Preisverleihung der Stiftung : Die Lichtblicke sehen
Der taz panterpreis legt in diesem Jahr den Fokus auf Journalismus „von unten“. Warum dieser unverzichtbar für eine lebendige Zivilgesellschaft ist.
taz panterstiftung | Ulrich Siegmund im Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen? Geht’s noch? Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde der AfD-Spitzenkandidat im Kinderkanal (KiKa) befragt. Siegmund ist das Gesicht eines Landesverbandes, den der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch einstuft, und sollte nicht ins Kinderfernsehen eingeladen werden.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll an dieser Stelle nicht gänzlich schlechtgemacht werden, denn er ist unerlässlich für eine umfassende politische Berichterstattung, ebenso wie für die kulturelle Bildung. Aber dass der KiKa meint, Siegmund eine Bühne bieten zu müssen, zeigt, wie weit sich der gesamtgesellschaftliche Diskurs nach rechts verschoben hat.
Wegen Vorgängen wie diesem braucht es unabhängige Medien, die sich populistischen Diskursen widersetzen und unsere Medienlandschaft ergänzen. In diesem Sinne hat die taz panterstiftung den taz panterpreis dieses Jahr unter dem Motto „Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten“ ausgeschrieben. Sieben Nominierte wurden dafür ausgewählt.
Die Nominierten für den taz panterpreis
Sie zeigen die ganze Bandbreite der aus der Zivilgesellschaft entstandenen Projekte: vom Berndt-Media-Verlag, dessen Kulturmagazine im Ruhrgebiet umsonst in Kneipen und Kulturstätten ausliegen, über Radio CORAX, einen legendären Bürgersender aus Halle. Auch die Studierendenzeitung UnAufgefordert der Berliner Humboldt-Universität ist-nominiert, ebenso das junge Münsteraner Lokalmedium RUMS und die Gefangenenzeitung der lichtblick.
Auf der Nominiertenliste stehen zudem das Projekt nah:dran, das jungen Menschen in strukturschwachen Regionen Medienkompetenz vermittelt, und das in einer Geflüchtetenunterkunft gegründete mobile Studio radio connection.
Die Auswahl der Nominierten war nicht unkompliziert. Als Anfang September die Jury in der taz tagte, um den panterpreis-Gewinner zu bestimmen, tauchte die Frage auf, warum sich keine Influencer*innen, Podcaster*innen oder Youtuber*innen unter den Nominierten befanden.
Preisverleihung in Hamburg
Tatsächlich gab es aber nur wenige Content-Creator*innen, die sich beworben hatten – und keine*r überzeugte die taz-interne Vorjury. Der Schwerpunkt der Ausschreibung lag zudem auf Beharrlichkeit und Langlebigkeit und nicht auf neuen Formaten in den sozialen Medien. Doch auch diese haben wir im Blick: Parallel zum panterpreis führt die panterstiftung ein Lokaljournalismus-Projekt durch, bei dem junge Journalist*innen konstruktive Formate, inklusive öffentlicher Veranstaltungen, entwickeln.
taz panterpreis Verleihung
Auszeichnung für „Medien von unten“
taz panterpreis 2026
Die Preisträger*innen stehen fest!
Nachwuchsworkshop im Lokaljournalismus
Junge Medienjournalist:innen schaffen neue konstruktive Formate
Aus dem Kuratorium der taz panterstiftung ist derweil zu hören, dass der panterpreis auch kommendes Jahr für Medien ausgeschrieben werden könnte. In diesem Fall wäre ein Fokus auf junge Medienmacher*innen naheliegend – nicht zuletzt, wenn man junge Menschen erreichen und nicht den Rechtsextremen die Untiefen des Internets überlassen möchte.
Aber vorher laden wir Sie herzlich ein, persönlich an der diesjährigen Preisverleihung am 14. Oktober in Hamburg teilzunehmen. Dabei werden die Nominierten noch einmal auf der Bühne gewürdigt und es gibt Jazz und Swing vom Duo Two Marvellous zu hören. Kommen Sie vorbei und feiern Sie mit uns die Medienvielfalt!
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