südwester: Endlich Ruhe
„Eigentlich eine langweilige tote Beamtenstadt“ sei Oldenburg, gibt ein ortsansässiger Autoposer auf Insta Einblick in seine Motivation, seinen Alfa Romeo nachts auch mal auf 300 km/h zu beschleunigen. Das gefällt Fans aktuell 25.624 Mal. Andere in der Stadt, namentlich eine „Gruppe von leidgeplagten Bewohnern von Einfallstraßen und Innenstadtring“ nennen das angeblich Langweilig-Tote der Stadt ihren „gemütlichen Abend im Freien“ und wenden sich in einer Petition an den niedersächsischen Landtag. Der möge ihnen mehr Polizei schicken, um den „aus dem Umland kommenden“ Rücksichtslosen Einhalt zu gebieten. Lokale Politik und Polizei wiegeln ab, es werde genug kontrolliert. Tatsächlich: Im Oldenburger Poser-Video ist auch eine Polizeikontrolle zu sehen. Da knüpfen sich die Beamt*innen am Fahrbahnrand gerade einen von diesen rücksichtslosen Fahrradposern vor.
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen