Kommentar Wilhelmsburger Mitte: Chance für die Peripherie
Die Neugestaltung wird helfen, die Stigmatisierung des Stadtteils zu beenden: Auch nördlich der Elbe wird man zur Kenntnis nehmen, dass Wilhelmsburg nicht aus Kampfhund-Übungsplätzen besteht.
D ie Gartenschau und Bauausstellung (IGA/IGS) 2013 nehmen allmählich Form an, und es zeigt sich: Das kann ganz schön werden und auch interessant. Die Neugestaltung wird dazu beitragen, die Stigmatisierung Wilhelmsburgs zu beenden.
Mit der Gartenschau wird das grüne Meer zwischen Mengestraße und Kornweide gestaltet. Das ist gut so, auch wenn dafür Bäume gefällt werden mussten. Menschen mögen gegliederte Landschaften. Ein wildes Dickicht mag etwas für Jäger und Biologen sein - für Leute, die sich einen Blick dafür angeeignet haben. Ein Städter kann mit einem Park mehr anfangen.
Dieser Park wird überdies Menschen von nördlich der Elbe anziehen. Sie werden mit der Barkasse angetuckert kommen und feststellen, dass Wilhelmsburg nicht aus verrotteten Hochhäusern und Kampfhund-Übungsplätzen besteht. Der Park, vorausgesetzt dass er gepflegt wird, und die neue Mitte werden den WilhelmsburgerInnen helfen, sich als Einheit zu fühlen und stolz auf ihren Stadtteil zu sein. Dabei ist allerdings noch die Frage, wie belebt dieses neue Zentrum sein wird, gerade am Abend.
Vor einer Gentrifizierung dürften die Leute in den Hochhäusern keine Angst haben. Im Gegenteil: Das sichtbare Zeichen, dass sich der Senat um den Stadtteil kümmert, wird ihnen guttun.
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