 1984 zu Ende gelesen und verbinde auch sonst mit dem Ort schöne Erinnerungen. Hoffentlich lenkt die Bank nach ein wenig medialem Druck ein. Die von der HSH und ihre Kollegen können doch momentan die positive Publicity gut gebrauchen.
03.08.2010 21:53 Uhr
von Frank:
Die Wasserbetriebe liefern also weiter, wohl ohne Bezahlung.
Otto Normalverbraucher hätte längst den Gerichtsvollzieher im Haus, wie spießig.
Leserkommentare
05.08.2010 11:47 Uhr
von akret:
Warum sammelt man nicht unter den Berlinern, um das Tacheles zu kaufen? Vielleicht geht es ja! Wenn nicht, sieht man daran, wie viel den Menschen der Stadt das Kunsthaus wert ist.
05.08.2010 08:06 Uhr
von Karl Petersen:
Muss die Landesbank von Hamburg und dem fast bankrotten Schleswig-Holstein wirklich Yet-Another-Place of Berliner Pseudo-Subkultur subventionieren? Wenn den Berlinern so viel an dem Gelände liegt, sollen sie es doch kaufen. Das ist dann ein ganz normaler Vorgang: Dem einen gehört es. Der verkauft es. Der andere bezahlt es und dann gehört dem das.
Passt aber vielleicht nicht zum Image, wenn man nicht mehr auf anderer Leute Kosten leben kann.
05.08.2010 03:30 Uhr
von Zulu:
Ausgerechnet die HSH... bei allem, was die angerichtet haben...
Rechtlich ist die Sache klar und ich verstehe auch das Interesse aus dem Eigentum Geld zu machen. Dem steht aber ein erhebliches allgemeines Interesse am Erhalt entgegen. Das Tacheles ist eine Institution in Berlin und die Stadt würde mit ihm viel verlieren. Zum Wohl der Stadt sollte unbedingt eine Lösung gefunden werden.
04.08.2010 19:59 Uhr
von BerlinLebt:
Ob wohl jemand der Verantwortlichen der Bank mal dort war und sich angeschaut hat, was die Künstler dort geschaffen und geschafft haben? Dieses Gesamtkunstwerk "Tacheles" ist doch längst zum Denkmal Berlins geworden, das hier nicht mehr wegzudenken ist - bringt es doch zum Ausdruck, warum viele Einwohner, Zugezogene, Touristen Berlin so lieben: hier ist einfach möglich, was in anderen deutschen Städten nicht möglich ist. Oder wo sonst können Sie sich solch eine Einrichtung wie das Tacheles vorstellen? Es wäre schön, wenn das Tacheles bleiben könnte - sonst würde Berlin meiner Meinung nach einen großen Pluspunkt an Attraktivität verlieren.
04.08.2010 17:53 Uhr
von @frank:
genau frank!
es gibt leute, die lesen einen satz, der eine information enthält und würgen eine zweite information einfach dazu - OHNE ZU DENKEN.
da steht: die liefern weiter wasser. PUNKT.
jetzt überleg mal, ob Dir weiter wasser geliefert würde ohne zahlung? nein?! dann schlussfolgere bitte nicht von anderen, sie seien sozialschmarotzer.
sowas ist noch rechts hinterm cdu-populismus.
Elender Troll!
04.08.2010 16:37 Uhr
von Schönes Z:
Es scheint wohl für viele angenehmer wenn dort
Konsumtempel oder Luxushütten enstehen und alles
seine "Richtigkeit" hat.Da is mir die alternative
von Schrott im Garten,zerstrittene Künstler und ner
Bar doch tausendmal lieber.
Die Veränderungen der letzten Jahre sind irgendwie schon bitter aber einige Kommentare sind noch bitterer.
Tacheles muss bleiben!!!
04.08.2010 15:46 Uhr
von Michael:
Im Grunde ist die wirtschaftliche Begriffs-Definition des Tacheles schlicht falsch besetzt.
Wenn das Tacheles als "Regie-Unternehmen" verstanden würde, wäre eine defizitäre Bewirtschaftung wegen des Gesamt-Gewinns für Berlin (Tourismus, Marketing, Kulturlandschaft) denkbar.
Aber dieser Begriff müßte "gesetzt" werden. Wer kanns tun? Die Politik!
