@Diversity and Equality
Vielleicht ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass es mir in meinem Beitrag nicht um die mögliche Diskriminierung von Schwulen in Deutschland ging. Da ich die Lebensverhältnisse von Schwulen insbesondere in Deutschland nicht gut kenne, möchte ich mir in der Hinsicht kein Urteil anmaßen. Wenn ich in meinem Text eine Brücke von Gareth Thomas zu altgriechischen Kriegern schlug, dann wollte ich damit den immer noch weit verbreiteten Klischeevorstellungen ein wenig entgegenwirken, nach denen Schwule anscheinend nur mit Puderdose sowie mit Wattestäbchen umgehen können und somit als feminin vorkommen, zumal ich Homophobie nicht nur, aber vor allem im Orient für einen Teil der dort herrschenden Frauenfeindlichkeit halte, wie sich darin zeigt, dass im Iran ein Mann, der einen anderen Mann penetriert und sich damit wenigstens als "Mann erweist", zur Bestrafung mit Peitschenhieben davon kommt, während der (wie eine Frau) Penetrierte hingerichtet wird. Deshalb wählte ich dieses Beispiel aus. Wenn Sie aus nichtislamischen Ländern Beispiele kennen, mit denen sich meine These von Homophobie als Teil von Frauenfeindlichkeit mindestens genauso gut belegen lässt, lassen Sie es bitte wissen. Ihr Hinweis auf die möglicherweise geplante Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle in Uganda reicht in der Hinsicht nicht aus.
Ob religiöse Menschen ihre Homophobie auf Texte im Koran oder in der Bibel stützen, ist mir egal. Damit Sie nicht denken, dass ich bei der Beurteilung der Schwulenfeindlichkeit von Muslimen und Christen mit zweierlei Maß messe, zitierte ich im Folgenden etwas, das ich in einem anderen Zusammenhang geschrieben hatte:
Wenn es um gleichgeschlechtliche Liebe geht, stehen christliche islamischen Fundamentalisten an Homophobie nicht nach und berufen sich wie jene bei der Verfolgung von Schwulen gerne auf die Stellen in ihrer „Heiligen Schrift“, in denen ihr Gott Lot sowie dessen Knechten befahl, sich nicht mit den Männern aus Sodom einzulassen.
Ich erinnere hier an Matthew Shepard, der im Alter von 21 Jahren zu Tode gefoltert wurde, weil er schwul war. Das geschah in einer Kleinstadt im Mittleren Westen der USA, könnte sich aber auch woanders auf der Welt ereignet haben. Was mich an dem schrecklichen Ende dieses Jungen zusätzlich bedrückt, ist das, was sich bei seinem Begräbnis ereignete und was sehr viele Amerikaner entrüstete; denn dort hielten Menschen – vermutlich christlichen Glaubens – den fassungslosen Eltern des Ermordeten Plakate mit der Aufschrift entgegen: "No tears for Queers" (keine Tränen für Schwule) und "Matt in Hell" (Matthew zur Hölle); denn das Opfer war ja nur eine "verdammte Schwuchtel".
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