04.08.2010 10:58 Uhr
von Durchfluss:
Den Pöbel rausschmeissen und ein "Nach-Wende Museum" daraus machen. Motto: "so schön war's früher"
04.08.2010 08:34 Uhr
von erikius:
Scheint ein völlig normaler Vorgang zu sein. Der Mietvertrag zu 0,50€ ist 2008 ausgelaufen und somit die vertragliche Nutzung der Räumlchkeiten beendet. So etwas passiert in Deutschland wohl täglich. Warum sollten Künstler hier unter einem besonderen Schutz stehen, das Chaos wäre vorprogrammiert, wenn jede Gruppe für sich Sonderrechte verlangt. Und die HSH ist eine Bank und kein gemeinnütziger Kunstverein.
"Falls die Verantwortlichen wirklich Berliner Künstler hungern sehen wollen, sind wir bereit" - Ich denke nicht, dass irgendwer irgendwen hungern sehen möchte - das ist ein plumper Erpressungsversuch. Ich hoffe, die zahlen wenigstens in die Krankenversicherung ein, sonst wird deren selbst verschuldete Mangelernährung noch durch den Steuerzahler finanziert.
04.08.2010 03:16 Uhr
von Hüseyin Arda:
"Die Subkultur, die in der Nachwendezeit hier wilde Skulpturen schweißte und Techno-Partys feierte, ist längst weitergezogen." Von welchen Künstlern, die Skulpturen geschweisst haben und dann weggezogen sein sollen,
sprechen Sie eigentlich?
Wir sind immer noch die Gleichen und immer noch da.
Es stimmt, daß unsere Ausstellung inzwischen einer der bestbesuchtesten Ausstellungen Berlin's ist.
Ganz besonders freuen wir uns, daß immer mehr Menschen mit Ihren Kindern unsere Ausstellung besuchen kommen. Das die Besucherströme uns als Manko vorgeworfen werden, ist aber in der Tat bedenklich .
TACHELES BLEIBT..!!!...
Das Tacheles ist seit 20 Jahren ein öffentlicher Raum.
Schon oft wurde versucht, diesen Freiraum, der Öffentlichkeit
wegzunehmen.
In den Medien wird das Bild des gescheiterten Kunsthauses propagiert. Es wird versucht einen Anschein zu erwecken, die Künstler würden riesige Bauvorhaben alleine durch Ihre Präsenz verhindern. HSH Nordbank versucht dieses Image zu fördern.
Wahr ist, daß die Künstler manch einen Investor oder sogenannte Kunsthaus manager ( Vorstandimitatoren) kommen, und alle bisher aber auch wieder gehen gesehen haben.. Illustre Gestalten OFD Beamten, Saudis, schwedische Immobilienhändler, Fundus, Zwangsverwalter, HSH- Nord Banker, lustige Vorstände,
ignorante Journalisten.
Trotz aller Spekulationsblasen Tacheles ist da und existent.
Man kann mit gesundem Selbstvertrauen und klein bisschem Stolz sagen die Tacheles Idee lebt, ist sogar quicklebendig und weltberühmt und authentisch. Erfolgreich wie nie zuvor.
.
Und feiern tun wir gelegentlich immer noch...
Schöne Grüße, Ihre Metallwerkstatt im Kunsthaus Tacheles
http://www.ardatachelesmetallwerkstatt.blogspot.com/
03.08.2010 22:30 Uhr
von BillyGunn:
Wie bei der Eastside-Gallery ist es beim Tacheles - nur zu touristischen Zwecken rettenswert. Der Vorteil ist, dass gelenkter Tourismus dem richtigen Leben, dem kreativen Leben, den Rücken frei hält. Vielleicht sollte man es erhalten.
03.08.2010 22:06 Uhr
von soundso:
Schade, hab in dem Hinterhof 1984 zu Ende gelesen und verbinde auch sonst mit dem Ort schöne Erinnerungen. Hoffentlich lenkt die Bank nach ein wenig medialem Druck ein. Die von der HSH und ihre Kollegen können doch momentan die positive Publicity gut gebrauchen.
03.08.2010 21:53 Uhr
von Frank:
Die Wasserbetriebe liefern also weiter, wohl ohne Bezahlung.
Otto Normalverbraucher hätte längst den Gerichtsvollzieher im Haus, wie spießig.